Sonntag, 2. Juli 2017

Besucherzahlen beim „Tag der Bewegung“ bleiben hinter den Erwartungen zurück

Die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 verwandelt Innenstadtring in ein grünes Erlebnisfeld

Für die größte Veranstaltung der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 nach der Eröffnungsfeier im Januar wurde der Innenstadtring zwischen der Hindenburgstraße und dem Viehofer Platz auf einer Strecke von 3 Kilometern für den Autoverkehr gesperrt. Ziel war es, für Bewegung zu begeistern und gleichzeitig das Umweltbewusstsein zu steigern. Über 130 Aussteller beteiligten sich an dem Großevent. Nach Schätzungen der Veranstalter sollen 12.500 begeisterte Besucherinnen und Besucher dem schlechten Wetter getrotzt und heute ausgelassen den „Tag der Bewegung“ in der Essener Innenstadt gefeiert haben. Das schlechte Wetter kann ich uneingeschränkt bestätigen, die Besucherzahl würde ich eher nach unten korrigieren. Die ursprünglich erhofften 30.000 Besucher wurden nicht ansatzweise erreicht, und ob der mangelnde Besucherzuspruch tatsächlich nur auf das schlechte Wetter zurückzuführen ist, möchte ich ebenfalls stark bezweifeln. Zum Vergleich: Trotz des kühlen und regnerischen Wetters haben am Samstag nach Angaben der Stadt Düsseldorf 500.000 Radsportfans das Einzelzeitfahren über 14 Kilometer durch das Düsseldorfer Stadtgebiet verfolgt. Das wären rechnerisch mehr als 35.000 Zuschauer pro Kilometer und damit etwa achteinhalb Mal so viele Besucher wie in Essen beim „Tag der Bewegung“ mit knapp 4.200 Besuchern pro Kilometer. Auch wenn jemand im Brustton der Überzeugung in der Raum gestellt hat, Essen habe in jedem Fall mehr Besucher pro Kilometer als Düsseldorf.

Antiterror-Betonsperren zum „Tag der Bewegung“ täuschen Sicherheit vor

„Mit dem Tag der Bewegung wollten wir vor allem eines: einen Anstoß für ein Umdenken im Kopf geben und Menschen dazu bewegen, sich zu bewegen. Das ist uns heute eindrucksvoll gelungen und es freut mich ganz besonders, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen.

„Tag der Bewegung“, Seifenkistenrennen

Über 1.500 Mitwirkende waren auf der Strecke unterwegs und setzten mit einem unterhaltsamen wie abwechslungsreichen Programm die Themen der Grünen Hauptstadt auf spielerische Art und Weise in Szene. Geboten wurden zahlreiche Programmpunkte für die ganze Familie: eine Modenschau mit Recyclingmode, überraschende Flashmobs, diverse Walking Acts, ein Kreativmarkt, ein Blutdruckmess-Rekordversuch, ein Seifenkistenrennen, eine Wissenschaftsstadt und vieles mehr.

„Tag der Bewegung“

Zahlreiche Mitmachaktionen waren ebenso Teil der Veranstaltung. Besucherinnen und Besucher konnten unter anderem selbst Solarwasserboote bauen oder im mobilen Garten gärtnern. Und auch die Kleinsten brachten sich an diesem Tag mit ein – insgesamt 43 Kitas beteiligten sich und zeigten unter anderem, wie aus Getränkepaketen neue Geldbörsen gebastelt oder Saatpads hergestellt werden können.

Für den „Tag der Bewegung“ von Designerin Mara Henni Klimmek entworfene Kleidungsstücke

Stell’ Dir vor, es ist „Tag der Bewegung“…

Stell’ Dir vor, es ist „Tag der Bewegung“…

„Tag der Bewegung“

„Tag der Bewegung“, Rollator-Flashmob

„Tag der Bewegung“, BikeBeats

Der Höhepunkt des Tages fand dann um 15 Uhr auf dem Berliner Platz statt: Mit der Ankunft von knapp 600 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern der Fahrradsternfahrt Ruhrgebiet, organisiert von ADFC Essen, Critical Mass Essen und VeloCity Ruhr, am Limbecker Platz begann die extra für diesen Tag entstandene Inszenierung „Moving Green“ von Forum InterArt in der Regie von Wolfram Lenssen, die mich von der Ästhetik ein wenig an die Großereignisse der 1979 gegründeten spanisch-katalanischen Avantgarde-Theatergruppe La Fura dels Baus erinnerte, beispielsweise die Performance „Global Rheingold“ in Duisburg. Womöglich widerspräche Herr Lenssen heftigst, die so genannte „Furan language“ zu verwenden, wenn er dies läse, was ich aber für höchst unwahrscheinlich halte.

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“, „Moving Green“, Forum InterArt, Regie Wolfram Lenssen

„Tag der Bewegung“

Kuriosität am Rande: Am Limbecker Platz war ein mobiler Hochseilgarten errichtet worden, da sich aber so völlig spontan keine bevollmächtigte Person für die offizielle Abnahme finden ließ, es war schließlich Sonntag, durfte dieser am „Tag der Bewegung“ nicht genutzt werden.

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