Montag, 31. August 2015

„Der kleine Horrorladen (Little Shop of Horrors)“

„Der kleine Horrorladen (Little Shop of Horrors)“ – nach dem gleichnamigen Film von Charles Griffith, Roger Corman (1960); Musik: Alan Menken; Liedtexte, Buch: Howard Ashman; Deutsche Bearbeitung: Michael Kunze; Inszenierung: Erik Petersen; Choreographie: Kati Farkas; Bühne, Kostüme: Dirk Hofacker; Lichtdesign: Thomas Roscher; Sounddesign: Stephan Mauel; Musikalische Leitung: Jürgen Grimm. Darsteller: Mathias Schlung/Jan Schuba (Seymour Krelborn), Bettina Mönch (Audrey), Michael Schanze (Mr. Mushnik, Blumenladenbesitzer), Hans Werner Olm (Orin Scrivello, Zahnarzt), Dennis LeGree/Reginald Holden Jennings (Audrey II, die Pflanze), Jeremias Koschorz (Wino, Saufbruder/Kunde/Radiomoderator/Tänzer/Zahnarztpatient/Reporter/Priester/Produzent Bernstein/Skip Snip, Werbeagent/Patrick Martin, Vertreter eines Pflanzenvertriebs), Beatrice Reece (Chiffon), Amanda Whitford (Crystal), Sampaguita Ingeborg Mönck (Ronette, Soulgirls), Yoko El Edrisi (Prostituierte/Alte Chinesin/Sambatänzerin/Zahnarzt-Assistentin/Mrs. Luce, Vertreterin des „Life Magazine“/Olivia/Reporterin), Amelie Conrad, Cira Gargiulo, Jacob Gierlich, Benjamin Püllen, Tahira Schäfer. Uraufführung: 6. Mai 1982, Workshop of the Players’ Art (WPA) Theatre, New York City. Off-Broadway Premiere: 27. Juli 1982, Orpheum Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 7. Mai 1986, Szene Wien, Wien. Deutsche Erstaufführung: 4. April 1989, Kammerspiele, Berlin. Premiere: 30. August 2015, Theater Bonn, Opernhaus, Bonn.



„Der kleine Horrorladen (Little Shop of Horrors)“


Das Kult-Musical am Opernhaus Bonn


Seit der musikalischen Bearbeitung des Low-Budget-Films „The Little Shop of Horrors“ (1960) von Roger Corman (Regie) durch Alan Menken (Musik) und Howard Ashman (Liedtexte, Buch), der Uraufführung im winzigen Workshop of the Players’ Art (WPA) Theatre am 6. Mai 1982 und dem folgenden Transfer an das Orpheum Theatre, wo es bis zum 1. November 1987 mit 2.209 Vorstellungen aufgeführt wurde, hat sich das Stück zu einem internationalen Kult-Musical entwickelt, welches auch hierzulande häufig gespielt wird. Am 2. Oktober 2004 feierte „Little Shop of Horrors“ schließlich am Virginia Theatre Broadway-Premiere und wurde dort bis 22. August 2004 in 372 Aufführungen gezeigt. Am 30. August 2015 feierte die Inszenierung von Erik Petersen am Opernhaus Bonn Premiere.

Die skurrile Geschichte handelt von dem schüchternen, ein wenig ungeschickten Blumenverkäufer Seymour Krelbourn, der im Blumenladen von Mr. Mushnik eine exotische fleischfressende Pflanze züchtet, die als Attraktion im Schaufenster diesen vor dem Ruin bewahren soll. Als Ausdruck seiner Sympathie zu seiner attraktiven blonden Kollegin Audrey hat Seymour der Pflanze den Namen Audrey II gegeben. Doch Audrey ist mit dem sadistischen Zahnarzt Orin Scrivello liiert, der auch nicht davor zurückschreckt, sein Mädchen zu verprügeln, wenn sie nicht gehorcht. Als die Pflanze zu sprechen beginnt und nach menschlichem Blut verlangt, nimmt das Unglück endgültig seinen Lauf. Seymour, dem die Pflanze als Gegenleistung Ruhm und die Erfüllung seiner Liebe zu Audrey verspricht, lässt sich auf den mephistophelischen Pakt ein und nährt die Pflanze zunächst noch mit seinem eigenen Blut. Doch schon bald kann er den Hunger der Pflanze nicht mehr selbst stillen und hält nach einem neuen Blutspender Ausschau. Der findet sich glücklicherweise in dem sadistischen Orin Scrivello, der bei Seymours Zahnarztbesuch an Lachgas erstickt und dessen Leiche er an die fleischfressende Pflanze verfüttert, die zusehends zum gierigen Monster mutiert. In dem ganzen Durcheinander finden Seymour und Audrey tatsächlich zusammen, und Mr. Mushnik, der Verdacht geschöpft hat und Seymour mit einer Anzeige droht, wird zum nächsten Opfer der Pflanze. Als Audrey II auch noch seine geliebte Audrey verschlingt, beschließt Seymour, dass die Pflanze weg muss, doch die ist bereits übermächtig gewachsen…

