Dienstag, 31. Januar 2017

Ankündigung: „I am from Austria“

„I am from Austria“ – Das Musical mit den Songs von Rainhard Fendrich; Musik, Liedtexte: Reinhard Fendrich; Buch: Titus Hoffmann, Christian Struppeck; Regie: Andreas Gergen; Choreografie: Kim Duddy; Bühne: Stephan Prattes; Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders; Lichtdesign: Andrew Voller; Sounddesign Thomas Strebel; Arrangements: Michael Reed; Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: N. N. (Emma Carter, internationaler Filmstar und Oscar-Preisträgerin), N. N. (Josi Täschner, angehender Junior-Chef in einem der traditionsreichsten Hotels von Wien), N. N. (Romy Täschner, Direktorin des Hotels und Josis Mutter), N. N. (Wolfgang Täschner, Romys Ehemann, stellvertretender Direktor des Hotels und Josis Vater), N. N. (Elfie Schratt, Concierge im Hotel, nach eigenen Aussagen die Urenkelin von Katharina Schratt), N. N. (Richard Rattinger, Manager und Künstleragent), N. N. (Felix Moser, Page), N. N. (Pablo García, Welt-Fußballer des Jahres und Stürmer der argentinischen Nationalmannschaft) u. a. Uraufführung: 16. September 2017, Raimund Theater, Wien.



„I am from Austria“


Das Musical mit den Songs von Rainhard Fendrich als Uraufführung am Raimund Theater


Plakat „I am from Austria“. © VBW

Rainhard Fendrichs größte Hits finden den Weg auf die Musical-Bühne: „I am from Austria“ feiert am 16. September 2017 im Wiener Raimund Theater Uraufführung. Musical­intendant Christian Struppeck stellte heute gemeinsam mit Rainhard Fendrich die neue Produktion vor. Mit mehr als 20 Rainhard-Fendrich-Hits wie „Macho, Macho“, „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?“, „Es lebe der Sport“, „Blond“, „Strada del Sole“, „Tango Korrupti“, „Nix is Fix“, „Weu‘sd a Herz host wia a Bergwerk“ und natürlich dem Titellied „I am from Austria“ wird die Geschichte eines österreichischen Filmstars ezählt, der international Karriere gemacht, es bis nach Hollywood geschafft hat und nun anlässlich des Opernballs nach Wien zurückkehrt.

Die neueste VBW-Eigenproduktion lässt das Publikum hinter die Kulissen eines Wiener Luxushotels blicken, wo ein prominenter Star-Gast für Trubel und viel Hollywood-Flair sorgt. Die Handlung berührt aber auch mit persönlichen und bewegenden Momenten abseits des grellen Blitzlichtgewitters. Das fiktive Wiener Traditionshotel „Edler“ wird in diesem neuen Musical zur Drehscheibe der großen Welt. Chaos, Küsse und Katastrophen sind vorprogrammiert in dieser fröhlich-frechen Story voller Romantik, Überraschungen und amüsanter Situationskomik.

Rainhard Fendrich bekannte seine Verwunderung ein, dass der nun titelgebende Song, von ihm ursprünglich als Protest­lied konzipiert, geradezu zu einer inoffiziellen zweiten österreichischen Nationalhymne geworden ist. Dies trotz seiner kritischer Passagen, aber wohl auch wegen seines unverbrüchlichen Bekenntnisses zur geliebten Heimat. War doch damals Österreich im Zusammenhang mit dem gerade (trotz seiner dezidierten „bloßen Pflichterfüllung“ in der NS-Wehrmacht) vom Volk gewählten Bundespräsidenten Kurt Waldheim international in Misskredit geraten. Auch die anderen Schlager von Fendrich hätten es fast schon zu einem Status wie Volkslieder gebracht. Die Arrangements der Songs für eine 7-köpfige Band hat der schon bei A. L. Webber bewährte Michael Reed übernommen.

Intendant Christian Struppeck, Rainhard Fendrich und Titus Hoffmann. © VBW/Herwig Prammer


Statements

„I am from Austria“ vereint die Songs von Rainhard Fendrich, die sich mit ihren ironischen, brillant-geschliffenen Texten und starken, eingängigen Melodien hervorragend für ein Musical eignen, mit einer überraschenden, unterhaltsamen Geschichte, die Rainhard Fendrichs Lieder in einem ganz neuen Licht präsentieren. Die Weltpremiere eines brandneuen Musicals mit so starkem Österreich-Bezug hier in Wien auf die Bühne zu bringen, war mir sehr wichtig und es ist deshalb ein ganz besonderes Projekt für mich. Es ist zugleich auch eine Art Hommage an Österreich.
VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck

Mit der Idee, aus meinen Liedern ein Musical zu machen, ist Titus Hoffmann schon vor einigen Jahren auf mich zugekommen. Dass die Realisierung dieses Projekts nun mit den Vereinigten Bühnen Wien umgesetzt wird, freut mich ganz besonders. Mit ihnen und dem ganzen Musical-Genre fühle ich mich langjährig verbunden. Ich vertraue dem Team um Christian Struppeck und bin gespannt auf die endgültige Umsetzung von „I am from Austria“ im Raimund Theater.
Rainhard Fendrich

