Donnerstag, 31. März 2016

Mit der RUHR.TOPCARD Frühjahrsaktion gratis in den Freizeitpark

Gute Nachrichten für alle Freizeitpark-Fans: Vom 1. bis 30. April läuft wieder die beliebte Frühjahrsaktion, bei der beim Kauf einer RUHR.TOPCARD ein einmaliger kostenfreier Freizeitpark-Besuch inklusive ist. Wählen dürfen die Käufer zwischen dem Movie Park Germany, Kernie’s Familienpark im Wunderland Kalkar oder dem FORT FUN Abenteuerland. Der freie Eintritt kann je nach Freizeitpark bis zum 26. Juni in Anspruch genommen werden, die konkreten Gültig­keits­zeit­räume sind dem Flyer zur Frühjahrsaktion zu entnehmen oder auf www.ruhrtopcard.de nachzulesen.
RUHR.TOPCARD 2016, © Ruhr Tourismus GmbH

Alle drei Freizeitparks sind zwar auch mit einem regulären Halber-Preis-Angebot auf der Karte vertreten, im April gibt es aber einen kostenlosen Eintritt in einem der Parks gratis dazu. Die zusätzliche Leistung ist bereits auf der Karte hinterlegt, es wird kein zusätzlicher Gutschein ausgegeben. Wer seine im April gekaufte RUHR.TOPCARD im Gültigkeitszeitraum an der Kasse vorlegt, erhält automatisch einmalig freien Eintritt.

Familien mit Kindern lösen mit einem Besuch im Kernie’s Familienpark ihr Rundum-Sorglos-Ticket. Im Preis sind allerlei Leckereien und Getränke unbegrenzt enthalten und das Parken ist gratis. Zahlreiche Indoor-Angebote garantieren auch bei schlechtem Wetter beste Unterhaltung. Der zweite Park im Bunde ist ein Geburtstagskind: 20 Jahre Film, Fahrspaß und Action lautet das Motto 2016 im Movie Park Germany in Bottrop. Das FORT FUN Abenteuerland setzt ebenfalls voll auf Action: Im Interactive XD Motion Ride „FoXDome“ werden die Besucher Teil eines spektakulären Indoor Abenteuers.

Die RUHR.TOPCARD ist Deutschlands erfolgreichste All-inclusive-Freizeitkarte. Über 90 Attraktionen aus den Bereichen Industriekultur, Museen, Schifffahrt, Freizeitbäder und Zoos können mit ihr einmalig kostenlos besucht werden. Ergänzt wird dieses Angebot durch mehr als 40 „Halber-Preis-Partner“, die beliebig häufig zum halben Eintrittspreis besucht werden können.

Die RUHR.TOPCARD 2016 ist inklusive Sonderleistung zum Preis von 49,90 € für Erwachsene und 34,90 € für Kinder (Geburtsjahre 2002 bis 2011) erhältlich. Bestellen kann man die Erlebniskarte im Internet unter www.ruhrtopcard.de und unter der Hotline 01806/18 16 180 (0,20 €/Anruf a. d. dt. Festnetz; Mobilfunkpreise max. 0,60 €/Anruf).

Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“

Sonderausstellung im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels offenbart Kleidungsverhalten in der Zeit des Nationalsozialismus

Trug die typische Frau in der Zeit des Nationalsozialismus Dirndl, am besten mit Gretchenzopf? Oder kleidete sie sich elegant wie Zarah Leander? Wie sah die Kleidung der 1930er- und 1940er-Jahre aus? Die NS-Zeit ist so gut wie keine andere historische Epoche erforscht, aber mit der Frage nach der Kleidung hat sich bislang kaum jemand befasst. Aus diesem Grund sind viele Mythen entstanden: Trachten und jede Menge Uniformen gelten als typisch. Dass dies aber lange nicht alles war, zeigt die Ausstellung Glanz und Grauen – Mode im ‚Dritten Reich‘, die bereits in der Textilfabrik Cromford und der Tuchfabrik Müller des LVR-Industriemuseums sowie im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt ein großer Erfolg war, vom 3. April bis zum 30. Oktober 2016 im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen.

