Samstag, 10. Februar 2018

Inhaltsverzeichnis 2018

Da sich das Inhaltsverzeichnis als Startseite in den vergangenen Jahren bewährt hat, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Index. Never touch a running system!


„Der Vetter aus Dingsda“ am Musiktheater im Revier

„Der Vetter aus Dingsda“ – nach einem Lustspiel von Max Klempner-Hochstädt; Musik: Eduard Künneke; Libretto: Herman Haller (eigentlich Hermann Freund) und Fritz Oliven („Rideamus“); Regie: Rahel Thiel; Ausstattung: Elisabeth Vogetseder; Dramaturgie: Gabriele Wiesmüller; Musikalische Leitung: Thomas Rimes. Darsteller: Anke Sieloff (Julia de Weert), Cornel Frey (August Kuhbrot, der erste Fremde), Christa Platzer (Hannchen, Freundin von Julia), Tobias Glagau (Roderich de Weert, der zweite Fremde), Joachim Gabriel Maaß (Josef Kuhbrot, genannt „Josse“, Onkel von Julia), Gudrun Schade (Wilhelmine Kuhbrot, genannt „Wimpel“, dessen Frau), Urban Malmberg (Egon von Wildenhagen), Ingo Schiller (Hans), Sebastian Schiller (Karl). Salonorchester: Ralf Perlowski (Violine), Katrin Geelvink (Cello), Tim Kieselhofer (Klarinette), Atsuhiko Iwabuchi (Kontrabass), Karl Övermann (Schlagzeug), Thomas Rimes (Klavier). Uraufführung: 15. April 1921, Theater am Nollendorfplatz, Berlin. Premiere: 9. Februar 2018, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.



„Der Vetter aus Dingsda“


Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…


Operettenkomponist Eduard Künneke (* 27. Januar 1885 in Emmerich, † 27. Oktober 1953 in Berlin) hat in den goldenen 1920er-Jahrer in Berlin mit der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ sein mit Abstand erfolgreichstes Stück komponiert, das Libretto stammt von Herman Haller (* 24. Dezember 1871 in Berlin, † 5. Mai 1943 in London), von 1914 bis 1923 Direktor des Theaters am Nollendorfplatz Berlin, und dem unter dem Pseudonym „Rideamus“ in Berlin lebenden jüdischen Jurist und Schriftsteller Fritz Oliven (* 10. Mai 1874 in Breslau, † 30. Juni 1956 in Porto Alegre, Brasilien). Herman Haller hatte Eduard Künneke zwei Jahre vor der Uraufführung am 15. April 1921 an das Theater am Nollendorfplatz verpflichten können. Johannes Schild hat die Operette für Salonorchester bearbeitet, die Fassung wurde erstmals am 20. März 2004 am Theater Hagen aufgeführt. „Der Vetter aus Dingsda“ wurde mehrfach verfilmt, zuletzt 1970 von Willy van Hemert mit Mieke Bos (Julia de Weert), die tatsächlich in Weert in den Niederlanden geboren wurde, und Brigitte Mira und Willy Millowitsch als Wilhelmine und Josef Kuhbrot.

Zum Inhalt nach dem Libretto von Herman Haller und „Rideamus“:
Die junge, reiche Erbin Julia de Weert erwartet in Südholland sehnsüchtig ihre Volljährigkeit und die Rückkehr ihres Vetters Roderich, der vor sieben Jahren nach Batavia (heute Jakarta) in der Kolonie Niederländisch-Indien – der unter niederländischer Herrschaft stehende Vorläufer der Republik Indonesien – abgereist war und dem sie ewige Treue geschworen hatte. Julia kann sich den Ort nicht merken und nennt ihn daher einfach „Dingsda“. Ihr Onkel „Josse“ hat für sein Mündel jedoch ganz andere Heiratspläne: Sein Neffe August Kuhbrot soll Julias Herz gewinnen und durch die Heirat ihr Geld. Julias zweiter Vormund will sie mit seinem Sohn Egon von Wildeshagen verheiraten, doch Julia träumt lieber weiter von ihrer Jugendliebe Roderich. Am Abend ihrer Volljährigkeit taucht ein geheimnisvoller, attraktiver Fremder auf, der von sich behauptet, „nur ein armer Wandergesell“ zu sein. Der ist zwar in Wirklichkeit August Kuhbrot, der von Onkel „Josse“ und Tante „Wimpel“ bevorzugte Hereitskandidat, doch als er sich diesen als ihr Neffe vorstellt, halten sie ihn für den aus Batavia zurückgekehrten „Roderich de Weert“, und auch Julia akzeptiert bald seinen Vorschlag, nicht so schrecklich viel zu denken und ihn stattdessen zu küssen. Da platzt Egon von Wildeshagen mit der Nachricht herein, dass Roderich de Weert noch gar nicht angekommen sein könne, da sein Schiff aus Batavia erst heute im Hafen einlaufe. Der Wandergesell gesteht, nicht Julias geliebter Vetter Roderich zu sein, woraufhin sie ihn seiner Wege ziehen lässt, obwohl sie ihn liebt, da sie sich an ihren Treueschwur gebunden fühlt. Als ein zweiter Fremder am Schloss auftaucht, verliebt sich Julias Freundin Hannchen auf der Stelle in ihn. Er stellt sich als Roderich de Weert vor, daher rät ihm Hannchen eigennützig, sich Julia als „August Kuhbrot“ vorzustellen, damit sie ihn auf der Stelle ablehnt. Nach einigen Verwicklungen klärt sich schließlich die wahre Identität der beiden Fremden auf, und so wird August Kuhbrot zukünftig Julias „Roderich“ sein und Hannchen bekommt den echten Roderich.

Die junge Regisseurin Rahel Thiel (* 1990 in Leipzig), die seit der Spielzeit 2015/16 als Regieassistentin und Abend­spiel­leiterin am Musiktheater im Revier engagiert ist und dort mit „The Turn of the Screw“ (Premiere 10. September 2016) ihr Hausdebüt als Regisseurin gab, geht mit den Best Agern aus dem Ensemble des Musiktheater im Revier und einigen wenigen Gästen – Gudrun Schade als Wilhelmine Kuhbrot, Cornel Frey als August Kuhbrot und Ingo Schiller als Hans – der Frage nach, was passiert, wenn man nicht nur sieben Jahre auf seine große Liebe wartet, sondern 70 Jahre, sein ganzes Leben lang. Die Inszenierung soll „mal heiter-melancholisch, mal tragisch-komisch das Älterwerden von Menschen mit seinen ungenutzten Chancen“ beschreiben. Doch statt einer charmanten Karikatur der spießbürgerlichen Gesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts ist dabei eine Groteske herausgekommen – lt. Duden die „Darstellung einer verzerrten Wirklichkeit, die auf paradox erscheinende Weise Grauenvolles, Missgestaltetes mit komischen Zügen verbindet“ – in der sich die Akteure auf der Bühne womöglich selbst erst einmal mit der von ihnen darzustellenden Position „arrangieren“ mussten. Nahezu ohne Dialoge lässt die Inszenierung im Detail ziemlich viel Deutungs-Spielraum, eine Lektüre des Programmhefts sei Theaterbesuchern, die „Der Vetter aus Dingsda“ noch niemals gesehen haben und die Handlung nicht kennen, vor Vorstellungsbeginn empfohlen. Hier erlebt der Zuschauer eine Begegnung mit dem Genre Operette, die er sicherlich so nicht erwartet, einerseits grotesk verfremdet, andererseits auch sehr nah und direkt. Hier ist manches anders, besonders, überraschend. Die Solisten sind die ganze Zeit präsent, zuweilen gerade mal einen guten Meter von der vorderen Zuschauerreihe entfernt. Auch durch die vierte Wand spielt sich alles sehr nah und unmittelbar ab.

