Donnerstag, 25. Mai 2017

Inhaltsverzeichnis 2017

Da sich das Inhaltsverzeichnis als Startseite in den vergangenen Jahren bewährt hat, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Index. Never touch a running system!


Freilichtbühne Coesfeld; „Im weißen Rössl“

„Im weißen Rössl“ – nach dem Alt-Berliner Lustspiel „Im weißen Rößl“ von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg; Musik: Ralph Benatzky; Libretto: Hans Müller-Einigen, Erik Charell; Liedtexte: Robert Gilbert; Inszenierung: Harald Kratochwil; Choreografie: Kati Heidebrecht; Bühne: Harry Behlau; Kostüme: Martina Toeberg; Musikalischer Leiter: Oliver Haug. Darsteller: Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber), Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler), Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant), Lisa Schmohl (Ottilie, seine Tochter), Denys Kappel (Sigismund Sülzheimer, Sohn des Konkurrenten), Thomas Renners (Prof. Dr. Hinzelmann, Urlauber), Debbie Rave (Klärchen, seine Tochter), Phillip Brockhoff (Piccolo), Christoph Krappe (Kaiser Franz Joseph I./Bademeister), Annette Demmer (Reiseführerin/Kapitänin), Susanne Zühlke (Kathi, Briefträgerin), Andrea Stog (Oberförsterin Waltraud Vogel), Milena Schilasky (Zenzi, Ziegenhirtin), Mona Gensch (Braut), Denys Kappel (Bräutigam), Anna Hansen (Souvenierverkäuferin/Rettungsschwimmerin), Cynthia Achteresch, Sophia Baumgarten, Johanna Frenk, Eva Hallekamp, Julia Nolte, Lena Reuter, Barbara Schlichtmann, Leonie Wieling, Tabea Wies. Uraufführung: 8. November 1930, Großes Schauspielhaus, Berlin. Premiere: 27. Mai 2017, Freilichtbühne Coesfeld.



„Im weißen Rössl“


Probenbesuch beim diesjährigen Abendmusical auf der Freilichtbühne Coesfeld


Viele werden bei dem Singspiel „Im weißen Rössl“ sofort an die Verfilmung mit Peter Alexander, Gunther Philipp und Waltraut Haas aus dem Jahr 1960 denken, doch das Stück hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Mit zum Hotel verkleideter Fassade und dem Versprechen „Tritt ein und vergiss deine Sorgen“ lockte das Große Schauspielhaus zur Uraufführung des „Weißen Rößls“ am 8. November 1930 das Berliner Publikum auf eine Sehnsuchtsreise ins fiktive Salzkammergut. Fast genau ein Jahr, nachdem die Welt durch den Zusammenbruch der New Yorker Börse mit einem Schlag in eine globale Wirtschaftskrise gerissen wurde, spiegelten Ralph Benatzky (* 5. Juni 1884 in Mährisch-Budwitz, † 16. Oktober 1957 in Zürich) und sein Autor Robert Gilbert (Liedtexte) mit ihrem Auftragswerk für den welterfahrenen Revuekönig Erik Charell (* 8. April 1894 in Breslau, † 15. Juli 1974 in München, eigentlich Erich Karl Löwenberg) die überschäumende Lebenslust der Berliner Vergnügungskultur zwischen den Weltkriegen. Aus manch melodienseligem Ohrwurm lugte auch immer wieder ein Stück jazziger Broadway-Sound hervor. Die Nationalsozialisten diffamierten die jazzigen amerikanischen Tanzrhythmen als „entartete Negermusik“, die amerikanischen Musikeinflüsse wurden gestrichen und durch streichergetragene Walzermelodien ersetzt. An der „bereinigten Fassung“ wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg festgehalten, erst 1994 belebte die „Bar jeder Vernunft“ in Berlin den ursprünglichen Revuecharakter des Stückes neu. Schließlich fand der Verlag Felix Bloch Erben Anfang 2009 in Zagreb das längst verschollen geglaubte, vollständige historische Orchestermaterial, welches von Matthias Grimminger und Henning Hagedorn unter Mitarbeit von Winfried Fechner „bühnentechnisch eingerichtet“ wurde, am 19. Juni 2009 nach über 60 Jahren an der Staatsoperette Dresden zum ersten Mal wieder erklang und damit die erste Wiederaufführung der von Erik Charell 1930 als Revueoperette aufgeführten Urfassung des „Weißen Rößl“ ist. Regisseur Harald Kratochwil hat sich bei seiner Inszenierung in Coesfeld allerdings gegen die „Bühnenpraktische Rekonstruktion der Originalfassung“ entschieden.

„Im weißen Rössl“

Die Freilichtbühne Coesfeld e. V. wurde bereits 1951 gegründet, und seit 1986 werden aufgrund des Publikumsinteresses nur noch Musicals gezeigt. Neben bekannten Stücken wie der „West Side Story“ von Leonard Bernstein (Musik) und Stephen Sondheim (Lyrics) oder „Der kleine Horrorladen“ von Alan Menken (Musik) und Howard Ashman (Lyrics, Buch) werden auch Uraufführungen wie „Studio 54“ oder „Vanity Fair“ vom Autor und Musicalkomponisten Claus Martin gezeigt, für „Vanity Fair“ wurde die Freilichtbühne Coesfeld 2010 mit dem Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena“ als bestes Amateurtheater in der Kategorie „Freilichttheater“ ausgezeichnet. 2017 wird erstmals wieder das Singspiel „Im weißen Rössl“ aufgeführt, nach 1952, 1958 und 1970 zum vierten Mal seit der Gründung.

