Freitag, 19. Mai 2017

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“

Sonderausstellung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Plakat zur Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“. © Ruhr Museum; Gestaltung: Uwe Loesch

Anlässlich der Ernennung Essens zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 präsentiert das Ruhr Museum in Kooperation mit dem Projektbüro der Grünen Hauptstadt und der Stiftung Zollverein vom 21. Mai bis zum 27. August 2017 die Sonderausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Simone Raskop, Vorstand des Geschäftsbereichs Umwelt und Bauen der Stadt Essen, und Professor Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums


Die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung in der Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt, warum Essen als ehemalige Industriemetropole und größte Bergbaustadt in Europa den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ bekam. Dabei verwandelt sich die Halle 5 in eine beeindruckende und begehbare Park- und Seenlandschaft und zeigt, was in 150 Jahren grüner Stadtgeschichte alles möglich ist. Im 19. Jahrhundert hat sich die Stadt Essen in kürzester Zeit von einer kleinen Ackerbürgerstadt zum Zentrum der deutschen Schwer- und Montanindustrie entwickelt. Sie hat im Laufe dieser Entwicklung die Umwelt in kaum vorstellbarer Form belastet und die Landschaft zerstört. Sie hat aber zum ökologischen Ausgleich und zur Erholung der Menschen eine Reihe von spektakulären Grünkonzepten entwickelt und diese mit dem Ende der Montanindustrie verstärkt und erweitert. Im Jahr 2017 ist Essen Grüne Hauptstadt Europas.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Gala-Coupé, 1. Viertel des 19. Jahrhunderts

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Lok diverser Bundesgartenschauen, 1959. Sie wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1959 in Dortmund gebaut

Auf 1.000 Quadratmetern werden über 650 Exponate gezeigt. Das Spektrum der unterschiedlichen Objekte ist bunt. Neben Fotos, Filmen und Plänen erwarten die Besucher Pflanzen, Tierpräparate, Parkskulpturen, Gartengeräte und -fahrzeuge, die die große Vielfalt der Grünkonzepte in Essen zeigen. Neben Schloss- und Industriellenparks, Kleingartenkolonien und Volksgärten prägen heute Seenlandschaften, Wälder, Naturschutzgebiete und die Industrienatur das grüne Gesicht der Region.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Hermelin im Sommerkleid (Mustela erminea)

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Siebenschläfer (Glis glis)


Die Gliederung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Verbotsschilder, 1930 (links oben), 1950 (links unten) und Hinweistafel, 1950 (rechts)

Die Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“ präsentiert in fünfzehn Kapiteln die unterschiedlichen Grünkonzepte der Stadt Essen vor, während und nach der Industrialisierung, angefangen bei den Schlossparks und den Industriellenparks, wie dem Hügelpark, über die Kaiser-, Stadt- und Volksgärten bis hin zu den Kleingärten. Sie zeigt den Wald in der Stadt, die Gartenstädte wie die Margarethenhöhe, die Friedhöfe, die Gartenschauen auf dem Gruga Park-Gelände und die Seelandschaft am Baldeneysee. Und sie beschäftigt sich mit den neuen postindustriellen Konzepten, wie den Naturschutzgebieten, der Industrienatur im Zollverein Park und den neuen Wegen zum Wasser zwischen Ruhr und Emscher. Zudem zeigt die Ausstellung ein Jahrhundert Grünplanung in Essen und im Ruhrgebiet, angefangen bei den städtischen Planungen von Stadtgärten, Waldgebieten und Gartenstädten Anfang des 19. Jahrhunderts über die Regionalplanungen des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk in den 1920er Jahren, die Internationale Bauausstellung Emscherpark in den 1990er-Jahren bis hin zu den neuen Konzepten wie der Emscherrenaturierung und einer nachhaltigen Landschaftsgestaltung. Und sie gibt auch einen Ausblick auf die weitere Grünentwicklung bis zur Internationalen Gartenschau im Ruhrgebiet im Jahre 2027.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur Reichsgartenschau, 1938

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur 2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1952

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Teil eines bleiverglasten Mosaikfensters aus dem Aquarium, gestaltet von Philipp Schardt, das zur 2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1952 präsentiert werden konnte.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur Bundesgartenschau 1965 in Essen


Pay what you want

Zur Feier des Grünen Hauptstadt-Jahres geht die Publikumsausstellung auch in Sachen Eintritt neue Wege: In der Ausstellung gilt das Pay what you want-Prinzip: Das bedeutet, dass die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob und wie viel Eintritt sie zahlen möchten, beziehungsweise, was ihnen der Besuch wert war. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben wie in allen Ausstellungen des Ruhr Museums auch in Halle 5 freien Eintritt.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Georg Metzendorf, Bronzebüste von Joseph Enseling, 1926

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, „Der spielende Bär“, Skulptur von Joseph Enseling, 1912. Der „spielende Bär“ stand ursprünglich im Erdgeschoss an der Haupttreppe des Gasthauses Margarethenhöhe


Das Projekt

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Ruhr Museums, des Projektbüros Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 und der Stiftung Zollverein. Sie wird gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Strandbad Scheppen mit Blick auf die Zeche Carl Funke, 1952

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Lore als Pflanzgefäß, zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Der Katalog zur Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“ ist im Klartext Verlag, Essen erschienen, ISBN 978-3-8375-1752-1. Er umfasst 224 Seiten mit über Abbildungen und kostet 19,95 Euro.

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