Muss der Zuschauer einerseits die Geschichte, die die Operette erzählt, quasi assoziieren – der Handlungsrahmen verändert und verfremdet hier manches – so stößt er andererseits auf eine Reihe wohlbekannter Melodien. Den Rahmen, der für das Kleine Haus im Musiktheater im Revier geschaffen wurde, lässt hier schon fast an ein Kammerkonzert denken. Die mit Rahel Thiel befreundete Bühnen- und Kostümbildnerin Elisabeth Vogetseder zeichnet für die Ausstattung verantwortlich, die Handlung spielt sich auf einer runden, leicht schräg angeordneten Scheibe mit diversen Sitzgruppen ab, eine Art „Altenheim“/„Alten­pflege­heim“ – neudeutsch auch gern als „Seniorenresidenz“ bezeichnet, was aber nichts an den dortigen Verhältnissen ändert – in dem zwei „Pfleger“ auf die Hilfe- und Pflegebedürftigkeit der Bewohner abgestimmte Dienstleistungen verrichten wie beispielsweise die Medikamentengabe oder die Bewohner zu Bett zu bringen. Von einem „selbstbestimmten Leben“ kann in dieser Einrichtung nicht mehr die Rede sein. Dort bekommt ausgerechnet der Schwächste der Gruppe von Senioren, der Blinde zu hören: „Mann o Mann, an dir ist wirklich nichts dran, und was dran ist, das ist nicht zu brauchen.“ Ob der Zuschauer gar nicht anders kann, als dies lustig zu finden, hängt ganz sicher vom Humor jedes Einzelnen ab. Vermutlich wird aber niemand behaupten, dass hier eine „angestaubte“ Operette gezeigt werde, denn davon ist nichts übrig geblieben. Im dritten Akt fällt schließlich der die „Seniorenresidenz“ nach hinten begrenzende Vorhang und mit dem zweiten attraktiven, jugendlichen Fremden betritt das „blühende Leben“ die Szene, aber Vorsicht vor falschen Erwartungen, nicht umsonst heißt es im Liedtext „Und im Märchen, da wurden die beiden ein Paar“…

Das sechsköpfige Salonorchester unter der Musikalischen Leitung von Thomas Rimes ist auf der linken Bühnenseite neben der „Seniorenresidenz“ angeordnet und bringt während der Aufführung nicht nur Eduard Künnekes bekannte Melodien „Strahlender Mond“, „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ oder „Ich hab an sie nur stets gedacht“ zu Gehör, sondern auch die „Habanera“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“ als Vorspiel zu Eduard Künnekes „Weißt du noch, wie wir als Kinder gespielt?“ Außerdem zwei Lieder aus dem Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert und „Ward ein Blümchen mir geschenkt“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, mit denen Urban Malmbergs Rolle des Egon von Wildenhagen „aufgewertet“ wurde.

Anke Sieloffs Julia de Weert, die nunmehr Jahrzehnte von der Rückkehr ihres Geliebten träumt („Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront“), hat sich etwas von ihrer Jugendlichkeit bewahrt und glaubt an die Erfüllung ihres langgehegten Traumes, als plötzlich ein Fremder auftaucht. Cornel Frey ist ein schrulliger Märchenprinz mit goldglitzerndem Haar, von Anbeginn bewundert und umschwärmt. So will man ihm – zu Recht – schwerlich glauben, dass hier nur ein armer Wandergesell zufällig in das Geschehen hineingeraten ist. Die musikalische Seite dieser schrillen Figur gestaltet Cornel Frey mit wohlklingendem Tenor ausgefeilt und auf hohem sängerischen Niveau. Gudrun Schade und Joachim Gabriel Maaß sind Tante „Wimpel“ und Onkel „Josse“, ein Paar mit ein paar Problemen, die das gemeinsame Altern so mit sich bringt. Ihr „Lebensmittelpunkt“ ist ein Sofa, das zur Schlafenszeit von den „Pflegern“ einfach nach hinten geklappt wird. Für die von Urban Malmberg verkörperte Figur des Egon von Wildenhagen wurden zwei Lieder aus Franz Schuberts „Winterreise“ in das Stück eingefügt. Da der glühende Verehrer Julias nunmehr als blinder, unbeholfener Mensch charakterisiert wird, lebt er in seiner eigenen Welt. Dies mag auch musikalisch durch eigene, werkfremde Stücke verdeutlicht werden. Während die Dramaturgie konstatiert, dass nirgendwo so beschwingt geträumt werde wie in Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“, sorgt Urban Malmberg in seinen Szenen durch seine langsam tastenden Bewegungen mit einem weißen Teleskopstock für Entschleunigung. Sehr markante und skurrile Figuren sind die beiden „Pfleger“ Hans und Karl, verkörpert durch die Brüder Sebastian und Ingo Schiller. Sie überwachen und strukturieren die Abläufe, tragen weiße Kittel und verabreichen Medikamente. Mit konventioneller Krankenpflege hat dies aber wenig zu tun: optisch kaum zu unterscheiden, mit stereotypen und stets synchronen Bewegungen, wirken die Beiden wie eine Einheit, teils noch unterstrichen durch einen einzigen Kittel, in dem beide gemeinsam stecken. Hier fragt man sich am Ende: Will und würde man sein Rest-Leben vertrauensvoll in diese schwarz behandschuhten Hände geben? Zum Ende des Stückes taucht ein weiterer Fremder auf, wohl zwei Generationen jünger als alle anderen Protagonisten, Tobias Glagau. Sofort beendet er die Tristesse, bringt Farbe und jede Menge Blumen mit sich. Er wirkt so deplatziert, so erfrischend jugendlich und anders, dass Hannchen (Christa Platzer) sofort glühend begeistert ist und es ihr am Ende gelingt, der Seniorenresidenz zu „entkommen“.

Die Zuschauer erleben eine Aufführung, die allerlei Denkanstöße und Impulse geben kann und bewusst Fragen zur Entwicklung der Gesellschaft aufwirft – es sei denn, man verschließt seine Augen und nimmt die Dinge nach der Liedzeile „Kindchen, du musst nicht so schrecklich viel denken!“ einfach hin. Nach etwa 140-minütiger Premiere wurden die Akteure auf der Bühne mit freundlichem Applaus bedacht, das Kreativteam bekam auch ganz vereinzelt Unmutsäußerungen zu hören. Wer sich mit der Inszenierung überhaupt nicht anfreunden konnte, hatte das Kleine Haus bereits zur Pause verlassen. „Der Vetter aus Dingsda“ steht mit insgesamt neun Vorstellungen bis 25. März 2018 am Musiktheater im Revier auf dem Spielplan, wovon die Mehrzahl allerdings bereits vor der Premiere ausverkauft gewesen ist.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Tag des offenen Denkmals 2018

Anmeldephase für Veranstalter am Denkmaltag hat begonnen

1984 rief Kulturminister Jack Lang in Frankreich die „Journées Portes ouvertes dans les monuments historiques“ ins Leben. Aufgrund der großen Resonanz in der Bevölkerung folgten in den nächsten Jahren u. a. die Niederlande, Schweden, Dänemark und Belgien dem Beispiel. So griff der Europarat den Gedanken auf und rief 1991 die „European Heritage Days“ ins Leben. Seit 1993 öffnen in Deutschland am zweiten Sonntag im September zum „Tag des offenen Denkmals“ mehrere tausend historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. Unter dem Motto „Macht und Pracht“ haben 2017 rund 3,5 Millionen Besucher die Gelegenheit genutzt, um sich die rund 7.500 historischen Gebäude, archäologischen Stätten sowie Gärten und Parks anzuschauen, die am 10. September 2017 ihre Türen geöffnet hatten. Mit dem Tag des offenen Denkmals soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und Interesse für die Belange der Denkmalpflege geweckt werden.

Plakatmotiv 2018, © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Im Jubiläumsjahr „25 Jahre Tag des offenen Denkmals in Deutschland“ steht die Kulturaktion am 9. September 2018 unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Damit nimmt das Thema explizit Bezug auf den Slogan des Europäischen Kulturerbejahrs in Deutschland „Sharing Heritage“. Veranstalter wie Besucher können in diesem Jahr Fragen auf den Grund gehen wie: Welche europäischen Einflüsse lassen sich in unserer Denkmallandschaft finden? Oder welche länderübergreifend tätigen Baumeister prägten unsere Städte und Dörfer? Und welche Hinweise auf Verbindungen jedweder Art lassen sich bei archäologischen Fundorten und Fundgütern ablesen? Die Antworten geben Baustile, Stilelemente, Materialien, technische oder künstlerische Fertigkeiten.

Ochsenhausen (Baden-Württemberg), die Malletlokomotive 99 633 von 1899 steht unter Denkmalschutz. Diese Lokomotivbauart wurde nach ihrem Erfinder, dem Schweizer Ingenieur Jules T. Mallet, benannt. Sie ist bis heute in vielen Ländern Europas bei Museumsbahnen im Einsatz. © Gerhard Baum

Die Anmeldung erfolgt unter www.tag-des-offenen-denkmals.de oder schriftlich bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2018. Die Stiftung stellt kostenfrei für die Werbung vor Ort Plakate und weitere Materialien zur Verfügung.