Wie Generalintendant Dr. Bernhard Helmich im Anschluss an die Premiere verlauten ließ, hatte man sich in Bonn Gil Mehmert als Regisseur für „Der kleine Horrorladen“ gewünscht, was jedoch mit anderen Projekten kollidierte, so dass Gil Mehmert dem Theater Bonn Erik Petersen empfohlen hat, mit dem er schon bei diversen Produktionen zusammengearbeitet hat. Erik Petersen (* 1987 in Magdeburg) stellt die fleisch­fressende, sprechende Pflanze in den Mittelpunkt seiner Inszenierung. Nicht dass diese aufgrund ihrer immensen Größe im zweiten Akt nicht von sich aus im Mittelpunkt stünde, aber hier steht auch der Darsteller, der der Pflanze in anderen Inszenierungen hinter der Bühne seine Stimme leiht, in persona als der Leibhaftige auf der Bühne. Die Bonner Inszenierung enthält auch den Song „Mean Green Mother from Outer Space“, den Alan Menken und Howard Ashman für die Filmadaption von Frank Oz (1986) geschrieben haben, dessen Ende nach Testvorführungen in ein Happy End für Seymour Krelbourn und Audrey umgeschrieben wurde. In dem Song offenbart Audrey II, dass sie als Alien gekommen ist, um die Welt zu beherrschen, was jedoch beim besten Willen nicht zu verstehen war, obwohl der gebürtige Amerikaner Dennis LeGree (Papa in „Starlight Express“) den Song als einzigen im englischen Original präsentiert hat. Durch den Einsatz der Drehbühne, auf deren vier Quadranten Mr. Mushniks Blumenladen, Orin Scrivellos Zahnarztpraxis, die Straßen­kulisse mit ihren Häusern aus braunem Ziegelstein in Skid Row und das Studio von Community Radio One angeordnet sind (Bühne und Kostüme Dirk Hofacker), gehen schnelle Szenenwechsel mühelos vonstatten, ein weiteres Highlight sind die in bunten Farben leuchtenden Röcke der Soulgirls, die dank LED-Technik obendrein auch noch die Farbe ändern können. Die hinter den Kulissen agierende neunköpfige Band unter der Musikalischen Leitung von Jürgen Grimm bringt Alan Menkens eingängige Partitur mit Anleihen an Rock and Roll der früher 1960er-Jahre, Doo Wop und Motown und den bekannten Songs wie „Skid Row (Downtown)“, „Im Grünen irgendwo“, „Jetzt hast du Seymour“ und natürlich dem Titelsong druckvoll zu Gehör, wobei die Lautstärke harmonisch mit den Singstimmen abgemischt ist.

