Dienstag, 30. Januar 2018

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“

Ausstellung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Vom 1. Februar bis 4. März 2018 zeigt das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Halle 5, Schacht XII seine Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, die bereits vom 14. September bis 30. Oktober 2016 auf dem Clouth-Gelände in Köln und vom 29. März bis 9. April 2017 im Landtagsgebäude des Landtages NRW in Düsseldorf zu sehen war. Das Museum verfügt selbst nicht über Ausstellungs­räume, daher finden die Ausstellungen an wechselnde Orten statt. Oft finden die Ausstellungen auch in Gebäuden statt, die einen direkten Bezug zu den Themen der Ausstellung haben, wie beispielsweise die Ausstellung zum „Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015“ im Mies van der Rohe Business Park in Krefeld.

Ausstellungsplakat „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“
© M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW

Die Frage nach attraktivem, bezahlbarem Wohnraum stellt sich auch im Ruhrgebiet. Dabei stehen der Umgang mit dem Wohnungsbestand, die Möglichkeit zur Ausweisung neuer urbaner Wohngebiete und die veränderten Erwartungen an Wohnraum in enger Verbindung miteinander. Was muss geförderter und bezahlbarer Wohnungsbau im Ruhrgebiet heute leisten? Dies ist ebenfalls an vielen anderen Orten in NRW und Deutschland ein Thema, wo bezahlbare Wohnungen fehlen.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, Blick in die Ausstellung

In der Ausstellung sind fünf begehbare Polyeder zu sehen, die an „aus der Form gedrehte Häuser“ erinnern und in denen die Themen „Küche. Diele. Bad“, „Die Akteure“, „Recht auf Wohnen“, „Das Haus“ und „Wohngebiete“ erläutert werden. Es geht um die Geschichte des sozialen Wohnungsbaus und den gesellschaftlichen Wandel des Wohnens, um die am Wohnungsbau beteiligten Personen und Institutionen, um die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, das Wachstum der Städte und Siedlungen. Zehn internationale Wohnungsbauten (Zwickyareal, Dübendorf, Schweiz; Wohnbebauung Sillblock, Innsbruck; Weltquartier Wilhelmsburg, Hamburg; das neue „Rote Wien“, „wohnen mit uns! wohnen mit scharf!“, Wien; Stadthäuser, „OSDORP – Town Houses“, Amsterdam; Pöstenhof, Lemgo; Wohnhäuser Plusplatz, München; WagnisArt, München; Franklin – Funari, Mannheim; R50 – cohousing, Berlin) veranschaulichen gelungene aktuelle Lösungen.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Die Akteure“

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Die Akteure“, Grüne Mitte, Essen

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“

Mit Artikel 155 (1) der Verfassung des Deutschen Reichs („Weimarer Reichsverfassung“) vom 11. August 1919 („Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen in einer Weise überwacht, die Mißbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutschen eine gesunde Wohnung und allen deutschen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirt­schafts­heim­stätte zu sichern. Kriegsteilnehmer sind bei dem zu schaffenden Heimstättenrecht besonders zu berück­sichtigen.“) wurde in den 1920er-Jahren die Basis für ein außerprdentliches Wohnungsbauprogramm gelegt. In der von der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 beschlossenen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf einen angmessenen Lebensstandard in Artikel 25 (1) manifestiert: „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhalts­mittel durch unverschuldete Umstände.“ Doch derzeit ist Wohnraum wieder Mangelware, nicht nur im Ruhrgebiet, und bezahlbarer Wohnungsbau ist eine drängende politische und gesell­schaftliche Aufgabe.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“

Bei der Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums geht es auch um die Frage, wie wir sowohl in den eigenen vier Wänden als auch im Quartier wohnen wollen. Dabei wird unter „bezahlbar“ eine Nettokaltmiete verstanden, für die maximal 30 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens aufgebracht werden muss. Politiker, Stadtplaner, Architekten und Bauherren versuchen heute wie in den 1920er-Jahren, mit sozialem und bezahlbarem Wohnraum einen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft zu leisten. „Alle wollen wohnen“ verdeutlicht: Bezahlbares Wohnen ist eine große gesell­schaft­liche Herausforderung.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“, Baukosten

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“, Wohnraumvorsorge: das Wiener Modell

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Das Haus“

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Das Haus“, Generationenwohnen Pöstenhof Lemgo

Zusätzlich stellt die Architektenkammer NRW in einem Sondermodul die 20 Thesen ihres Aufrufs zu Urbanität und Dichte „Stadt wollen!“ vor, die zum Nachdenken über das Bild und Wesen der Stadt von morgen anregen sollen.

„Stadt wollen! Aufruf zu Dichte und Urbanität“

Die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ in Halle 5 Schacht XII auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ist vom 1. Februar bis 4. März 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. Der Katalog zur Ausstellung ist im Jovis Verlag Berlin erschienen, ISBN 978-3-86859-474-4, umfasst 248 Seiten mit ca. 190 farbigen und s/w Abbildungen, und ist direkt in der Ausstellung und beim M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW zum Sonderpreis von 29 Euro erhältlich, regulärer Preis im Buchhandel 32 Euro.

Ankündigung: Techno-Classica 2018

30. Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff

Vom 21. bis 25. März 2018 veranstaltet die S.I.H.A. zum 30. Mal mit der Techno-Classica Essen die erfolgreichste und besucherstärkste Klassik-Messe der Welt. Im Februar 1989 als erster großer deutscher Auto-Salon für Oldtimer, Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge veranstaltet, war und ist sie oft kopiertes, aber nie erreichtes Vorbild für viele andere Veranstaltungen dieser Art. Mit regelmäßigen Modellpflege-Maßnahmen hat sie ihre Vorreiter-Rolle gehalten und sogar noch ausgebaut – und ist dennoch das unerreichte Original geblieben. Ihr Erfolgsrezept: Stets das Neueste aus der internationalen Szene als Auslese des Besten aus allen Gebieten des Klassik-Hobbys den Besuchern zu präsentieren.

In der 30. Auflage untermauert die Techno-Classica Essen mit mehr als 1.250 Ausstellern aus über 30 Nationen erneut ihre Bedeutung als Nummer 1 der internationalen Oldtimer- und Sammlerfahrzeuge-Messen und bietet ein umfassendes Bild der internationalen Klassik-Szene. Auch die wichtigen internationalen Auto-Hersteller nutzen die Strahlkraft der automobilen Weltleitmesse: Mehr als 20 Automobilmarken präsentieren auf ihren Werksständen auserlesene Exponate, die zum großen Teil exklusiv auf der Techno-Classica Essen zu sehen sind. Sie machen die automobile Weltleitmesse zum größten Historien-Forum der internationalen Automobilindustrie und demonstrieren mit ihren meist spektakulären Auftritten, welchen Stellenwert sie der Klassik-Weltmesse beimessen.

Die Klassik-Enthusiasten wissen das Engagement der Industrie im Zusammenspiel mit den anderen Attraktionen der Techno-Classica Essen zu schätzen: 2017 strömten mehr als 185.000 Besucher aus über 40 Nationen in die voll belegten 20 Messehallen am Essener Grugapark. Und auch die Aussteller wissen: Bei der Techno-Classica Essen spielen sie in der Champions League.

Techno-Classica Essen 2017, Halle 6

Zur Jubiläums-Ausstellung bietet der Veranstalter eine Sonderschau der Weltklasse: Anlässlich des 95-jährigen Bestehens der 24 Stunden von Le Mans präsentiert die S.I.H.A. in Halle 6, im Mittelpunkt der Klassik-Weltmesse, eine Sonderausstellung mit Rennwagen, die selbst bei ausgesprochenen Connaisseurs unter den Klassiker-Kennern als automobilhistorische Leckerbissen gelten: Sieben Ikonen des Langstrecken-Klassikers ab den 1960er-Jahren werden am Palais de l’Automobile zu bewundern sein.

Auch für Einsteiger in die Klassik-Szene bietet die Techno-Classica Essen attraktive Angebote: Mehr als 30 Prozent der zum Kauf angebotenen Automobile sind erschwingliche „plug and play“-Youngtimer. Die insgesamt mehr als 2.700 offerierten Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge, Youngtimer und Prestige-Automobile machen die Techno-Classica im Frühjahr 2018 wieder zum weltgrößten Klassiker-Handelsplatz – die Crème de la Crème der internationalen Klassik-Händler gibt sich hier ein Stelldichein mit Anbietern von Gebrauchsklassikern und privaten Verkäufern. Letztere sind vor allem auf den vier Freigeländen zu finden.

