Freitag, 31. März 2017

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“

Sonderausstellung im Ruhr Museum auf der 12-Meter-Ebene der Kohlenwäsche

Vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche. Der „Thesenanschlag“ im Jahr 1517 gilt bis heute als Beginn der Reformation. Die Ausstellung „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Religionsgeschichte der Region an Rhein und Ruhr zu erzählen. Sie berichtet von den vorreformatorischen Zuständen und der Ausbreitung der Reformation, den politischen Konflikten, von Konfessionalisierung, katholischen Reformen, Pietismus und Aufklärung, von der preußischen Staatskirche, den religiösen Milieus in der Industriegesellschaft, dem karitativen Engagement der Kirchen und ihren Herausforderungen in der Gegenwart. Sie zeigt aber auch die heutige religiöse Vielfalt und das, was die Religionen unterscheidet und miteinander verbindet: Heilige Schriften und Frömmigkeitsformen, Lebensstationen und Jenseitsvorstellungen, Feste im Jahreskalender und Rituale im Alltag, Pilgerfahrten, Gebetshäuser, Bildung und Musik.

Über Jahrhunderte existierten an Rhein und Ruhr die christlichen Konfessionen und das Judentum nebeneinander. Verschiebungen in den konfessionellen Verhältnissen ergaben sich vor allem im 19. und 20. Jahrhundert durch Migrationsbewegungen während der Industrialisierung und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Migranten brachten auch ihre religiösen Bräuche mit. Den Himmel teilen sich somit heute Fördertürme und Schornsteine mit Kirchtürmen, Synagogen, Moscheen und anderen religiösen Stätten.

Plakat zur Sonderausstellung „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“. © Ruhr Museum; Gestaltung: Uwe Loesch

Gezeigt werden über 800 Exponate von 250 Leihgebern. Zahlreiche Museen, Archive und Bibliotheken, aber auch viele Religionsgemeinschaften und Privatpersonen stellen teilweise noch nie ausgestellte Stücke zur Verfügung. Das Spektrum der unterschiedlichen Exponate ist groß, sowohl in zeitlicher und kultureller Hinsicht als auch was die Gattungen betrifft. Neben Gemälden und Skulpturen finden sich Altargeräte, Möbel, Textilien, Grafiken und Bücher.

Highlights sind großformatige Ölgemälde aus der Frühen Neuzeit aus Bonn und Utrecht, die Kanzel einer muslimisch-arabischen Gemeinde in Bochum, der erste gedruckte Koran, Ausstattungsstücke aus Tempeln und Synagogen des Ruhrgebiets, kostbares Abendmahlsgerät, wertvolle Handschriften wie ein bunt illustriertes Pilgerbuch, frühe Druckschriften, eine Beschneidungsbank, Ikonen sowie Statuen aus dem Essener Domschatz.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, Blick in die Ausstellung

Gestaltet wurde die Ausstellung von dem Architekten Bernhard Denkinger aus Wien, der zahlreiche Ausstellungen für das Ruhr Museum, zuletzt im Jahr 2015 „Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr“, realisiert hat. Er entwickelte für die vielen religiösen Gemeinschaften einen gemeinsamen Himmel, der als Decke den industriellen Ausstellungsraum der Kohlenwäsche überspannt.

Die Ausstellung „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ ist Teil des gleichnamigen Projekts des Ruhr Museums mit dem Essener Forum Kreuzeskirche und dem Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck, das ein ganzjähriges Programm zum Reformationsjubiläum erarbeitet hat. Es wird großzügig gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages. Sie findet im Rahmen von Luther 2017 und Refo500 statt.

Die Gliederung
Die Ausstellung erzählt chronologisch in zehn Kapiteln die Religionsgeschichte Nordrhein-Westfalens von der Reformation bis heute. Den Anfang macht das Kapitel Seelenheil. Frömmigkeit im Spätmittelalter. Im Spätmittelalter entwickelte sich ein umfassendes System der Erinnerung an die Toten. Das Memorialwesen bildete nicht nur den Ursprung der reichen Kirchenausstattungen, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage der Geistlichkeit. Ein sichtbarer Ausdruck der Sorge um das Jenseits waren die in Rom zu kaufenden päpstlichen Ablassbriefe. Das Ablasswesen wurde zum wichtigsten Auslöser der Reformation. Luthers 95 Thesen entzündeten sich vor allem daran.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Seelenheil. Frömmigkeit im Mittelalter“

Im Kapitel Umbrüche. Die neue Lehre beginnt die Zeit des geteilten Himmels. Vor 500 Jahren, im Jahr 1517, veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen, die bis heute als Beginn der Reformation angesehen Er wandte sich darin gegen Missstände in der Kirche und strebte zunächst innerkirchliche Reformen an. Damit begann die Kirchenspaltung und das Ende der ein Jahrtausend geltenden Einheit der (katholischen) Kirche.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Umbrüche. Die neue Lehre“, Büste Martin Luthers, anonym, 17. Jh., Weichholz, farbig gefasst

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Umbrüche. Die neue Lehre“, Kanzelfuß mit Mosesfigur aus der ev. Kirche in Ohle bei Plettenberg, Kreis Altena, Ende 16./Anf. 17. Jh., Eichenholz, Reste einer Farbfassung

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Umbrüche. Die neue Lehre“, Kanzel aus der alten Lutherkirche in Dortmund-Asseln