Neuwegersleben (Sachsen-Anhalt), die Telegraphenstation war die Nummer 18 von insgesamt 62 Stationen der königlich-preußischen optischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz. Sie war in der Zeit von 1833 bis 1849 in Betrieb. © Marlies Müller

Dienstag, 6. Februar 2018

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“

Sonderausstellung im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs

Es gab Zeiten, da wurde die Türkei von Deutschland aus vor allem als Urlaubsland wahrgenommen, doch das Land hat in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Wandel erfahren, nicht nur politisch. Das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen-Merscheid zeigt in der Ausstellung „Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“ in der Zeit vom 8. September 2017 bis zum 25. März 2018 etwa 120 Bilder, Skulpturen und Fotografien von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus der Türkei. Ihre Werke thematisieren die brachialen Veränderungen Anatoliens, die durch die rasante industrielle Entwicklung in der Türkei ausgelöst wurden.

Eingangsbereich zur Ausstellung „Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“ in der Gesenkschmiede Hendrichs

Die künstlerischen Themen
Diese Umbrüche bedeuten für die Künstlerinnen und Künstler immer auch Lebenswirklichkeit und führen zu ganz unterschiedlichen, sehr subjektiven und manchmal auch provokanten künstlerischen Ausdrucksformen, die in den 120 Werken in der Ausstellung zu sehen sind. Die Arbeiten verdeutlichen die tiefe Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne, zwischen Aufbruch und Rückschritt, zwischen handwerklichem Ethos und beschleunigter industrieller Arbeitswelt. Baustellen und Industrieanlagen erscheinen als dunkle und elende Kolosse, als ölige, schmutzige und fremde Maschinerie. Die Menschen fühlen sich ihrer Heimat entfremdet. Sie haben ihre Individualität verloren und leben entwurzelt in einer zerstörten und lebensfeindlichen Umwelt. Doch nicht allein zunehmende Anonymität und soziales Elend, sondern auch die faszinierende Ästhetik moderner Industriebauten oder der Wandel der Alltagswelt in Werkstätten und Kaffeehäusern werden in den Blick genommen. Die Kunstwerke bringen Stimmungen nahe, werfen Fragen auf, ermuntern zum Nachdenken oder schaffen auch Irritationen und Ungewissheiten. „Es sind Bilder, die der Betrachter lesen kann“, so Ingo Nitzsche, der Kurator der Ausstellung.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Gözde Yurdunmalı, „Dort“, 2013, Acryl auf Leinwand

Industriemuseum und Kunst
Um sich dem Thema „Arbeit und Industrialisierung in Anatolien“ zu nähern, wurde das Medium der Kunst bewusst ausgewählt. Um menschliche Gefühle, Ängste oder Mentalitäten zu veranschaulichen, greifen die klassischen Ausstellungsobjekte eines Industriemuseums – etwa der Henkelmann oder die Bohrmaschine – oftmals zu kurz. Die Kunst hingegen ist ein äußerst sensibler Seismograph, der die Verzweiflung und Ratlosigkeit oder auch die Hoffnungen und Träume angesichts gewaltiger gesellschaftlicher Umwälzungen eindringlich nahe zu bringen vermag.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Dilek Yavuz, „Schwimmbad“, 2014, Öl auf Leinwand

Industrialisierung und Wirtschaft in der Türkei
Während des osmanischen Reiches war die Türkei nur sehr marginal industrialisiert. Nach Gründung der türkischen Republik im Jahre 1923 erfolgte unter Mustafa Kemal Atatürk (* 1881 in Selânik, † 10. November 1938 in Istanbul) ein erster Industrialisierungsprozess, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg fortsetzte. Joint-Venture Unternehmungen namhafter Konzerne wie Ford, MAN oder Bosch forcierten in den 1960er- und 1970er-Jahren diese Entwicklung. Wachstumsraten von teilweise mehr als zehn Prozent führten zu einer starken Verstädterung, während gleichzeitig die Arbeitslosigkeit auf dem Land in die Höhe schnellte und die Arbeitsmigration nach Westeuropa auslöste. In den türkischen Industriegebieten herrschten Arbeitsbedingungen wie im Frühkapitalismus. Berüchtigt waren die Dumpinglöhne der bedeutenden türkischen Schiffbau-Industrie und die unzulängliche Arbeitssicherheit, wie sie noch am 13. Mai 2014 zu dem Unglück im Braunkohle­bergwerk Eynez in Soma führte, bei dem 301 Bergleute starben.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Duygu Akyol, „Stadt für einen Menschen I“, 2010, Öl auf Leinwand

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Duygu Akyol, „Stadt für einen Menschen II“, 2010, Öl auf Leinwand

Heute entfallen 90 Prozent der türkischen Exporte auf Industriegüter. Größte Exportbranche sind die Automobil- und deren Zulieferindustrie. Daneben spielt die türkische Bekleidungsindustrie eine wichtige Rolle und auch 40 Prozent der Fernsehgeräte, die in Westeuropa verkauft werden, stammen aus der Türkei.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Dilek Yavuz, „Protest“, 2014, Öl auf Leinwand

Veranstaltungen rund um die Ausstellung
Die Ausstellung wird ergänzt durch ein Begleitprogramm mit Führungen für Erwachsene und Kinder, das Kinderfest unter dem Motto „Alles bunt – Kinder machen Kunst“ am 3. März 2018, der Vortrag „Türkische Frauen in Deutschland“ vonYunus Ulusoy von der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen am 8. März 2018 (Weltfrauentag) sowie der Familiennachmittag mit türkischem Schattentheater am 18. März 2018.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Blick in die Ausstellung

Bereits in den letzten Jahren hat sich das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten erfolgreich dafür eingesetzt, die Einwanderungsgesellschaft als Zielpublikum zu gewinnen. Die neue Ausstellung „Arbeitswelt und Industrialisierung aus der Sicht junger Künstler“ trägt dazu bei, dieses Anliegen weiter zu festigen.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Mert Ege Köse, „Arbeiter“, 2015, 30 Masken in Aluminium-Vollguss, Leihgabe von ASAŞ SANAT Istanbul und Sakarya, Detail

Die Ausstellung wurde von Ingo Nitzsche aus Stühlingen kuratiert. Er verfügt über gute Kontakte zur jungen Kunstszene in der Türkei und hat die Werke zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort ausgewählt. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Porzellanikon Staatliches Museum für Porzellan Selb realisiert, wo sie vom 20. Februar bis 22. Mai 2016 zu sehen war. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt, TECHNOSEUM Mannheim und dem Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim).

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Elif Aradaş, „Arbeiter“, 2015, Kohlestift auf zwei Leinwänden

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Füruzan Şimşek, „Ohne Titel“, 2010, Mischtechnik auf Leinwand

Die Sonderausstellung „Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“ in der Gesenkschmiede Hendrichs ist bis 25. März 2018 dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Eine Kombikarte zum Besuch der Sonder- und Dauerausstellung ist für 6 Euro erhältlich.

„Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“, Zehra Serbest, „Zahnräder und das osmanische Haliç-Motiv“, 2003, Wandrelief mit Unterglasurbemalung

Weitere Informationen unter www.industriemuseum.lvr.de.

Sonntag, 4. Februar 2018

Vorschau: „Der Vetter aus Dingsda“ am Musiktheater im Revier

„Der Vetter aus Dingsda“ – nach einem Lustspiel von Max Klempner-Hochstädt; Musik: Eduard Künneke; Libretto: Herman Haller (eigentlich Hermann Freund) und Fritz Oliven („Rideamus“); Regie: Rahel Thiel; Ausstattung: Elisabeth Vogetseder; Dramaturgie: Gabriele Wiesmüller; Musikalische Leitung: Thomas Rimes. Darsteller: Anke Sieloff (Julia de Weert), Cornel Frey (August Kuhbrot, der erste Fremde), Christa Platzer (Hannchen, Freundin von Julia), Tobias Glagau (Roderich de Weert, der zweite Fremde), Joachim Gabriel Maaß (Josef Kuhbrot, genannt „Josse“, Onkel von Julia), Gudrun Schade (Wilhelmine Kuhbrot, genannt „Wimpel“, dessen Frau), Urban Malmberg (Egon von Wildenhagen), Ingo Schiller (Diener Hans), Sebastian Schiller (Diener Karl). Uraufführung: 15. April 1921, Theater am Nollendorfplatz, Berlin. Premiere: 9. Februar 2018, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.