„Im weißen Rössl“, Annette Demmer (Reiseführerin), Ensemble

Auch 2016 war die Freilichtbühne Coesfeld für „The Addams Family“ für den Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena“ in der Sparte „Musik-/Tanz- oder Bewegungstheater“ nominiert. (Der „amarena 2016“ ging für „Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.“ an die Juniorcompany der Älteren des Leipziger Tanztheaters.) Dies ist sicherlich auch ein Verdienst der Profis, die für die Einstudierung der Stücke engagiert werden. Auf der Bühne stehen aber ausschließlich Amateure, der Verein hat mehr als 200 Mitglieder, die auf und hinter der Bühne für den reibungslosen Ablauf sorgen. Als Kreativteam wurden für „Im weißen Rössl“ Harald Kratochwil (Regie), Kati Heidebrecht (Choreografie) und Oliver Haug als Musikalischer Leiter verpflichtet, alle drei haben bereits bei früheren Produktionen der Freilichtbühne Coesfeld bei der Einstudierung mitgewirkt.

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Ensemble

Zum Inhalt:
Im Hotel „Zum weißen Rössl“ hat Zahlkellner Leopold Brandmeyer sein Herz an die handfeste Wirtin Josepha Vogelhuber verloren. Doch die will dieses Jahr endlich den alljährlichen Sommergast Dr. Erich Siedler für sich erobern, den sie noch heute erwartet und in den sie heimlich verliebt ist. Auch der Berliner Trikotagenfabrikant Wilhelm Giesecke, Erfinder der vorne geknöpften Hemdhose „Apollo“, mit seiner Tochter Ottilie zählen zu den neuen Hotelgästen. Erst kürzlich hat er einen Patent-Streit gegen seinen Konkurrenten Sülzheimer verloren, dieser hatte die Hemdhose „Attila“, hinten geknöpft, ebenfalls zum Patent angemeldet. Zu allem Übel ist Dr. Siedler Sülzheimers Anwalt. Ottilie erliegt jedoch schon bald den Avancen des Rechtsanwalts. Als weitere Gäste treffen Sigismund Sülzheimer, der Sohn von Gieseckes Konkurrenten und von allen nur „der schöne Sigismund“ genannt, sowie der verarmte Professor Hinzelmann mit seiner Tochter Klärchen ein. Sigismund soll Ottilie heiraten, um dem Konkurrenzkampf zwischen Giesecke und Sülzheimer ein Ende zu bereiten. Doch der hat seinerseits ein Auge auf das reizende Klärchen geworfen. Um dieses Intrigengewirr mitten in der Hochsaison zu lichten, bedarf es schon eines Auftritts von Kaiser Franz Joseph I. persönlich. Auf sein Anraten entlässt Josepha Zahlkellner Leopold mit dem überraschenden Zeugnis: „Entlassen als Zahlkellner, aber engagiert auf Lebensdauer als Ehemann“. Auch die beiden anderen Liebespaare finden sich, und am Ende wird sogar der Patent-Streit beigelegt.

„Im weißen Rössl“, Susanne Zühlke (Kathi, Briefträgerin), Andrea Stog (Oberförsterin Waltraut Vogel) und Milena Schilasky (Zenzi, Ziegenhirtin)

Da Theateraufführungen vor der Premiere nicht besprochen werden, bis zur Premiere kann man schließlich alles noch komplett „auf den Kopf stellen“, gibt es jetzt und hier lediglich einen kleinen „Appetizer“, der Lust machen soll, eine der Vorstellungen zu besuchen und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer) und Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber)

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer) und Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber)

„Im weißen Rössl“, Phillip Brockhoff (Piccolo), Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter) und Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant)

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer) und Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant)

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer) und Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler)

„Im weißen Rössl“, Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant)

„Im weißen Rössl“, Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer)

„Im weißen Rössl“, Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter)

„Im weißen Rössl“, Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler) und Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter), Ensemble

„Im weißen Rössl“, Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler), Anna Hansen (Souvenierverkäuferin) und Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter)

„Im weißen Rössl“, Phillip Brockhoff (Piccolo) und Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer)

„Im weißen Rössl“, Annette Demmer (Kapitänin), Andrea Stog (Oberförsterin Waltraut Vogel), Susanne Zühlke (Kathi, Briefträgerin) und Milena Schilasky (Zenzi, Ziegenhirtin)

„Im weißen Rössl“, Ensemble

„Im weißen Rössl“, Denys Kappel (Sigismund Sülzheimer) und Debbie Rave (Klärchen, Prof. Dr. Hinzelmanns Tochter)

„Im weißen Rössl“, Anna Hansen (Souvenierverkäuferin)

„Im weißen Rössl“, Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant), Susanne Zühlke (Kathi, Briefträgerin) und Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler)

„Im weißen Rössl“, Susanne Zühlke (Kathi, Briefträgerin) und Annette Demmer (Kapitänin)

„Im weißen Rössl“, Ensemble

„Im weißen Rössl“, Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber) und Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer)

„Im weißen Rössl“, Christoph Krappe (Kaiser Franz Joseph I.) und Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Ensemble

„Im weißen Rössl“, Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler), Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber), Christoph Krappe (Kaiser Franz Joseph I.) und Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Ensemble

„Im weißen Rössl“, Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber) und Christoph Krappe (Kaiser Franz Joseph I.)

