Mittwoch, 29. November 2017

Vorschau: Einzigartige Studien und Unikate bei der 50. Essen Motor Show

Vom selbstfahrenden E-Mobil bis zum Schulbus mit Strahlturbinenantrieb

Ob selbstfahrendes E-Mobil oder ein Dragster mit Schulbus-Karosserie – die Designstudien und Unikate der 50. Essen Motor Show vom 2. bis 10. Dezember 2017 (1. Dezember: Preview Day) sorgen für Aufsehen. Manche der Fahrzeuge in Halle 3 des PS-Festivals nehmen die Mobilität von morgen vorweg, andere richten sich als Einzelstücke oder Kleinstserien an wohlhabende Käufer. Für Unterhaltung sorgen außerdem die im positiven Sinn verrückten Fahrzeuge mit Strahlturbinenantrieb oder Hubschrauber-Turbine. Eines haben alle gemeinsam: Sie zeigen – oft mit einem Augenzwinkern –, dass auch jenseits des Auto-Mainstreams viel los ist.

Rinspeed „Oasis“, 2 × 40 kW, mehr als 130 km/h, Reichweite 100 km

Rinspeed „Oasis“, 2 × 40 kW, mehr als 130 km/h, Reichweite 100 km

Mit dabei ist unter anderem die neueste Kreation von Rinspeed: Der selbstfahrende „Oasis“ soll im dichten Stadtverkehr eine fahrbare Wohlfühlzone bieten. Der Schweizer Autovisionär und Firmengründer Frank M. Rinderknecht (* 24. November 1955 in Zürich) hat ihn als Gegenentwurf zu tonnenschweren SUVs gedacht, die heute immer mehr Platz beanspruchen. Angetrieben wird das leichte Gefährt aus Stahl und Verbundstoff durch zwei E-Motoren von ZF mit je 40 kW Leistung, die mit der 12-kWh-LiFePO4-Batterie, so Rinspeed, eine Reichweite von 100 Kilometern ermöglichen. Das Auto lässt sich im Stand um die eigene Achse drehen. Besonderer Clou: Hinter der Windschutzscheibe befindet sich ein Kleingarten.

Rinspeed „Oasis“, 2 × 40 kW, mehr als 130 km/h, Reichweite 100 km. Model Doretta bewundert den Kleingarten hinter der Windschutzscheibe


Der vollelektrische Škoda VISION E

Mit der Studie VISION E zeigt auch Škoda einen Einblick in die Zukunft der individuellen Mobilität. Das Konzeptauto ist das erste vollständige Elektrofahrzeug in der Geschichte des Unternehmens. Das mit viel Liebe zum Detail entworfene SUV-Coupé besitzt nicht nur fünf Türen, sondern erfüllt auch alle Voraussetzungen für autonomes Fahren der Stufe 3. Mit dem VISION E gibt Škoda außerdem einen Ausblick, was das autonome Fahren in Zukunft mit sich bringen wird. Das SUV-Coupé fährt allein im Stau oder auf der Autobahn, kann die Spur halten und Hindernissen ausweichen, eigenständig überholen und sucht sich einen freien Parkplatz, in den es selbst ein- und ausparkt. Dank der leistungsstarken 83-kWh-Lithium-Ionen-Akkumulatoren und einer optimalen Energierückgewinnung soll der SUV eine Reichweite von 500 km erreichen.

Škoda VISION E, 225 kW/306 PS, 180 km/h (abgeregelt)

Škoda VISION E, 225 kW/306 PS, 180 km/h (abgeregelt)

Škoda VISION E, 225 kW/306 PS, 180 km/h (abgeregelt)

Auch Brabus präsentiert anlässlich der 50. Essen Motor Show eine elektrische Studie: den Brabus Ultimate E Concept. Die Studie eines exklusiven Stadtsportwagens mit Elektroantrieb entstand auf Basis des aktuellen smart fortwo coupé. Die Stromversorgung des quer hinter der Hinterachse installierten Elektromotors erfolgt über einen im Fahrzeugboden untergebrachten Lithium-Ionen-Akkupack. Mit einer Kapazität von 22 kWh wird eine Reichweite von maximal 160 Kilometern im NEFZ-Normzyklus erzielt.