Elegantes Abendkleid im Schrägschnitt, 1930er-Jahre, Kleid mit Blütenmotiv, 1930er-Jahre und Gesellschaftsrock eines Rittmeister der Kavallerie, 1939

Die Ausstellung präsentiert auf über 400 Quadratmetern über 100 Originalkostüme und Fotos, Modegrafiken, Zeitschriften, Kinderbücher und Spielzeug. Zu sehen sind die Kleidung im Alltagsleben, die Uniformen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) und der Hitlerjugend (HJ), aber auch die „Kluft“ der widerspenstigen Jugendlichen, der Swings und der Edelweiß-Piraten. Die Spannweite der Exponate ist groß: So stehen in der Ausstellung seidene Abendroben und raffiniert garnierte Kleider neben einfacher Alltags- und Berufsgarderobe, Kleidern aus Ersatzstoffen und solchen der Notkultur. Die Schau reicht bis hin zu kurzen Cordhosen, karierten Hemden, Pullundern, bestickten Kleidern, Kitteln und Spielhöschen für die Kleinen.

Lila-schwarz kariertes Kostüm mit Brosche, Hut und Tasche, 1930er-Jahre, graues Kostüm mit Hut, 1940er-Jahre

Arbeiterfamilie: Rotes Kleid mit schwarzem Mantel und dunkelblauer Handtasche, 1930er-Jahre, Kinderanzug mit kurzer Hose, Schuhe, 1930er-Jahre, Dunkelblaue Herrenjacke, graue Hose im Fischgratmuster und Schuhe, 1930er-Jahre, elegates rot-braunes Kostüm mit Filzhut und Schuhen, 1930er-Jahre

Mohnblumenanstecker vom Winterhilfswerk (WHW). Diese Anstecker wurden auf der Straße verkauft und den Kunden häufig unter massivem Druck aufgedrängt.

Trugen die Menschen, was ihnen gefiel oder beeinflusste das Regime die Auswahl und die Art der Kleidung? Einerseits unterlag Mode auch während des Nationalsozialismus internationalen Einflüssen: Die Filmstars glänzten mit langen Kleidern, edlen Stoffen und aufwendigen Schnitten. Andererseits waren Rohstoffe knapp und Textilien Mangelware; das nationalsozialistische Regime verordnete Spinnstoffsammlungen und Kleiderkarten. Schließlich diente Kleidung auch der Ideologie von „Volksgemeinschaft“ und Rassismus: Die Uniformen für Parteiorganisationen, aber auch Parteiabzeichen oder die Plaketten für Winterhilfsdienst-Spender schufen eine sichtbare Einheit und demonstrierten: Wir gehören zur „Volksgemeinschaft“. Die Regierung diktierte anderseits „Judensterne“ als textile Kennzeichen für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die sie ausgrenzte.

Ab 1941 mussten Juden den „Judenstern“ deutlich sichtbar auf der Kleidung tragen. Dies war einer der letzten Schritte der rassistischen Ausgrenzung vor dem Beginn der Deportation der Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Das nationalsozialistische Regime versuchte, die Materialknappheit auch durch Enteignung der Juden zu lindern. Die beschlagnahmte Kleidung wurde – als „Kleidersammlung“ getarnt – regimetreuen „Volksgenossen“ zur Verfügung gestellt. Deutsche Soldaten beuteten die besetzten Gebiete aus und sandten Kleidung in großen Mengen nach Hause. Im Zusammenhang mit der Materialknappheit stand auch die Schuhlaufstrecke im Konzentrationslager achsenhausen: Deren Häftlinge mussten den ganzen Tag in unpassendem Schuhwerk im Kreis laufen, um neue Materialien für Schuhsohlen zu testen – und wurden dabei häufig gesundheitlich zu Grunde gerichtet.

„Volksgenossen“ auf der Straße: Kunststoffmantel für Herren „Klepper“, 1940er-Jahre, Hellgrüner Wollmantel aus Mischgewebe mit grauer Herrenhose und schwarzem Filzhut, 1940er-Jahre, Ledermantel, darunter Anzug, 1930er- bis 1940er-Jahre, dunkelblauer Mantel und Filzhut mit Handtasche, 1930er-Jahre, grünes Kleid mit beigem Staubmantel und Einkaufsnetz, 1930er-Jahre

Jugendliche im Stil des „Swings“: Junger Mann in hellem Anzug mit Hut und Regenschirm, 1930er-Jahre, junger Mann im dunkelblauen Nadelstreifen-Anzug, 1930er-Jahre; Jugendliche in der „Kluft“ der Bündischen Jugend: Jugendlicher in Lederhose mit Hemd und Pullunder, 1930er-Jahre, Junge in kurzer Manchesterhose mit weißem Hemd, 1930er-Jahre