„Im weißen Rössl“, Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber)

„Im weißen Rössl“, Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant) und Thomas Renners (Prof. Dr. Hinzelmann, Urlauber), Ensemble

„Im weißen Rössl“, Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler) und Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter), Ensemble

„Im weißen Rössl“, Denys Kappel (Sigismund Sülzheimer) und Debbie Rave (Klärchen, Prof. Dr. Hinzelmanns Tochter)

„Im weißen Rössl“, Christoph Meerkamp (Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler), Lisa Schmohl (Ottilie, Wilhelm Gieseckes Tochter), Sascha Kappel (Wilhelm Giesecke, Berliner Fabrikant), Heike Hansen (Wirtin Josepha Vogelhuber), Jörg Middendorf (Zahlkellner Leopold Brandmeyer), Thomas Renners (Prof. Dr. Hinzelmann, Urlauber), Denys Kappel (Sigismund Sülzheimer) und Debbie Rave (Klärchen, Prof. Dr. Hinzelmanns Tochter), Ensemble

„Im weißen Rössl“ hat am Samstag, 27. Mai 2017 um 20.30 Uhr auf der Freilichtbühne Coesfeld Premiere, Folgevorstellungen stehen bis 2. September 2017 auf dem Spielplan. Tickets und weitere Informationen unter www.freilichtbuehne-coesfeld.de. Als Familienmusical steht in Coesfeld in diesem Sommer „Peter Pan“ von Konstantin Wecker (Musik, Songtexte), Christian Berg und Melanie Herzig (Buch) auf dem Spielplan, Premiere ist am 10. Juni 2017 um 15 Uhr.

„Im weißen Rössl“

Mittwoch, 24. Mai 2017

Jubel am 26. Mai – vor 2.000 Jahren

Der Niedergermanische Limes feiert seinen 2000. Geburtstag

Vor genau 2.000 Jahren – am 26. Mai 17 n. Chr. – feierte der römische Feldherr Nero Claudius, genannt Germanicus, mit einem großen Triumphzug den Sieg über die Germanen. Damit waren die Germanen-Feldzüge offiziell beendet und die Grenze entlang des Rheins – der Niedergermanische Limes – besiegelt. Der Triumph transportierte eine für das römische Volk bedeutende machtpolitische Botschaft: Er diente der äußerlichen politischen und gesellschaftlichen Stabilisierung des Reiches und kündete vom vermeintlichen Sieg im weit entlegenen Germanien.

Bei der berühmten Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. erlitt zuvor das römische Heer eine vernichtende Niederlage. Als Antwort auf diese Schmach durch die Germanen setzte Germanicus alles daran, die römische Vorherrschaft wiederherzustellen und Rom für die Demütigung zu rächen. Mit acht Legionen griff Germanicus die germanischen Stämme wieder und wieder an. Nachdem er sie bis 16 n. Chr. immer noch nicht bezwingen konnte, erklärte Rom die Feldzüge für siegreich beendet – heute würde man womöglich von Fake News sprechen – und legte die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien am Rhein fest.

Überall entlang des linken Rheinufers zwischen dem Vinxtbach südlich von Remagen im heutigen Rheinland-Pfalz und der Nordseeküste bei Katwijk findet man Spuren römischer Militäranlagen. Im Hinblick auf die vorgesehene Anerkennung des Niedergermanischen Limes als UNESCO-Welterbestätte untersucht das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland derzeit in einem Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Archäologischen Institut weitere Lagerplätze. Finanziell wird das Vorhaben durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Hier kommt ein sogenanntes Magnetometersystem des Deutschen Archäologischen Instituts zum Einsatz, mit dem sich wesentlich größere Flächen als bisher untersuchen lassen.

Mit dieser Methode konnte das Forscherteam bereits erstaunliche Befunde – ganz ohne Ausgrabung – ans Licht bringen: Auf dem Fürstenberg bei Xanten wurden die Grundrisse eines dort seit langem vermuteten Zwei-Legionen-Lagers der 5. und der 21. Legion sichtbar gemacht. Spektakulär ist auch die Entdeckung eines riesigen, vier Hektar großen Campus, ein mit Säulenhallen umstandener Exerzierplatz. Von hier zogen die beiden Legionen aus, um die von den Germanen in der Varusschlacht erbeuteten Legionsadler erfolgreich zurückzuerobern. Mit dem Triumphzug am 26. Mai 17 n. Chr. wurden die Eroberungspläne offiziell eingestellt. Der Rhein war nun die Grenze des Römischen Reiches.

Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus und das Ende Roms in Germanien vor 2.000 Jahren bilden den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung, die das LWL-Römermuseum in Haltern am See vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 präsentiert. Im heutigen Haltern am See befand sich vor 2.000 Jahren mit dem Lager Aliso einer der wichtigsten Militärkomplexe der Römer, hier war eine der Schaltzentralen der römischen Macht. Seit 1993 ist das Museum in Halten ein Schauplatz renommierter Ausstellungsprojekte. Es stellt das 2.000-jährige Jubiläum des Endes der Römer in Westfalen im Jahr 17 n. Chr. in den Mittelpunkt der Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“, die die Besucher am umjubelten Triumphzug teilhaben lässt – von der Zurschaustellung der Beute bis zum abschließenden Opfer auf dem Kapitol.

Dienstag, 23. Mai 2017

Erlebe dein blaues Wunder – Baden in der Ruhr nach mehr als 40 Jahren wieder möglich

Badestelle am Seaside Beach Baldeney eröffnet

Über vierzig Jahre mussten die Essener Bürgerinnen und Bürger auf das Baden in „ihrer“ Ruhr verzichten. Nachdem der erste Anlauf am vergangenen Sonntag buchstäblich ins Wasser gefallen ist, hatte das Warten heute endlich ein Ende: Zahlreiche Gäste besuchten am 23. Mai 2017 die offizielle Eröffnung der Badestelle am Seaside Beach Baldeney. Nach dem Startschuss von Thomas Kufen, dem Oberbürgermeister der Stadt Essen, wagten einige begeisterte Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit dem ehemaligen Profischwimmer Christian Keller den ersten Sprung in das kühle Nass.

Seaside Beach Baldeney

Christian Keller, ehemaliger deutscher Schwimmer: „Als gebürtiger Essener und begeisterter Schwimmsportler ist dieses Projekt für mich natürlich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich, dass ich bei der Eröffnung der Badestelle dabei sein und gemeinsam mit den Gästen den ersten Sprung in die Ruhr nach über vierzig Jahren wagen darf. Mein Vater hat mir davon berichtet, wie er in der Jugend im See schwimmen war. Ich denke, ich spreche auch für viele Essenerinnen und Essener, wenn ich sage: ‚Endlich wieder Baden in der Ruhr!‘“

Christian Keller mit Moderator Uwe Loch

„Es ist sowohl für mich als auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen ein unbeschreibliches Gefühl, die Badestelle an der Ruhr eröffnen zu dürfen und die jahrelange Forschung und das Engagement von Ruhrverband, Stadt und Partnern damit honorieren zu können. Das Baden in der Ruhr ist ein einzigartiges Projekt, durch das unser blaues Wunder für jeden erlebbar gemacht wird“, sagte Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, der die Pilotbadestelle am Dienstag gemeinsam mit Simone Raskob (Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 und Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen), Gerhard Odenkirchen (Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Norbert Jardin (Vorstand Technik und Fluss­gebiets­management des Ruhrverbands) und Christian Keller (ehemaliger deutscher Schwimmer) eröffnete.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen

Gerhard Odenkirchen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: „Das Projekt ‚Baden in der Ruhr‘ hat eine hohe emotionale Bedeutung für Essen und für die gesamte Region. Das Baden im Baldeneysee macht für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar, welche Fortschritte im Bereich Umweltschutz und Wasserqualität gemacht wurden. ‚Baden in der Ruhr‘ ist ebenso wie die Renaturierung der Emscher Symbol für eine neue grüne Epoche in der Metropole Ruhr.“

Gerhard Odenkirchen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Nobert Jardin, Vorstand Technik und Fluss­gebiets­management des Ruhrverbands: „Durch die hervorragende Reinigungsleistung der Kläranlagen des Ruhrverbands ist die Wasserqualität der Ruhr erheblich besser geworden. Auch wenn die hygienischen Verhältnisse an trockenen Tagen ein Baden ermöglichen, kann es bei starken Niederschlägen notwendig werden, die Badestelle zu sperren. Daher wünschen wir allen Essener Bürgerinnen und Bürgern viele trockene und sonnige Tage, an denen sie das Baden in der Ruhr unbeschwert genießen können.“

Prof. Dr. Nobert Jardin, Vorstand Technik und Flussgebietsmanagement des Ruhrverbands

„Baden in der Ruhr ist ein wegweisendes und nachhaltiges Projekt der Grünen Hauptstadt Europas, das weit über das Jahr 2017 hinaus wirkt. Den Startschuss für das Projekt können wir also zu Recht mit Stolz geben. Durch das Forschungsprojekt „Sichere Ruhr“ wurde der Grundstein dafür gelegt, dass wir den Menschen in Essen heute ihren Fluss zurückgeben und im besten Fall in den nächsten Jahren weitere Badestellen eröffnen können“, so Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Ob und wann weitere Badestellen umgesetzt werden, wird vor allem davon abhängig sein, wie die Pilotbadestelle und das Frühwarnsystem am Seaside Beach Baldeney angenommen werden.

Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Die Ruhr steht exemplarisch für die Entwicklung der Stadt Essen. Von einem Fluss, an dem nur wenige Mühlen und Handwerksbetriebe siedelten, wurde das Fließgewässer zu einem Transportweg für Kohle und Entsorgungsort für Industrieabwässer. Durch das Ruhrreinhaltegesetz von 1913 kam dann die entscheidende Wendung: Die Ruhr entwickelte sich zurück zu einem blauen und sauberen Gewässer. Dennoch war das Baden in der Ruhr aufgrund hygienischer Bedenken ab September 1952 verboten. Die Strandbäder Steele, Haus Scheppen, Werden, Kettwig und Baldeney waren allerdings davon ausgenommen, im letzten Strandbad verbot man schließlich 1973 das Schwimmen im See. In dem dreijährigen BMBF-Verbund­projekt „Sichere Ruhr“ mit einem Fördervolumen von 3,4 Millionen Euro wurden ab 2012 die Rahmen­bedingungen für ein sicheres und rechtskonformes Baden erarbeitet, so dass heute wieder die ersten Bürgerinnen und Bürger der Stadt in der Ruhr baden können und dürfen. Außerdem wurde ein Frühwarnsystem entwickelt, das die innerhalb der EU geltenden hygienischen Standards berücksichtigt und Schwankungen der Wasserqualität voraussagt. Nur nach Starkregenereignissen, in dessen Folge eine Entlastung durch die Regenrückhaltebecken erfolgen muss, ist eine Sperrung des Badebereiches notwendig. Und wie schnell es zu einer solchen Sperrung kommen kann, dass hat man am vergangenen Sonntag zur geplanten Eröffnung erlebt.

Seaside Beach Baldeney

Seaside Beach Baldeney

Seaside Beach Baldeney, Christian Keller sorgte auch bei der Eröffnung der Badestelle für großes Medieninteresse

Seaside Beach Baldeney

Die Badestelle am Seaside Beach Baldeney erstreckt sich über eine Uferlänge von 50 Metern und reicht 15 Meter in den See hinein. Der Einstieg in das Fließgewässer ist über drei Stege möglich. Durch das eigens entwickelte Frühwarnsystem können Interessierte tagesaktuell auf der Homepage der Stadt Essen unter www.essen.de/badeninderruhr und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter www.badegewaesser.nrw.de abrufen, an welchen Tagen das Baden in der Ruhr möglich und erlaubt ist. Eine Badeaufsicht sowie eine entsprechende Infrastruktur mit Toiletten, Umkleiden und Verpflegung sind durch das Seaside Beach Baldeney gewährleistet. Die Nutzung der Badestelle ist im regulären Eintrittspreis von 3,50 Euro (ermäßigt 3 Euro) enthalten.

Seaside Beach Baldeney, safety first

Seaside Beach Baldeney, „Baywatch – Die Rettungsschwimmer vom Baldeneysee“

Seaside Beach Baldeney, „Versuch macht klug“

Seaside Beach Baldeney, Schwimmbecken des ehemaligen Freibades Baldeney

Vorschau: FilmSchauPlätze NRW 2017

20 Jahre Kino unter freiem Himmel

Im Juli starten zum 20. Mal die FilmSchauPlätze NRW: Kino unter freiem Himmel an einem besonderen Ort mit einem besonderen Rahmenprogramm in ganz Nordrhein-Westfalen, und bei jeder Vorstellung wird ein kurzer Vorfilm von jungen Filmemachern und Filmemacherinnen aus NRW gezeigt.

Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW: „20 Jahre FilmSchauPlätze, das sind inzwischen 250 Kinoabende an 139 besonderen Orten in ganz Nordrhein-Westfalen. Verbunden mit einem großen Dankeschön für die gute Zusammenarbeit geht mein Glückwunsch schon jetzt an alle Städte und Veranstaltungspartner. Wir hoffen, dass wir auch im Jubiläumsjahr ein attraktives Programm zusammenstellen konnten. 20 Orte und 20 Filme stehen, das Rahmenprogramm wird Mitte Juni bekannt gegeben. Wir wünschen den FilmSchauPlätzen zahlreiche Besucher und Besucherinnen!“

Anna Fantl von der Film- und Medienstiftung NRW organisiert die FilmSchauPlätze seit dem ersten Jahr: „Von Anfang an hat sich gezeigt, dass NRW das richtige Land ist für unser Konzept. Die Vielfalt der Regionen inspiriert ein immer wieder abwechslungsreiches Programm, bei dem sich Ort, Film und Rahmenprogramm ergänzen. Und so gehen die Menschen seit 20 Jahren mit uns auf Entdeckungstour – auf Herrensitze, Parks und Burgen im Münsterland, zu Industriedenkmälern im Ruhrgebiet, zu Mühlen in Ostwestfalen-Lippe, in die Eifeler Seenlandschaft und nicht zuletzt in die so unterschiedlich geprägten Innenstädte Nordrhein-Westfalens.“


Die FilmSchauPlätze 2017

Im Jubiläumsjahr stehen neben internationalen Produktionen auch besondere deutsche Filme auf dem Programm, das vom anspruchsvollen Kunstfilm zum populären Blockbuster reicht. Dabei gibt es 17 Spielorte erstmals zu entdecken.