Das Theater Bonn kann für seine erste Musiktheater-Produktion der Spielzeit 2015/16 mit einer ansehnlichen Besetzung aufwarten: Matthias Schlung (u. a. Wilbur Turnblad in „Hairspray“, Premiere 27. Juli 2012, Freilichtspiele Tecklenburg, Bela Zangler in „Crazy for you“, Premiere 25. Juni 2011, Freilichtspiele Tecklenburg, Abahachi in „Der Schuh des Manitu“, Premiere 7. Dezember 2008, Theater des Westens, Berlin) verkörpert glaubhaft den ungelenken Blumenverkäufer Seymour Krelbourn, der alles tut, um seine geliebte Kollegin Audrey für sich zu gewinnen. Diese wird von Bettina Mönch (u. a. Sally Bowles in „Cabaret“, Premiere 19. Juni 2015, Bad Hersfelder Festspiele, Polly Baker in „Crazy for you“, Premiere 14. Februar 2015, Opernhaus Magdeburg, Prinzessin Fiona in „Shrek – Das Musical“, Deutschsprachige Erstaufführung 19. Oktober 2014, Capitol Theater, Düsseldorf) nicht nur als wasserstoffblondes Dummchen (lt. Hans Werner Olm „blöd wie ein Pfund Einbauküche“) gegeben, sondern sie erinnert mit der gespielten Artikulationsstörung ein Stück weit an eine deutsche Entertainerin mit durchaus polarisierender Wirkung, wodurch Audreys liebenswerte Wesenszüge gänzlich in den Hintergrund treten. Glücklicherweise kann Bettina Mönch in ihren Songs wie „Im Grünen irgendwo“ mit „normaler“ Singstimme brillieren und damit restlos überzeugen. Kabarettist Hans Werner Olm (u. a. Luise Koschinsky und Paul Schrader in „OLM!“) hat den Part des sadistischen Zahnarztes Orin Scrivello übernommen und spielt diesen als krassen Antagonisten zu Audrey und Seymour, wobei er sich gewisse textliche Freiheiten herausgenommen hat und die Rolle entsprechend bissig ausgestaltet. Michael Schanze (u. a. Käpt’n Andy Hawks in „Show Boat“, Premiere 18. Juni 2013, Bad Hersfelder Festspiele, Tevye in „Anatevka“, Premiere 18. Juni 2012, Bad Hersfelder Festspiele, „1, 2 oder 3“, 1977 – 1985, ZDF) lässt als jüdischer Blumenladenbesitzer Mr. Mushnik zwar ein Stück weit dessen gierige und manipulative Wesenszüge durchblicken, kann dabei aber seine sympathische Art nicht gänzlich verleugnen. Stimmgewaltig kommentieren Beatrice Reece (Chiffon), Amanda Whitford (Crystal) und Sampaguita Ingeborg Mönck (Ronette) als Soulgirls – eine Art Motown-Trio – das Geschehen auf der Bühne, aber die gebürtige Amerikanerin Amanda Whitford bringt es selbst gut 20 Jahre nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland noch fertig, die deutschen Texte von Michael Kunze mit Grammatikfehlern anzureichern. Jeremias Koschorz, der so gut wie alle männlichen Nebenrolle auf der Bühne verkörpert und damit immense Wandlungsfähigkeit beweist, heimst seinen ersten Applaus bereits zu Beginn der Aufführung ein, wenn er für seine originelle „Handy-aus“-Ansage lautstark hinter dem eisernen Vorhang auf sich aufmerksam macht. Bei den Damen verkörpert Yoko El Edrisi beinahe alle weiblichen Nebenrollen.

Nach etwa zweieinhalbstündiger Premiere gab es für alle Beteiligten langanhaltenden, zunächst zögerlichen, dafür im weiteren Verlauf aber fast schon euphorischen Stehapplaus. „Der kleine Horrorladen“ steht am Opernhaus Bonn mit insgesamt 15 Vorstellungen bis 1. Mai 2016 auf dem Spielplan.

Bedauerlicherweise stellt das Theater Bonn keine Produktionsfotos zur Verfügung, mit denen kostenfrei für die Aufführung geworben werden kann – nichts anderes stellt eine im Netz frei verfügbare Besprechung schließlich dar.

Sampaguita Ingeborg Mönck, Bettina Mönch, Matthias Schlung, Generalintendant Dr. Bernhard Helmich, Michael Schanze und Hans Werner Olm

Bettina Mönch

Stippvisite in Bonn

Mehr als 2.000 Jahre Geschichte – und nur eine Stunde Zeit

Die Wolkenschale von Hans Arp vor der Universitätsbibliothek, 1961

Für den frühen Abend stand der Besuch der ersten Premiere der neuen Spielzeit im Opernhaus auf dem Programm, und man hätte tagsüber bei schönstem Hochsommerwetter beispielswiese den viermal jährlich stattfindenen Rhein-Antikmarkt in der Bonner Innenstadt im Bereich der Fußgängerzone besuchen können, oder das schöne Wetter auf der Rheinpromenade genießen, oder sich das zur Zeit noch geöffnete Bonner Münster in Ruhe anschauen… hätte, hätte, Fahrradkette. So blieb am Ende nur der kleinere Umweg durch die Innenstadt vom Parkplatz zum Opernhaus, auf dem man sich davon überzeugen konnte, dass eine Stunde Zeit für Bonn einfach viel zu wenig ist.