Grafik: Dienstkleidung der Jungmädel, aus: Die Uniformen der HJ, 1934

Uniform vom BDM

Sporttrikot der HJ mit Hakenkreuzraute, 1930er-Jahre

Blauer Pullover mit Blütenanstecker und beigefarbener Rock, 1930er-Jahre, Braunes Kleid mit eingearbeitetem Traubenmuster, 1940er-Jahre, Arbeitskleid mit Schürze, 1930er-Jahre, Junge mit Überfallhose und Pullunder, 1930er-/1940er-Jahre, Mädchen und rosa Kleid mit Schürze, 1930er-/1940er-Jahre, rotes Kleid mit beigem Einsatz, 1930er-Jahre, kleiner Junge im Matrosenanzug, 1. Hälfte 1930er-Jahre

Graublauer Nadelstreifenanzug, 1940er-Jahre, rotes Kleid mit Blumenbrosche, 1930er-Jahre, tragbare Typen-Schreibmaschine, 1940er-Jahre, Kleid mit Schürze, 1930er-Jahre, Kleid mit Schürze, 1930er-Jahre

Strandanzug mit Leinenschuhen und braun-orangem Strohhut, 1930er-Jahre, Kleid für den KDF Urlaub, 1940er-Jahre, Berufsbekleidung einer Kindergärtnerin: Bestickte Bluse und blaukarierter Rock mit weißer Schürze, 1930er-Jahre, hellblaues Kinderkleid mit Blümchenmuster, späte 1940er-Jahre, Kinderkleid mit grün-rotem Blumenmuster und weiß-roter Schürze, späte 1940er-Jahre, Kinderkleid mit blau-weiß gestreifter Schürze und roten Paspeln, 1940er-Jahre

Rot-weiß kariertes zweiteiliges Kleid, 1940 bis 1945, Kleiderensemble mit Trachtenelementen

Elegantes korallenrotes Abendkleid, 1930er-Jahre, geblümtes Abendkleid mit großer Schleife und kleiner Fischschwanzschleppe, 1930er-Jahre

Nähmaschine, unfertiges helles Kostüm, 1930er-Jahre, Knopfkarte, 1930er-Jahre, rotes Häkelkleid, auf der Schneiderbürste: rot kariertes Kleid, 1930er-Jahre

Feldbluse des Oberleutnants

Feldbluse des Oberleutnants, Hoheitszeichen

Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“

Die Ausstellung Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“ entstand aus einer Kooperation des LVR-Industriemuseums Textilfabrik Cromford in Ratingen mit dem Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Innerhalb des zugrunde liegenden Forschungsprojektes „Soziokulturelle Untersuchungen zur Bekleidungsgeschichte der 1930er/40er Jahre“ wurden Zeitzeugen befragt, Quellen gesichtet und textile Objekte untersucht. Viele Menschen aus dem Rheinland kamen der Aufforderung nach, Kleidung aus der Zeit zur Verfügung zu stellen. Zahlreiche private Spenden bereicherten die umfangreiche Sammlung des LVR-Industrie­museums zur Mode- und Kostümgeschichte der 1930er- und 1940er-Jahre. Die früheren Besitzer brachten mit den Kleidern Fotos, Erfahrungen und Geschichten mit ins Museum, durch die nicht nur die Politik des Regimes, sondern auch die vielfältige Perspektive der ‚kleinen Leute‘, der Beherrschten, dokumentiert und sichtbar gemacht werden konnte. Die Ausstellung markiert zudem das Ende einer Ära, denn zukünftig wird die Geschichtsschreibung im Dialog mit den Zeitzeugen kaum noch möglich sein.

Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“

Glanz und Grauen – Mode im „Dritten Reich“ im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels ist vom 3. April bis 30. Oktober 2016 dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 6 €, ermäßigt 5,50 € (Kombikarte mit Denkmalpfad), Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Zur Sonderausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen, die für 9,95 € im Museumsshop erhältlich ist. Weitere Informationen unter www.glanz-und-grauen.lvr.de.

Sonntag, 27. März 2016

Osterfeuer auf der Halde Haniel

Dem Himmel so nah…

Holzkreuz aus Spurlatten auf dem südlichen Haldenplateau

Am Ostersonntag fand traditionell das Osterfeuer des Vereins „Plattdütsche ut Waold un Hei“ auf dem südlichen Haldenplateau der Halde Haniel statt. Da mag das Osterfeuer auf Zollverein durchaus das größte Osterfeuer im Ruhrgebiet sein, das Osterfeuer auf der Halde Haniel in 180 Metern über NN dürfte sicherlich das höchste Osterfeuer im Ruhrgebiet sein, denn die Halde Haniel ist mit 185 Metern über NN eine der höchsten Halden des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet. Damit auch niemand als Ausrede sagen kann, dass sei ja viel zu hoch, war für Lauffaule und Fußlahme sogar ein Buspendelverkehr vom Parkplatz an der Schachtanlage Franz Haniel zum Haldenplateau eingerichtet.