Vor einigen Jahren durfte ich Rainhard Fendrich persönlich kennenlernen und als wir irgendwann über neue Stück-Ideen sprachen, schlug ich ihm vor, aus seinen Songs, die durch ihre eingängigen Melodien und seinen raffiniert pointierten, authentischen und tiefgründigen Texten längst zu Evergreens geworden sind, ein modernes Musical zu schreiben, in dem Wien und Österreich selbst zur Bühne wird… Heute freue ich mich sehr, dass „I am from Austria“ im September im Raimund Theater zur Uraufführung kommt. Die Vereinigten Bühnen Wien sind mit ihrem langjährigen Know-How bei der Entwicklung neuer Musicals die idealen Partner für ein solches Projekt.
Titus Hoffmann

Ein Musical zu inszenieren, bei welchem die Hits von Rainhard Fendrich eine so zentrale Rolle spielen, war für mich von der ersten Idee an äußerst spannend. Seine Songs sind inhaltlich sehr stark und bieten eine schöne Ausgangslage für die Regiearbeit an einem solchen Projekt. Sie unterstreichen durch ihre tiefgehenden Texte die Handlung und bieten viele Interpretationsmöglichkeiten für die künstlerische Umsetzung. Nach einigen Workshops, in welchen ich mich bereits sehr auf die Produktion einstimmen konnte, freue mich nun schon darauf, gemeinsam mit dem ganzen Team dieses Stück im Herbst in Wien zur Uraufführung zu bringen.
Andreas Gergen


Montag, 30. Januar 2017

„Comedian Harmonists in Concert“

„Comedian Harmonists in Concert“ – Konzert Im Rahmen des Begleitprogramms zu Mieczysław Weinbergs Oper „Die Passagierin“; Szenische Einrichtung und Abendspielleitung: Carsten Kirchmeier; Choreografie: Kati Farkas; Choreografische Einstudierung: Jakub M. Spocinski; Kostüme: Andreas Meyer; Licht: Patrick Fuchs; Musikalische Leitung und Klavier: Askan Geisler. Darsteller: Mark Weigel (Ari Leschnikoff), Edward Lee (Erich Abraham Collin), Michael Dahmen (Harry Frommermann), Marco Vassalli (Roman Cycowski), Ralf Rhiel (Robert Biberti), Askan Geisler (Erwin Bootz). Moderation: Dirk Weiler. Premiere: 29. Januar 2017, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.



„Comedian Harmonists in Concert“


Konzert im Rahmen des Begleitprogramms zu Mieczysław Weinbergs Oper „Die Passagierin“


Am 13. Januar 2012 feierte die Revue „Die Comedian Harmonists“ über Aufstieg und Scheitern des Berliner Vokalensembles in einer Inszenierung von Sandra Wissmann im Kleinen Haus ihre umjubelte Premiere und wurde dort bis 22. Juni 2013 gezeigt. Nun fanden die Gelsenkirchener „Comedian Harmonists“ – zumindest zu zwei Dritteln – im Rahmen des Begleitprogramms zu Mieczysław Weinbergs Oper „Die Passagierin“ noch einmal zusammen, um die Hits des legendäre Sextetts zu präsentieren und vom Schicksal der deutsch-jüdischen Gesangsformation zu erzählen, diesmal im Großen Haus: Markus Schneider (Erich Collin) ist seit der Spielzeit 2015/2016 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Braunschweig, und Piotr Prochera (Roman Cycowski) ist in der Spielzeit 2016/17 anderweitig in sechs Produktionen eingebunden. Für sie haben Edward Lee (Erich Collin) und Marco Vassalli (Roman Cycowski) die Gesangsparts des 2. Tenors und Baritons in der Besetzung der „Comedian Harmonists“ übernommen.