Das Kapitel Reformationen. Verläufe und Ausprägungen zeigt, dass die Reformideen auch in der Region an Rhein und Ruhr auf fruchtbaren Boden fielen. Es entstanden unterschiedliche gemischt-konfessionelle Situationen in den Städten und Territorien, die von Spannungen und Kompromissen, aber auch von einem friedlichen Miteinander geprägt waren. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der reformatorischen Bewegungen war die rasche Verbreitung durch den Buchdruck.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Reformationen. Verläufe und Ausprägungen“, Maria Anna von Fürstenberg, vorletzte Äbtissin des Stifts Fröndenberg, 18. Jh., Öl auf Leinwand, und Diptychon mit dem Portät Peter Ulners und dem kreuztragenden Christus, Bartholomäus d. J., Köln, 1560, Öl auf Leinwand, Tafeln durch Scharniere verbunden

Im Kapitel Verflechtungen. Landesherrschaft und Religionspolitik geht es um eine Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen in der Rhein-Ruhr-Region im 16. und 17. Jahrhundert, die aufgrund der politischen Konstellationen europäische Ausmaße erreichten. Im Geldrischen Erbfolgestreit, dem Niederländischen Unabhängigkeitskrieg, dem Kölner Krieg, dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit und schließlich dem Dreißigjährigen Krieg spielte die konfessionelle Ausrichtung der Konfliktparteien eine große Rolle. Der Westfälische Friede stabilisierte 1648 daraufhin die Verfassung des Reichs. Die Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens von 1555 zur freien Religionsausübung wurden bestätigt und auf die reformierte Konfession ausgedehnt.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Verflechtungen. Landesherrschaft und Religionspolitik“

Danach folgt das Kapitel Individualisierung. Glaube und Vernunft. Im 18. Jahrhundert führte die Aufwertung des Individuums einerseits zu neuen pietistischen Strömungen, mit der Aufklärung andererseits zu einer zunehmend säkularen Weltsicht. Es entstand ein tieferes individuelles Frömmigkeitsverständnis, das sich auf die gesamte Lebenspraxis der Menschen erstreckte. Mit der französischen Revolution, der Besetzung des Rheinlandes und der damit verbundenen Säkularisation, die die Auflösung der Klöster und das Ende der geistlichen Territorien bedeutete, änderte sich vieles. Im Zuge der Aufklärung entstanden zunehmend kirchenferne Überzeugungen, die als freidenkerische Strömungen in den folgenden Jahrhunderten anwuchsen.

Im Kapitel Kontrolle. Kirche und Staat geht es um den Einfluss der Politik auf die Religion. 1815 fielen dem protestantischen Königreich Preußen Landschaften an Rhein und Ruhr zu, die einen hohen Anteil an katholischer Bevölkerung aufwiesen. Die konfessionellen Konflikte waren vorprogrammiert. Der größte religiöse Streit entwickelte sich zwischen der protestantischen Reichsregierung mit Fürst Bismarck an der Spitze und der katholischen Kirche zu Beginn der 1870er Jahre. Die Innenpolitik im wilhelminischen Preußen war geprägt vom Kulturprotestantismus, der auf der engen Verbindung zwischen dem Staat und der protestantischen Kirche basierte. Während die Katholiken sich deshalb eher vom Staat distanzierten, stand an der Spitze der evangelischen Landeskirchen der König. Mit dem Ende des Kaiserreichs 1918 büßte die protestantische Kirche aber ihre Rolle als Staatskirche ein. Die Weimarer Republik stellte alle Religionsgemeinschaften rechtlich gleich. Im Nationalsozialismus versagten beide Volkskirchen, sie setzten dem Terror zu wenig entgegen.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Kontrolle. Kirche und Staat“

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Kontrolle. Kirche und Staat“, Luther-Statuette mit Spieluhr, 1890 – 1918, Zinkguss, versilbert, Holz, Eisen

Das Kapitel Fürsorge. Karitatives Engagement zeigt den Wandel in der Sozialfürsorge. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Unterstützung der Armen, Kranken und Alten ein Akt christlicher Nächstenliebe. Die Fürsorge wurde durch Almosen finanziert und lag in der Hand von Orden oder städtischen Armenhäusern und Spitälern. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in den Industrieregionen zu einer organisierten Fürsorgeaktivität der Kirchen. Sie reagierten auf die soziale Verelendung des Industriezeitalters, mit der die explosionsartige Bevölkerungszunahme infolge der Arbeitsmigration einherging. Die Kirchen übernahmen große Teile der Sozialfürsorge, betrieben Krankenhäuser, Alten- und Waisenheime, wobei sich auf protestantischer Seite die Diakonissen, auf katholischer vor allem die Ordensschwestern hervortraten. Im 19. Jahrhundert etablierte sich das kirchliche Sozial- und Bildungswesen, das den Alltag der Menschen, streng nach Konfessionen getrennt, bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts bestimmte.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Fürsorge. Karitatives Engagement“, Epilepsie-Helm aus Bethel, um 1950, Leder

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Fürsorge. Karitatives Engagement“, Statue der hl. Elisabeth von Thüringen, Eiche, gefärbt

Das Kapitel Gemeinschaft. Religiöse Milieus in der Industriegesellschaft zeigt die Trennung der unterschiedlichen religiösen Milieus an Rhein und Ruhr. Das Ruhrgebiet entstand in der Zeit der Hochindustrialisierung, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, durch die Einwanderung von Hunderttausenden sowohl katholischer als auch protestantischer Arbeiter. Unternehmer warben sie häufig nach ihrer eigenen konfessionellen Zugehörigkeit an. Die jungen Arbeiter waren in der Regel nicht politisch, sondern religiös geprägt. Daher wuchsen und verfestigten sich die konfessionell geprägten Milieus, die getrennt voneinander, auch in Rivalität zueinander, meist aber erstaunlich isoliert existierten.