„Der Vetter aus Dingsda“


Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…


Operettenkomponist Eduard Künneke (* 27. Januar 1885 in Emmerich, † 27. Oktober 1953 in Berlin) hat in den goldenen 1920er-Jahrer in Berlin mit der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ sein mit Abstand erfolgreichstes Stück komponiert, das Libretto stammt von Herman Haller (* 24. Dezember 1871 in Berlin, † 5. Mai 1943 in London), von 1914 bis 1923 Direktor des Theaters am Nollendorfplatz Berlin, und dem unter dem Pseudonym „Rideamus“ in Berlin lebenden jüdischen Jurist und Schriftsteller Fritz Oliven (* 10. Mai 1874 in Breslau, † 30. Juni 1956 in Porto Alegre, Brasilien). Herman Haller hatte Eduard Künneke zwei Jahre vor der Uraufführung am 15. April 1921 an das Theater am Nollendorfplatz verpflichten können. Johannes Schild hat die Operette für Salonorchester bearbeitet, die Fassung wurde erstmals am 20. März 2004 am Theater Hagen aufgeführt. „Der Vetter aus Dingsda“ wurde mehrfach verfilmt, zuletzt 1970 von Willy van Hemert mit Mieke Bos (Julia de Weert), die tatsächlich in Weert in den Niederlanden geboren wurde, und Brigitte Mira und Willy Millowitsch als Wilhelmine und Josef Kuhbrot.

Plakatmotiv „Der Vetter aus Dingsda“, Tobias Glagau. © Pedro Malinowski

Die junge, reiche Erbin Julia de Weert erwartet in Südholland sehnsüchtig ihre Volljährigkeit und die Rückkehr ihres Vetters Roderich, der vor sieben Jahren nach Batavia (heute Jakarta) in der Kolonie Niederländisch-Indien – der unter niederländischer Herrschaft stehende Vorläufer der Republik Indonesien – abgereist war und dem sie ewige Treue geschworen hatte. Julia kann sich den Ort nicht merken und nennt ihn daher einfach „Dingsda“. Ihr Onkel „Josse“ hat für sein Mündel jedoch ganz andere Heiratspläne: Sein Neffe August Kuhbrot soll Julias Herz gewinnen und durch die Heirat ihr Geld. Julias zweiter Vormund will sie mit seinem Sohn Egon von Wildeshagen verheiraten, doch Julia träumt lieber weiter von ihrer Jugendliebe Roderich. Am Abend ihrer Volljährigkeit taucht ein geheimnisvoller, attraktiver Fremder auf, der von sich behauptet, „nur ein armer Wandergesell“ zu sein. Der ist zwar in Wirklichkeit August Kuhbrot, der von Onkel „Josse“ und Tante „Wimpel“ bevorzugte Hereitskandidat, doch als er sich diesen als ihr Neffe vorstellt, halten sie ihn für den aus Batavia zurückgekehrten „Roderich de Weert“, und auch Julia akzeptiert bald seinen Vorschlag, nicht so schrecklich viel zu denken und ihn stattdessen zu küssen. Da platzt Egon von Wildeshagen mit der Nachricht herein, dass Roderich de Weert noch gar nicht angekommen sein könne, da sein Schiff aus Batavia erst heute im Hafen einlaufe. Der Wandergesell gesteht, nicht Julias geliebter Vetter Roderich zu sein, woraufhin sie ihn seiner Wege ziehen lässt, obwohl sie ihn liebt, da sie sich an ihren Treueschwur gebunden fühlt. Als ein zweiter Fremder am Schloss auftaucht, verliebt sich Julias Freundin Hannchen auf der Stelle in ihn. Er stellt sich als Roderich de Weert vor, daher rät ihm Hannchen eigennützig, sich Julia als „August Kuhbrot“ vorzustellen, damit sie ihn auf der Stelle ablehnt. Nach einigen Verwicklungen klärt sich schließlich die wahre Identität der beiden Fremden auf, und so wird August Kuhbrot zukünftig Julias „Roderich“ sein und Hannchen bekommt den echten Roderich.

Die junge Regisseurin Rahel Thiel (* 1990 in Leipzig), die seit der Spielzeit 2015/16 als Regieassistentin und Abendspielleiterin am Musiktheater im Revier engagiert ist und dort mit „The Turn of the Screw“ (Premiere 10. September 2016) ihr Hausdebüt als Regisseurin gab, geht mit den Best Agern aus dem Ensemble des Musiktheater im Revier und einigen wenigen Gästen – Gudrun Schade als Wilhelmine Kuhbrot und Cornel Frey als August Kuhbrot – der Frage nach, was passiert, wenn man nicht nur sieben Jahre auf seine große Liebe wartet, sondern 70 Jahre, sein ganzes Leben lang. Die Inszenierung soll „mal heiter-melancholisch, mal tragisch-komisch das Älterwerden von Menschen mit seinen ungenutzten Chancen“ beschreiben. Nun ist es gängige Praxis, eine Inszenierung nicht vor ihrer Premiere zu beurteilen, aber wie könnte man nach dem Besuch des „Premierenfiebers“ seinen persönlichen Eindruck aus einer Vorberichterstattung heraushalten? Um es kurz zu halten, mir ist das Lachen im Hals stecken geblieben, als ausgerechnet der Schwächste der Gruppe von Senioren, der Blinde zu hören bekommt: „Mann o Mann, an dir ist wirklich nichts dran, und was dran ist, das ist nicht zu brauchen.“ Inklusion geht anders, political correctness sieht anders aus, und ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen des Publikums, wo sicher viele ältere Menschen anzutreffen sein werden.

Samstag, 3. Februar 2018

7. Humboldt-Kulturnacht in der Gesenkschmiede Hendrichs

„Arbeitswelt und Industrialisierung“

Zum 7. Mal war die Partnerschule des LVR-Industriemuseums Gesenkschmiede Hendrichs – das Solinger Humboldtgymnasium – am 2. Februar 2018 am Abend mit seinem Kulturnacht-Programm im Museum zu Gast. Seit Oktober 2003 besteht die Kooperation mit dem Humboldtgymnasium Solingen, und seit 2005 findet alle zwei Jahre die Humboldt-Kulturnacht mit dem von Schülerinnen und Schülern erarbeiteten und auf das Museum abgestimmten Programm dort statt. „Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens aus der Sicht junger Künstler“ lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung (8. September 2017 bis 25. März 2018) im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, dem­ent­sprechend hatten sich Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften in 34 Projektgruppen in der Projektwoche vom 29. Januar bis 2. Februar 2018 mit unterschiedlichen Aspekten des Themas „Arbeitswelt und Industrialisierung“ wie Kinderarbeit oder Arbeitsbedingungen und Produktionsweisen in der Vergangenheit befasst, um ihre Ergebnisse am Freitagabend der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jeweils mehr als 2.000 Gäste sollen die vorherigen Kulturnächte besucht haben. Wie viele es dieses Jahr gewesen sind, wird womöglich niemand genau gezählt haben, aber auf alle Fälle war es in der Gesenkschmiede Hendrichs „gerammelt voll“.

Mächtig Dampf im Kessel bei der 7. Humboldt-Kulturnacht in der Gesenkschmiede Hendrichs, Dampfkessel, Zweiflammrohrkessel, Jacques Piedboeuf GmbH, Düsseldorf

Auf zwei Bühnen in der Schmiede und im ehemaligen Schlüssel­lager der historischen Fabrik wurde zusätzlich ein abwechslungsreiches Programm mit Theater, Lesung, Tanz und Musik geboten, so dass es unmöglich war, alle Programmpunkte und deneben alle Projektpräsentationen anzuschauen. Wer die Wahl hat, hat die Qual…

7. Humboldt-Kulturnacht im ehemaligen Schlüssellager der historischen Fabrik, „Wheels of fortune“

Das Humboldgymnasium bietet Literatur als Alternative zu den Fächern Kunst und Musik an. Zum Ende des Schuljahres wird häufig ein Theaterstück mit dem ganzen Kurs aufgeführt.

7. Humboldt-Kulturnacht im ehemaligen Schlüssellager der historischen Fabrik, „Wheels of fortune“

7. Humboldt-Kulturnacht im ehemaligen Schlüssellager der historischen Fabrik, „Die Blockflöte gestern und heute“

7. Humboldt-Kulturnacht im Rohwarenlager der historischen Fabrik

7. Humboldt-Kulturnacht in der Schmiede der historischen Fabrik

Die Bühne in der Schmiede war bei allen Programmpunkten von Zuschauern umringt, daher gibt es an dieser Stelle lediglich ein paar Impressionen aus dem „Backstage-Bereich“.

7. Humboldt-Kulturnacht in der Schmiede der historischen Fabrik, „Schuften statt Schule – Kinder im Alltag des Industriekapitalismus, eine Tanztheaterstück“

Im Projekt Tanztheater hatten sich Schülerinnen – ich habe bei den Präsentationen keine Schüler gesehen – mit der sozialen Situation der Arbeiter und Kinder zur Zeit der Industrialisierung auseinander­gesetzt und diese tänzerisch umgesetzt.