Mit dieser unscheinbaren Zeitungsannonce suchte Harry Frommermann am 18. Dezember 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger Sänger für eine neue Gesangsgruppe. Harry Frommermann, Robert Biberti, Asparuch „Ari“ Leschnikoff, Walter Nußbaum und Theodor Steiner gründeten im Winter 1927/28 die Gesangsgruppe „The Melody Makers“. Im März 1928 schied Theodor Steiner aus der Gruppe aus, Roman Cycowski übernahmen den Bariton-Part, und Ari Leschnikoff brachte dann noch seinen Piano spielenden Freund Erwin Bootz mit. Im März 1929 wurde Walter Nußbaum als zweiter Tenor durch Erich Abraham Collin ersetzt. Im August 1928 erfolgte auf Vermittlung ihres Impresarios Bruno Levi ein Vorsingen des Ensembles bei Erik Charell im Großen Schauspielhaus und bei Herman Haller im Admiralspalast. Erik Charell engagierte das Ensemble für seine Operetten-Revue „Casanova“ im Großen Schauspielhaus (dem heutigen Friedrichstadt-Palast), wo es am 28. September 1928 erstmals zwischen den Akten für eine Abendgage von 120 Reichsmark auftreten durfte, und regte die Umbenennung in „Comedian Harmonists“ an. In den folgenden Jahren erobert das Sextett Konzertsäle auf der ganzen Welt, am 21. Januar 1932 traten die „Comedian Harmonists“ sogar in der Berliner Philharmonie auf. Das legendäre Vokalensemble verkörperte wie keine andere Formation den Glamour der vibrierenden Metropole Berlin. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 findet der Aufstieg ein abruptes Ende, es kam wegen der drei „nicht-arischen“ Mitglieder Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin zu ersten Einschränkungen der Auftrittsmöglichkeiten für die „Comedian Harmonists“. Das letzte öffentliche Konzert fand im Februar 1935 in Fredrikstadt in Südnorwegen statt. Am 22. Februar 1935 wurden die „Comedian Harmonists“ mit einem Schreiben der Reichsmusikkammer endgültig verboten, und durch die erzwungene Emigration der drei jüdischen Mitglieder wurde die Gruppe am 10. März 1935 getrennt. Sie sollte nie wieder gemeinsam auf einer Bühne stehen. Bereits am 3. März 1935 erschien im Berliner Lokal-Anzeiger eine Zeitungsannonce, in der ein „weltberühmtes deutsches Gesangsensemble“ zwei Tenöre und einen Bariton sucht. Autor und Regisseur Eberhard Eberhard Fechner (* 21. Oktober 1926 in Liegnitz, Schlesien, † 7. August 1992 in Hamburg) hat 1976 auf der Grundlage von Interviewmaterial, zeitgenössischen Dokumenten und Fotos für den NDR den zweiteiligen Dokumentarfilm „Die Comedian Harmonists – Sechs Lebensläufe“ produziert, der das legendäre Sextett wieder aufleben ließ. (Eine Buchdokumentation, die auf dem Film beruht, wurde 1988 veröffentlicht.)

Besetzung der „Comedian Harmonists“ von Mai 1929 bis März 1935:
  • 1. Tenor: Ari Leschnikoff (* 16. Juni 1897 in Chaskowo, Bulgarien, † 31. Juli 1978 in Sofia, Bulgarien)
  • 2. Tenor: Erich Abraham Collin (* 26. August 1899 in Berlin, † 28. April 1961 in Los Angeles)
  • 3. Tenor: Harry Frommermann (* 12. Oktober 1906 in Berlin, † 29. Oktober 1975 in Bremen)
  • Bariton: Roman Cycowski (* 25. Januar 1901 in Łódź, Polen, † 9. November 1998 in Palm Springs, Kalifornien)
  • Bass: Robert Biberti (* 5. Juni 1902 in Berlin, † 2. November 1985 in Berlin)
  • Pianist: Erwin Bootz (* 30. Juni 1907 in Stettin, † 27. Dezember 1982 in Hamburg)

Freilich handelt es sich bei „Comedian Harmonists in Concert“ nicht – wie der Titel schon verrät – um eine Wiederaufnahme der Revue „Die Comedian Harmonists“, sondern um ein Best-of-Konzert, bei dem Mark Weigel (Ari Leschnikoff), Edward Lee (Erich Abraham Collin), Michael Dahmen (Harry Frommermann), Marco Vassalli (Roman Cycowski), Ralf Rhiel (Robert Biberti) und Askan Geisler (Erwin Bootz) glänzen können und das Publikum mit den legendären Hits der Comedian Harmonists zu begeistern wissen. In fünf Moderationsblöcken erzählt Dirk Weiler die Geschichte des Sextetts bis zum Berufsverbot für die drei jüdischen Mitglieder und deren erzwungene Emigration, was zwar den ein oder anderen Zuschauer nachdenklich stimmen könnte, doch mit der letzten Nummer des regulären Programms, „Der Onkel Bumba aus Kalumba“, bei der Dirk Weiler das Sextett in seiner unnachahmlich humoristischen Art mit den Maracas ergänzt, dürften die nachdenklichen Töne des Abends auch ganz schnell wieder vergessen sein. Folkwang-Alumnus Dirk Weiler ist in „Comedian Harmonists in Concert“ wieder einmal weit unter seinen Möglichkeiten zu sehen, neben seiner internationalen Karriere hat er bei den 57. Gandersheimer Domfestspielen auch selbst schon den Harry Frommermann in der Revue „Die Comedian Harmonists“ verkörpert.

Nach gut anderthalbstündigem Konzert fand die Begeisterung des Publikums im ausverkauften Großen Haus kein Ende, so dass die Akteure den Abend mit insgesamt drei Zugaben beschlossen.