Das Kapitel Impulse. Neue Herausforderungen beschäftigt sich mit der Anwerbung von Arbeitskräften in der Nachkriegszeit. Zunächst kamen die Menschen aus Südosteuropa, die zwar zumeist katholischen Glaubens waren, aber zu Teilen auch der griechisch- oder russisch-orthodoxen Kirche angehörten. Mit der Anwerbung von Arbeitskräften aus der Türkei begann der Zustrom von Muslimen, der sich mit den Flüchtlingsströmen aus arabischen Ländern bis heute fortsetzt. Auch die jüdischen Gemeinden erlebten in den 1990er Jahren ein neues Wachstum, vor allem aufgrund der Zuwanderung aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Perspektiven. Religiöse Vielfalt heute“, Predigtkanzel der Bochumer Khaled Moschee, Anf. 21. Jh., Holz

Das letzte Kapitel Perspektiven. Religiöse Vielfalt heute präsentiert den heutigen Status quo der Religionen an Rhein und Ruhr. Heute ist das Ruhrgebiet eine der am meisten religiös gemischten Regionen in Deutschland, wenn nicht in Europa. Die zahlreichen und sehr unterschiedlichen Migrationsbewegungen ins Ruhrgebiet, aber auch eine im Laufe dieser Geschichte eingeübte Toleranz haben eine religiöse Vielfalt von über 250 Glaubensgemeinschaften entstehen lassen, die dem Grunde nach friedfertig miteinander oder zumindest nebeneinander leben und nicht nur eine religiöse, sondern auch eine kulturelle Bereicherung darstellen. Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung, die vor 500 Jahren mit der Spaltung der bis dahin einheitlichen christlichen Kirche begonnen hat.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Perspektiven. Religiöse Vielfalt heute“, Wandteppich aus der Ayasofya Moschee in Essen-Katernberg, Fa. Manatex, Casablanca, Marokko, 1970er – 1980er-Jahre, Wolle, maschinell geknüpft

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Perspektiven. Religiöse Vielfalt heute“, Weiße Befreierin (Sita-Tara) aus dem Buddhistischen Zentrum in Unna, Indien, 20. Jh., Kupfer, vergoldet, bemalt

Die chronologische Erzählung wird durch 10 Seitenkabinette komplettiert, die zentrale Themen im Vergleich der unterschiedlichen Religionen vertiefen. Heilige Schriften zeigen die Grundlagen nicht nur der drei „Buchreligionen“, sondern auch der Sikhs, Hindus und Buddhisten. Gegenstände der persönlichen Frömmigkeit von der Gebetskette bis zum Turban können ebenso verglichen werden wie Exponate zu Lebensstationen wie Taufe, Beschneidung, Kommunion, Konfirmation oder Hochzeit. Der Raum Tod und Jenseits vermittelt Jenseitsvorstellungen und die Vielfalt der Bestattungskulturen. In den Pilgerfahrten werden die Wallfahrtsorte der Region vorgestellt, aber auch die Hadsch der Muslime nach Mekka. Feste und Rituale machen mit den religiösen Festen der Juden, Christen, Muslime und Hindus vertraut. Eine Vielzahl aktueller Fotos zeigt Häuser des Gebets; Bilder und Karikaturen zeugen von der gegenseitigen Propaganda der Konfessionen und Religionen. Die Relevanz des Bildungswesens seit Luther macht das Thema Schulen deutlich, und schließlich können die Besucherinnen und Besucher in einem eigenen Raum Klangwelten vom lutherischen Kirchenlied bis zum Muezzinruf erleben.

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Heilige Schriften“, Tora-Rolle, 18./19. Jh., Pergament, Holz

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Lebensstationen“, Taufstein, Anfang 17. Jh., Sandstein

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Pilgerfahrten“, Tonstatuette der Maria von Kevelaer, 18./19. Jh., hellroter Ton, gebrannt, bemalt

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Propaganda“, „Das Schiff der Kirche“, Jacob Gerritsz Loef zugeschrieben, 1640 – 1649, Öl auf Leinwand

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Propaganda“, in der Mitte: Titelblatt der Zeitschrift Charlie Hebdo in der BILD-Zeitung, BILD, 14.01.2015, Druck, Papier

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Schulen“, Lerntorarolle mit Samtmäntelchen aus dem Besitz des Essener Bekleidungshauses Samuel Glasrot, 20. Jh., Druck, Papier, Holz