Für die mehr als 200 ausstellenden Klassiker-Clubs und -Interessengemeinschaften gilt die Techno-Classica Essen jährlich als die wichtigste Klassik-Messe des Jahres: Die Ehrenamtlichen machen sie zu einem der weltgrößten Club-Treffs der Old- und Youngtimer-Szene und spiegeln mit ihrem Engagement die Vielfalt der internationalen Oldtimer- und Klassik-Szene wider. Um die Clubs zu Höchstleistungen anzustacheln, veranstaltet die Techno-Classica Essen auch in diesem Jahr wieder den Club Grand Prix: Eine Jury aus Club-Aktiven wählt besonders kreativ gestaltete Stände aus, die mit Pokalen und attraktiven Geldpreisen für die Clubkasse gewürdigt werden. Die Clubs sind einer der wichtigen Eckpfeiler der Klassik-Weltmesse und sorgen mit ihren oft erstaunlich aufwendig gestalteten Ständen für spannendes Infotainment.

Ergänzt werden die Club-Auftritte durch die qualitativ und quantitativ hervorragenden Angebote von Top-Restauratoren, Zulieferer-Betrieben, Autoliteratur-Anbietern, Ersatzteilhändlern, Accessoires-Verkäufern, Uhren- und Technik-Händlern, Künstlern und Galeristen, Verlagen und nicht zuletzt Automodell-Anbietern. Denn die Techno-Classica Essen ist die Messe mit dem größten Erfolgspotential. Die Folge: Die Fachhändler – wie auch die Besucher – kommen nicht nur aus ganz Europa, sondern auch aus Übersee. So präsentieren unter anderem auch Aussteller aus Nord- und Südamerika und in den letzten Jahren auch zunehmend aus Fernost ihr Angebot. Die Techno-Classica Essen ist mit ihrem großen Anteil an Anbietern und Besuchern aus aller Welt die Klassik-Messe in Europa, der in Sachen Internationalität und globalem Flair keine andere Klassik-Messe das Wasser reichen kann.

Zu den bei der Techno-Classica gepflegten Traditionen zählt ein Concours d’Élégance, bei der eine internationale Jury aus Experten und Fachjournalisten die schönsten, elegantesten und attraktivsten Händler-Klassiker küren und „the Best of Show“ wählen. Zudem gibt es den bereits erwähnten „Club Grand Prix“, bei dem die attraktivsten Club-Präsentationen mit Geldpreisen für die Clubkassen honoriert werden. Auch die jährliche Coys-Aktion, bei der regelmäßig über 80 Sammlerautomobile unter den Hammer kommen, zählt zu den Standards der Klassik-Weltmesse. Die ständigen Detail-Verbesserungen, Neuerungen und frischen Ideen halten auch die „30. Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff“ – so der offizielle Untertitel – jung und sorgen in jedem Jahr für Überraschungen.

Vergangenheit und Zukunft: Auf der fünftägigen Messe ist alles, aber wirklich alles rund um das Thema Old- und Youngtimer geboten – so treffen sich dort vom 21. bis 25. März 2018 viel Prominenz aus Film und Fernsehen, Stars aus der Historie und Gegenwart des Motorsports und auch die wichtigsten Entscheidungsträger aus der Klassik-Szene. Das attraktive und faszinierende Ausstellungsspektrum macht die Techno-Classica Essen zum Automobil-Infotainment-Ereignis ersten Ranges für die ganze Familie, zur Weltausstellung des Automobils.

„Den ambitionierten Anfängen folgten Jahre des konsequenten Ausbaus bis hin zur Marke mit Weltgeltung – heute trifft sich der Klassik-Kosmos zum Saison-Auftakt in Essen“, heißt es im Prospekt der S.I.H.A. und: „Wahren Sie mit uns den Geist der Pioniere, gestern – heute – morgen. Share the Passion.”


Die Automobilhersteller bei der Techno-Classica Essen 2018

Mehr als 20 Automobil-Hersteller präsentieren sich mit größtenteils aufwendig gestalteten Ständen bei der Techno-Classica Essen. Einige Hersteller hüllen sich bis kurz vor der Eröffnung der Messe in Schweigen und behandeln ihre Auftritte wie Staatsgeheimnisse – doch gibt es bereits erste Vorab-Nachrichten (Stand 25. Januar 2018):

Audi rückt den 1968 präsentierten Audi 100 (Typ C1) in den Mittelpunkt der Markenpräsentation. Der große Fronttriebler war nicht nur der erste mit einer computerberechneten Karosserie konstruierte Serienwagen, sondern auch der erste Nachkriegs-Audi der oberen Mittelklasse und verhalf der Marke Audi zum wirtschaftlichen Durchbruch. Daneben präsentieren die Ingolstädter einen der legendären Auto Union Typ D Grand Prix Rennwagen jenes Typs, der 1938 mit seinem V12-Mittelmotor Furore machte. Dazu sind aus der Motorrad-Sektion die damals (1937-1939) als unschlagbar geltende DKW ULD 250 Rennmaschine und eine DKW RM 350, von 1952 bis 1956 unter ihrem Spitznamen „singende Säge“ als Werksmaschine in der Deutschen Motorrad-Meisterschaft und in der Weltmeisterschaft eingesetzt, zu sehen. Außerdem gibt es ein weiteres Jubiläum zu feiern: Die zum Volkswagen-Konzern zählende Marke erinnert an den überlegenen Sieg des Audi 200 Quattro in der TransAm-Serie mit Hurley Haywood vor 30 Jahren. Traditionell präsentieren sich auch 2018 wieder die Audi-Clubs unter der Ägide des ACI (Audi Club International) in Halle 7.1.

● Die Autostadt in Wolfsburg präsentiert die Historie eines hochaktuellen Themas: Mit rund zehn Exponaten, ausgerüstet mit unterschiedlichen Antriebsquellen (Benzinmotor, Elektroantrieb, Dampfmaschine, Brennstoffzelle etc.), illustriert die mit über 2,2 Millionen jährlichen Gästen weltweit besucherstärkste Autodestination, wie sich die Suche nach dem optimalen Antrieb für Kraftfahrzeuge durch die Geschichte des Automobils zieht. Über die Fahrzeuge, die in der aufwendig gestalteten Infotainment-Schau in Halle 7 präsentiert werden, hüllt sich die Autostadt noch in Schweigen.

Volkswagen T1 Kastenwagen „Sofie“, Vierzylinder-Boxer, 1.131 cm³, 18 kW/25 PS, 80 km/h, Baujahr 1950

● Mit gleich drei groß inszenierten Jubiläumsfeiern fasziniert BMW in Halle 14: Bei der diesjährigen Techno-Classica Essen erinnern die Bayern an 50 Jahre „Großes Coupé“ (Baureihe E9). Die eleganten Sechszylinder-Zweitürer ohne B-Säule wurden von 1968 bis 1975 vom 2.5 CS über den 2800 CS bis hin zum 3.0 CLS in insgesamt 30.546 Exemplaren gebaut – übrigens mit Karosserien von Karmann in Osnabrück. Auch den zweiten 50. Geburtstag feiert die weißblaue Marke gebührend: Die intern E3 genannte Limousinen-Baureihe der Typen 2500, 2800, 3.0 und 3.3 wurde von 1968 bis 1977 gefertigt – und gilt heute als Wegbereiter der Siebener-Baureihe. Rund 220.000 Exemplare verließen die Werkshallen in München. Drittes Jubiläum der Bayern: 40 Jahre BMW M1, jener Mittelmotorsportwagen mit der internen Bezeichnung E26, der als erster neuzeitlicher Supersportwagen der bayerischen Marke gelten kann. Die von Giorgio Giugiaro kantig gestylte Karosserie wurde bei Baur in Stuttgart gefertigt. Als Antriebsquelle diente ein Vierventiler-Sechszylindermotor mit 3,5 Liter Hubraum, der in der von 1978 bis 1981 gebauten Serienversion 277 PS, in den Rennversionen von 470 PS (Saugmotor) bis 850 PS (Turbomotor) leistet.

BMW 3.0 CSL, Baujahr 1973, 3.003 cm³, 147 kW/200 PS, 220 km/h

Traditionell spielen auf dem großen BMW-Stand auch in diesem Jahr wieder die Clubs eine der Hauptrollen, und BMW plant, auch Einblicke in die Restaurierungswerkstatt und in die Fahrzeughalle von der BMW Group Classic zu bieten.