Setlist:
  • „Dinah“
  • Moderation
  • „Einmal schaft’s jeder“
  • „Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen“
  • „Ich hab’ für dich ’nen Blumentopf bestellt“
  • „Auf Wiedersehen, leb wohl!“
  • Moderation
  • „Veronika, der Lenz ist da“
  • „Ein Freund, ein guter Freund“
  • „Puppenhochzeit“
  • „Hallo, was machst Du heut’, Daisy“
  • Moderation
  • „Ein Lied geht um die Welt“
  • „Wochenend und Sonnenschein“
  • „Mein kleiner grüner Kaktus“
  • „Liebesleid“
  • „Ohne Dich“
  • Moderation
  • „Schöne Isabella von Kastilien“
  • „In einem kühlen Grunde“
  • „Irgendwo auf der Welt“
  • Moderation
  • „Lebewohl, gute Reise“/„Auf Wiedersehen“
  • „Der Onkel Bumba aus Kalumba“
Zugaben
  • „Auf Wiedersehen, leb wohl!“
  • „Ein Lied geht um die Welt“
  • „Mein kleiner grüner Kaktus“
Wer das Konzert am 29. Januar 2017 verpasst hat, am 25. Februar 2017 gibt es noch eine weitere Aufführung von „Comedian Harmonists in Concert“.

Sonntag, 29. Januar 2017

Neujahrsfest Tết im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Familientag mit umfangreichem Mitmachprogramm

Tết im LWL-Museum für Archäologie

Tết Nguyên Đán („Fest des Ersten Morgens“), kurz Tết, ist der wichtigste vietnamesische Feiertag, das Fest des neuen Jahres nach dem Mondkalender. Tết wird gefeiert vom ersten Tag des ersten Monats des chinesischen Mondkalenders bis zum dritten Tag, im Jahr des Feuer-Hahns vom 28. bis 30. Januar 2017. Vietnamesen besuchen zu Tết ihre Familie und die Tempel, es werden eigene Festspeisen zubereitet. Tết markiert gleichzeitig den Frühlingsbeginn. „Vietnam gehört zu den faszinierendsten Ländern Südostasiens. Die Kultur ist reich an archäologischen Schätzen und außergewöhnlichen Traditionen. Wir möchten unseren Besuchern beides im Rahmen unserer Sonderausstellung näher bringen“, erklärte Dr. Susanne Jülich, stellvertretende Museumsleiterin des LWL-Museum für Archäologie in Herne.

Tết im LWL-Museum für Archäologie

Anlässlich der Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ feierte das Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne am Sonntag, 29. Januar 2017, das vietnamesische Neujahrsfest Tết. „Die Vietnamesen feiern das Fest vorzugsweise im Kreis ihrer Familie. Deshalb möchten wir im Rahmen unserer Vietnam-Ausstellung zu einem Familientag mit einem umfangreichen Mitmachprogramm einladen“, erzählte Marcus Coesfeld, museumspädagogischer Mitarbeiter des LWL-Museums für Archäologie, wie es zu der Idee des Neujahrsfestes in Herne kam.

Drachentanzkostüm

Große und kleine Besucher konnten sich zwischen 11 und 20 Uhr nicht nur die „Schätze der Archäologie Vietnams“ anschauen, die erstmalig in Deutschland zu sehen sind. Sie waren auch eingeladen, traditionelle Bräuche Vietnams kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Studierende der Ruhr-Universität Bochum mit vietnamesischen Wurzeln präsentieren verschiedene Tänze aus ihrer Heimat. Beim Bambustanz konnten Besucher auch selbst mittanzen. Ebenfalls mitmachen konnten Besucher bei der Zubereitung von Sommerrollen (gỏi cuốn, unfrittierte Frühlingsrolle) – Verkostung inklusive. Für den großen Hunger gab es zudem in den museumspädagogischen Räumen ein breites Angebot an vietnamesischen Spezialitäten.

Drachentanzkostüm in der Dauerausstellung

Schließlich luden zu jeder vollen Stunde öffentliche Führungen zu einem Rundgang durch die Sonderausstellung ein. Die Dauerausstellung, die einen Überblick über 250.000 Jahre Menschheitsgeschichte in der Region bietet, konnte jeweils eine halbe Stunde später unter fachmännischer Führung besichtigt werden. Da der Eintritt ins Museum und die Teilnahme an den Angeboten an diesem Tag kostenfrei waren, konnte sich das LWL-Museum für Archäologie in Herne vor Besuchern kaum retten. Die Mitarbeiter schätzen, dass an diesem Sonntag mehr als 6.000 Besucher das LWL-Museum für Archäologie in Herne besucht haben. Also ein Vielfaches der Besucherzahlen bei der „Nacht unter Tage“. Hierfür dürfte auch nicht allein der freie Eintritt verantwortlich gewesen sein, sondern hier spielt sicher auch das für Europäer Fremdartige und Besondere der vietnamesischen Kultur eine Rolle. Weiterhin wurden mit den Angeboten sowohl große als auch kleine Besucher angesprochen, für Familien mit Kindern ein nicht zu unterschätzendes Argument für einen Museumsbesuch.