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“, „Klangwelten“

„Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ ist vom 3. April bis 31. Oktober 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schüler- und Studierendengruppen im Rahmen von gebuchten Führungen haben freien Eintritt. Zur Sonderausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Audioguides, Workshops, Exkursionen und liturgischen Veranstaltungen sowie einem vielfältigen Programm für Kinder, Familien, Jugendliche und Schulen statt. Vom 2. Mai bis 4. Juli 2017 werden dienstags nicht weniger als 10 Vorträge im Kokskohlenbunker angeboten. Im einzelnen:
• 2. Mai: Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs, Universität Duisburg-Essen, „Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, Graf von der Mark und Ravensberg und seine Religionspolitik an Ruhr und Niederrhein“
• 9. Mai: Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis, Universität Innsbruck, „Religiöser Alltag im Wandel. Reformationen im Ruhrgebiet“
• 16. Mai: Prof. Dr. Jürgen Müller, Technische Universität Dresden, „Erasmus und die Reformation“
• 23. Mai: Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Universität zu Köln, „Wasserproben und Hexenverfolgungen an Rhein und Ruhr“
• 30. Mai Prof. Dr. Lucian Hölscher, Ruhr-Universität Bochum, „Protestantismus nach der Aufklärung. Die Entstehung der säkularen Gesellschaft“
• 6. Juni Prof. Dr. Ulrich Willems, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, „Religiöse Pluralität als Herausforderung bundesdeutscher Religionspolitik“
• 13. Juni: Dr. Uri R. Kaufmann, Alte Synagoge Essen – Haus jüdischer Kultur, „Jüdische Vielfalt im Ruhrgebiet heute“
• 20. Juni: Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, „Reformationen im Islam“
• 27. Juni: Prof. Dr. Traugott Jähnichen, Ruhr-Universität Bochum, „Zwischen begeisterter Zustimmung, schleichender Anpassung und beharrlicher Resistenz. Die evangelische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus“
• 4. Juli: Prof. Dr. Volkhard Krech, Ruhr-Universität Bochum, „Religiöse Vielfalt und Migration im Ruhrgebiet heute“
Alle Vorträge beginnen um 18 Uhr und sind kostenlos ohne Voranmeldung zu besuchen. Der Katalog zur Ausstellung „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ ist im Klartext Verlag, Essen erschienen, ISBN 978-3-8375-1751-4. Er umfasst 432 Seiten mit ca. 400 Abbildungen und kostet 24,95 Euro.

Donnerstag, 30. März 2017

Kreativzentrum „Freiraum Weberplatz“

Informationszentrum der Grünen Hauptstadt Europas und Feierabendmarkt eröffnet

Kreuzeskirche

Das ehemalige Haus der Begegnung am Weberplatz ist neues Kreativzentrum der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 und damit Anlaufstelle für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Heute wurde der „Freiraum Weberplatz“ durch Oberbürgermeister Thomas Kufen eröffnet. Zeitgleich öffnete der erste Feierabendmarkt seine Pforten.

„Freiraum Weberplatz“

„Ich freue mich, dass die Grüne Hauptstadt Europas im Haus der Begegnung eine Zentrale gefunden hat, die für alle Essenerinnen und Essener zugänglich ist und einen kreativen Austausch möglich macht“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen. Für die Volunteers stehen Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume zur Verfügung, interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über Projekte und Ziele der Grünen Hauptstadt informieren. Zudem werden die Räumlichkeiten für Workshops, Diskussionsrunden, Vorträge und sonstige Veranstaltungen im Rahmen des Projektes kostenlos zur Verfügung gestellt.

Feierabendmarkt auf dem Weberplatz

Feierabendmarkt auf dem Weberplatz

Gestaltet wurde das Informationszentrum im „Freiraum Weberplatz“ vom Architekten-Kollektiv modularbeat in Zusammenarbeit mit Essenerinnen und Essenern, die ihre Ideen im Rahmen eines Workshops im Dezember 2016 eingebracht hatten. Auch der Weberplatz selbst wurde in die Gestaltung einbezogen. „Durch temporäre Bauten und eine verstärkte Nutzung des Außenraumes soll das öffentliche Platzleben angeregt und eine spürbare Veränderung im Stadtraum generiert werden. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger und grüner Ort für die Bewohner und Gäste unserer Stadt“, erklärte Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Dazu trägt auch die Etablierung des Feierabendmarktes bei, der ab dem 30. März jeden Donnerstag von 16.00 bis 20.00 Uhr stattfinden wird.

Informationszentrum im „Freiraum Weberplatz“

Informationszentrum im „Freiraum Weberplatz“

Durch Wüsten, Dschungel, Wasserwelten – das Programm 2017 im Gasometer Oberhausen

Seit einem Jahr herrscht im Gasometer Oberhausen das Leben in seiner bunten Pracht: Die Erfolgsausstellung „Wunder der Natur“ hat in dieser Zeit alle bisherigen Rekorde übertroffen und bereits 850.000 Besucher in Europas höchste Ausstellungshalle gelockt. Sie folgt dem Wachsen und Werden auf unserem Planeten und feiert die Intelligenz und Vielfalt seiner Tiere und Pflanzen. Höhepunkt ist die Erde selbst, die als 20 Meter große Kugel über den Besuchern schwebt.

Gasometer Oberhausen

Auch 2017 startet wieder ein abwechslungsreiches Begleitprogramm, das die Ausstellungsinhalte ebenso unterhaltsam wie informativ vertieft und ergänzt. Es gibt spannende Reisen in die Wildnis, die Besucher fiebern mit preisgekrönten Natur-Fotografen um das richtige Motiv, sie steigen in entlegene Bergwelten, tauchen in die unbekannte Tiefe der Ozeane und begegnen gewitzten Nachwuchswissenschaftlern.


Terminübersicht

• 30. Mai 2017 Podiumsdiskussion „Nur mal kurz die Welt retten“
• 22. Juni 2017 Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“
• 24. Juni 2017 ExtraSchicht
• 12. Juli 2017 Klaus Nigge: „Wilde Geschichten – 25 Jahre Tierfotografie“
• 23. August 2017 Markus Mauthe „Faszination Erde“ bzw. „Naturwunder Erde“
• 1. September 2017 Science Slam
• 14. September 2017 Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“
• 21. September 2017 Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“

Erdskulptur im Gasometer Oberhausen

Beginn der Podiumsdiskussion, aller Vorträge und des Science Slam ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, verlängerte Öffnungszeit. Mit Ausnahme der ExtraSchicht und der Greenpeace-Veranstaltung am 23. August 2017 beträgt der Eintritt zu den Veranstaltungen 15 €, reduziert 12 €, der Besuch der Ausstellung „Wunder der Natur“ und der Panoramaplattformen des Gasometers ist inbegriffen.