7. Humboldt-Kulturnacht in der Schmiede der historischen Fabrik, „Schuften statt Schule – Kinder im Alltag des Industriekapitalismus, eine Tanztheaterstück“

7. Humboldt-Kulturnacht im ehemaligen Schlüssellager der historischen Fabrik, „Wheels of fortune“

7. Humboldt-Kulturnacht in der Schmiede der historischen Fabrik, „Maschinenmusik“ für Symphonieorchester und ein Stück Schiene

7. Humboldt-Kulturnacht im ehemaligen Schlüssellager der historischen Fabrik

Dienstag, 30. Januar 2018

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“

Ausstellung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Vom 1. Februar bis 4. März 2018 zeigt das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Halle 5, Schacht XII seine Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, die bereits vom 14. September bis 30. Oktober 2016 auf dem Clouth-Gelände in Köln und vom 29. März bis 9. April 2017 im Landtagsgebäude des Landtages NRW in Düsseldorf zu sehen war. Das Museum verfügt selbst nicht über Ausstellungs­räume, daher finden die Ausstellungen an wechselnde Orten statt. Oft finden die Ausstellungen auch in Gebäuden statt, die einen direkten Bezug zu den Themen der Ausstellung haben, wie beispielsweise die Ausstellung zum „Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015“ im Mies van der Rohe Business Park in Krefeld.

Ausstellungsplakat „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“
© M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW

Die Frage nach attraktivem, bezahlbarem Wohnraum stellt sich auch im Ruhrgebiet. Dabei stehen der Umgang mit dem Wohnungsbestand, die Möglichkeit zur Ausweisung neuer urbaner Wohngebiete und die veränderten Erwartungen an Wohnraum in enger Verbindung miteinander. Was muss geförderter und bezahlbarer Wohnungsbau im Ruhrgebiet heute leisten? Dies ist ebenfalls an vielen anderen Orten in NRW und Deutschland ein Thema, wo bezahlbare Wohnungen fehlen.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, Blick in die Ausstellung

In der Ausstellung sind fünf begehbare Polyeder zu sehen, die an „aus der Form gedrehte Häuser“ erinnern und in denen die Themen „Küche. Diele. Bad“, „Die Akteure“, „Recht auf Wohnen“, „Das Haus“ und „Wohngebiete“ erläutert werden. Es geht um die Geschichte des sozialen Wohnungsbaus und den gesellschaftlichen Wandel des Wohnens, um die am Wohnungsbau beteiligten Personen und Institutionen, um die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, das Wachstum der Städte und Siedlungen. Zehn internationale Wohnungsbauten (Zwickyareal, Dübendorf, Schweiz; Wohnbebauung Sillblock, Innsbruck; Weltquartier Wilhelmsburg, Hamburg; das neue „Rote Wien“, „wohnen mit uns! wohnen mit scharf!“, Wien; Stadthäuser, „OSDORP – Town Houses“, Amsterdam; Pöstenhof, Lemgo; Wohnhäuser Plusplatz, München; WagnisArt, München; Franklin – Funari, Mannheim; R50 – cohousing, Berlin) veranschaulichen gelungene aktuelle Lösungen.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Die Akteure“

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Die Akteure“, Grüne Mitte, Essen

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“

Mit Artikel 155 (1) der Verfassung des Deutschen Reichs („Weimarer Reichsverfassung“) vom 11. August 1919 („Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen in einer Weise überwacht, die Mißbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutschen eine gesunde Wohnung und allen deutschen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirt­schafts­heim­stätte zu sichern. Kriegsteilnehmer sind bei dem zu schaffenden Heimstättenrecht besonders zu berück­sichtigen.“) wurde in den 1920er-Jahren die Basis für ein außerprdentliches Wohnungsbauprogramm gelegt. In der von der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 beschlossenen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf einen angmessenen Lebensstandard in Artikel 25 (1) manifestiert: „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhalts­mittel durch unverschuldete Umstände.“ Doch derzeit ist Wohnraum wieder Mangelware, nicht nur im Ruhrgebiet, und bezahlbarer Wohnungsbau ist eine drängende politische und gesell­schaftliche Aufgabe.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“

Bei der Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums geht es auch um die Frage, wie wir sowohl in den eigenen vier Wänden als auch im Quartier wohnen wollen. Dabei wird unter „bezahlbar“ eine Nettokaltmiete verstanden, für die maximal 30 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens aufgebracht werden muss. Politiker, Stadtplaner, Architekten und Bauherren versuchen heute wie in den 1920er-Jahren, mit sozialem und bezahlbarem Wohnraum einen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft zu leisten. „Alle wollen wohnen“ verdeutlicht: Bezahlbares Wohnen ist eine große gesell­schaft­liche Herausforderung.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“, Baukosten

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Recht auf Wohnen“, Wohnraumvorsorge: das Wiener Modell

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Das Haus“

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, „Das Haus“, Generationenwohnen Pöstenhof Lemgo

Zusätzlich stellt die Architektenkammer NRW in einem Sondermodul die 20 Thesen ihres Aufrufs zu Urbanität und Dichte „Stadt wollen!“ vor, die zum Nachdenken über das Bild und Wesen der Stadt von morgen anregen sollen.

„Stadt wollen! Aufruf zu Dichte und Urbanität“

Die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ in Halle 5 Schacht XII auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ist vom 1. Februar bis 4. März 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. Der Katalog zur Ausstellung ist im Jovis Verlag Berlin erschienen, ISBN 978-3-86859-474-4, umfasst 248 Seiten mit ca. 190 farbigen und s/w Abbildungen, und ist direkt in der Ausstellung und beim M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW zum Sonderpreis von 29 Euro erhältlich, regulärer Preis im Buchhandel 32 Euro.

Ankündigung: Techno-Classica 2018

30. Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff

Vom 21. bis 25. März 2018 veranstaltet die S.I.H.A. zum 30. Mal mit der Techno-Classica Essen die erfolgreichste und besucherstärkste Klassik-Messe der Welt. Im Februar 1989 als erster großer deutscher Auto-Salon für Oldtimer, Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge veranstaltet, war und ist sie oft kopiertes, aber nie erreichtes Vorbild für viele andere Veranstaltungen dieser Art. Mit regelmäßigen Modellpflege-Maßnahmen hat sie ihre Vorreiter-Rolle gehalten und sogar noch ausgebaut – und ist dennoch das unerreichte Original geblieben. Ihr Erfolgsrezept: Stets das Neueste aus der internationalen Szene als Auslese des Besten aus allen Gebieten des Klassik-Hobbys den Besuchern zu präsentieren.

In der 30. Auflage untermauert die Techno-Classica Essen mit mehr als 1.250 Ausstellern aus über 30 Nationen erneut ihre Bedeutung als Nummer 1 der internationalen Oldtimer- und Sammlerfahrzeuge-Messen und bietet ein umfassendes Bild der internationalen Klassik-Szene. Auch die wichtigen internationalen Auto-Hersteller nutzen die Strahlkraft der automobilen Weltleitmesse: Mehr als 20 Automobilmarken präsentieren auf ihren Werksständen auserlesene Exponate, die zum großen Teil exklusiv auf der Techno-Classica Essen zu sehen sind. Sie machen die automobile Weltleitmesse zum größten Historien-Forum der internationalen Automobilindustrie und demonstrieren mit ihren meist spektakulären Auftritten, welchen Stellenwert sie der Klassik-Weltmesse beimessen.

Die Klassik-Enthusiasten wissen das Engagement der Industrie im Zusammenspiel mit den anderen Attraktionen der Techno-Classica Essen zu schätzen: 2017 strömten mehr als 185.000 Besucher aus über 40 Nationen in die voll belegten 20 Messehallen am Essener Grugapark. Und auch die Aussteller wissen: Bei der Techno-Classica Essen spielen sie in der Champions League.

Techno-Classica Essen 2017, Halle 6

Zur Jubiläums-Ausstellung bietet der Veranstalter eine Sonderschau der Weltklasse: Anlässlich des 95-jährigen Bestehens der 24 Stunden von Le Mans präsentiert die S.I.H.A. in Halle 6, im Mittelpunkt der Klassik-Weltmesse, eine Sonderausstellung mit Rennwagen, die selbst bei ausgesprochenen Connaisseurs unter den Klassiker-Kennern als automobilhistorische Leckerbissen gelten: Sieben Ikonen des Langstrecken-Klassikers ab den 1960er-Jahren werden am Palais de l’Automobile zu bewundern sein.

Auch für Einsteiger in die Klassik-Szene bietet die Techno-Classica Essen attraktive Angebote: Mehr als 30 Prozent der zum Kauf angebotenen Automobile sind erschwingliche „plug and play“-Youngtimer. Die insgesamt mehr als 2.700 offerierten Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge, Youngtimer und Prestige-Automobile machen die Techno-Classica im Frühjahr 2018 wieder zum weltgrößten Klassiker-Handelsplatz – die Crème de la Crème der internationalen Klassik-Händler gibt sich hier ein Stelldichein mit Anbietern von Gebrauchsklassikern und privaten Verkäufern. Letztere sind vor allem auf den vier Freigeländen zu finden.