Pappelsee in Kamp-Lintfort, im Hintergrund die Turmförderanlage Friedrich Heinrich Schacht 1

Am Sonntag, 16. Juli, macht die Windmühle Levern in Ostwestfalen-Lippe mit der französischen Komödie „Der Landarzt von Chaussy“ den Anfang, gefolgt von der deutschen Künstlerbiographie „Paula“ am 20. Juli am Kloster Gravenhorst in Hörstel und Sönke Wortmanns Bestsellerverfilmung „Die Päpstin“ am 21. Juli auf dem Kirchplatz St. Martinus in Nottuln. Am 22. Juli läuft im Reitstadion am Schloss Wocklum in Balve Steven Spielbergs Epos „Gefährten“, im Kurpark Freudenberg wird am 23. Juli die französische Landkomödie „Birnenkuchen mit Lavendel“ präsentiert. Auf der Wiese am Spieker in Senden-Ottmarsbocholt steht am 24. Juli Fatih Akins Adaption des Bestsellers „Tschick“ auf dem Plan. „Goethe!“ erzählt am 25. Juli am Schloss Hardenberg in Velbert von den Jugendjahren des deutschen Dichterfürsten. In Kamp-Lintfort erstrahlt am 26. Juli Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Drama „Junges Licht“ im Panoramabad Pappelsee; am 27. Juli heißt es am Burgtheater Dinslaken: „Willkommen bei den Hartmanns“.

Filmvorführung an den Flottmann-Hallen

Das Ruhrgebiet macht den Auftakt im August: Oberhausen-Sterkrade lädt am 3. August auf dem Großen Markt zur Agentenkomödie „Kundschafter des Friedens“. Am 4. August geht es auf der Kolvenburg in Billerbeck weiter mit Julian Schnabels biographischem Drama „Schmetterling und Taucherglocke“, am 5. August am Schloss Ahaus mit der französischen Komödie „Die feine Gesellschaft“. Im Schillerpark in Haan, bereits als FilmSchauPlatz bewährt, wird am 14. August der französische Kinohit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gezeigt. Den amerikanischen Independent-Hit „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ gibt es am 16. August auf dem Bischof-Dingelstad-Platz im niederrheinischen Brüggen-Bracht zu sehen. Dann geht es für zwei Filmnächte in die Eifel mit dem britischen Science-Fiction-Drama „Moon“ am 17. August im Innenhof des Kármán-Auditoriums in Aachen und auf der deutsch-belgischen Grenze, beim Grenzverein Köpfchen, am 18. August mit der belgische Satire „Das brandneue Testament“.

Wetterstation Kettenschmiedemuseum Fröndenberg

Die Schlussetappe absolvieren die FilmSchauPlätze 2017 komplett im Ruhrgebiet, wo es zunächst zu zwei vertrauten Spielstätten geht: Am 24. August mit dem britischen Politdrama „Suffragette – Taten statt Worte“ an die Flottmann-Hallen in Herne, am 27. August mit der melancholischen, deutsch-russischen Komödie „Ausgerechnet Sibirien“ zum ersten Mal seit 2009 ans Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg. Das stillgelegte Parkbad Süd in Castrop-Rauxel verwandelt sich am 28. August für den US-Festival-Hit „Ganz weit hinten“ erstmals in ein Freiluftkino. Pünktlich zum Ende der Sommerferien bildet am 29. August Stephen Frears’ englisch-französische Musikkomödie „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep und Hugh Grant im Stadtgarten Recklinghausen den Abschluss.
  • Sonntag, 16. Juli 2017: „Der Landarzt von Chaussy“ mit François Cluzet, Marianne Denicourt, Isabelle Sadoyan, Félix Moati (2016, Regie Thomas Lilti), Windmühle, Stemwede-Levern, Kreis Minden-Lübbecke (Ostwestfalen-Lippe),
  • Donnerstag, 20. Juli 2017: „Paula“ mit Carla Juri, Albrecht Abraham Schuch, (2016, Regie Christian Schwochow), Kloster Gravenhorst, Hörstel (Tecklenburger Land),
  • Freitag, 21. Juli 2017: „Die Päpstin“ mit Johanna Wokalek (2009, Regie Sönke Wortmann), Kirchplatz St. Martinus, Nottuln (Münsterland)
  • Samstag, 22. Juli 2017: „Gefährten“ mit Jeremy Irvine (2011, Regie Steven Spielberg), Reitstadion am Schloss Wocklum, Balve (Märkischer Kreis),
  • Sonntag, 23. Juli 2017: „Birnenkuchen mit Lavendel“ mit Virginie Efira, Benjamin Lavernhe, Lucie Fagedet, Léo Lorleach, Hervé Pierre, Hiam Abbass, Laurent Bateau und Nathalie Beder (2015, Regie Éric Besnard), Kurpark Freudenberg (Siegerland),
  • Montag, 24. Juli 2017: „Tschick“ mit Tristan Göbel und Anand Batbileg (2016, Regie Fatih Akin), Wiese am Spieker, Senden-Ottmarsbocholt (Münsterland),
  • Dienstag, 25. Juli 2017: „Goethe!“ mit Alexander Fehling, Miriam Stein und Moritz Bleibtreu (2010, Regie Philipp Stölzl), Vorburg Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges (Bergisches Land),
  • Mittwoch, 26. Juli 2017: „Junges Licht“ mit Charly Hübner, Peter Lohmeyer, Nina Petri (2016, Regie Adolf Winkelmann), Panoramabad Pappelsee, Kamp-Lintfort (Niederrhein),
  • Donnerstag, 27. Juli 2017: „Willkommen bei den Hartmanns“ mit Senta Berger, Heiner Lauterbach, Florian David Fitz, Elyas M’Barek und Uwe Ochsenknecht (2016, Regie Simon Verhoeven), Burgtheater, Dinslaken,
  • Donnerstag, 3. August 2017: „Kundschafter des Friedens“ mit Henry Hübchen (2017, Regie Robert Thalheim), Großer Markt, Oberhausen-Sterkrade (Ruhrgebiet),
  • Freitag, 4. August 2017: „Schmetterling und Taucherglocke“ mit Mathieu Amalric (2007, Regie Julian Schnabel), Kolvenburg, Billerbeck (Münsterland),
  • Samstag, 5. August 2017: „Die feine Gesellschaft“ mit Fabrice Luchini, Valeria Bruni Tedeschi, Juliette Binoche (2016, Regie Bruno Dumont), Schloss Ahaus, Ahaus (Münsterland),
  • Montag, 14. August 2017: „Monsieur Claude und seine Töchter“ mit Christian Clavier, Chantal Lauby, Julia Piaton, Frédérique Bel (2014, Regie Philippe de Chauveron), Schillerpark, Haan (Bergisches Land),
  • Mittwoch, 16. August 2017: „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ mit Viggo Mortensen, Trin Miller, Frank Langella (2016, Regie Matt Ross), Bischof-Dingelstad-Platz, Brüggen-Bracht (Niederrhein),
  • Donnerstag, 17. August 2017: „Moon“ mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott (2009, Regie Duncan Jones), Innenhof des Kármán-Auditoriums, Aachen,
  • Freitag, 18. August 2017: „Das brandneue Testament“ mit Benoît Poelvoorde, Pili Groyne, Yolande Moreau, Catherine Deneuve, François Damiens (2015, Regie Jaco Van Dormael), Grenzverein Köpfchen, Aachen-Köpfchen
  • Donnerstag, 24. August 2017: „Suffragette – Taten statt Worte“ mit Carey Mulligan, Meryl Streep, Helena Bonham Carter, Natalie Press (2015, Regie Sarah Gavron), Flottmann-Hallen, Herne (Ruhrgebiet),
  • Sonntag, 27. August 2017: „Ausgerechnet Sibirien“ mit Joachim Król, Vladimir Burlakov, Armin Rohde, Katja Riemann, Michael Degen (2012, Regie Ralf Huettner), Kettenschmiedemuseum, Fröndenberg,
  • Montag, 28. August 2017: „Ganz weit hinten“ mit Liam James, Steve Carell, Toni Collette, Allison Janney, AnnaSophia Robb und Sam Rockwell (2013, Regie Nat Faxon und Jim Rash), Parkbad Süd, Castrop-Rauxel (Ruhrgebiet),
  • Dienstag, 29. August 2017: „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson (2016, Regie Stephen Frears), Stadtgarten am Festspielhaus, Recklinghausen (Ruhrgebiet).
Mitte Juni wird das komplette Film- und Rahmenprogramm bekannt gegeben. Dann geht auch die Website der FilmSchauPlätze 2017 unter www.filmschauplaetze.de online.