„Mal eben kurz die Welt retten“ – Podiumsdiskussion zur Bewahrung der Schöpfung

Die Menschheit betreibt Raubbau an den Ressourcen der Erde. Sie verbraucht jedes Jahr mehr Rohstoffe und Naturflächen und erhöht noch immer den CO2-Ausstoß. Tierpopulationen sinken dramatisch. Gibt es einen großen Plan zur Weltrettung, wie ihn z. B. das Klimaabkommen von Paris vor Augen hat? Oder sind es viele kleine und mühsame Schritte, um die Schönheit der Schöpfung für kommende Generationen zu bewahren und das Überleben der Menschheit zu sichern? Wer steht in der Verantwortung für Umweltschutz und Gerechtigkeit? Und wer nimmt sie wirklich wahr?

Den Auftakt unter der Gasometer-Erde macht eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde mit Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Rolf Henke, Vorstandsmitglied DLR für den Bereich Luftfahrt und Daniel Schranz, Oberbürgermeister Stadt Oberhausen am 30. Mai 2017. Unter dem Titel „Mal eben kurz die Welt retten“ gehen sie der Frage nach, wie unser Planet zu retten ist und wer dafür die Verantwortung trägt.


Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“

Hinter den beiden Achttausendern Annapurna und Dhaulagiri liegt das verborgene ehemalige Königreich Mustang. Der Fotograf Manuel Bauer bereiste über die letzten Jahre dieses abgelegene Kleinod in Nepal. Er zeigt in eindrücklichen Bildern die atemberaubende Landschaft und buddhistische Kultur. Er schildert Mustangs Geschichte zwischen Tibet und Nepal. Er erzählt von der Hochblüte des Sakya-Buddhismus im 16. Jahrhundert, den Salzkarawanen, dem Reichtum des Königs, dem tibetischen Widerstand gegen die chinesischen Besetzung Tibets – und von der heutigen Entwicklung in dieser abgeschiedenen Weltengegend. Wegen der Klimaerwärmung müssen die Bauern von Sam Dzong ihr Dorf verlassen. Seit 2008 engagiert sich Bauer für Sam Dzong und hat geholfen ein neues Dorf zu bauen. Ein spannender Abend mit tiefen Einblicken in den Himalaya.

Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“. Foto: Manuel Bauer

Manuel Bauer (* 1966 in Winterthur/Schweiz) wandte sich nach seiner Ausbildung zum Werbefotografen dem Fotojournalismus für internationale Medien zu und spezialisierte sich auf Langzeitprojekte. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Reportage „Flucht aus Tibet“; als bisher einziger Fotograf gelang es Bauer, eine Flucht vollständig von Lhasa bis Dharamsala zu dokumentieren. Seit 2001 begleitet er auf bislang über 50 Reisen den Dalai Lama als offizieller Fotograf.


ExtraSchicht

Ein Highlight des Abends sind die Auftritte von „Liz Schneider – Whitecello“ unter der riesigen Erdkugel auf der Manege des Gasometers. Die begabte Künstlerin, bekannt aus der TV-Show „Das Supertalent“, verwendet aktuelle und sanfte Musikströmungen wie Ambient und Smooth Jazz und verbindet diese mit den Klängen klassischer Musik. Auf dem Außengelände sorgt die Mike Peter Big Band für Stimmung.


Klaus Nigge: „Wilde Geschichten – 25 Jahre Tierfotografie“

Es gibt Tiere, die verkörpern geradezu symbolhaft einen bestimmten Lebensraum, stehen für besondere Probleme und Bedrohungen, oder zeigen herausragende Erfolge des Naturschutzes. Seit über 20 Jahren reist Klaus Nigge durch die Welt auf der Suche nach solchen Tieren und ihren Geschichten. Sein Vortrag führt nach Nord- und Mittelamerika, nach Europa und nach Asien. Nigge führt seine Zuhörer in Sümpfe, an Seen und Meeresküsten, in Wälder, Steppen und Regenwälder und zeigt ihnen dort Pelikane, Weißkopfseeadler, Schreikraniche und Flamingos, Wisente, Kraniche und Trappen (Trappgänse), Saiga-Antilopen und Philippinenadler.

Klaus Nigge: „Wilde Geschichten“. Foto: Klaus Nigge

Neben den Geschichten dieser Tiere und ihren Lebensräumen, gibt Nigges Vortrag Einblicke in die allgegenwärtigen Naturschutzprobleme sowie die Freuden und Schrecken der praktischen Arbeit eines Tierfotografen.

Klaus Nigge ist ein „langsamer Fotograf“. Immer wieder kehrt er zu den gleichen Tieren oder denselben Orten zurück, in der Regel über ein oder zwei Jahre hinweg, bis alle Facetten seines jeweiligen Themas in Bildern eingefangen sind. Diese Herangehensweise passt bestens zu seinen Auftraggebern wie GEO und National Geographic, die für ihre tiefgründigen Geschichten bekannt sind.