Für die mehr als 200 ausstellenden Klassiker-Clubs und -Interessengemeinschaften gilt die Techno-Classica Essen jährlich als die wichtigste Klassik-Messe des Jahres: Die Ehrenamtlichen machen sie zu einem der weltgrößten Club-Treffs der Old- und Youngtimer-Szene und spiegeln mit ihrem Engagement die Vielfalt der internationalen Oldtimer- und Klassik-Szene wider. Um die Clubs zu Höchstleistungen anzustacheln, veranstaltet die Techno-Classica Essen auch in diesem Jahr wieder den Club Grand Prix: Eine Jury aus Club-Aktiven wählt besonders kreativ gestaltete Stände aus, die mit Pokalen und attraktiven Geldpreisen für die Clubkasse gewürdigt werden. Die Clubs sind einer der wichtigen Eckpfeiler der Klassik-Weltmesse und sorgen mit ihren oft erstaunlich aufwendig gestalteten Ständen für spannendes Infotainment.

Ergänzt werden die Club-Auftritte durch die qualitativ und quantitativ hervorragenden Angebote von Top-Restauratoren, Zulieferer-Betrieben, Autoliteratur-Anbietern, Ersatzteilhändlern, Accessoires-Verkäufern, Uhren- und Technik-Händlern, Künstlern und Galeristen, Verlagen und nicht zuletzt Automodell-Anbietern. Denn die Techno-Classica Essen ist die Messe mit dem größten Erfolgspotential. Die Folge: Die Fachhändler – wie auch die Besucher – kommen nicht nur aus ganz Europa, sondern auch aus Übersee. So präsentieren unter anderem auch Aussteller aus Nord- und Südamerika und in den letzten Jahren auch zunehmend aus Fernost ihr Angebot. Die Techno-Classica Essen ist mit ihrem großen Anteil an Anbietern und Besuchern aus aller Welt die Klassik-Messe in Europa, der in Sachen Internationalität und globalem Flair keine andere Klassik-Messe das Wasser reichen kann.

Zu den bei der Techno-Classica gepflegten Traditionen zählt ein Concours d’Élégance, bei der eine internationale Jury aus Experten und Fachjournalisten die schönsten, elegantesten und attraktivsten Händler-Klassiker küren und „the Best of Show“ wählen. Zudem gibt es den bereits erwähnten „Club Grand Prix“, bei dem die attraktivsten Club-Präsentationen mit Geldpreisen für die Clubkassen honoriert werden. Auch die jährliche Coys-Aktion, bei der regelmäßig über 80 Sammlerautomobile unter den Hammer kommen, zählt zu den Standards der Klassik-Weltmesse. Die ständigen Detail-Verbesserungen, Neuerungen und frischen Ideen halten auch die „30. Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff“ – so der offizielle Untertitel – jung und sorgen in jedem Jahr für Überraschungen.

Vergangenheit und Zukunft: Auf der fünftägigen Messe ist alles, aber wirklich alles rund um das Thema Old- und Youngtimer geboten – so treffen sich dort vom 21. bis 25. März 2018 viel Prominenz aus Film und Fernsehen, Stars aus der Historie und Gegenwart des Motorsports und auch die wichtigsten Entscheidungsträger aus der Klassik-Szene. Das attraktive und faszinierende Ausstellungsspektrum macht die Techno-Classica Essen zum Automobil-Infotainment-Ereignis ersten Ranges für die ganze Familie, zur Weltausstellung des Automobils.

„Den ambitionierten Anfängen folgten Jahre des konsequenten Ausbaus bis hin zur Marke mit Weltgeltung – heute trifft sich der Klassik-Kosmos zum Saison-Auftakt in Essen“, heißt es im Prospekt der S.I.H.A. und: „Wahren Sie mit uns den Geist der Pioniere, gestern – heute – morgen. Share the Passion.”


Die Automobilhersteller bei der Techno-Classica Essen 2018

Mehr als 20 Automobil-Hersteller präsentieren sich mit größtenteils aufwendig gestalteten Ständen bei der Techno-Classica Essen. Einige Hersteller hüllen sich bis kurz vor der Eröffnung der Messe in Schweigen und behandeln ihre Auftritte wie Staatsgeheimnisse – doch gibt es bereits erste Vorab-Nachrichten (Stand 25. Januar 2018):

Audi rückt den 1968 präsentierten Audi 100 (Typ C1) in den Mittelpunkt der Markenpräsentation. Der große Fronttriebler war nicht nur der erste mit einer computerberechneten Karosserie konstruierte Serienwagen, sondern auch der erste Nachkriegs-Audi der oberen Mittelklasse und verhalf der Marke Audi zum wirtschaftlichen Durchbruch. Daneben präsentieren die Ingolstädter einen der legendären Auto Union Typ D Grand Prix Rennwagen jenes Typs, der 1938 mit seinem V12-Mittelmotor Furore machte. Dazu sind aus der Motorrad-Sektion die damals (1937-1939) als unschlagbar geltende DKW ULD 250 Rennmaschine und eine DKW RM 350, von 1952 bis 1956 unter ihrem Spitznamen „singende Säge“ als Werksmaschine in der Deutschen Motorrad-Meisterschaft und in der Weltmeisterschaft eingesetzt, zu sehen. Außerdem gibt es ein weiteres Jubiläum zu feiern: Die zum Volkswagen-Konzern zählende Marke erinnert an den überlegenen Sieg des Audi 200 Quattro in der TransAm-Serie mit Hurley Haywood vor 30 Jahren. Traditionell präsentieren sich auch 2018 wieder die Audi-Clubs unter der Ägide des ACI (Audi Club International) in Halle 7.1.

● Die Autostadt in Wolfsburg präsentiert die Historie eines hochaktuellen Themas: Mit rund zehn Exponaten, ausgerüstet mit unterschiedlichen Antriebsquellen (Benzinmotor, Elektroantrieb, Dampfmaschine, Brennstoffzelle etc.), illustriert die mit über 2,2 Millionen jährlichen Gästen weltweit besucherstärkste Autodestination, wie sich die Suche nach dem optimalen Antrieb für Kraftfahrzeuge durch die Geschichte des Automobils zieht. Über die Fahrzeuge, die in der aufwendig gestalteten Infotainment-Schau in Halle 7 präsentiert werden, hüllt sich die Autostadt noch in Schweigen.

Volkswagen T1 Kastenwagen „Sofie“, Vierzylinder-Boxer, 1.131 cm³, 18 kW/25 PS, 80 km/h, Baujahr 1950

● Mit gleich drei groß inszenierten Jubiläumsfeiern fasziniert BMW in Halle 14: Bei der diesjährigen Techno-Classica Essen erinnern die Bayern an 50 Jahre „Großes Coupé“ (Baureihe E9). Die eleganten Sechszylinder-Zweitürer ohne B-Säule wurden von 1968 bis 1975 vom 2.5 CS über den 2800 CS bis hin zum 3.0 CLS in insgesamt 30.546 Exemplaren gebaut – übrigens mit Karosserien von Karmann in Osnabrück. Auch den zweiten 50. Geburtstag feiert die weißblaue Marke gebührend: Die intern E3 genannte Limousinen-Baureihe der Typen 2500, 2800, 3.0 und 3.3 wurde von 1968 bis 1977 gefertigt – und gilt heute als Wegbereiter der Siebener-Baureihe. Rund 220.000 Exemplare verließen die Werkshallen in München. Drittes Jubiläum der Bayern: 40 Jahre BMW M1, jener Mittelmotorsportwagen mit der internen Bezeichnung E26, der als erster neuzeitlicher Supersportwagen der bayerischen Marke gelten kann. Die von Giorgio Giugiaro kantig gestylte Karosserie wurde bei Baur in Stuttgart gefertigt. Als Antriebsquelle diente ein Vierventiler-Sechszylindermotor mit 3,5 Liter Hubraum, der in der von 1978 bis 1981 gebauten Serienversion 277 PS, in den Rennversionen von 470 PS (Saugmotor) bis 850 PS (Turbomotor) leistet.

BMW 3.0 CSL, Baujahr 1973, 3.003 cm³, 147 kW/200 PS, 220 km/h

Traditionell spielen auf dem großen BMW-Stand auch in diesem Jahr wieder die Clubs eine der Hauptrollen, und BMW plant, auch Einblicke in die Restaurierungswerkstatt und in die Fahrzeughalle von der BMW Group Classic zu bieten.