BRABUS Ultimate e concept, 150 kW/204 PS, 180 km/h


CTR 2017 von Ruf und Jochen Rindts Formel-2-Renn­wagen von 1967

Sportwagenfreunde erwartet darüber hinaus der neue CTR 2017 der Manufaktur Ruf. Der Zweisitzer basiert auf einem komplett bei Ruf entworfenen und gefertigten Kohlefaser-Monocoque; sein Typenkürzel CTR erinnert dabei an den legendären „Yellow Bird“, das erste Ruf-Biturbo-Coupé, das vor 30 Jahren die Welt in Begeisterung versetzte. Das Design des CTR 2017 folgt den Leitlinien, die einst der erste Yellow Bird vorgegeben hat: kompromisslose aerodynamische Effizienz durch die Entwicklung der Form im Windkanal. Ruf Automobile hat den 892.500 Euro teuren CTR 2017 auf 30 Exemplare limitiert.

Ruf CTR 2017, Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor, 3,6 Liter, 522 kW/710 PS, 360 km/h

Ruf CTR 2017, Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor, 3,6 Liter, 522 kW/710 PS, 360 km/h

Die Essen Motor Show fand das erste Mal 1968 unter dem Titel 1. Internationale Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen statt. Der Titel der Ausstellung wurde 1970 in Jochen-Rindt-Show – Int. Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen geändert. Am 5. September 1970, knapp drei Monate vor der Eröffnung, verunglückte Jochen Rindt (* 18. April 1942 in Mainz, † 5. September 1970 in Monza) beim Abschlusstraining für den Großen Preis von Italien in Monza tödlich. Trotzdem wurde die Messe wie geplant unter dem neuen Titel durchgeführt. 1978 wurde der Titel der Ausstellung dann in Int. Motor Show Essen geändert, bevor sie ab 1996 Essen Motor Show International und schließlich seit dem Jahr 2000 Essen Motor Show hieß.

Jochen Rindts Formel-2-Rennwagen Brabham BT23 von 1967, Vierzylinder DOHC-Ford Cosworth FVA Motor, 1,6 Liter, ca. 220 PS, Gewicht 430 kg

Jochen Rindts Formel-2-Rennwagen Brabham BT23 von 1967, Vierzylinder DOHC-Ford Cosworth FVA Motor, 1,6 Liter, ca. 220 PS, Gewicht 430 kg

Jochen Rindts Formel-2-Rennwagen Brabham BT23 von 1967, Vierzylinder DOHC-Ford Cosworth FVA Motor, 1,6 Liter, ca. 220 PS, Gewicht 430 kg

Anlässlich ihrer 50. Runde umfasst die Essen Motor Show auch ein Fahrzeug ihres zwischenzeitlichen Namensgebers Jochen Rindt. Dass dieser als Motorsportler zu den absoluten Weltklassefahrern gehörte, bewies er 1967 und 1968 in der Formel 2, in der er mit dem ausgestellten Brabham BT23 mit DOHC-Ford Cosworth FVA Motor startete. Er legte eine unglaubliche Serie auf die Rennstrecken: Bei 15 Starts gewann er neunmal, wurde viermal Zweiter, einmal Sechster und fiel nur einmal aus. Einen Eindruck von der technologischen Entwicklung im Motorsport vermittelt außerdem ein Tesla Model S P100DL aus der elektrischen Rennserie Electric GT.