Drachentanz

LWL-Museum für Archäologie, Fahrrad im Foyer

Vietnamesische Spezialitäten

Reissackhüpfen im Innenhof

Kalligraphie

Bambustanz

Bambustanz

Bambustanz

Lotustanz

Lotustanz

Modenschau

Modenschau

Modenschau

Samstag, 28. Januar 2017

Galapremiere „Don Camillo & Peppone“

Feierlichkeiten zur österreichischen Erstaufführung des Klassikers als Musical am Ronacher

Wiener Ronacher

Am Freitag, 27. Januar 2017 fand im Ronacher die österreichische Erstaufführung von „Don Camillo & Peppone“ statt. Der Klassiker – bekannt durch die legendären Romane von Giovannino Guareschi und die berühmten Verfilmungen mit Fernandel (Don Camillo) und Gino Cervi (Peppone) – feierte am 30. April 2016 in der Schweiz Uraufführung, bevor am 27. Januar 2017 im Wiener Ronacher die Österreichische Erstaufführung über die Bühne ging. Buch und Liedtexte stammen von Grammy-Preisträger Michael Kunze, die Musik schrieb einer der prominentesten italienischen Komponisten, Dario Farina – vielen bekannt durch seine Kult-Pop-Songs wie „Felicità“ oder durch seine viel beachteten Filmmusiken (u. a. „Rossini“). Für die Regie zeichnet der Operndirektor des Salzburger Landestheaters, Andreas Gergen, verantwortlich, der international bereits mehr als 50 Opern, Operetten und Musicals inszeniert hat, darunter zahlreiche Uraufführungen. Eine Besprechung der Produktion wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Schlussapplaus, Frank Winkels (Giuseppe Botazzi, genannt Peppone, Bürgermeister von Boscaccio), Maya Hakvoort (Die alte Gina, Erzählerin) und Andreas Lichtenberger (Don Camillo, Pfarrer von Boscaccio)

„Don Camillo & Peppone“, Cast und Kreativteam

Frank Winkels (Giuseppe Botazzi, genannt Peppone, Bürgermeister von Boscaccio), Maya Hakvoort (Die alte Gina, Erzählerin) und Andreas Lichtenberger (Don Camillo, Pfarrer von Boscaccio)

Kurosch Abbasi (Mariolino, ein junger Mann) und Jaqueline Reinhold (Gina, ein junges Mädchen)

Femke Soetenga (Laura Castelli, Lehrerin)

Reinhard Brussmann, Kurosch Abbasi und Jaqueline Reinhold

Maya Hakvoort

Frank Winkels, Andreas Lichtenberger und Michael Souschek

„Don Camillo & Peppone“, Cast

Stahl-Innovationspreis 2015

Herausragende Innovationen mit dem Werkstoff Stahl

Stahl ist ein vielseitiger Werkstoff, dessen Einsatz­möglich­keiten stetig weiterentwickelt werden. Die besten Innovationen der Stahlbranche werden alle drei Jahre im Rahmen des von der Wirtschaftsvereinigung Stahl veranstalteten „Stahl-Innovationspreises“ ausgezeichnet und im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert. Der seit 1989 ausgeschriebene Stahl-Innovationspreis wurde 2015 zum zehnten Mal verliehen. In den 26 Jahren hat er von seiner Attraktivität nichts eingebüßt und ist einer der bedeutendsten Wettbewerbe seiner Art. 578 Projekte sind 2015 eingereicht worden, 13 Projekte in den Kategorien „Produkte aus Stahl“, „Forschung und Entwicklung“, „Stahl im Bauwesen“ und „Stahl-Design“ wurden ausgezeichnet, den Sonderpreis „Klimaschutz mit Stahl“ erhielt das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (Chemnitz) für die Entwicklung einer Fertigungskette für Strömungsprofile aus höherfestem Stahlblech für Windkraftanlagen:

Kategorie Produkte aus Stahl
  • Leicht, chic und umweltfreundlich – Aerosoldose SteeloCare
  • Stahl ersetzt Aluminium – Kolben für Pkw-Dieselmotoren
  • Struktur- und werkstoffoptimierte Leichtbaumutter
Kategorie Forschung und Entwicklung
  • High Performance Components – Längere Bauteillebensdauer durch schadenstolerante Stähle
  • Verringerung des Bauteilquerschnitts der A-Säulen eines Pkw zur Sichtfeldoptimierung
  • Herstellung von Leichtbauprofilen durch inkrementelles Profilumformen
Kategorie Stahl im Bauwesen
  • Edelstahl-Fassade der Kindertagesstätte „Miniapolis“ in 3D-Optik, Essen
  • „Messe Frankfurt – Ovaldach am Tor Nord“
  • Treppe „cut it!“, geschnitten aus einer Blechtafel
Edelstahl-Fassade der „Kita Miniapolis“ in 3D-Optik, Stahl-Innovationspreis 2015 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“

