Dienstag, 7. Februar 2017

Vorschau: 38. Duisburger Akzente

Das Kuturfestival unter dem „offenen“ Thema „Umbrüche“

Unter dem Titel „Umbrüche“ setzen sich die 38. Duisburger Akzente vom 10. bis 26. März 2017 mit tief greifenden Veränderungen in Kultur, Politik, Gesellschaft, Geschichte und Technik, aber auch in individuellen Biografien auseinander. Auf dem Programm stehen rund 110 Veranstaltungen aus den Bereichen Theater, Literatur, Bildende Kunst und Musik.

Zur Eröffnung der 38. Duisburger Akzente zeigt die Neuköllner Oper aus Berlin die Produktion „Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“ von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Buch, Liedtexte). Das Musiktheaterstück erzählt die authentische Geschichte der Jüdin Stella Goldschlag (* 10. Juli 1922 in Berlin; † 1994 in Freiburg), die für die Gestapo als so genannte Greiferin untergetauchte Juden aufspürte und denunzierte, um ihre eigenen Eltern vor der Deportation zu schützen. Trotz ihrer Kollaboration konnte Stella Goldschlag ihre Eltern jedoch nicht vor dem Tod bewahren, sie wurden im Februar 1944 zunächst in das Ghetto Theresienstadt und im Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Das hielt Stella Goldschlag jedoch nicht davon ab, weiterhin für die Gestapo zu arbeiten. „Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“ wurde am 23. Juni 2016 in der Inszenierung von Martin G. Berger an der Neuköllner Oper uraufgeführt und war 2016 in acht Kategorien für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert. Das Singspiel gewann den Preis in sechs Kategorien, u. a. als „Bestes Musical“. Frederike Haas (u. a. Roxie Hart in „Chicago“, Charlotte in „Babytalk“, Fanny Brice in „Funny Girl“), die darin die Hauptrolle spielt, wurde als „Beste Darstellerin“ ausgezeichnet.

„Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“, Frederike Haas (Stella Goldschlag-Kübler) und Jörn-Felix Alt (Rolf Isaaksohn, skrupelloser Nazi-Kollaborateur und Stellas späterer Ehemann).
Foto: Matthias Heyde

Bekannte Gäste, die beim Festival auftreten, sind u. a. Autor Dirk Stermann, der unter dem Titel „6 Österreicher unter den ersten 5“ ein Best Of-Programm liest, sowie Frank Goosen und Kabarettist Kai Magnus Sting, der mit Musiker Jupp Götz zum „Heymatabend 3 ..... zur Abwechslung mal im Zirkuszelt“ einlädt. Sie alle kommen ins Festivalzelt im zukünftigen Mercatorviertel. In der Stadtbibliothek sind z. B. Kolumnist Axel Hacke, Autor Ilija Trojanow und PoetrySlammer „Sebastian 23“ live zu erleben.

„Sebastian 23“

Herzstück der Akzente ist das Theatertreffen. Zu den Häusern, die im Theater Duisburg ein Gastspiel geben, zählen das Wiener Burgtheater („Diese Geschichte von Ihnen“), das Deutsche Theater Berlin („Gift. Eine Ehegeschichte“) und erstmals auch das Münchner Volkstheater („Nathan der Weise“).

Weitere Informationen unter www.duisburger-akzente.de.

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