Tesla Model S P100DL, 778 PS, 250 km/h

Tesla Model S P100DL, 778 PS, 250 km/h

Der Geländewagen Lamborghini LM002 des italienischen Automobilherstellers Lamborghini wurde nach der Übernahme Lamborghinis durch Patrick Mimran im Jahr 1980 entwickelt. Man erhoffte sich für das Fahrzeug einen guten Absatz in Saudi-Arabien. Insgesamt wurden 301 Fahrzeuge verkauft. Zum Lamborghini LM002 gibt es weder ein in Serie produziertes unmittelbares Vorgänger- noch ein unmittelbares Nachfolgemodell.

Geländewagen Lamborghini LM002, V12-Motor aus dem Lamborghini Countach LP5000S QV, 5.167 cm³, 335 kW/455 PS, 223 km/h, Produktionszeitraum 1986 – 1993


„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

Neben diesen „ernst gemeinten“ Fahrzeugen begeistert Gerd Habermann Racing die Besucher der 50. Essen Motor Show mit vier ausgefallenen Crazy Cars, die es zusammen auf 50.500 PS Leistung bringen. Einen dieser Beschleunigungs­renner taufte Gerd Habermann auf den passenden Namen „School Jet Bus“, der allerdings nicht viel mit einem Nutzfahrzeug gemeinsam hat. Denn Habermanns Bus verfügt über eine von der Westinghouse Aviation Gas Turbine Division entwickelte J34-Turbine mit Nachbrenner und leistet satte 25.000 PS. (Streng genommen hat ein Strahltriebwerk nur einen definierten Schub (in Newton), und die Umrechnung der Schubkraft in eine Leistung macht beim stehenden Fahrzeug nicht den geringsten Sinn, denn dann ist die Leistung P = 0 Watt.) Verbunden mit einer Schubkraft von um die 15,12 kN (für eine J34-WE-36 Turbine, jedenfalls nicht die angegebenen 10.000 kg, denn Kraft wird in Newton gemessen, dagegen wird die Masse im Internationalen Einheitensystem in der SI-Basiseinheit Kilogramm angegeben) würde die Fahrt zur Schule in diesem Gefährt zum spektakulären Abenteuer. Glücklicherweise präsentiert Gerd Habermann das Gefährt nur zu Showzwecken, bei der 50. Essen Motor Show ist es in Halle 3 zu sehen.

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

Übrigens, der „School Jet Bus“ braucht ein paar hundert Liter Flugturbinenkraftstoff Jet A-1 – auch unter dem Namen Kerosin bekannt – für die Viertelmeile (402,34 Meter), und für viel mehr reicht der Kraftstoffvorrat auch nicht. Im Gegensatz zur Strahlturbine im „School Jet Bus“, bei der Umgebungsluft eingesaugt und mit dem Treibstoff in der Verbrennungskammer verbrannt wird, um die dahinter folgenden Turbine anzutreiben, die ihrerseits zum Antrieb des Verdichters dient, handelt es sich bei den meisten Raketenantrieben um Verbrennungskraftmaschinen, die die bei der Verbrennung freigesetzte thermische Energie sowie den entstehenden Druck in der Brennkammer beim Austreten in kinetische Energie (Beschleunigung) umwandeln.

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

Der „School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing ist sehr viel kleiner als die typischen gelben amerikanischen Schulbusse und mit einem Gewicht von 1.250 kg auch sehr viel leichter, über 500 kg gehen bereits auf das Konto der Turbine. Außer dem Fahrer können darin keine weiteren Passagiere mitfahren. Wer wollte sich auch schon auf der Turbine im hinteren Teil des Dragsters den Hintern verbrennen!?

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

„School Jet Bus“ von Gerd Habermann Racing

Gerd Habermann

Gerd Habermann ist Fahrer und Besitzer des größten und erfolgreichsten Dragster- und Jetdragster Teams Europas. Sein „School Jet Bus“ verfügt zwar nicht über einen Raketenantrieb, sondern über einen Strahlturbinenantrieb, aber er besitzt tatsächlich ein Motorrad mit Raketenantrieb, das mit Wasserstoffperoxid betrieben wird und damit auf 640 km/h auf der Viertelmeile (402,34 Meter) beschleunigt wird.