BMW M1, Sechszylinder-Reihenmotor, 3.453 cm³, 204 kW/277 PS, 262 km/h, Baujahr 1979

Mercedes-Benz nutzt die Präsentation der neuen Generation der G-Klasse zu einem Rückblick auf die fast 40-jährige Geschichte des stetig weiterentwickelten Geländewagen-Klassikers. Das brandneue Fahrzeug wird auf dem großen Stand von Mercedes-Benz Classic bereits präsentiert, bevor es in Deutschland zu den Händlern kommt – umrahmt von fünf Exponaten aus der Modellgeschichte. Zu ihnen zählen vor allem vier Varianten der von 1979 bis 1991 angebotenen Baureihe 460. Ein Exemplar der 1990 eingeführten Baureihe 463 schlägt die Brücke in die Neuzeit.

Mercedes-Benz W 154, Einsatz 1938 bis 1939, Zwölfzylinder-V-Motor, 2.963 cm³, 344 kW/468 PS, rund 300 km/h

Das zweite große Mercedes-Benz Thema in Halle 1 steht unter dem Motto „Motorsport – Jubiläumsjahr der Meister“ und beginnt im Jahr 1938, als Rudolf Caracciola mit dem Mercedes-Benz Dreiliter-Grand-Prix-Rennwagen W 154 die der heutigen F1-WM entsprechende Europameisterschaft gewann – zum dritten Mal seit Austragung der Meisterschaft im Jahr 1935. Spektakulär ist auch der von Caracciola ebenfalls 1938 erzielte Geschwindigkeitsrekord von 432,7 km/h, der fast 80 Jahre Bestand hatte und auf dem Messestand mit Rekordwagenmodellen ansprechend thematisiert wird. Einer der originalen fast 500 PS starken W 154 Silberpfeile wird in Essen das Publikum faszinieren. Ihm zur Seite stehen der McLaren-Mercedes MP4-13, mit dem Mika Häkkinen 1998 seinen ersten WM-Titel erzielte, sowie der McLaren-Mercedes MP4-23, der dem amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton gleich in seiner zweiten Formel-1-Saison zum WM-Sieg verholfen hat – dem ersten von insgesamt vier Titeln, die der Spitzenfahrer bis heute errungen hat.

Tradition hat bei Mercedes-Benz auch die Präsentation der vom Werk anerkannten Markenclubs, des Museums und des Mercedes-Benz Classic Centers mit Service & Parts. Bereits zum dritten Mal präsentiert sich der von Mercedes-Benz Classic gegründete Fahrzeughandel „All Time Stars“ auf der Techno-Classica Essen. Abgerundet wird die große Infotainment-Schau von Mercedes-Benz in Halle 1 durch den Auftritt der Classic-Partner.

● Den Jubiläums-Reigen setzt Porsche auf der Techno-Classica Essen 2018 fort – mit einem neuen Standkonzept auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche und den Themen „30 Jahre Porsche 964“ und „70 Jahre Porsche Sportwagen“. Das Porsche Museum steuert dazu drei historische Sportwagen und das Schnittmodell eines 964 bei, der unter der Verkaufsbezeichnung Bezeichnung 911 Ende 1988 präsentiert wurde. Weiterhin in Planung bei Porsche Classic: Zum Thema Originalteile wird der Porsche Classic Parts-Explorer vorgestellt, ebenso die neue VTS-App („Porsche Classic Vehicle Tracking System“) als GPS-gesteuerter Diebstahlschutz und exemplarisch rund 200 Classic-Ersatzteile. Die Porsche Classic Werksrestaurierung zeigt voraussichtlich einen komplett restaurierten Porsche 959 und eine in Arbeit befindliche Rohkarosse. Ergänzt wird dieses Ensemble durch insgesamt 13 Porsche-Classic Partner aus sieben Ländern, die Verkaufsfahrzeuge ausstellen und auf ihr Leistungsspektrum hinweisen. Schließlich informiert die Porsche Exclusive Manufaktur anhand eines Fahrzeugs über die Individualisierungsmöglichkeiten für Porsche-Modelle. Last but not least: Wer am Messe-Donnerstag oder -Freitag den Porsche Stand in Halle 7 besucht, hat die Chance, Porsche-Legende und -Sammler Magnus Walker bei einer Autogrammstunde kennenzulernen.

SEAT widmet sich in Halle 7 dem Thema „Restaurierung“ und zeigt anhand eines SEAT 600 in zwei Aggregatszuständen, was die Werksrestaurierungs-Abteilung des spanischen Autoherstellers im Bereich der „SEAT Coches Históricos“ in der Zona Franca in Barcelona imstande zu leisten ist: Ein sehr stark in die Jahre gekommener SEAT 600 als Lieferwagen demonstriert, wie marode die Klassiker vor Restaurierungsbeginn sein können. Ein weiterer 600 – als Limousine – verdeutlicht, was die Abteilung Coches Históricos in rund 1.500 Arbeitsstunden aus einem solchen Wrack machen kann: einen perfekten SEAT 600 im Auslieferungszustand. Ein restaurierter SEAT 600 Formichetta veranschaulicht schließlich, wie faszinierend diese wiederbelebten Autos sein können – besonders wenn sie eine solch besondere Karosserie tragen und als Service Mobil zur damaligen Zeit bei der einen oder anderen Panne hätten helfen können…

Seat 600, Vierzylinder-Reihenmotor, 633 cm³, 21,5 PS, 95 km/h, Baujahr 1957

Volvo zeigt auf der Techno-Classica Essen traditionell eine auserlesene Palette von schwedischen Klassikern – und pflegt diese Tradition auch in diesem Jahr mit einigen ganz besonderen Raritäten der P 1800 / P 1800 ES Baureihe. Dazu zählen voraussichtlich ein 1800 ES Prototyp, der 1968 als Einzelstück vom italienischen Karosseriebauer Pietro Frua kreiert wurde, ein unrestaurierter 1800 ES mit extrem niedrigen Kilometerstand, ein „Volvoville“ als einer von nur 30 hergestellten Werks-Cabriolets des 1800ers und ein früher 1961er P 1800 Scheunenfund. Als Krönung präsentieren die Schweden zwei 1800 S: einen aus dem Besitz von Håkan Samuelsson, Präsident und Geschäftsführer von Volvo Cars, dazu einen weiteren, der als Fernsehstar eine spezielle Rolle spielte und nach seiner Restaurierung durch Volvo Cars Heritage erstmals auf der Techno-Classica Essen öffentlich gezeigt wird. Um welchen P 1800 S es sich handelt, verraten die Schweden noch nicht – auf jeden Fall wird das Auto für Furore sorgen…

Die 30. Techno-Classica Essen 2018 ist am Mittwoch, 21. März 2018 (Happy View Day/Preview) von 14 bis 20 Uhr geöffnet, vom 22. bis 25. März 2018 öffnet die Messe um 9 Uhr ihre Pforten und schließt um 18 Uhr bzw. am Freitag um 19 Uhr.

Weitere Infos unter www.siha.de.

Freitag, 26. Januar 2018

Die Zinkfabrik Altenberg im Umbruch

Erneuerung im Rahmen der „Vision 2020 für das LVR-Industriemuseum“

Außenansicht der historischen Zinkfabrik Altenberg des LVR-Industriemuseums

Die 1854 gegründete Zinkfabrik Altenberg war einer der ältesten metallverarbeitenden Betriebe in Oberhausen. Bis zur Schließung 1981 wurden hier überwiegend Zinkbleche her­ge­stellt. Nach dem Abriss der Anlagen sollten Wohnungen und Büros auf der ehemaligen Fabrikfläche entstehen. Doch die Stadt Oberhausen änderte ihre Planungen. In den Räumen der Fabrik entstand ein Bürgerzentrum. Auch ein Museum sollte hier einziehen. 1984 übernahm das LVR-Industrie­museum die Hauptgebäude der Fabrik. Nach der Beseitigung aller Umwelt­lasten auf dem Gelände eröffnete 1997 die Ausstellung „Schwerindustrie“ in der Walzhalle der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg.