BMW M1, Sechszylinder-Reihenmotor, 3.453 cm³, 204 kW/277 PS, 262 km/h, Baujahr 1979

Mercedes-Benz nutzt die Präsentation der neuen Generation der G-Klasse zu einem Rückblick auf die fast 40-jährige Geschichte des stetig weiterentwickelten Geländewagen-Klassikers. Das brandneue Fahrzeug wird auf dem großen Stand von Mercedes-Benz Classic bereits präsentiert, bevor es in Deutschland zu den Händlern kommt – umrahmt von fünf Exponaten aus der Modellgeschichte. Zu ihnen zählen vor allem vier Varianten der von 1979 bis 1991 angebotenen Baureihe 460. Ein Exemplar der 1990 eingeführten Baureihe 463 schlägt die Brücke in die Neuzeit.

Mercedes-Benz W 154, Einsatz 1938 bis 1939, Zwölfzylinder-V-Motor, 2.963 cm³, 344 kW/468 PS, rund 300 km/h

Das zweite große Mercedes-Benz Thema in Halle 1 steht unter dem Motto „Motorsport – Jubiläumsjahr der Meister“ und beginnt im Jahr 1938, als Rudolf Caracciola mit dem Mercedes-Benz Dreiliter-Grand-Prix-Rennwagen W 154 die der heutigen F1-WM entsprechende Europameisterschaft gewann – zum dritten Mal seit Austragung der Meisterschaft im Jahr 1935. Spektakulär ist auch der von Caracciola ebenfalls 1938 erzielte Geschwindigkeitsrekord von 432,7 km/h, der fast 80 Jahre Bestand hatte und auf dem Messestand mit Rekordwagenmodellen ansprechend thematisiert wird. Einer der originalen fast 500 PS starken W 154 Silberpfeile wird in Essen das Publikum faszinieren. Ihm zur Seite stehen der McLaren-Mercedes MP4-13, mit dem Mika Häkkinen 1998 seinen ersten WM-Titel erzielte, sowie der McLaren-Mercedes MP4-23, der dem amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton gleich in seiner zweiten Formel-1-Saison zum WM-Sieg verholfen hat – dem ersten von insgesamt vier Titeln, die der Spitzenfahrer bis heute errungen hat.

Tradition hat bei Mercedes-Benz auch die Präsentation der vom Werk anerkannten Markenclubs, des Museums und des Mercedes-Benz Classic Centers mit Service & Parts. Bereits zum dritten Mal präsentiert sich der von Mercedes-Benz Classic gegründete Fahrzeughandel „All Time Stars“ auf der Techno-Classica Essen. Abgerundet wird die große Infotainment-Schau von Mercedes-Benz in Halle 1 durch den Auftritt der Classic-Partner.

● Den Jubiläums-Reigen setzt Porsche auf der Techno-Classica Essen 2018 fort – mit einem neuen Standkonzept auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche und den Themen „30 Jahre Porsche 964“ und „70 Jahre Porsche Sportwagen“. Das Porsche Museum steuert dazu drei historische Sportwagen und das Schnittmodell eines 964 bei, der unter der Verkaufsbezeichnung Bezeichnung 911 Ende 1988 präsentiert wurde. Weiterhin in Planung bei Porsche Classic: Zum Thema Originalteile wird der Porsche Classic Parts-Explorer vorgestellt, ebenso die neue VTS-App („Porsche Classic Vehicle Tracking System“) als GPS-gesteuerter Diebstahlschutz und exemplarisch rund 200 Classic-Ersatzteile. Die Porsche Classic Werksrestaurierung zeigt voraussichtlich einen komplett restaurierten Porsche 959 und eine in Arbeit befindliche Rohkarosse. Ergänzt wird dieses Ensemble durch insgesamt 13 Porsche-Classic Partner aus sieben Ländern, die Verkaufsfahrzeuge ausstellen und auf ihr Leistungsspektrum hinweisen. Schließlich informiert die Porsche Exclusive Manufaktur anhand eines Fahrzeugs über die Individualisierungsmöglichkeiten für Porsche-Modelle. Last but not least: Wer am Messe-Donnerstag oder -Freitag den Porsche Stand in Halle 7 besucht, hat die Chance, Porsche-Legende und -Sammler Magnus Walker bei einer Autogrammstunde kennenzulernen.

SEAT widmet sich in Halle 7 dem Thema „Restaurierung“ und zeigt anhand eines SEAT 600 in zwei Aggregatszuständen, was die Werksrestaurierungs-Abteilung des spanischen Autoherstellers im Bereich der „SEAT Coches Históricos“ in der Zona Franca in Barcelona imstande zu leisten ist: Ein sehr stark in die Jahre gekommener SEAT 600 als Lieferwagen demonstriert, wie marode die Klassiker vor Restaurierungsbeginn sein können. Ein weiterer 600 – als Limousine – verdeutlicht, was die Abteilung Coches Históricos in rund 1.500 Arbeitsstunden aus einem solchen Wrack machen kann: einen perfekten SEAT 600 im Auslieferungszustand. Ein restaurierter SEAT 600 Formichetta veranschaulicht schließlich, wie faszinierend diese wiederbelebten Autos sein können – besonders wenn sie eine solch besondere Karosserie tragen und als Service Mobil zur damaligen Zeit bei der einen oder anderen Panne hätten helfen können…

Seat 600, Vierzylinder-Reihenmotor, 633 cm³, 21,5 PS, 95 km/h, Baujahr 1957

Volvo zeigt auf der Techno-Classica Essen traditionell eine auserlesene Palette von schwedischen Klassikern – und pflegt diese Tradition auch in diesem Jahr mit einigen ganz besonderen Raritäten der P 1800 / P 1800 ES Baureihe. Dazu zählen voraussichtlich ein 1800 ES Prototyp, der 1968 als Einzelstück vom italienischen Karosseriebauer Pietro Frua kreiert wurde, ein unrestaurierter 1800 ES mit extrem niedrigen Kilometerstand, ein „Volvoville“ als einer von nur 30 hergestellten Werks-Cabriolets des 1800ers und ein früher 1961er P 1800 Scheunenfund. Als Krönung präsentieren die Schweden zwei 1800 S: einen aus dem Besitz von Håkan Samuelsson, Präsident und Geschäftsführer von Volvo Cars, dazu einen weiteren, der als Fernsehstar eine spezielle Rolle spielte und nach seiner Restaurierung durch Volvo Cars Heritage erstmals auf der Techno-Classica Essen öffentlich gezeigt wird. Um welchen P 1800 S es sich handelt, verraten die Schweden noch nicht – auf jeden Fall wird das Auto für Furore sorgen…

Die 30. Techno-Classica Essen 2018 ist am Mittwoch, 21. März 2018 (Happy View Day/Preview) von 14 bis 20 Uhr geöffnet, vom 22. bis 25. März 2018 öffnet die Messe um 9 Uhr ihre Pforten und schließt um 18 Uhr bzw. am Freitag um 19 Uhr.

Weitere Infos unter www.siha.de.

Freitag, 26. Januar 2018

Die Zinkfabrik Altenberg im Umbruch

Erneuerung im Rahmen der „Vision 2020 für das LVR-Industriemuseum“

Außenansicht der historischen Zinkfabrik Altenberg des LVR-Industriemuseums

Die 1854 gegründete Zinkfabrik Altenberg war einer der ältesten metallverarbeitenden Betriebe in Oberhausen. Bis zur Schließung 1981 wurden hier überwiegend Zinkbleche her­ge­stellt. Nach dem Abriss der Anlagen sollten Wohnungen und Büros auf der ehemaligen Fabrikfläche entstehen. Doch die Stadt Oberhausen änderte ihre Planungen. In den Räumen der Fabrik entstand ein Bürgerzentrum. Auch ein Museum sollte hier einziehen. 1984 übernahm das LVR-Industrie­museum die Hauptgebäude der Fabrik. Nach der Beseitigung aller Umwelt­lasten auf dem Gelände eröffnete 1997 die Ausstellung „Schwerindustrie“ in der Walzhalle der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg.