Osterfeuer auf der Halde Haniel

Osterfeuer auf der Halde Haniel

Osterfeuer auf der Halde Haniel

Osterfeuer auf der Halde Haniel

Übrigens, auf der Schachtanlage Franz Haniel wird keine Kohle gefördert, sondern hier wird der Abraum des Bergwerks Prosper-Haniel gehoben, um anschließend auf der Halde Schöttelheide in Bottrop-Grafenwald aufgeschüttet zu werden. Wer sich genauer für den Wege der Kohle und des Abraums auf dem Bergwerk Prosper-Haniel interessiert, dem sei die Besichtung der Tagesanlagen der Schachtanlage Prosper II empfohlen, auf der der so genannte „Förderberg“ zutage tritt.

Schachtanlage Franz Haniel

Samstag, 26. März 2016

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Vor­geb­lich das größte Osterfeuer im Ruhrgebiet

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht XII

Der alte Brauch des Osterfeuers soll den Winter vertreiben, und nachdem die Tageshöchsttemperaturen am Karsamstag seit langer Zeit deutlich über 10 °C lagen, könnte es tatsächlich nicht schaden, dem Winter den Garaus zu bereiten, zumal in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag auch die Sommerzeit beginnt. Die Veranstaltung, die dieses Jahr angeblich zum 18. Mal stattfand, ist in Essen-Stoppenberg längst zu einem Highlight geworden; wie das sein kann, wenn das Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein 2011 zum 12. Mal stattfand, das weiß vermutlich nur die in Stoppenberg ansässige Ortsgruppe einer hier nicht genannten deutschen Volkspartei. Fünf LKW-Ladungen Holz sollen bereits am Donnerstag aufgeschichtet worden sein, ob der Holzstapel seither bewacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls wurde dieser vor dem Entzünden nicht umgeschichtet.

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht XII

Nachdem die Folkwang Universität der Künste auf dem alten Holzplatz der Zeche Zollverein an der Martin-Kremmer-Straße die Bauarbeiten aufgenommen hat, wurde das Osterfeuer dieses Jahr auf dem Parkplatz C an der Arendahls Wiese entzündet, der zwar aus diesem Grund nicht als Parkplatz nutzbar war, aber die Arendahls Wiese bietet lauffaulen Zeitgenossen genügend Möglichkeiten, am Straßenrand oder auf den Gehwegen zu parken, da verhallt der Hinweis, die Parkplätze A1, A2 und B zu nutzen, ungehört.

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht 1/2/8

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht 1/2/8

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund die Kokerei Zollverein

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund die Kokerei Zollverein

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund die Kokerei Zollverein

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht XII

Osterfeuer auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, im Hintergrund Schacht XII

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Eine Burg für den Bergbau

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Nachdem die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co. AG die Grubenfelder in Hordel erworben und eine Doppelschachtanlage mit zwei Malakowtürmen und einem dazwischen liegenden Maschinenhaus angelegt hatte, kaufte Alfred Krupp (* 26. April 1812 in Essen, † 14. Juli 1887 in Essen) zwei Jahre nach der Förderaufnahme am 27. Juni 1872 die Zeche und baute sie zu einer Großzeche aus.

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Carl Friedrich Koepe (* 1. Juli 1835 in Bergkamen, † 12. September 1922 in Bochum) wurde zum Bergwerksdirektor ernannt und entwickelte 1877 ein neues Förderverfahren, indem er die bis dahin übliche Trommel, auf der das Seil aufgewickelt wurde, durch eine Treibscheibe ersetzte. Dabei wurde das Förderseil um die Treibscheibe herumgeführt und über eine zweite Seilscheibe in den Schacht zurückgeführt. Nach seinem Erfinder wird diese Seilanordnung auch Koepe-Förderung genannt.

Compound-Zwillingsdampffördermaschine von 1893, Hersteller Maschinenbau-Actien-Gesellschaft „UNION“, Essen

Nach dem Zusammenschluss der Zechen Hannover, Hannibal, Königsgrube, Vereinigte Constantin der Große und Mont Cenis zum Bergwerk Bochum wurde dieses am 31. März 1973 als letzter Bochumer Steinkohlen-Förderstandort stillgelegt. Vom Abbruch der meisten Tagesanlagen blieben der Malakowturm über Schacht 1 aus dem Jahr 1857, das Maschinenhaus und das Grubenlüftergebäude aus dem Jahr 1929 verschont. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe integrierte die denkmalgeschützen Gebäude in sein Industriemuseum und machte das Gelände 1995 für Besucher zugänglich. In der Maschinenhalle ist die Dampffördermaschine aus dem Jahr 1893 als ältestes Exemplar an einem Originalschauplatz im Ruhrgebiet erhalten geblieben. Sie wird regelmäßig bei Schauvorführungen im Betrieb demonstriert.