Gerd Habermann

Die Essen Motor Show 2017 ist am 1. Dezember 2017 (Preview Day) von 9 bis 18 Uhr geöffnet, vom 2. bis 10. Dezember 2017 öffnet die Messe Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr ihre Pforten, und von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.

Tickets gibt es als Messe-Eintrittskarte oder als Kombiticket mit Eintritt und freier Hin- und Rückfahrt in allen Bussen und Bahnen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und dem ÖPNV der Deutschen Bahn, 2. Klasse. Das Kombiticket ist ausschließlich im Vorverkauf erhältlich, die Servicegebühr beträgt 5,50 €.

Weitere Informationen unter www.essen-motorshow.de.

Dienstag, 28. November 2017

Messe Essen feiert Abschluss der ersten Bauphase

Feierliche Eröffnung des Foyers Neue Messe Ost

Mit einem Festakt wurden am Dienstag, 28. November 2017, in Anwesenheit von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, drei wichtige Teilstücke der Neuen Messe Essen eröffnet: die erste Hälfte der Messehalle 6, das neue Tagungs- und Kongresszentrum und das neue Foyer im Eingangsbereich Ost. Mit der Eröffnung des neuen, 2.000 m² großen Glasfoyers mit direkt anschließenden neuen Kongressräumlichkeiten erreicht das im Mai 2016 gestartete Bauprojekt seinen wichtigsten Meilenstein. Gleichzeitig geht die erste Hälfte der neuen, 11.000 m² großen Halle 6 mit direktem Blick in den Grugapark in Betrieb.

Rund 2.300 Tonnen Stahl, 125 km Kabel, 15.000 m² Gussasphalt und 3.000 m² Fliesen – das ist nur ein Teil der Baustoffe, die der Generalunternehmer Implenia seit Baubeginn am 2. Mai 2016 verarbeitet hat. Rund anderthalb Jahre nach Projektstart steht fest: Die Messe Essen hat ihre Etappenziele innerhalb des gesetzten Zeit- und Budgetrahmens sowie im Einklang mit dem Veranstaltungskalender erreicht. Anlass genug, den erfolgreichen Abschluss der ersten Bauphase und die Einweihung des neuen Foyers Ost gemeinsam mit rund 500 geladenen Gästen, Kunden und Partnern der Messe Essen zu feiern.

„Das neue Portal des Messehauses Ost kombiniert hohe Aufenthaltsqualität und moderne Ausstellungsbedingungen. Damit sichert die Messe Essen ihre Zukunftsfähigkeit und setzt darüber hinaus Impulse für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen“, resümiert Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW.

Messe Essen, Messehaus Ost

Neue Visitenkarte der Stadt Essen

In Essen geht nun eines der technisch innovativsten Messegelände Deutschlands in Betrieb. Einfache Orientierung, logistische Flexibilität und eine moderne Infrastruktur erfüllen die wichtigsten Ansprüche von Ausstellern, Gastveranstaltern und Besuchern. „Mit der neuen Messe Essen senden wir ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Essen“, so Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen und Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Essen. „Mit dem offen gestalteten und einladenden neuen Eingang der Messe Essen unterstreichen wir, dass wir gerne Gastgeber für Menschen aus aller Welt sind. Das neue Foyer ist ein neues Aushängeschild für unsere Messe und unsere Stadt – eines, das sich sehen lassen kann.“

Klare Strukturen und offene Architektur als Leitidee

Das rund 2.000 m² große Glasfoyer im Einfangsbereich Ost dient ab sofort als einladender Startpunkt in den Messetag und ist durch sein markantes, weit auskragendes Vordach direkt an die U-Bahn angebunden. Aufgrund seiner großzügigen und lichtdurchfluteten Architektur eignet es sich auch als eigenständige Eventlocation.

Messe Essen, Messehaus Ost

Vom Foyer aus besteht direkter Zugang zum neuen Pressecenter Ost und zu den neuen Tagungsräumlichkeiten im Congress Center Ost, die alle mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet und über die transparente Messebrücke mit der Grugahalle verbunden sind.