Edelstahl-Fassade der „Kita Miniapolis“ in 3D-Optik, Stahl-Innovationspreis 2015 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“

Edelstahl-Fassade der „Kita Miniapolis“ in 3D-Optik, Stahl-Innovationspreis 2015 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“


Kategorie Stahl-Design
  • Bystronic „Xpert“ Abkantpressen – Design kommuniziert technische Innovationen
  • Kaminofensystem „elements“ – Stahl-Design mit Feuer und Flamme
  • „SKIFF“ – Ruderboot aus Edelstahl – Die Faltung macht´s
Sonderpreis Klimaschutz mit Stahl
  • Stahl „beflügelt“ Windkraft – Hydrogeformtes Strömungsprofil aus Stahlblech
Der Stahl-Innovationspreis 2015 wurde bereits am 9. Juni 2015 im Rahmen des „Berliner Stahldialogs“ verliehen. Also eigentlich ein „alter Hut“, wird der ein oder andere jetzt womöglich denken, denn 2017 startet bereits die Auslobung des nächsten Stahl-Innovationspreises. Der Gedanke ist also nicht von der Hand zu weisen. Die erste Station der Wanderausstellung zum Stahl-Innovationspreis 2015 war vom 10. Juli bis zum 31. August 2015 das Foyer der Hauptverwaltung von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg, wo die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten frei zugänglich gewesen ist. 19 Monate später zeigt das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg die Ausstellung „Stahl­innovations­preis 2015“ vom 1. Februar bis 30. April 2017, natürlich nicht bei freiem Eintritt. Dort ist sie lediglich im regulären Eintritt von 5 Euro für die Dauerausstellung enthalten und kostet keinen zusätzlichen Eintritt. Wer sich bequem am heimischen PC über den Stahl-Innovationspreis 2015 informieren möchte, kann dies unter www.stahl-innovationspreis.de tun. Und wer sich mit dem Stahl-Innovationspreis 2015 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“ ausgezeichnete Projekte in natura anschauen möchte, kann dies an der Messe Frankfurt oder aber gleich um die Ecke im ThyssenKrupp Quartier in Essen tun, denn dort steht die Kindertagesstätte „Miniapolis“ (s. o.).

Freitag, 27. Januar 2017

„Zweite Generation – Graphic Novel von Michel Kichka“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Originalzeichnungen der Graphic Novel und Ausschnitte eines Dokumentarfilms über die Beziehung von Vater und Sohn Kichka

„Graphic Novel“ ist eine seit den 1980er-Jahren populäre Bezeichnung für Comics im Buchformat, wobei sich diese aufgrund ihrer erzählerischen Komplexität häufig an eine erwachsene Zielgruppe richten. Der amerikanischer Cartoonist und Comic-Autor Art Spiegelmann (* 15. Februar 1948 in Stockholm) wurde 1992 für den Holocaust-Comic „Maus. A Survivor’s Tale“ („Maus. Die Geschichte eines Überlebenden“), der üblicherweise als Graphic Novel bezeichnet wird und größere Bekanntheit erlangt hat, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

„Zweite Generation – Graphic Novel von Michel Kichka“, Blick in die Ausstellung im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt im Begleitprogramm zur Oper „Die Passagierin“ von Mieczysław Weinberg am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen rund 50 originale Zeichnungen aus der ersten Auflage der Graphic Novel „Deuxième génération. Ce que je n’ai pas dit à mon père“ („Zweite Generation. Was ich meinem Vater nie gesagt habe“) von Michel Kichka, die 2012 in Frankreich erschien. Übersetzungen der französischen Texte neben den ausgestellten Zeichnungen gibt es nicht, wer also des Französischen nicht mächtig ist und nicht nur Bilder anschauen möchte, sondern auch die Texte verstehen möchte, kommt nicht umhin, die deutsche Übersetzung von Ulrich Pröfrock zur Hand zu nehmen, die man gebraucht bei einem bekannten Internet-Versandhändler für knapp 8 Euro erstehen kann. Wer möchte kann sich auch in eines der beiden Ansichtsexemplare im Museum vertiefen. Die ausgestellten, hinter spiegelndem Glas gerahmten Zeichnungen stehen im Kontext zu kurzen, 2016 in Belgien, Israel und Polen aufgenommen Filmsequenzen: Gespräche zwischen Vater und Sohn über die Kriegs- und Nachkriegszeiten, Michel Kichkas Lehrveranstaltung in der Bezalel Academy in Jerusalem, Henri Kichka als Überlebender der Shoah in einer Schule in Tournai, sowie Michel Kichkas Zeichenperformance im MOCAK Museum für Gegenwartskunst in Krakau. Der Dokumentarfilm, eine polnisch-deutsche Koproduktion, erscheint 2018.