Compound-Zwillingsdampffördermaschine von 1893, Hersteller Maschinenbau-Actien-Gesellschaft „UNION“, Essen

Zeche Hannover, Maschinenhalle, vor Kopf „Altes Eisen“ von Marcus Kiel, 1998/99

Die nächste Sonderausstellung „Zwischen Ungewissheit und Zuversicht. Kunst, Kultur und Alltag polnischer Displaced Persons in Deutschland 1945 – 1955“ wird vom 17. Juni bis 30. Oktober 2016 in der Maschinenhalle gezeigt. Das nächste Dampffestival wird im Mai 2017 stattfinden und vom 14. August bis 18. September 2016 wird es auf dem Außengelände die Ausstellung „Revierkultur. Trinkhallen im Ruhrgebiet“ mit Fotografien zum „Jahr der Trinkhalle“ geben.

Informationstafel in der Maschinenhalle

Förderkorb

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Drei privat errichtete Siedlungshäuser Am Rübenkamp aus den 1890er-Jahren konnten ebenfalls erhalten und in das Museum der Zeche Hannover einbezogen werden.

Arbeiterhäuser Am Rübenkamp

Bergschäden gehören „mit dazu“

Montag, 21. März 2016

200 Jahre Technische Fachhochschule Georg Agricola

Großer Familientag am 16. April 2016

Die Technische Fachhochschule (TFH) Georg Agricola feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum. Damit ist sie die Hochschule des Ruhrgebiets mit der längsten Tradition. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildet die Eröffnung der Ausstellung zur Hochschulgeschichte am 15. April im Beisein von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Zum Geburtstag schenkt sich die Hochschule einen neuen Namen: Technische Hochschule Georg Agricola. Das neue Logo wird ebenfalls am 15. April im Rahmen eines Festaktes enthüllt. Erwartet werden neben der Ministerpräsidentin u. a. der Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen Garrelt Duin, Dr. Werner Müller, Vorstandvorsitzender der RAG-Stiftung, und IG BCE-Vor­sitzender Michael Vassiliadis.

Technische Fachhochschule Georg Agricola, Bochum. © Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum

Am 17. März 1816 erteilte das Königlich Preußische Oberbergamt den Auftrag, in Bochum einen "bergmännisch wissenschaftlichen Unterricht" einzurichten. Die ersten 14 Schüler begannen bereits am 15. April 1816 ihre Ausbildung an der damaligen Bochumer Bergschule, aus der nach vielen Wandlungen schließlich die TFH hervorging. Aus Anlass des Jubiläums lädt die TFH am 16. April 2016 zu einem Familientag, an dem Interessierte herzlich willkommen sind, mit den Hochschulangehörigen und Ehemaligen zu feiern. Um 11 Uhr eröffnen Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und TFH-Präsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann gemeinsam den Familientag.

Von 11 bis 17 Uhr gibt es viele Aktionen für Kinder, Experimente zum Staunen und ein buntes Unterhaltungs­programm:
  • Rundgänge durch die Hochschule und Laborbesichtigungen
  • Mitmachaktionen der Wissenschaftler: Goldschürfen, Modellautobahn, 3D-Drucken, Workshop App-Programmierung für jedermann und vieles mehr
  • Hüpfburg, bergmännische Bastelaktionen, Kinderbaustelle, Max der Maulwurf & Co.
  • UniverCity-Wissensquiz über Bochum
  • Bühnenprogramm u. a. mit der RAG-Big Band
  • Präsentationen der Grubenwehr u. a. Abseilen vom TFH-Dach!
  • Tischgravur für einen caritativen Zweck
  • Stammtisch für Ehemalige und Alumni
  • Besichtigung der Ausstellung „1816 – 2016: 200 Jahre Technische Hochschule Georg Agricola“ mit historischem Klassenzimmer
  • Gastronomische Spezialitäten aus dem Ruhrpott

Schriftzug über dem Haupteingang der TFH. © Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum

Ort: Campus der Technischen Fachhochschule Georg Agricola, Herner Straße 45, Bochum

Zeit: 16. April 2016, 11 bis 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.


Alle Infos zum Jubiläum unter www.tfh-bochum.de/200