Zwei-Ständer Dampf-Schmiedehammer der Bauart Nasmyth mit 6 Tonnen Schlaggewicht, um 1900, J. Banning, Hamm, Gewicht 53,4 Tonnen

Inzwischen sind mehr als 20 Jahre vergangen, und die Bemühungen zum Strukturwandel im Ruhrgebiet, versinnbildlicht durch die Ansiedlung neuer Industrien in der Region am Beispiel eines Opel Kadett, sind selbst schon wieder Geschichte. Über industriellen Strukturwandel muss man heute anders sprechen als vor 20 Jahren, und mit den Bildschirmmedien der 1990er-Jahre kann man junge Menschen nicht mehr locken. Aus diesem Grund wird sich der Oberhausener Standort Zinkfabrik Altenberg mit seiner Dauerausstellung zur Schwerindustrie im Rahmen der „Vision 2020 für das LVR-Industriemuseum“ neu aufstellen, angefangen von der Sanierung und dem Umbau der Walzhalle bis hin zur Neugestaltung der Dauerausstellung, die sich nicht mehr ausschließlich auf die Eisen- und Stahlindustrie konzentrieren wird und die ehemalige Zinkfabrik Altenberg stärker in den Fokus rücken soll, von der ein Bogen bis in Gegenwart und Zukunft der Region geschlagen wird. Augenblicklich sind die Überreste der alten Fabrik – ein Schmelzofen, ein Gießkarussell und ein Walzgerüst – im Eingangsbereich des Museums zu sehen, sind aber nicht Bestandteil der Dauerausstellung „Schwerindustrie“.

Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429, ohne Tender, Hersteller Lokomotivfabrik Krupp, Essen, Ablieferung 14. Januar 1942

Damit steht sowohl eine inhaltliche Über­ar­beitung der Dauer­aus­stellung als auch eine Aktualisierung des Vermittlungskonzeptes an. Überdies zeigte eine interne Analyse des Standorts Handlungsbedarf in Bezug auf die Museumsinfrastruktur, die ein moderner Museumsbetrieb erfordert, aber auch in Bezug auf das gesamte Außengelände, das in seiner Aufenthaltsqualität aufgewertet werden soll. Ausstellungen und Veranstaltungen sollen künftig besser aufeinander abgestimmt werden können, Eingangssituation und Besucherführung optimiert werden.

Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429, ohne Tender, Hersteller Lokomotivfabrik Krupp, Essen, Ablieferung 14. Januar 1942

Opel Kadett A, Baujahr 1963

Auch an der Walzhalle sind die letzten 20 Jahre nicht spurlos vorüber gegangen: Im Mittelpunkt der baulichen Veränderungen werden die Umgestaltung und die Sanierung der Walzhalle stehen, mit dem Ziel einer effizienteren und flexibleren Flächennutzung, welche es ermöglicht, Sonderausstellungen, Dauerausstellung, Museumspädagogik und Veranstaltungen parallel anzubieten. Die Einrichtung eines neuen besucherfreundlichen Haupt­eingangs­bereichs, der zum Innenhof der Zinkfabrik Altenberg hin geöffnet ist, bildet einen weiteren wichtigen Bestandteil im Erneuerungsplan. Darüber hinaus soll das Außengelände durch die Schaffung eines autofreien Innenhofs aufgewertet werden, hierzu werden neue Parkplätze und Erschließungswege in der Peripherie entstehen. Auch die Neugestaltung des Parks an der historischen Direktorenvilla soll eine insgesamt bessere Einbindung des Museumsareals in den öffentlichen Stadtraum gewährleisten.

Direktionsvilla (1911/12)

In Vorbereitung der Sanierung und des Umbaus der Walzhalle wird die Dauerausstellung „Schwerindustrie“ am 29. April 2018 mit der Veranstaltung „Wir machen die Schwerindustrie dicht!“ geschlossen. Bis dahin macht das LVR-Industriemuseum den Besuchern an seinem Oberhausener Standort Zinkfabrik Altenberg ein besonderes Angebot: Im Eintrittspreis für die Sonder­aus­stellung Energiewenden – Wendezeiten (20. Oktober 2017 bis 28. Oktober 2018) ist der Besuch der Dauerausstellung bereits inbegriffen. Nur noch bis zum 18. Februar 2018 ist die Wanderausstellung „Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“ des Deutschen Kunststoff-Museums auf der Galerie zu sehen, die in fünf Stationen die Geschichte und Gegenwart von Kunststoffen und Elektrizität nachzeichnet.

„Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“, Telefon mit separater Ohrmuschel, Deutschland, um 1930

Im Anschluss wird auf der Galerie die Ausstellung „Magie der Schiene“ (1. März bis 17. Mai 2018) mit 82 Schwarz-Weiss-Fotografien von René Groebli (* 9. Oktober 1927 in Zürich) gezeigt, der 1949 von Paris nach Basel fuhr und unterwegs die dampfenden Lokomotiven, rollende Waggons, Bahnsteige, Schrankenwärter, Telegrafenmasten, Gleisanlagen und Reisende fotografierte.

Schauen zuversichtlich in die Zukunft: Dr. Walter Hauser, Direktor des LVR-Industriemuseums, und Dr. Burkhard Zeppenfeld, Museumsleiter des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg, vor der Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429

Während der intensiven Umbauphase in der Zeit von Ende 2018 bis ins Jahr 2020 hinein wird das Museum in der Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg geschlossen sein. Voraussichtlich im Herbst 2020 eröffnet das Museum den ersten Teilabschnitt seiner neuen Dauerausstellung, bis Mitte 2021 soll dann die komplette Neugestaltung der Dauerausstellung abgeschlossen sein. Für die Übergangszeit wird das LVR-Industriemuseum den Peter-Behrens-Bau, das ehemaligen Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte, als Ausweichquartier für Ausstellungen nutzen. Dort wurde bereits vom 25. Juli bis 28. November 2010 der historische Teil („Feuerkult“) der Ausstellung „Feuerländer – Regions of Vulcan“ als RUHR.2010 Projekt präsentiert. Der Teil zur Gegenwartskunst („Brandherde“) war im Kesselhaus der Zinkfabrik Altenberg zu sehen.

Außenansicht des Peter-Behrens-Baus, der die Sammlung des LVR-Industriemuseums beherbergt. © LVR-Industriemuseum

Peter Behrens (* 14. April 1868 in Hamburg, † 27. Februar 1940 in Berlin) gilt als Pionier des modernen Industriedesigns. Das ehemalige Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte in Oberhausen wurde zwischen 1921 und 1925 nach seinem Entwurf erbaut und beherbergt heute als Zentraldepot des LVR-Industriemuseums weit über 100.000 Sammlungsstücke. Anlässlich seines 150. Geburtstages wird die Dauerausstellung über den Architekten und Designer im Peter-Behrens-Bau an der Essener Straße überarbeitet und um neue Exponate ergänzt. Ich habe bisher nicht einmal von der Existenz einer solchen Ausstellung gewusst. Ab 22. April 2018 wird die überarbeitete Ausstellung unter dem Titel „Peter Behrens – Kunst und Technik“ samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein, ab 16. September 2018 wird der Peter-Behrens-Bau mit der Eröffnung der Ausstellung „Stoffwechsel – Die Ruhrchemie in der Fotografie“ (16. September 2018 bis 17. März 2019) regulär von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die Ausstellung wird eine Auswahl des erhaltenen Foto­be­standes der Ruhrchemie AG und ihrer Nach­folge­gesell­schaften in Oberhausen zeigen und ist eine Gemeinschafts­aus­stellung mit der LUDWIGSGALERIE Schloss Oberhausen. Beide Ausstellungsorte sollen durch einen neu angelegten industriehistorischen Pfad miteinander verbunden werden.

Walzenständer vor dem Peter-Behrens-Bau an der Essener Straße

„Peter Behrens – Kunst und Technik“ bildet zusammen mit den Ausstellungen „#alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag“ (17. März bis 1. Juli 2018) im Museum für angewandte Kunst in Köln und „Das Praktische und das Ideale“ (18. Mai bis 14. Oktober 2018) im Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld den Prolog zum NRW-Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen. Gestaltung und Demokratie. Neubeginn und Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen“. Am 12. April 1919 aus der Vereinigung der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar und der 1915 aufgelösten Kunstgewerbeschule Weimar entstanden, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Als Beitrag zu dem Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen“ soll im Peter-Behrens-Bau die Ausstellung „Stoff und Form“ in Kooperation mit dem Deutschen Kunststoff-Museum gezeigt werden.


Auf einen Blick
    Zinkfabrik Altenberg
  • Dauerausstellung „Schwerindustrie“ noch bis 29. April 2018
  • Sonderausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ noch bis 28. Oktober 2018
  • Wanderausstellung „Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“ noch bis 18. Februar 2018
  • Galerie-Ausstellung „Magie der Schiene“: 1. März bis 17. Mai 2018
    Peter-Behrens-Bau
  • „Peter Behrens – Kunst und Technik“: ab 22. April 2018
  • „Stoffwechsel – Die Ruhrchemie in der Fotografie“: 16. September 2018 bis 17. März 2019
  • „Stoff und Form“: 2019
Weitere Informationen unter www.industriemuseum.lvr.de.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Vorschau: „Arbeitswelt und Industrialisierung“

Das Leben nach der Schule während der Humboldt-Kulturnacht

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“ – so lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung (8. September 2017 bis 25. März 2018) im LVR-Industriemuseum in der Gesenkschmiede Hendrichs. Diese Ausstellung hat das Humboldtgymnasium als Quelle der Inspiration für das Motto der 7. Humboldt-Kulturnacht genommen, die am Freitag, 2. Februar 2018 zwischen 18 und 22 Uhr ihre Türen öffnet.