Theaterfest im Folkwang Theaterzentrum Bochum

Ein Blick hinter die Kulissen der Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste

Am 19. und 20. Mai 2017 lud das Folkwang Theaterzentrum zum vierten Mal seit seiner Eröffnung am 8. Mai 2014 zum traditionellen Tag der offenen Tür ein, bei dem die Besucher im ganzen Haus Aufführungen, Musik und Tanz erwarteten. Die im Theaterzentrum Bochum beheimateten Studiengänge Schauspiel und Regie zeigten Ausschnitte aus ihren Arbeiten und hatten die Studiengänge Musical, Physical Theatre, das Institut für Zeitgenössischen Tanz und das Institut für Populäre Musik zu Gast.

Folkwang Theaterzentrum

Nun fanden am 20. Mai 2017 am Campus Essen-Werden aber auch die Studieninfoveranstaltungen Schauspiel, Musical und Physical Theatre statt, und natürlich können sich Objekte gleichzeitig an mehreren Orten aufhalten, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für große Objekte wie Menschen verschwindend gering, gleichzeitig am Folkwang Theaterzentrum in Bochum und am Campus Essen-Werden anzutreffen zu sein. Einfacher Sachverhalt – kompliziert beschrieben. Jedenfalls war aus diesem Grund der zweite Jahrgang des Studiengangs Musical in Bochum angetreten, um einen Einblick in die Musicalausbildung an Folkwang zu geben.

In der Blackbox präsentierten Aline Bucher, Alejandro Nicolás Firlei Fernández, Nico Hartwig, Lara Hofmann, Florian Sigmund und Jessica Trocha ihr Ensembleprojekt „Frühlingserwachen (Live Fast – Die Young)“ nach einem Werk von Nuran David Calis, inspiriert von Frank Wedekinds gleichnamigem Drama. Unter der Leitung von Anita Iselin Soubeyrand, Professorin für Schauspiel im Studiengang Musical, hatten sich die Studierenden von der hochmodernen Fassung von Autor, Film- und Theaterregisseur Nuran David Calis inspirieren lassen, die zwar nah bei Wedekinds Figuren und ihrer Geschichte bleibt, sich jedoch an der Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher orientiert. Das etwa einstündige Projekt zeigt ausgewählte Episoden daraus, die Erwachsenen bleiben außen vor. Mitunter geht es auch freizügig zu, mehr als 100 Jahre nach dem Skandal um Wedekinds Drama im Schauspiel fast schon Normalität.