Messe Essen, Messehaus Ost

Vom Foyer aus gelangen Besucher zudem direkt in die Messehallen, die im Zuge der Modernisierung neu strukturiert werden. So entstehen aus bisher 18 mitunter kleinteiligen und teilweise doppelgeschossigen Hallen insgesamt acht große auf einer Ebene. Das vereinfacht die Orientierung und Logistik und bietet dem Standbau ganz neue Möglichkeiten. Die Flächenbilanz von 110.000 m² bleibt auch nach Abschluss der Modernisierung erhalten.

Planungsprämissen der ersten Bauphase voll erfüllt

Die Voraussetzung dafür, dass die erste Bauphase bei laufendem Messebetrieb planmäßig abgeschlossen werden konnte, war die minutiöse Definition der einzelnen Schritte im Bauprozess und deren Abstimmung auf den Veranstaltungskalender. „Ich freue mich sehr, dass wir die Planungsprämissen der ersten Bauphase sowohl zeitlich als auch finanziell voll erfüllt haben“, kommentiert Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Insgesamt haben sich die auf den Tag genaue Umbauplanung und die professionelle Zusammenarbeit zwischen unserem Messe Essen Team und den externen Fachleuten bezahlt gemacht. Mein Dank geht an alle Beteiligten, an unsere Kunden und Besucher für ihre Geduld.“

Die nächsten Schritte

Der nächste Bauabschnitt widmet sich nun bis Spätsommer 2018 dem Abriss der Hallen 4, 4A und 5. An ihrer Stelle entsteht der südliche Teil der neuen Halle 6. Hier ist dann auch der exklusive Gäste Club mit eigenem Eingang und separater Zufahrt beheimatet. Zeitgleich erfolgt die technische Modernisierung der Hallen im nördlichen Gelände. Der Abschluss des Gesamtprojekts mit einem Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro ist für Herbst 2019 terminiert.

Sonntag, 26. November 2017

45. Internationaler Weihnachtsmarkt Essen

The same procedure as every year? Nicht so ganz…

Bildhafte Darstellung der Geburt Christi

In vielen Städten im Ruhrgebiet (u. a. Duisburg, Essen, Bochum. Dortmund) wurden am 23. November 2017 die diesjährigen Weihnachtsmärkte eröffnet, und so soll es vom 23. November bis 23. Dezember 2017 auch in der Essener Innenstadt an insgesamt 256 Ständen vom Willy-Brandt-Platz entlang der Rathenaustraße über den Kennedyplatz bis zum Flachsmarkt wieder weihnachtlich zugehen, doch nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breit­scheidplatz am 19. Dezember 2016 ist nichts mehr so wie in den Jahren zuvor. Den auffälligsten Veränderungen begegnet man vom Hauptbahnhof kommend bereits am Willy-Brandt-Platz, wo Betonbarrieren ein Anschlagsszenario wie 2016 verhindern sollen. Diese sehen nicht sonderlich schön aus, und einhundertprozentigen Schutz gegen ein Durchbrechen mit schweren LKWs bieten sie auch nicht: Wer im Physikunterricht aufgepasst hat und sich auch nur vage an Impuls- und Energieerhaltung erinnern kann, weiß sofort, wie gut sich ein 40 Tonnen schwerer LKW durch diese Betonbarrieren aufhalten lässt. Weiterhin patrouillieren mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizeistreifen auf dem Weihnachtsmarkt, was ich persönlich besorgniserregender empfinde als die abstrakte Gefahr von Terroranschlägen: Wie will eine schwerbewaffnete Polizeistreife einen Anschlag von Selbstmordattentätern gänzlich verhindern, und wer schützt mich vor möglichen Panikreaktionen?