Banner der Humboldt-Kulturnacht. © LVR-Industriemuseum

An diesem Abend präsentieren die Schülerinnen und Schüler des Humboldtgymnasiums ihre Ergebnisse aus über dreißig sehr unterschiedlichen Projekten, die sie in der zurückliegenden Projektwoche erarbeitet haben. Alle Gruppen haben Aspekte der Arbeitswelt, also das vielfältige Leben nach der Schule in den Blick genommen. Dabei geht es einerseits um auf die lokale Tradition ausgerichtete Projekte wie „Solinger „Zöppken“, „Mit Wasserkraft und Hightech“, „Herstellung einer Schere“ als ein MINT-Projekt für Mädchen sowie „Industriebrachen in Solingen – neues Leben in alten Gemäuern“. Auf der anderen Seite gibt es Themen, die die Arbeitswelt über den Solinger Tellerrand hinaus betrachten: „CSI & Co – Die Arbeitswelt der Kriminalisten“, „Automatisierung mit Mikrocontrollern“, „Kaufst du noch, oder baust du schon?! – Individuelle Möbelgestaltung statt industrielle Massenproduktion“ oder „Von Industrialisierung zu Individualisierung – von Massenproduktion zu Selfmade“. Auf den Bühnen des Museums wird dem Thema Arbeitswelt angemessene Live-Musik, Tanz und Theater geboten.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Mahmut Kemal Arslan: „Soma“, 2014, Wasserfarbe auf Papier, 63 × 52 cm. Foto: Deniz Tokgüz. © Mahmut Kemeal Arslan

Zu diesen und vielen anderen Projekten stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vor. Am besten überzeugen sich die Besucher der Humboldtkulturnacht selbst von den tollen Ergebnissen der Projekte. Sie können die Gemeinsamkeiten und Kontraste sehen zwischen den Perspektiven türkischer Künstler auf die „Arbeitswelt und Industrialisierung in Anatolien“ und dem Blick der Schülerinnen und Schüler auf die heimische „Arbeitswelt und Industrialisierung“.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Füruzan Şimşek: „Ohne Titel“, 2014, Öl auf Leinwand, 100 × 110 cm. Foto: Hilal Gürdal. © Füruzan Şimşek

Am Freitag, 2. Februar 2018 können sich die Besucher in der Gesenkschmiede Hendrichs durch die Arbeit und Kreativität der Schülerinnen und Schüler künstlerisch-musikalisch inspirieren lassen und bei kleinen kulinarischen Kostbarkeiten mit anderen interessierten Menschen diesen ganz besonderen Abend in einem ganz besonderen Ambiente genießen. Alle Mitwirkenden freuen sich auf neugierige und aufgeschlossene Besucher nach einer außergewöhnlichen Projektwoche in der Schule. Der Eintritt in die Gesenkschmiede Hendrichs, Merscheider Straße 297 in Solingen, ist an diesem Abend frei. Der Eintritt in die Dauerausstellung ist am ersten Freitag im Monat bereits während der regulären Öffnungszeit frei.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Das Ruhr Museum schließt erste Bildungspartnerschaft mit einem Essener Kindergarten

Der Kindergarten „Ruhrknirpse“ aus Essen-Kupferdreh und das Ruhr Museum schlossen am 24. Januar 2018 im Mineralien-Museum eine „Bildungspartner-Nachbarschaft“. Damit gehen die zwei Bildungsinstitutionen eine enge und langfristige Partnerschaft zur Förderung und Entwicklung der früh­kind­lichen kulturellen Bildung ein. Es ist die erste Kooperation des Ruhr Museums mit einer vorschulischen Bildungseinrichtung. Bisher bestehen zwölf erfolgreiche Bildungspartnerschaften mit Schulen aller Schulformen aus dem Ruhrgebiet. Alle Bildungspartnerschaften sind auf eine enge und langfristige Zusammenarbeit und eine Entwicklung und Stärkung der kulturellen Bildung der Kinder und Schüler ausgerichtet.

Kindergarten „Ruhrknirpse“ und Ruhr Museum schließen Bildungspartnerschaft
v. l. n. r.: Anke Seifert-Paß (Museumspädagogin des Ruhr Museums), Ulrike Stottrop (Stellvertretende Direktorin des Ruhr Museums), Bärbel Klünter (Geschäftsleiterin FRÖBEL Rhein-Ruhr), Stefanie Dreyer (Leiterin des FRÖBEL-Kindergartens „Ruhrknirpse“) und Angelika Wuszow (Museumspädagogin des Ruhr Museums)
Die vier „Ruhrknirpse“ v. l. n. r.: Max (6), Florian (5), Ida (5), Lea (5)
© Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg

Im Rahmen der Bildungspartnerschaftsvereinbarung besuchen die fünf- bis sechsjährigen Kinder der „Ruhrknirpse“ nun in regelmäßigen Museumsbesuchen zu unterschiedlichen Themen wie unter anderem Im Reich der Steine, Fossilienjagd am Baldeneysee, Dino-Experten, Tiersafari im Ruhr Museum, Dem Mammut auf der Spur, Naturdetektive auf Zollverein oder Zuhause im Kohlenpott das Museum. Dabei werden sie in Form von kreativen Workshops und Ausstellungserkundungen mit den Objektwelten des Ruhr Museums auf Zollverein und dem Mineralien-Museum in Essen-Kupferdreh vertraut gemacht. Führungen und kostenlose Museumsbesuche für die Erzieherinnen und Erzieher, gemeinsame Fortbildungs­ver­anstaltungen und regelmäßige Treffen mit allen Bildungs­partnern zweimal im Jahr im Ruhr Museum ergänzen diese enge Kooperation, so dass die Museumserlebnisse zum festen Bestandteil des Kindergartenalltags werden.

Montag, 22. Januar 2018

Das „Matterhorn“ wächst im Gasometer Oberhausen

Aufbauarbeiten zur Ausstellung „Der Berg ruft“

Am „Hörnligrat“ wird geschweißt. Das, was in knapp zwei Monaten als die „Normalroute“ auf den berühmtesten Gipfel der Alpen erkennbar sein wird, ist derzeit noch ein Mosaik aus Metallstreben, das wenige Meter über der Manege des Gasometer Oberhausen schwebt. Mit Hochdruck wird derzeit an der Matterhorn-Skulptur gearbeitet, die ab dem 16. März 2018 den Höhepunkt der kommenden Gasometer-Ausstellung „Der Berg ruft“ darstellt.

Aufbauarbeiten zur Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen, 2018. Foto: Thomas Machoczek

Die Dimensionen sind einzigartig: 43 Meter lang und rund 30 Meter breit ist die Grundplatte, auf der sich 17 Meter hoch der legendäre Gipfel erhebt – kopfüber. Wer allerdings in den Spiegel blickt, der zusätzlich auf dem Boden der Gasometer-Manege errichtet wird, bekommt auf diese Weise einen einzigartigen Blick von oben auf die legendäre Matterhornspitze herab.

Aufbauarbeiten zur Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen, 2018. Foto: Thomas Wolf

17 Projektoren sind nötig, um ein möglichst genaues Abbild auf die rund acht Tonnen schwere Skulptur zu werfen. Errichtet wird der einzigartige „schwebende Berg“ von der Lübecker Spezialfirma geo · Die Luftwerker („Der größte Mond auf Erden“, „Wunder der Natur“); die pixelgenaue Abbildung der Tag- und Nachtbilder des Berges richtet die Hamburger Firma Intermediate Engineering („Wunder der Natur“) ein. Die Rohdaten liefert dazu das Erdbeobachtungsteam des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Gasometer Oberhausen – Matterhorn-Skulptur 2018 (Animation DLR)

„Technisch gesehen wird dies das Aufwendigste sein, was wir bisher im Gasometer Oberhausen realisiert haben“, sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH, und verspricht ein einzigartiges Erlebnis. Die Ausstellung „Der Berg ruft“, die ab dem 16. März 2018 für alle Besucher geöffnet ist, erzählt von der Faszination der Bergwelt auf uns Menschen und zeigt in großartigen Bildern ihre atemberaubende Schönheit. Sie lässt die Besucher teilhaben an den legendären Erstbesteigungen der berühmtesten Gipfel der Erde und lenkt den Blick auf die einzigartigen Tier- und Pflanzenwelten in eisigen Höhen und dünner Luft.