Für die unmittelbar folgende, gut einstündige Veranstaltung „Werkstatt Musical“ hatten Aline Bucher, Alejandro Nicolás Firlei Fernández, Lara Hofmann, Florian Sigmund, Marvin Schütt (4. Jahrgang) und Jessica Trocha ein bunt gemischtes Programm mit Musicalmelodien und einem Chanson einstudiert und wurden dabei kongenial von Patricia M. Martin am Flügel begleitet. Im einzelnen sah das Programm wie folgt aus:
  • Lara Hofmann: „Speaking French“ aus „Lucky Stiff“ von Stephen Flaherty und Lynn Ahrens
  • Alejandro Nicolás Firlei Fernández: „What Kind of Foll am I“ aus „Stop the World – I Want to Get Off“ von Leslie Bricusse und Anthony Newley
  • Aline Bucher: „A Little Bit in Love“ aus „Wonderfull Town“ von Leonard Bernstein
  • Marvin Schütt: „Stil und Dekor“ aus „Kuss der Spinnenfrau“ von John Kander und Fred Ebb
  • Jessica Trocha: „Losing my Mind“ aus „Follies“ von Stpehen Sondheim
  • Florian Sigmund: „Ein Mann von Kultur“ aus „The New Mel Brooks Musical: Young Frankenstein“ von Mel Brooks
  • Lara Hofmann und Alejandro Nicolás Firlei Fernández: „Damm it, Janet“ aus „The Rocky Horror Show“ von Richard O’Brian
  • Jessica Trocha: „Still Hurting“ aus „The Last Five Years“ von Jason Robert Brown
  • Aline Bucher: „Look what happened to Mable“ aus „Mack and Mabel“ von Jerry Herman
  • Marvin Schütt: „Wer viel wagt, der gewinnt“ aus „Aida“ von Elton John und Tim Rice
  • Lara Hofmann: „Once you lose your Heart“ aus „Me and my Girl“ von Noel Gay, Douglas Furber und L. Arthur Rose
  • Alejandro Nicolás Firlei Fernández: „Der Anruf“ aus „Lucky Stiff“ von Stephen Flaherty und Lynn Ahrens
  • Jessica Trocha: „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“, Chanson von Oscar Strauss
  • Florian Sigmund: „Why, God, Why?“ aus „Miss Saigon“ von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil
  • Lara Hofmann: „The Girl in 14-G“ von Jeanine Tesori
  • Aline Bucher: „I never knew his Name“ aus „Brooklyn“ von Mark Schoenfeld und Barri McPherson
  • Florian Sigmund und Alejandro Nicolás Firlei Fernández: „What you own“ aus „Rent“ von Jonathan Larson
  • Ensemble: „Light“ aus „Next to normal“ von Tom Kitt und Brian Yorkey
Eindrucksvoll haben die Studierenden gesanglich, schauspielerisch und tänzerisch unter Beweis gestellt, was sie bereits nach einjähriger (!) Ausbildung im Studiengang Musical zu leisten imstande sind. Ich möchte an dieser Stelle niemanden explizit hervorheben, denn im Laufe des Programms konnte jeder seine Talente präsentieren. Die Freude und der Jubel der Studierenden nach der gelungenen Veranstaltung war beinahe lauter als der Applaus des Publikums im Konzertsaal.

KunstLichtTor 15 – Wohin/Woher (2014) von Christoph Hildebrand

Wer diesen Weblog ab und an liest und nicht nur die Fotos anschaut, dem dürfte längst aufgefallen sein, dass es hier nicht nur uneingeschränkte Lobhudelei gibt, sondern dass auch Punkte angesprochen werden, die mir persönlich negativ auffallen. Und tatsächlich gibt es auch in diesem Fall einen solchen Punkt, der mir bereits seit sieben Jahren unangenehm auffällt. Das betrifft weder den Studiengang Musical, über dessen Veranstaltungen hier häufiger berichtet wird, noch den Studiengang Schauspiel, der als Gastgeber das Theaterfest im Folkwang Theaterfest ausrichtet. Dieser Punkt betrifft einzig und allein die Herrschaften, die mit Verweis auf das Hausrecht Fotoaufnahmen zur Berichterstattung untersagen und dafür um Verständnis bitten. Die angehenden Darstellerinnen und Darsteller sind früher oder später auch auf öffentliche Aufmerksamkeit angewiesen, und vielen Leuten prägen sich Gesichter sehr viel leichter als Namen. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, das dürfte jedem ein Begriff sein. Der „Mehrwert von Bildern gegenüber ausschließlichem Text“ scheint sich aber offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Wo das hinführt? Darüber darf sich jeder seine eigenen Gedanken machen… Die Frage nach dem Wohin wird in Form einer Lichtinstallation auch unter der Eisenbahnbrücke über die Universitätsstraße gestellt, dort aber in einem gänzlich anderen Zusammenhang.

KunstLichtTor 15 – Wohin/Woher (2014) von Christoph Hildebrand