Klaus Nigge ist Mitglied der ILCP (International League of Conservation Photographers) sowie Ehrenmitglied der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen).


Markus Mauthe: „Faszination Erde“ bzw. „Naturwunder Erde“

Die Erde im Porträt: Eine größere Herausforderung hätte sich der Naturschützer und Fotograf Markus Mauthe nicht aussuchen können. In seiner neuen Multimedia-Reportage nimmt der Fotograf sein Publikum mit auf eine Reise zu den beeindruckendsten Naturlandschaften unsere Erde. Er hat es geschafft, die unermessliche Vielfalt des Planeten mit der Kamera festzuhalten und exemplarisch relevante Lebensräume im Wasser, Wald, Grasland und Gestein sowie deren Verbindungen untereinander zu zeigen.

Markus Mauthe fängt die tanzenden Nordlichter über Kanadas Wäldern ein, verursacht eine Gänsehaut beim Anblick der Gletscher, Eisbären und Walrosskolonien Spitzbergens, porträtiert wundersame Kalkskulpturen der ägyptischen Weißen Wüste und heftet sich an Hufe und Pfoten wilder Tiere in der Serengeti. Brasiliens Iguazú-Wasserfälle im Morgengrauen wirken nach Mauthe-Art wie gemalt und könnten die Badestelle von Naturgöttern sein. Der Fotograf formuliert mit seinen Bildern eine Liebeserklärung an die Erde und möchte für noch intakte Lebensräume und deren Bewohner begeistern. Punktuell zeigt er die Bedrohungen durch den Menschen und regt an, wie sich jeder für den Umweltschutz engagieren kann.

Markus Mauthe, Jahrgang 1969, ist selbstständiger Fotograf. Er entstammt einer Fotografenfamilie und entdeckte nach seiner Ausbildung zum Industrie- und Werbefotografen bald seine Passion für die Naturfotografie. Seit er 2003 eine Zusammenarbeit mit Greenpeace begann, gibt Markus Mauthe seiner Arbeit als Botschafter für den Naturschutz einen tieferen Sinn. „Wer mit offenen Augen reist, dem können die Probleme der Erde nicht entgehen – und wer mit dem Herzen unterwegs ist, dem können sie nicht egal sein“, sagt der Fotograf.

Science Slam

Geballte Wissenschaft in 10 Minuten, verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen: Das gibt es beim Science Slam! Junge Wissenschaftler verlassen die Labore und Hörsäle und präsentieren Forschungsprojekte auf den Bühnen der Clubs, Theater und Kneipen – und im Gasometer Oberhausen.

Ob PowerPoint-Präsentationen, Requisiten oder Live-Experimente zur Veranschaulichung des Themas: Jegliche Hilfsmittel sind erlaubt! Die kurzweiligen Vorträge bieten auch fachfremden Zuhörern die Möglichkeit, sich von der Begeisterung der Slammer anstecken zu lassen. Inhaltlich dreht sich diesmal alles um die „Wunder der Natur“. Auch wenn die Forschung im Mittelpunkt steht, spielt der wissenschaftliche Wert des Vortrages eine untergeordnete Rolle. Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Themen Kopf und Herz der Zuschauer zu erreichen, denn das Publikum bildet die Jury und wählt den Sieger des Abends.


Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“

Der Vortrag zeigt einen Querschnitt der Arbeiten des Tier- und Naturfotografen Ingo Arndt – vom ersten Tierbild eines Eisvogels, im heimischen Wald fotografiert, bis zu seinen aufwendigen Expeditionen zu den wilden Tieren rund um die Welt. Ingo Arndt ist auf kein Thema spezialisiert und fotografiert alles, von der Ameise bis zum Elefant. Er erarbeitet meist über einen längeren Zeitraum komplette Geschichten zu bestimmten Tierarten oder Lebensräumen. Mit seinen Bildern möchte Arndt beim Betrachter Emotionen wecken, ihm den Reichtum der Natur vor Augen führen und dadurch für den Naturschutz werben. Über die Suche nach dem perfekten Einzelbild hinaus, versucht er bei seiner Fotografie die komplexen ökologischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und die einzigartigen Verhaltensweisen im Tierreich zu dokumentieren.

Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“. Foto: Ingo Arndt

Ingo Arndt (* 1968 in Frankfurt am Main) arbeitet seit 1992 als professioneller Tier- und Naturfotograf. Seine Bilder werden weltweit in Magazinen wie GEO, National Geographic, BBC Wildlife oder Terre Sauvage veröffentlicht. Seit dem Beginn seiner Karriere hat sich Ingo Arndt auf die Produktion von ausführlichen Bildreportagen spezialisiert. 2005 wurde er für seine Geschichte über „Tierfüße“ bei World Press Photo ausgezeichnet. Seine Bilder gewannen in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2006, 2007 und 2014 Preise beim Wildlife Photographer of the Year. 22 Bilder von Ingo Arndt wurden beim Europäischen Naturfotografen des Jahres prämiert. 2006 wurde er mit dem Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie ausgezeichnet. 2008 und 2012 erhielt er von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) den Fritz Pölking Preis. Ingo Arndt ist berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPH).


Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“

Das Meer ist der größte Lebensraum des Planeten: bevölkert von märchenhaften Geschöpfen wie gleißenden Kraken, schillernden Fischschwärmen, geflügelten Schnecken. Für uns Menschen allerdings ist die Tiefe ein großes Geheimnis.

Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“. Foto: Lars Abromeit

Wissenschaftler, die sich an die Erforschung des blauen Kosmos heranwagen, haben mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie Astronauten. Und doch schweben sie immer wieder zu ihm hinab: zu den Korallenriffen, die vor ihnen niemals ein Mensch gesehen hat. In den eiskalten Fjorden von Patagonien. In Meeren, die keine Ufer haben.

GEO-Expeditionsreporter Lars Abromeit begleitet die Abenteuer der Meeresforschung seit Jahren: In spektakulären Fotografien und Anekdoten erzählt er im Gasometer Oberhausen von den Bewohnern der Tiefe – und nimmt die Zuschauer dabei auf eine Reise mit, die vor Augen führt, wie viel es auf unserem Planeten noch zu entdecken gibt.

Cirque Bouffon präsentiert „Lunatique“

Gefeierte Premiere auf dem Kennedyplatz vor dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Anja Krips

„Lunatique“ ist die neueste Kreation des französischen Regisseurs Frédéric Zipperlin und feierte am 29. März 2017 in Gelsenkirchen seine Uraufführung. „Lunatique“ bedeutet im Französischen „launisch“, „lunatic“ im Englischen „verrückt, wahnsinnig“, und „лунатик“ im Russischen „Mondsüchtige, Schlafwandler“. Daraus hat Frédéric Zipperlin seine neue Show kreiert: Ein Schlafwandler, der mondsüchtig durch die Nacht streift. Ein Wesen, das mit dem Wechsel des Mondes auch seine Gefühle und Empfindungen ändert, erlebt skurrile Situationen mit traumhafter Magie. Ver-rückt, entrückt, magisch. Die zauberhafte Inszenierung im Stile des Nouveau Cirque entführt das Publikum des Cirque Bouffon in eine poetische Traumwelt.

Charlotte de la Bretèque

Frédéric Zipperlin hat erneut tief in die Trickkiste der sinnlichen Verführung gegriffen und ein neues Kunstwerk in Szene gesetzt, das mit seinem preisgekrönten, internationalen Artistenensemble das staunende Publikum begeistert. Akrobatik, Körperkunst, Komik und Musik auf höchstem Niveau sind die tragenden Elemente der 12 begnadeten Artisten aus sechs Nationen in der neuen Show des Cirque Bouffon: Die französische Artistin Charlotte de la Bretèque mit ihrer Luftakrobatik am Seilteppich, Sasha Koblikov (Jonglage) aus der Ukraine, Pantomime und Komiker Gregor Wollny, die junge Handstand-Equilibristin Marie-Marguerite Marcadé aka Margo Darbois aus Frankreich, die im vergangenen Jahr beim European Youth Circus mit Silber ausgezeichnete Berlinerin Emma Laule am Vertikalseil, Chris Pettersen (Slackline) aus Norwegen und Mara Zimmerli aka Mara Aline Zoe aus der Schweiz („The Gravity Riders“) und die Musikerin Ewa Timingeriu (Klarinette, Vocals) aus Polen sowie Sergey Lukashov (Knopfakkordeon), Sergej Sweschinski (Kontrabass), Adam Tomaszewski (Percussion) und natürlich Anja Krips. Die rauschhaft schönen, sinnlich traurigen, balladesken und auch rockigen Kompositionen des musikalischen Leiters Sergej Sweschinski schenken „Lunatique“ ein außergewöhnliches Gewand.

Gregor Wollny

Frédéric Zipperlin, ehemaliges Mitglied des weltbekannten Cirque du Soleil, realisiert seit über 10 Jahren gemeinsam mit Anja Krips und seiner Compagnie Cirque Bouffon eine neue Art des Artistik Theaters mit der Philosophie des französischen Nouveau Cirque. Mit Elementen aus Artistenzirkus, Komik, Musik, Theater und Tanz entsteht eine Wunderwelt voll anrührender Poesie und Magie, die den Zuschauer in seinen Bann zieht. So entstanden in den vergangen 10 Jahren unter der Regie von Frédéric Zipperlin die Produktionen „Novo“, „Angell“, „Angell Vo.2“, „SOLVO“, „Nandou“, „Quilombo“ und nun „Lunatique“, in denen die Besucher mit allen Sinnen angesprochen werden: Musik, Artistik und Clownerie bilden stets ein abendfüllendes Erlebnis. Mit einem internationalen Künstler- und Artisten-Ensemble, bestehend aus Top-Acts der internationalen Circus-Szene und der traumhaften Musik von Sergej Sweschinski entwickelt Frédéric Zipperlin mit seinem Cirque Bouffon jedes Mal aufs Neue faszinierende Shows der Extraklasse für Jung und Alt.

Marie-Marguerite Marcadé

In „Lunatique“ wechseln sich artistische Zirkusnummern wie die elegante Equilibristik von Marie-Marguerite Marcadé, die Luftakrobatik von Charlotte de la Bretèque am Seilteppich, Emma Laule am Vertikalseil, Chris Pettersen mit seiner kraftvollen Artistik am Schlappseil/auf der Slackline, die gemeinsam von Emma Laule und Charlotte de la Bretèque am Vertikalseil einstudierte Nummer oder die gemeinsame Nummer von Chris Pettersen und Mara Aline Zoe an einer drehenden Leiter mit clownesken Nummern von Gregor Wollny ab, der mit pantomimischer Zauberei das Publikum zum Lachen bringt, zumeist vom musikalischen Leiter von „Lunatique“, Sergej Sweschinskij am Kontrabass, Sergey Lukashov am Knopfakkordeon, Adam Tomaszewski am Xylophon und Percussion und Ewa Timingeriu an der Klarinette begleitet, die aber auch in eigenständigen musikalischen Nummern zu hören sind. Viele Nummern werden auch von Anja Krips mit ihrem lautmalerischen Gesang begleitet. Zusammengehalten wird die Inszenierung von Sasha Koblikov als Schlafwandler, der mit seiner Jonglage ebenfalls zu begeistern weiß.