Bergwanderung in den italienischen Alpen; Foto Ralf Gantzorn

Die Ausstellung „Der Berg ruft“ wird vom 16. März bis 30. Dezember 2018 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, während der Schulferien in Nordrhein-Westfalen und an Feiertagen auch montags.

Freitag, 19. Januar 2018

Absolventenpräsentation Musical 2018

The Day after „Friederike“

Am 18. Januar 2018 war Orkantief „Friederike“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometer durch die Region gezogen, und am Tag danach sollte die diesjährige Absolventen­präsentation Musical der deutsch­sprachigen Musik­hoch­schulen als Kooperation der deutschen ZAV-Künstler­vermittlung der Bundesagentur für Arbeit mit der gastgebenden Folkwang Universität der Künste in Essen stattfinden, Insidern auch als Intendanten­vorsingen (IVO) bekannt. Das passte wie die Faust aufs Auge: Wer sich erst am Freitag mit der Bahn auf den Weg nach Essen gemacht hat, hat mitunter eine kleine „Deutschlandrundreise“ von Berlin über Frankfurt am Main nach Essen unternommen, bevor die Folkwang Universität der Künste in Essen-Werden dann endlich am Nachmittag erreicht wurde. „Folkwang ist…“ immer eine Reise wert! AbsolventInnen der Universität der Künste Berlin, Folkwang Universität der Künste Essen, Bayerische Theaterakademie August Everding München, Hochschule Osnabrück und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (vormals Konservatorium Wien Privatuniversität) sollten zwei Tage lang Gelegenheit bekommen, ihr Können dem interessierten Fachpublikum zu präsentieren. Tatsächlich war die Neue Aula am Freitag zwar gut besucht, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es der ein oder andere Fachbesucher am Freitag dann doch nicht nach Essen geschafft hatte. Die Veranstaltung war zwar öffentlich im Veranstaltungskalender der Folkwang Universität und an diversen anderen Stellen angekündigt, aber auch eine zwei Tage vor der Veranstaltung verschickte Pressemitteilung konnte dann nicht mehr genügend interessiertes Publikum anziehen, dass das Auditorium bis auf den letzten Platz besetzt gewesen wäre.

2003 unter Beteiligung der fünf Hochschulen in Berlin, Essen, Leipzig, München und Wien und mit tatkräftiger Unterstützung der WestLB (die ihr kulturelles Engagement 2010 leider eingestellt hat) aus der Taufe gehoben, hat sich die Absolventenpräsentation mittlerweile zum festen Bestandteil der deutschsprachigen Musicalszene entwickelt, sie fand 2018 zum 15. Mal statt. Da die Musicalausbildung in Leipzig zwischenzeitlich geschlossen wurde, war die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ 2014 zum letzten Mal bei der Absolventenpräsentation Musical vertreten. Das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück nahm 2014 zum ersten Mal mit 11 Absolventen an der Präsentation teil. An der gastgebenden Folkwang Universität der Künste (seinerzeit Folkwang Hochschule) fanden im Oktober 1989 die ersten Aufnahmeprüfungen für den Studiengang Musical statt, womit dieser zu den ältesten in Deutschland etablierten Musical-Studiengängen zählt. Ulrike Frank gehörte zu den ersten Absolventen.

„Theatermacher“ wie Intendanten, Produzenten, Regisseure, Choreografen, Dramaturgen, musikalische Leiter und Casting-Direktoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nutzen die einmalige Gelegenheit, alle Musical-AbsolventInnen der renommierten staatlichen Hochschulen in einer gemeinsamen Audition kennenzulernen und sowohl ihre Bühnenpräsenz als auch die künstlerische Leistung beurteilen zu können. Als „Jobbörse“ soll die Absolventenpräsentation den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Die AbsolventInnen können sich vielen Arbeitgebern gleichzeitig präsentieren und brauchen nicht ohne konkrete Aussichten auf ein Engagement von Audition zu Audition zu reisen. Gerade an Stadttheatern werden häufig keine zeitintensiven offenen Castings veranstaltet, stattdessen schauen sich die Verantwortlichen die AbsolventInnen beim IVO an und laden sie direkt zu einer Audition ein. Darüber hinaus ist diese für die deutschsprachige Hochschullandschaft einmalige Kooperation aber auch eine wunderbare Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen Lehrenden, mit dem Publikum und vor allem für die jungen Künstler selbst.

Außerdem verschaffen sich die Arbeitsvermittler der ZAV-Künstler­ver­mittlung Musical – an dieser Stelle kommt die Bundesagentur für Arbeit ins Spiel – bei der Absolventen­präsentation einen „momentanen“ Eindruck von den künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventen, um sie optimal betreuen und beraten zu können. Die Arbeitsvermittler verfügen aufgrund ihrer eigenen künstlerischen Laufbahn selbst über entsprechende Sachkenntnis: Norbert Hunecke stand nach seiner Musicalausbildung am Tanz-Gesang-Studio Theater an der Wien selbst als Musicaldarsteller auf der Bühne, bevor er als Vermittler für die ZAV tätig wurde, Thomas Georgi hatte sich als ausgebildeter Opernsänger auf Operetten spezialisiert und auch Regie geführt, und James de Groot besuchte die Tanzakademie im niederländischen Arnheim, das Königliche Konservatorium in Den Haag und erhielt privaten Gesangsunterricht. Seit 1997 arbeitete er auch als Choreograph (Break-a-leg Productions). Im Gegensatz zu privaten Agenturen, die für Ihre Vermittlungsarbeit einen Anteil von der womöglich geringen Gage fordern, sind die Vermittlung und Beratung durch die ZAV-Künstlervermittlung für alle Beteiligten kostenfrei.

Absolventenpräsentation Musical 2018

Insgesamt kamen 38 AbsolventInnen, begleitet von ihren Lehrenden, in Essen zusammen. So viele, ich habe selbst auch nicht schlecht gestaunt. Im Einzelnen waren dies:
  • Universität der Künste Berlin, Studiengang Musical/Show: Adrian Burri, Jasmin Eberl, Markus Fetter, Jonathan Francke, Linda Hartmann, Lisa Maria Hörl, Friederike Kury, Helge Mark Lodder, Lisa Katharina Toh, Nico Went mit ihrem Klavierbegleiter Tobias Bartholmeß
  • Folkwang Universität der Künste Essen, Studiengang Musical: Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Florian Caspar Minnerop (Abschluss 2019), Marvin Schütt, Sarah Wilken mit ihrer Klavierbegleiterin Patricia M. Martin
  • Bayerische Theaterakademie August Everding München, Studiengang Musical: Nils Klitsch (B. A.), Wiebke Isabella Neulist (M. A.), Miriam Neumaier (M. A.), Johannes Osenberg (M. A.), Tamara Pascual (B. A.), Daniel Wagner (B. A.) mit ihrem Klavierbegleiter Liviu Petcu
  • Hochschule Osnabrück, Institut für Musik, Studiengang Musical/Vokalpädagogik: Karina Kettenis, Andre Kuhmann, Myriam Küppers, Marit Loick, Romina Markmann, Anton Schweizer, Jendrik Sigwart, Simon Staiger, Sara Taimouri mit ihrem Klavierbegleiter Martin Wessels-Behrens
  • Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Studiengang Musikalisches Unterhaltungstheater: Enny de Alba, Alexandra-Yoana Alexandrova, Katharina Gorgi, Kaj Louis Lucke, Diana Schnierer, Florine Schnitzel, Tom Wagenhammer, Lukas J. Weinberger mit ihrem Klavierbegleiter Peter Uwira
Der Studiengang Musical an der Bayerischen Theaterakademie August Everding ist im Kooperationsmodell der Theaterakademie ein Studiengang der Hochschule für Musik und Theater in München und setzt sich aus einem Bachelor- und einem Master-Studiengang zusammen. Die Studierenden können nach sechs Semestern einen Bachelor-Abschluss (Bachelor of Arts) erwerben, und durch eine Verzahnung im 6. Fachsemster nach insgesamt acht Semestern einen Master-Abschluss (Master of Arts). Der vor einigen Jahren noch übliche Diplom-Abschluss wird meines Wissens an keiner staatlichen Universität mehr angeboten.

Absolventenpräsentation Musical 2018

In ihren Präsentationen legten die Hochschulen unter­schied­liche Schwerpunkte auf die Sparten Schauspiel, Tanz und Gesang, auch persönliche Vorlieben der Studierenden waren zu erkennen. Das Programm der Shows war facettenreich und unterhaltsam, insgesamt bewiesen die AbsolventInnen ein durchwegs hohes Niveau ihrer Ausbildung.