Ramponierter Weihnachtsbaum auf dem Willy-Brandt-Platz

Wie dem auch sei, bereits am ersten Wochenende war der Weihnachtsmarkt in der Essener Innenstadt gut besucht und der provisorische Busparkplatz an der Hachestraße von Reisebussen aus der weiteren Umgebung stark frequentiert. Natürlich sind auch in diesem Jahr wieder die Spezialitäten aus Peru auf dem Kennedyplatz am II. Hagen zu finden, an der Stelle, wo die meisten Menschen warten. Das Adveniat-Kerzenziehhaus auf dem Kardinal-Hengsbach-Platz und das Adveniat-Brotbackhaus auf der Kettwiger Straße, Höhe Burgplatz werden erst am 27. November 2017 ihre Pforten öffnen, und ab dem 2. Dezember 2017 sind auch wieder diverse Krippen in der Essener Innenstadt unter dem Motto „Essen.Krippenland.“ zu sehen.


Willy-Brandt-Platz

WillyBrandt-Platz

„Curtain of Light“ über dem Weihnachtsmarkt auf dem Willy-Brandt-Platz

Auf wundersame Weise hat sich inzwischen auch das Themenbild „Aarhus – Kulturhauptstadt Europas 2017“ der 68. Essener Lichtwochen an der Lindenallee/Rathenaustraße eingefunden und findet dort so gut wie keine Beachtung, schließlich möchte jeder Weihnachtsmarktbesucher vom Willy-Brandt-Platz möglichst auf direktem Wege zum Kennedyplatz.

Lindenallee/Rathenaustraße

Barock-Karussel auf dem Kennedyplatz

Barock-Karussel auf dem Kennedyplatz

Lichtbrunnen auf dem Kennedyplatz

„Faszination Glas“ auf dem Kennedyplatz

Kennedyplatz

Windlicht

Freitag, 24. November 2017

„Löwe, Mammut & Co.“ – Eine Eiszeit-Safari

Neue Sonderausstellung im Neanderthal Museum

Neanderthal Museum

„Löwe, Mammut & Co.“ lautet der Titel der Sonderausstellung, die vom 25. November 2017 bis zum 22. April 2018 im Neanderthal Museum in Mettmann zu sehen ist. Auf die Ausstellungsbesucher wartet eine Safari ins Europa der letzten Eiszeit zwischen 30.000 und 15.000 Jahre vor der heutigen Zeit im Jungpaläolithikum. Hier begegnet man den „Big Five“ der Eiszeitsteppe: Mammut, Höhlenlöwe, Wollnashorn, Auerochse und Höhlenbär. In den Safari-Lodges lässt sich die Welt der Eiszeit erforschen: In welcher Umwelt lebten Tiere und Menschen? Wie konnten die Menschen überleben? Kommt bald die nächste Eiszeit? Wie unterscheidet sich vom Menschen verursachter Klimawandel von natürlichen Veränderungen?

„Löwe, Mammut & Co.“, Blick in die Sonderausstellung „bei Tag“

„Löwe, Mammut & Co.“, anatomisch moderner Mensch Homo sapiens sapiens und Rentier Rangifer tarandus

„Löwe, Mammut & Co.“, Steppenbison Bison priscus

Die zu erkundende „Mammutsteppe“ dehnte sich in der Eiszeit südlich der Gletschermassen in Europa und Asien aus: eine waldlose Vegetation mit Gräsern, Kräutern und Sträuchern. Diese endlosen Weiten waren Lebensraum für zahlreiche Großsäuger, wie das wollhaarige Mammut, das Wollnashorn, den Riesenhirsch, den Höhlenbären, den Bison, das Rentier, den Moschusochsen und das Pferd. Für ihre Nahrungsaufnahme mussten diese Tiere weite Wanderungen unternehmen. Ein erwachsenes Mammut musste etwa 180 Kilogramm am Tag fressen, ließ aber auch täglich etwa 100 Kilogramm Kot fallen. Dabei gelangten über den Dung Nährstoffe in die Steppe zurück – ein perfekter Kreislauf. Mit der Erwärmung zum Ende der Eiszeit verloren die meisten Eiszeittiere jedoch ihre Nahrungsgrundlage und verschwanden gemeinsam mit der Mammutsteppe.