Michel Kichka (* 1954 in Lüttich, Belgien) gewährt in „Zweite Generation“ einen persönlichen Einblick in die Beziehung zu seinem Vater Henri (* 14. April 1926 in Brüssel, Belgien). Dieser wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und musste miterleben, wie seine gesamte Familie von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs sind im Familienleben der Kichkas präsent, beeinflussen das Alltagsleben und die Erziehung der Kinder, zum Beispiel am Esstisch, in der Schule und auf Familienfeiern. Für Michel Kichka ist es eine lebenslange Aufgabe geworden, sich mit der Biografie seines Vaters und mit dem Trauma seiner Eltern, das durch die Shoah verursacht wurde, auseinanderzusetzen.

Michel Kichka emigrierte 1974 nach Israel und soll zu den wichtigsten Comic-Künstlern und Karikaturisten Israels gehören. Michel Kichka ist Professor an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem und beeinflusste zahlreiche Künstlerinnen und Künstler. Er arbeitet regelmäßig für internationale Zeitungen und Nachrichtenagenturen, z. B. für CNN, Courrier international und Herald Tribune. Außerdem engagiert er sich in der Organisation Cartooning for Peace.

Die Ausstellung „Zweite Generation – Graphic Novel von Michel Kichka“ ist vom 29. Januar bis 2. April 2017 im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung am 29. Januar 2017 um 11.30 Uhr werden Michel Kichka und sein Vater Henri entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht anwesend sein. Zugesagte Pressefotos einzelner Blätter der Ausstellung standen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Blogeintrags ebenfalls nicht zur Verfügung. („Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“)

Donnerstag, 26. Januar 2017

Baumschulen spenden Bäume für Tree Parade in der Essener Innenstadt

Ein Projekt der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Vom 2. bis zum 5. Februar 2017 wird die so genannte Tree Parade im Bereich zwischen Rathaus Galerie und Kennedyplatz errichtet: 53 Bäume – teilweise ausgewachsen und bis zu 7 m hoch – werden in der Innenstadt präsentiert. Die Tree Parade, die bereits 2011 in Mailand für Furore gesorgt haben soll, geht auf eine Idee des Landschaftsarchitekten Andreas Kipar (* 1960 in Gelsenkirchen) zurück. Symbolisch wurden die Bäume, darunter Säulen-Eichen, schwedische Mehlbeeren und Felsenbirnen, auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) am Donnerstag Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas, überreicht.

Die Laubhölzer werden von drei Baumschulen gespendet, der Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG aus Hamburg, den Hans Reinke Baumschulen aus Rellingen und der Wilhelm Ley GmbH & Co. KG aus Meckenheim. Schirmherr der Tree Parade ist Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen e. V.

Baumübergabe auf der IPM: Simone Raskob, Marita Ley (Wilhelm Ley Baumschulen), Markus Guhl (Bund deutscher Baumschulen e. V.), Niels Reinke (Hans Reinke Baumschulen), Bernhard von Ehren (Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG), Andreas Kipar (von links nach rechts) mit einer Kugel-Rubine. Foto Jochen Tack

Weitere Informationen zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 unter www.essengreen.capital

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015

Ausstellung des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW im Mies van der Rohe Business Park

Mies van der Rohe Business Park, HE-Gebäude und Uhrenturm der „VerSeidAG“

Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, bis 1998 Mies van der Rohe Award for European Architecture, zählt zu den begehrtesten Architekturpreisen in Europa. Der 1987 von der Europäischen Kommission, dem europäischen Parlament und der Stiftung Mies van der Rohe in Barcelona ins Leben gerufene Architekturpreis würdigt herausragende, innovative aktuelle Baukunst und visionäre Architekten. Der mit 60.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Architekten Ludwig Mies van der Rohe (* 27. März 1886 in Aachen, † 17. August 1969 in Chicago) benannt, wird alle zwei Jahre vergeben und gilt als der renommierteste europäische Architekturpreis. Eine Ausstellung zeigt die Highlights der europäischen Architektur nun erstmalig in einem Originalgebäude des Architekten Mies van der Rohe. Vom 19. Januar bis 12. Februar 2017 präsentiert das M:AI – Museum für Architektur und Ingenieurskunst NRW im HE-Gebäude (HE steht für Herrenfutterstoffe) der Vereinigten Seidenwebereien AG ausgezeichnete Architektur in meisterhafter Architektur.