Natürlich könnte ich an dieser Stelle schreiben, dass mir diese oder jener Studierende/r besonders gut gefallen hat, was aber m. E. unfair den anderen Studierenden gegenüber wäre, die dann nicht namentlich erwähnt sind. Und bei typgerechter Besetzung im Musical kann es durchaus vorkommen, dass jemand herausragend singen, schauspielen und tanzen kann, dem Besetzungs­ver­antwortlichen aber einfach zu groß/klein ist. Ein Stück weit ist jede Besetzung auch immer subjektiv. Von daher möge man es bitte nachsehen, wenn ich an dieser Stelle eben nicht auf die Leistung einzelner Studierender eingehe.

to be continued…


Montag, 12. Februar 2018

Der ein oder andere aufmerksame Leser mag sich vielleicht gefragt haben, was es denn mit der avisierten Fortsetzung auf sich hat. Nun, ursprünglich hatte ich tatsächlich vorgesehen, diesen Blogeintrag noch durch ein, zwei Kurzinterviews mit AbsolventInnen zu ergänzen, doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Die erste in einem sozialen Netzwerk gestellte Anfrage wurde bis heute gar nicht angenommen, dort kann man bei Nachrichten von nicht befreundeten Personen auch noch nach dem Lesen entscheiden, ob man die Nachricht annimmt oder nicht. Die nächste Anfrage wurde zunächst ebenfalls nicht beantwortet, die dritte freiwillig auch nicht… und womöglich hätte ich das Vorhaben an dieser Stelle z. d. A. legen sollen, denn in der Folge habe ich meine Zeit in die Ausarbeitung von drei individuellen Kurzinterviews gesteckt, die ich gern per e-mail beantwortet gehabt hätte, auf die ich aber auch mehr als drei Wochen nach der Veranstaltung keine Reaktion erhalten habe.

Unbeantwortete Interviews habe ich nun im Laufe der vergangenen acht Jahre insgesamt fünf Stück gesammelt, ich denke, damit entsprechende Bemühungen für die Zukunft einzustellen…

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“

Sonderausstellung im Ruhr Museum auf der 12-Meter-Ebene der Kohlenwäsche

Im Jahr 2018 schließt die letzte Steinkohlenzeche in Deutschland. Damit endet vor allem im Ruhrgebiet das Zechensterben, das vor exakt sechzig Jahren 1958 begonnen und die Geschichte der Region im Strukturwandel bis heute bestimmt hat. Aus diesem Anlass beginnt das Ruhr Museum sein Programm im Abschiedsjahr von der Kohle mit der Sonderausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“ vom 22. Januar bis zum 2. September 2018. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die RAG-Stiftung im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!“.

Plakat zur Sonderausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“. Gestaltung: Uwe Loesch; © Ruhr Museum

Die Ausstellung
Mit rund 160 Fotografien von 60 Steinkohlenzechen und über 250 weiteren, teilweise bislang unveröffentlichten, Fotografien zum Bergbau sowie Auftragsarbeiten und privaten Aufnahmen des Essener Industrie- und Dokumentarfotografen Josef Stoffels präsentiert die Ausstellung einen der bedeutendsten Fotografen und Dokumentaristen des Bergbaus im Ruhrgebiet.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Blick in die Ausstellung, Zeche Prosper III, Bottrop-Stadtmitte, um 1958

Josef Stoffels hat in den 1950er-Jahren so gut wie alle der damals existierenden 150 Klein- und Großzechen im Ruhrgebiet, aber auch in Niedersachsen und im Aachener Raum fotografiert und 1959 im Bildband „Die Steinkohlenzechen. Ruhr, Aachen, Niedersachsen. Das Gesicht der Übertageanlagen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts“ veröffentlicht. Damit hat er ein Inventar des Steinkohlenbergbaus auf dem Höhepunkt seiner Produktion erstellt und der Kohlenförderung ein einmaliges Denkmal gesetzt.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Blick in die Ausstellung

Josef Stoffels’ Motivation war die Begeisterung für die Dimension und die Bedeutung des Industriezweiges, der die Welt des damals schon im sechsten Lebensjahrzehnt befindlichen Fotografen bestimmt hatte. Und so dokumentierte er die Steinkohlenzechen im Revier in der Zeit vom Kohleboom zur Kohlekrise mit dem Ziel, eine „Enzyklopädie der Steinkohlenzechen“ zu schaffen. Die finanzielle Unterstützung für sein kostspieliges und für die damalige Zeit ungewöhnliches Vorhaben, ausschließlich in Farbe zu fotografieren, blieb jedoch zunächst aus. Von 1956 an verfolgte er sein Projekt in Schwarzweiß-Fotografien weiter und brachte 1959 den Bildband „Die Steinkohlenzechen“ mit 196 Fotografien heraus. Endlich gab es eine dokumentarische Publikation für die Bergbauindustrie und alle Interessierten. Josef Stoffels’ Bildband erschien in jenem Moment, in dem die Kohlenförderung völlig unverhofft und für die Zeitgenossen kaum vorstellbar in Bedrängnis geriet. Er war ein großes Fanal für die Welt des Bergbaus vor dem Hintergrund ihres beginnenden, aber noch nicht geglaubten, geschweige denn akzeptierten Niedergangs.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Fördermaschinist, Zeche Mathias Stinnes 1/2/5, Essen-Karnap, 1952

So vielfältig die Steinkohlenbergwerke waren, die Josef Stoffels fotografierte, so vielfältig waren seine fotografischen Annäherungen an die Zechen. Er fotografierte mit Kleinbild, Mittelformat und Großbild, inszeniert oder spontan, aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Bildmustern und ohne bevorzugte Topoi.

Die Ausstellung zeigt im Kapitel Steinkohlenzechen ganz bewusst beide Phasen von Josef Stoffels’ Zechenprojekt, sowohl die Farbaufnahmen aus der ersten Werkphase von 1952 bis 1954, die die Modernität der Anlagen zeigten, als auch die Schwarzweiß-Aufnahmen, die zwischen 1956 bis 1959 entstanden und in besonderem Maße unserem ästhetischen Empfinden der Welt der 1950er-Jahre entsprechen. Die Zechenfotografien werden in Einzelbildern und Serien sowie in kleinformatigen Abzügen aus den 1950er-Jahren präsentiert, darunter erstmals auch damals nicht veröffentlichte Zechenmotive. Anstatt alle Zechenfotografien zu zeigen, konzentriert sich die Ausstellung auf kleinere und größere Serien zu einer Zeche, um sich ihr multiperspektivisch zu nähern. Alle Fotografien werden – falls vorhanden – in Abzügen aus der Zeit ihres Entstehens gezeigt, ansonsten wurden Reprints auf Grundlage der Negative oder Dias erstellt.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Zeche Hugo 1/4, Gelsenkirchen-Buer, 1952

Josef Stoffels’ Kleinbild-Diabestand erweist sich als ergiebiger Fundus mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen der Arbeit unter Tage und weiteren Themen aus der Welt des Bergbaus. Diese Neuentdeckungen werden in den Kapiteln Berglehrlinge, Bergbau-Durchgangslager Heisingen (Einrichtung zur Aufnahme der angeworbenen Bergleute), Betriebliche Sozialfürsorge im Steinkohlenbergbau und Bergarbeiterwohnheime und -siedlungen gezeigt. Sie stellen aufschlussreiche Ergänzungen zu den bisher bekannten, überwiegend menschenleeren Zechenaufnahmen dar.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Blick in die Ausstellung

Zu Josef Stoffels’ Auftraggebern zählten auch die Stahlindustrie und andere Wirtschaftsunternehmen. Im Kapitel Industrie und Werbung werden sie in umfangreichen Serien und Einzelbildern vorgestellt. Ebenso zu sehen sind im Kapitel Auftragsarbeiten für die britische Militärregierung Porträts von Militärangehörigen, aber auch informelle Freizeitaufnahmen. Als freier Mitarbeiter fotografierte Josef Stoffels Exponate, Ausstellungen und kulturgeschichtlich relevante Gebäude, die im Kapitel Museumsdokumentation präsentiert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er diese Tätigkeit für das Ruhrlandmuseum fort. Ein Thema, das Stoffels neben den Zechen zeitlebens fesselte, waren die Stadtansichten von Essen, die im gleichnamigen Kapitel zu sehen sind. Ohne Beauftragung fotografierte er seit den 1930er-Jahren die Stadt Essen, vor allem die Zerstörungen und den Wiederaufbau sowie immer wieder den Grugapark. Zeugnisse aus dem Leben von Josef Stoffels werden im letzten Kapitel Biografische Stationen präsentiert: Selbstinszenierungen als Fotograf mit seinen Kameras und als Sportler, private Familienfotografien und die Mappe mit den zur Meisterprüfung eingereichten Aufnahmen runden das Bild des Fotografen ab.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung interpretiert die Fotografien aus der Sicht des Endes des Bergbaus noch einmal neu und zeigt Josef Stoffels als einen der bedeutendsten Chronisten des Ruhrgebiets.