„Löwe, Mammut & Co.“, Wollhaarmammut Mammuthus primigenius

„Löwe, Mammut & Co.“, Wollhaarnashorn Coelodonta antiquitatis

Die Mammutsteppe wird im Neanderthal Museum nun wieder zum Leben erweckt: Besucher können bei Tag in der Steppe das Fährtenlesen erlernen, bei Nacht den Geschichten am Lagerfeuer lauschen und Archäologen in ihrem Labor besuchen. Für Kinder ist ein Safari-Action-Pack erhältlich, für Erwachsene kann der Besuch mit einem Eiszeitsafari-Reisbegleiter (Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 224 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, ISBN 978-3-89937-204-5) und der gratis für iOS und Android verfügbaren Ausstellungs-App „Eiszeit-Safari“ erweitert werden. Die Filmsequenzen der App zeigen detailreiche, festliche und alltägliche Szenen eiszeitlichen Lebens. Sie wurden mit Schauspielern auf der Schwäbischen Alb gedreht, wo eiszeitliche Höhlen aufgrund ihres reichen Kulturerbes Weltkulturerbe-Status haben.

„Löwe, Mammut & Co.“, Blick in die Ausstellung „bei Nacht“

„Löwe, Mammut & Co.“, Höhlenlöwe Panthera leo spelaea

„Löwe, Mammut & Co.“, Luchs Lynx lynx

Für die Eiszeitsafari im Neanderthal Museum wurden die Tiere von führenden Modellbauern Europas, Ramon López i Ayats aus Barcelona und Remie Bakker aus Rotterdam, wieder zum Leben erweckt. Sie erstellten zunächst kleine Miniaturmodelle, um die Position und den Ausdruck des Tiers zu bestimmen. Knochenfunde, Höhlenmalereien und seltene Funde von gefrorenen Eiszeittieren aus Sibirien ermöglichen es, das Aussehen zu rekonstruieren. Anschließend modellierten die Bildhauer eine täuschend echte Figur des Tieres. Diese wurde dann mit Kunstharz oder Silikon abgegossen und nochmals in zahlreichen Arbeitsschritten nachbehandelt. Die dichte Behaarung einiger Tiere wurde sogar einzeln eingestochen. Glücklicherweise sind die meisten Tiere innen hohl, denn das Gewicht eines „echten“ Mammuts wäre für den Museumsboden zu schwer.

„Löwe, Mammut & Co.“, Elch Alces alces

„Löwe, Mammut & Co.“, Höhlenbär Ursus spelaeus

Die Ausstellung ist in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim entstanden, wo die „Eiszeitsafari“ bereits vom 20. März bis 30. Oktober 2016 zu sehen war. „Eiszeitsafari“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wird im Anschluss vom 7. Oktober 2018 bis 22. April 2019 im Museum Wiesbaden und vom 18. Mai bis 3. November 2019 in der Kunsthalle Leoben zu sehen sein.

„Löwe, Mammut & Co.“, Moschusochse Ovibos moschatus, Polarfuchs/Eisfuchs Vulpes lagopus und Moorschneehuhn Lagopus lagopus

„Löwe, Mammut & Co.“, Riesenhirsch Megaloceros giganteus

Das Neanderthal Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Dauerausstellung (inkl. Neanderthaler-Fundort) kostet 9 Euro, das Kombiticket für die Dauerausstellung und die Sonderausstellung 11 Euro. Da sich „Löwe, Mammut & Co.“ über das gesamte Haus erstreckt, gibt es kein Einzelticket lediglich für die Sonderausstellung. Ermäßigung für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten und Behinderte. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de. Dort ist auch das Rahmenprogramm zur Ausstellung (u. a. mit Angeboten für Schulklassen, Erwachsenengruppen, Familien oder auch speziell für Lehrer) abrufbar.