Zwei-Ständer Dampf-Schmiedehammer der Bauart Nasmyth mit 6 Tonnen Schlaggewicht, um 1900, J. Banning, Hamm, Gewicht 53,4 Tonnen

Inzwischen sind mehr als 20 Jahre vergangen, und die Bemühungen zum Strukturwandel im Ruhrgebiet, versinnbildlicht durch die Ansiedlung neuer Industrien in der Region am Beispiel eines Opel Kadett, sind selbst schon wieder Geschichte. Über industriellen Strukturwandel muss man heute anders sprechen als vor 20 Jahren, und mit den Bildschirmmedien der 1990er-Jahre kann man junge Menschen nicht mehr locken. Aus diesem Grund wird sich der Oberhausener Standort Zinkfabrik Altenberg mit seiner Dauerausstellung zur Schwerindustrie im Rahmen der „Vision 2020 für das LVR-Industriemuseum“ neu aufstellen, angefangen von der Sanierung und dem Umbau der Walzhalle bis hin zur Neugestaltung der Dauerausstellung, die sich nicht mehr ausschließlich auf die Eisen- und Stahlindustrie konzentrieren wird und die ehemalige Zinkfabrik Altenberg stärker in den Fokus rücken soll, von der ein Bogen bis in Gegenwart und Zukunft der Region geschlagen wird. Augenblicklich sind die Überreste der alten Fabrik – ein Schmelzofen, ein Gießkarussell und ein Walzgerüst – im Eingangsbereich des Museums zu sehen, sind aber nicht Bestandteil der Dauerausstellung „Schwerindustrie“.

Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429, ohne Tender, Hersteller Lokomotivfabrik Krupp, Essen, Ablieferung 14. Januar 1942

Damit steht sowohl eine inhaltliche Über­ar­beitung der Dauer­aus­stellung als auch eine Aktualisierung des Vermittlungskonzeptes an. Überdies zeigte eine interne Analyse des Standorts Handlungsbedarf in Bezug auf die Museumsinfrastruktur, die ein moderner Museumsbetrieb erfordert, aber auch in Bezug auf das gesamte Außengelände, das in seiner Aufenthaltsqualität aufgewertet werden soll. Ausstellungen und Veranstaltungen sollen künftig besser aufeinander abgestimmt werden können, Eingangssituation und Besucherführung optimiert werden.

Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429, ohne Tender, Hersteller Lokomotivfabrik Krupp, Essen, Ablieferung 14. Januar 1942

Opel Kadett A, Baujahr 1963

Auch an der Walzhalle sind die letzten 20 Jahre nicht spurlos vorüber gegangen: Im Mittelpunkt der baulichen Veränderungen werden die Umgestaltung und die Sanierung der Walzhalle stehen, mit dem Ziel einer effizienteren und flexibleren Flächennutzung, welche es ermöglicht, Sonderausstellungen, Dauerausstellung, Museumspädagogik und Veranstaltungen parallel anzubieten. Die Einrichtung eines neuen besucherfreundlichen Haupt­eingangs­bereichs, der zum Innenhof der Zinkfabrik Altenberg hin geöffnet ist, bildet einen weiteren wichtigen Bestandteil im Erneuerungsplan. Darüber hinaus soll das Außengelände durch die Schaffung eines autofreien Innenhofs aufgewertet werden, hierzu werden neue Parkplätze und Erschließungswege in der Peripherie entstehen. Auch die Neugestaltung des Parks an der historischen Direktorenvilla soll eine insgesamt bessere Einbindung des Museumsareals in den öffentlichen Stadtraum gewährleisten.

Direktionsvilla (1911/12)

In Vorbereitung der Sanierung und des Umbaus der Walzhalle wird die Dauerausstellung „Schwerindustrie“ am 29. April 2018 mit der Veranstaltung „Wir machen die Schwerindustrie dicht!“ geschlossen. Bis dahin macht das LVR-Industriemuseum den Besuchern an seinem Oberhausener Standort Zinkfabrik Altenberg ein besonderes Angebot: Im Eintrittspreis für die Sonder­aus­stellung Energiewenden – Wendezeiten (20. Oktober 2017 bis 28. Oktober 2018) ist der Besuch der Dauerausstellung bereits inbegriffen. Nur noch bis zum 18. Februar 2018 ist die Wanderausstellung „Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“ des Deutschen Kunststoff-Museums auf der Galerie zu sehen, die in fünf Stationen die Geschichte und Gegenwart von Kunststoffen und Elektrizität nachzeichnet.

„Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“, Telefon mit separater Ohrmuschel, Deutschland, um 1930

Im Anschluss wird auf der Galerie die Ausstellung „Magie der Schiene“ (1. März bis 17. Mai 2018) mit 82 Schwarz-Weiss-Fotografien von René Groebli (* 9. Oktober 1927 in Zürich) gezeigt, der 1949 von Paris nach Basel fuhr und unterwegs die dampfenden Lokomotiven, rollende Waggons, Bahnsteige, Schrankenwärter, Telegrafenmasten, Gleisanlagen und Reisende fotografierte.

Schauen zuversichtlich in die Zukunft: Dr. Walter Hauser, Direktor des LVR-Industriemuseums, und Dr. Burkhard Zeppenfeld, Museumsleiter des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg, vor der Einheitslokomotive Baureihe 50, Fabriknummer 2429

Während der intensiven Umbauphase in der Zeit von Ende 2018 bis ins Jahr 2020 hinein wird das Museum in der Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg geschlossen sein. Voraussichtlich im Herbst 2020 eröffnet das Museum den ersten Teilabschnitt seiner neuen Dauerausstellung, bis Mitte 2021 soll dann die komplette Neugestaltung der Dauerausstellung abgeschlossen sein. Für die Übergangszeit wird das LVR-Industriemuseum den Peter-Behrens-Bau, das ehemaligen Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte, als Ausweichquartier für Ausstellungen nutzen. Dort wurde bereits vom 25. Juli bis 28. November 2010 der historische Teil („Feuerkult“) der Ausstellung „Feuerländer – Regions of Vulcan“ als RUHR.2010 Projekt präsentiert. Der Teil zur Gegenwartskunst („Brandherde“) war im Kesselhaus der Zinkfabrik Altenberg zu sehen.

Außenansicht des Peter-Behrens-Baus, der die Sammlung des LVR-Industriemuseums beherbergt. © LVR-Industriemuseum

Peter Behrens (* 14. April 1868 in Hamburg, † 27. Februar 1940 in Berlin) gilt als Pionier des modernen Industriedesigns. Das ehemalige Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte in Oberhausen wurde zwischen 1921 und 1925 nach seinem Entwurf erbaut und beherbergt heute als Zentraldepot des LVR-Industriemuseums weit über 100.000 Sammlungsstücke. Anlässlich seines 150. Geburtstages wird die Dauerausstellung über den Architekten und Designer im Peter-Behrens-Bau an der Essener Straße überarbeitet und um neue Exponate ergänzt. Ich habe bisher nicht einmal von der Existenz einer solchen Ausstellung gewusst. Ab 22. April 2018 wird die überarbeitete Ausstellung unter dem Titel „Peter Behrens – Kunst und Technik“ samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein, ab 16. September 2018 wird der Peter-Behrens-Bau mit der Eröffnung der Ausstellung „Stoffwechsel – Die Ruhrchemie in der Fotografie“ (16. September 2018 bis 17. März 2019) regulär von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die Ausstellung wird eine Auswahl des erhaltenen Foto­be­standes der Ruhrchemie AG und ihrer Nach­folge­gesell­schaften in Oberhausen zeigen und ist eine Gemeinschafts­aus­stellung mit der LUDWIGSGALERIE Schloss Oberhausen. Beide Ausstellungsorte sollen durch einen neu angelegten industriehistorischen Pfad miteinander verbunden werden.

Walzenständer vor dem Peter-Behrens-Bau an der Essener Straße

„Peter Behrens – Kunst und Technik“ bildet zusammen mit den Ausstellungen „#alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag“ (17. März bis 1. Juli 2018) im Museum für angewandte Kunst in Köln und „Das Praktische und das Ideale“ (18. Mai bis 14. Oktober 2018) im Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld den Prolog zum NRW-Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen. Gestaltung und Demokratie. Neubeginn und Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen“. Am 12. April 1919 aus der Vereinigung der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar und der 1915 aufgelösten Kunstgewerbeschule Weimar entstanden, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Als Beitrag zu dem Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen“ soll im Peter-Behrens-Bau die Ausstellung „Stoff und Form“ in Kooperation mit dem Deutschen Kunststoff-Museum gezeigt werden.


Auf einen Blick
    Zinkfabrik Altenberg
  • Dauerausstellung „Schwerindustrie“ noch bis 29. April 2018
  • Sonderausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ noch bis 28. Oktober 2018
  • Wanderausstellung „Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität“ noch bis 18. Februar 2018
  • Galerie-Ausstellung „Magie der Schiene“: 1. März bis 17. Mai 2018
    Peter-Behrens-Bau
  • „Peter Behrens – Kunst und Technik“: ab 22. April 2018
  • „Stoffwechsel – Die Ruhrchemie in der Fotografie“: 16. September 2018 bis 17. März 2019
  • „Stoff und Form“: 2019
Weitere Informationen unter www.industriemuseum.lvr.de.