Die Josef Stoffels-Ausstellung reiht sich in die Reihe der Retrospektiven der Klassiker der Ruhrgebietsfotografie ein, die mit „Heinrich Hauser. Schwarzes Revier“ und „Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets“ begonnen hat und 2018 mit der Ausstellung „Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien“ (8. Oktober 2018 bis 3. Februar 2019) fortgeführt wird. Zugleich bedeutet sie eine Zuwendung zur eigenen Sammlung. Denn der Erwerb der Fotografien von Josef Stoffels 1985 mit Hilfe der Kulturstiftung NRW steht am Anfang und bildet eine wichtige Grundlage des Fotoarchivs des Ruhr Museums.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, „Anfahrt der Bergleute mit eigenen Autos u. Omnibussen“, Zeche Fürst Leopold-Baldur 1/2, Dorsten-Hervest, 1958

Der Fotograf

Josef Stoffels mit seiner Plattenkamera, Essen, 26. Februar 1951. © Ruhr Museum; Foto: Josef Stoffels

Josef Stoffels wurde am 27. April 1893 in Essen geboren. Der gelernte Polsterer engagierte sich früh als Fotoamateur. Als er infolge der Weltwirtschaftskrise sein Handwerk aufgeben musste, versuchte er sich als Berufsfotograf zu etablieren. Ab Mitte der 1930er-Jahre arbeitete er für das von den Nationalsozialisten initiierte Museum Haus Heimat in Essen, für das er Sammlungsobjekte, historische Gebäude, Straßenzüge und Landschaften dokumentierte.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Doppelstrebengerüst, Zeche Centrum, [Bochum-] Wattenscheid 1952

Von 1939 bis 1943 war er bei der Graphischen Anstalt der Fried. Krupp AG angestellt, für die er Werksaufnahmen und Fotografien von Jubilarfeiern anfertigte. Bei einem Auftrag im besetzten Frankreich verlor er 1940 durch einen Unfall sein rechtes Auge und erlitt eine schwere Beinverletzung. Am 26. April 1944 wurde seine Wohnung von Fliegerbomben zerstört; dabei verbrannte sein Negativ-Archiv.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Zeche Sälzer-Amalie, Essen-Altendorf, um 1953; „Turmarbeiter“, Zeche Säzer-Amalie, Essen-Altendorf, 1956; Zeche Sälzer-Amalie, Zentralschachtanlage Amalie, Essen-Altendorf, um 1957

Nach Kriegsende arbeitete Josef Stoffels für die britische Militärregierung. Neben offiziellen Passaufnahmen für alliierte Soldaten fertigte er auch Aufnahmen aus deren privatem Umfeld an. 1948 bestand er als 55-jähriger die Meisterprüfung als Fotograf. Ende der 1940er-Jahre bildete er mit dem von den Alliierten entlassenen Leiter des Haus Heimat, Heinrich Grewe, ein Produktionsteam, das sich auf Industrie- und Wirtschaftswerbung spezialisierte.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, „Autoheber in einer Reparaturwerkstatt“, Essen, um 1953

Gemeinsam verfolgten sie ab 1952 das größte Projekt in Josef Stoffels’ Laufbahn: die Herausgabe des Bildbands „Die Steinkohlenzechen“ (1959). Zu dem Produktionsteam gehörte Josef Stoffels’ Tochter Irmgard, die ihrem geh- und sehbehinderten Vater assistierte und eigene Bilder beisteuerte.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, „Gruga, Glockenspiel“, Essen-Rüttenscheid, 1965

1963 veröffentlichte Josef Stoffels noch den Bildband „Essen. 30 Farbaufnahmen“. Er lebte fortan vom Verkauf einzelner Bilder an Verlage, Fernsehanstalten und Unternehmen sowie von seiner Rente. In den 1960er- und 1970er-Jahren widmete er sich fotografisch verstärkt seinem privaten Lieblingsprojekt, dem Essener Grugapark.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, „Die Steinkohlenzechen“ (1959)

1978 erlebte Josef Stoffels noch seine erste Einzelausstellung im Essener Ruhrlandmuseum („Die Steinkohlenzechen im Ruhrgebiet“). Er starb am 1. September 1981. Sein fotografisches Werk wurde 1985 von der Kulturstiftung Ruhr gesichert und 1988 an das damalige Ruhrlandmuseum, dem heutigen Ruhr Museum übergeben.

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, „Essen. 30 Farbaufnahmen“, Einführung von Dieter Thoma. München, 1963

Ausblick
Die Ausstellung wird im Anschluss vom 30. September 2018 bis 31. März 2019 in Teilen im Deutschen Bergbau-Museum Bochum zu sehen sein, ergänzt um Josef Stoffels-Fotografien aus den Beständen des Montanhistorischen Dokumentationszentrums.

Der Katalog
Der 336 Seiten starke Katalog mit über 400 Abbildungen kostet 29,95 € und ist im Klartext Verlag Essen erschienen. ISBN: 978-3-8375-1893-1

Die Ausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“ ist vom vom 22. Januar bis zum 2. September 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt.


Zeche Amalie in Essen-Altendorf damals und heute

„Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, Zeche Sälzer-Amalie, Zentralschachtanlage Amalie, Essen-Altendorf, um 1957. © Ruhr Museum; Foto: Josef Stoffels

Vor gut 60 Jahren sind die Aufnahmen der Zeche Sälzer-Amalie von Josef Stoffels entstanden, 1966 wurde die Schachtanlage bereits stillgelegt. Insbesondere Best Ager und Senioren werden sich beim Betrachten der Fotografien in der Ausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“ mit ein wenig Wehmut an alte Zeiten erinnern, und das ehemalige Erscheinungsbild der Tagesanlagen mit dem vergleichen, was heute davon noch übrig ist. Viel ist nicht von den damals existierenden 150 Klein- und Großzechen im Ruhrgebiet geblieben, was nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde, ist in den meisten Fällen längst zurückgebaut. Gleiches gilt für die ehemalige Gaststätte an der Helenenstraße und die Tankstelle an der Pferdebahnstraße, die beide auf dem Foto von Josef Stoffels links und rechts am Rand zu erkennen sind. Bei dem hohen Turm mit der daran befindlichen Uhr handelte es sich nicht um einen Förderturm, heute ist davon nur noch ein Vorsprung in der Fassade des Gebäudes zu erkennen. Von den verbliebenen Tagesanlagen der 1966 stillgelegten Zeche wurde eine knapp 1.800 m² große Maschinenhalle bis 2011 vom Essener Sportbund unter dem Namen „Funbox Amalie“ als Skate und BMX Park betrieben. Von dem nach Plänen des Architekten Edmund Körner (u. a. Alte Synagoge Essen; * 2. Dezember 1874 in Leschwitz, † 14. Februar 1940 in Essen) erbauten Verwaltungsgebäude in der Helenenstraße 110 ist nur der Eingangsbereich mit den vier Steinreliefs erhalten, das Gebäude selbst wurde in wesentlich veränderter Form wiedererrichtet. Da der Schacht Amalie für die Wasserhaltung offen gehalten wurde, ist das 1934 errichtete Fördergerüst auch heute noch in Betrieb. Zwischen Zollstraße und Haus-Berge-Straße befand sich der Gleisanschluss zur Zeche Amalie, die Brücke über die Helenenstraße wurde bereits vor geraumer Zeit zurückgebaut, geblieben ist an dieser Stelle eine Senke in der Helenenstraße. Im Zuge der Errichtung des neuen Stadtviertels ESSEN 51 wird es an dieser Stelle ganz sicher zu weiteren Veränderungen kommen, was von den jetzt noch vorhandenen Gebäuden übrig bleibt, wird man womöglich erst im Laufe der nächsten Jahre erfahren.

Zeche Amalie, Blick von der Brücke der ehemaligen Rheinischen Bahn über die Helenenstraße Richtung Norden

Ehemaliges Verwaltungsgebäude der Zeche Amalie, Helenenstraße 110

Zeche Amalie, Fördergerüst