Emma Laule

Sergej Sweschinski, Adam Tomaszewski und Sergey Lukashov

Gregor Wollny

Charlotte de la Bretèque und Emma Laule

Charlotte de la Bretèque und Emma Laule

Sasha Koblikov und Charlotte de la Bretèque

Zum Finale wurden schließlich alle Akteure und auch Zirkusdirektor und Regisseur Fréderic Zipperlin vom Premierenpublikum mit ausgiebigem Beifall belohnt. „Lunatique“ wird vom 29. März bis 23. April 2017 von Mittwoch bis Freitag um 19.30 Uhr am Musiktheater im Revier Gelsen­kirchen auf dem Kennedyplatz gezeigt, am Samstag um 14.30 Uhr und 19.30 Uhr, und am Sonntag um 14.30 Uhr und 17.30 Uhr. Am Karfreitag findet keine Vorstellung statt, dafür am Ostermontag um 14.30 Uhr und 17.30 Uhr. Tickets sind im Vorverkauf auch an der Theaterkasse des Musktheater im Revier sowie an der Abendkasse am Zirkuszelt (ab 2 Stunden vor jeder Vorstellung) erhältlich. Im Anschluss ist „Lunatique“ vom 27. April bis 5. Juni 2017 am Schokoladen­museum in Köln und schließlich vom 9. Juni bis 2. Juli 2017 am Schlosspark in Münster zu sehen. Weitere Infos unter www.cirque-bouffon.com.

Sergey Lukashov und Charlotte de la Bretèque

Dienstag, 28. März 2017

Zeche Lohberg

… oder was davon noch übrig ist

Zeche Lohberg

Nach dem Erwerb von mehreren Grubenfeldern durch August und Fritz Thyssen wurde am 30. Dezember 1905 die Gewerkschaft Lohberg gegründet. 1909 begannen die Teufarbeiten für die beiden Schächte Lohberg 1 und Lohberg 2, und im Juli 1913 wurde offiziell die Förderung am Schacht Lohberg 1 aufgenommen. In den 1950er-Jahren wurden die übertägigen Anlagen unter Beteiligung des Industriearchitekten Fritz Schupp ausgebaut. Mit dem Neubau des Schachtgerüstes von Schacht 2 1955/56 began der Ausbau Lohbergs zur Großschachtanlage. Ab 1989 erfolgte der Verbund mit dem Bergwerk Osterfeld zum „Bergwerk Lohberg-Osterfeld“. Bis 1991 war das Bergwerk Lohberg-Osterfeld mit 10 Tagesschächten, 7.000 Beschäftigten und einer Jahresförderung von ca. 5.000.000 t das größte Bergwerk im Ruhrgebiet. Am 30. Dezember 2005 wurde das Bergwerk stillgelegt, am 30. Juni 2006 fuhren nach Abschluss der Demontagearbeiten zum letzten Mal Bergleute in die Grube. 2007 erfolgte der Rückbau der Gleisanlagen sowie der Abriss der ersten, nicht denkmalgeschützten Gebäude, 2010 wurde in der ersten Local Hero-Woche das Kreativ.Quartier Lohberg eröffnet. Am 24. Juni 2017 ist die Zentralwerkstatt im Kreativ.Quartier Lohberg erneut Spielort der ExtraSchicht.

Zeche Lohberg

Zeche Lohberg, Pförtnerhaus und Fördergerüst Schacht 2

Zeche Lohberg, Pförtnerhaus und Alte Verwaltung

Zeche Lohberg

Zeche Lohberg, Kühlturm, Maschinenhaus 1, Heizstation und Fördermaschinenhaus

Zeche Lohberg, Noch alle Tassen am Zaun?

Zeche Lohberg, Zentralwerkstatt und Fördergerüst Schacht 2

Zeche Lohberg, Kühlturm

Zeche Lohberg, Misch- und Stapelanlage für Rohwaschkohle

Kohlen-Rundeindicker, „Der Hase“ von Thomas Schütte, 2014

Bergpark Lohberg, „Kraftwerk Lohberg“, Berge-Rundeindicker und Misch- und Stapelanlage für Rohwaschkohle

Im Oktober 2014 wurde der Bergpark Lohberg eröffnet, ein Teil der Flächen des ehemaligen Zechengeländes Lohberg von der Hünxer Straße bis zum Fuß der Halde Lohberg Nord wurde in eine neue Erholungs- und Freizeitlandschaft umgestaltet.

Bergpark Lohberg

Dinslaken-Lohberg

Heute steht die 1907 nach dem Vorbild englischer Gartenstädte geplante Siedlung Lohberg mit den Innenhöfen und dem alten Baumbestand komplett unter Denkmalschutz. Etwa 40 % der Bevölkerung Lohbergs haben einen türkischen Migrationshintergrund, ein ehemaliger Steiger vom Bergwerk Lohberg-Osterfeld, den ich am Fördergerüst von Schacht 2 traf, meinte hingegen, die Siedlung sei „fest in türkischer Hand“.

Dinslaken-Lohberg

Dinslaken-Lohberg, Gemeinschaftsgrundschule Lohberg