Mies van der Rohe Business Park, HE-Gebäude und Uhrenturm der „VerSeidAG“

Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW verfügt selbst nicht über Ausstellungsräume, oft finden die Ausstellungen in Gebäuden statt, die einen direkten Bezug zum Thema haben. So wird der Mies van der Rohe Business Park in diesem Jahr selbst zum größten Exponat der Ausstellung. Das Industrie- und Baudenkmal, welches den heutigen Business Park ausmacht, ist eng verbunden mit dem Architekten Mies van der Rohe und der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Krefeld. Gebaut wurden die Industriegebäude für die Vereinigten Seidenwebereien AG, kurz „VerSeidAG“, ein Zusammenschluss mehrerer Seidenwebereien im Rheinland mit Hauptsitz in Krefeld, die 1920 von den Krefelder Textilfabrikanten Hermann Lange und Josef Esters gegründet und später zu einem Großunternehmen der Textilindustrie wurde. Ludwig Mies van der Rohe wurde mehrfach zur Planung und Realisierung der Fabrikbauten hinzugezogen. Ab 1930 beschäftigte er sich vor allem mit der Gestaltung des Büro- und Lagergebäudes für Herrenfutterstoffe sowie der Färberei. Die VerSeidAG-Bauten in Krefeld bleiben weltweit die einzigen Industriebauten des Architekten. Das Gebäudeensemble der VerSeidAG wurde 1999 unter Denkmalschutz gestellt und daraufhin maßgeblich durch den Krefelder Architekten Karl-Heinrich Eick unter Mithilfe der Innenarchitekten des Büros „raumkontor“ restauriert, Fertigstellung 2003. Mit der Wirtschaftskrise 2009 musste der zu dem Zeitpunkt in dem Gebäudeensemble ansässige Textilveredler Voss-Biermann, Lawaczeck Insolvenz anmelden, woraufhin das Areal plötzlich keinen Mieter mehr hatte. Der Krefelder Unternehmer Wolf-Reinhard Leendertz kaufte das gesamte Areal und restaurierte nach und die Gebäude im „Mies van der Rohe Business Park“. Augenblicklich werden die Shedhallen saniert, in denen die Färberei der VerSeidAG untergebracht war.

Mies van der Rohe Business Park, HE-Gebäude und Uhrenturm der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, alte Schlichterei der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, Wasserturm der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, HE-Gebäude und Färberei-Hallen der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, HE-Gebäude und Färberei-Hallen der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, Färberei-Hallen der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, erhaltene Toilette in der Färberei-Halle der „VerSeidAG“

Mies van der Rohe Business Park, Blick aus der ehemaligen Arbeiterkantine auf das Kesselhaus der „VerSeidAG“


Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung zum Mies van der Rohe Award 2015 ist eine Video- und Audiotour, die mit einem Überblick der besten gebauten Projekte aus den vergangenen zwei Jahren eine kritische Bilanz zeitgenössischer europäischer Architektur zieht. Die Besucher erfahren mehr über aktuelle Architekturpositionen, lernen Bauherren und Nutzer kennen und können sich in die Geräuschkulisse der jeweiligen Orte vertiefen. So entwirft die Ausstellung ein emotionales Bild von Architektur. Gleichzeitig ist ein Fokus auf Fakten der Objekte gerichtet. Auftrag, Maßstäblichkeit und Raumprogramm sowie geografische Details ermöglichen eine kritische Meinung zur heutigen Architektur. Ergänzend zum Award widmet sich ein Ausstellungsbereich exklusiv aktuellen Forschungsergebnissen zur Baugeschichte und Erhaltung der VerSeidAG.

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Blick in die Ausstellung

Am 7. Mai 2015 wählte die internationale Jury unter dem Vorsitz des italienischen Architekten Cino Zucchi den Preisträger und den Emerging Architect Gewinner des Preises der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015. Das Siegerprojekt ist die Kunsthalle der Philharmonie Stettin in Polen nach Entwürfen der italienischen Architekten Fabrizio Barozzi und Alberto Veiga (unter Mitarbeit von Studio A4). Neben dem eigentlichen European Union Prize for Contemporary Architecture wird noch eine weitere mit 20.000 Euro dotierte Besondere Anerkennung für ein junges Architekturteam vergeben. Der Emerging Architect Preis ging an das von ARQUITECTURA–G geplante Haus Luz in Cilleros, Caceres, Spanien.

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Blick in die Ausstellung

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Blick in die Ausstellung

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Gewinner: Philharmonie Stettin in Polen nach Entwürfen der italienischen Architekten Fabrizio Barozzi und Alberto Veiga, Konzertsaal. © Simon Menges

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award 2015, Finalist: Kunstmuseum Ravensburg nach Entwürfen des Stuttgarter Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei. © Roland Halbe


Haus Lange und Haus Esters

Haus Lange (rechts) und Haus Esters, Straßenansicht

Hermann Lange (1874 – 1942), Kunstsammler und Direktor der „VerSeidAG“, und Dr. Josef Esters (1884 – 1966), ebenfalls Direktor der „VerSeidAG“, beauftragten 1927 den Architekten Ludwig Mies van der Rohe, die Wohnhäuser für beide Familien zu entwerfen. Alle südlich orientierten Fenster der zwischen 1928 und 1931 im Sinne der klassischen Moderne errichteten zweistöckigen Villen sind als ungeteilte Glasflächen ausgebildet, die bis auf eine geringe Brüstungshöhe im Boden versenkt werden können. Heute nutzt das Kunstmuseen Krefeld das Villenensemble Haus Lange und Haus Esters auf der Wilhelmshofallee zur Präsentation von Sonderausstellungen.

Haus Esters, Straßenansicht

Haus Lange, Parkansicht