Akademisches Kunstmuseum

Akademisches Kunstmuseum

Kurfürstliches Schloss

Cassius von Iskender Yediler vor dem Bonner Münster, 2002

Beethovendenkmal vor dem Hauptpostamt (ehemaliges Fürstenberg-Palais, 1751 – 1753 erbaut) am Münsterplatz

Sterntor am Bottlerplatz, um 1244 am Ende der Sternstraße erbaut

Altes Rathaus am Marktplatz, 1737 – 1738 erbaut


Samstag, 29. August 2015

Tag der offenen Tür im Betriebshof der Entsorgungsbetriebe Essen

Die Entsorgungsbetriebe Essen räumen ab

Graffiti an der Salzhalle

Am 29. August 2015 boten die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE), an denen die Stadt Essen mit 51 % und die Remondis GmbH mit 49 % beteiligt sind, in ihrem Zentralbetriebshof an der Pferde­bahn­straße einen Blick hinter die Kulissen der Müllabfuhr an. Wobei die EBE nicht nur die Müllabfuhr übernehmen, sondern auch für die Straßen- und Geh­weg­reinigung und den Räum- und Streudienst im Winter zuständig sind. Die EBE unterhalten einen Fuhrpark von etwa 300 Fahrzeugen zum Entsorgen, Transportieren und Reinigen, den Kern­geschäfts­feldern der EBE. Der Tag der offenen Tür wandte sich vor allem an Familien mit Kindern, dement­sprechend wurden viele kindgerechte Attraktionen wie die Rundfahrten mit Kleinkehrmaschine oder Abfall­sammel­fahrzeug, Hüpfburg oder Schokokuss-Wurf­maschine angeboten, wobei die Erwachsenen (mit entsprechenden Ansprüchen) bei einer 25-minütigen Führung um die Werkstatt nicht wirklich auf ihre Kosten kamen. In der eigenen Werkstatt mit über 70 Mitarbeitern und angegliederter Karrosseriewerkstatt und Lackiererei werden die Fahrzeuge der EBE gewartet und repariert. Lediglich drei auf dem Vorplatz ausgestellte Fahrzeuge der EBE sind für einen Betrieb dieser Größe IMHO etwas wenig, da war sogar schon die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug zur Hilfe geeilt, damit zumindest vier Fahrzeuge zu sehen waren…

Graffiti an der Salzhalle

Die im Rahmen des Tages der offenen Tür 2013 von Sprayern mit Wintermotiven gestaltete Salzhalle ist nicht von der Pferdebahnstraße einsehbar, daher konnte sich jeder beim diesjährigen Tag der offenen Tür ein Bild von der damaligen Aktion machen. Die Salzhalle selbst war dieses Jahr nicht geöffnet, das stelle ich mir am Tag der offenen Tür anders vor. In der Salzhalle und den Salzsilos sollen die Streu­salz­vorräte für den Winterdienst lagern, bei dem die EBE vom 1. November bis 15. April rund ein Drittel von insgesamt 3.000 Straßenkilometern in Essen befahrbar halten.

Winterdienst-Fahrzeug, Hersteller Daimler Chrysler, Aufbau Fa. FAUN, Baujahr 2008, Anschaffungspreis ca. 35.000 Euro, IMHO eine als Streufahrzeug umgerüstete Großkehrmaschine

Abfallsammelfahrzeug, Aufbau Fa. FAUN, Drehtrommelverdichter, Baujahr 2015, Anschaffungspreis ca. 205.000 Euro

Rundfahrten mit einer Kleinkehrmaschine

Vor den Rundfahrten mit Kleinkehrmaschinen und Abfall­sammel­fahrzeugen bildeten sich lange Warteschlangen, verständlich, waren es doch die einzigen Attraktionen, bei denen die Kleinen die Boliden in Aktion erleben konnten.

Rundfahrten mit einem Abfallsammelfahrzeug, im Hintergrund die Salzsilos

Werkstattführung

Werkstattführung

Theaterfest am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Die traditionelle Eröffnung der neuen Spielzeit

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Am 29. August 2015 meldete sich das Musiktheater im Revier aus der Sommerpause zurück und eröffnete die neue Spielzeit 2015/2016 tradionell mit dem Theaterfest. Was streng genommen nicht stimmt, denn die „Gala zur Spiel­zeit­er­öffnung“ fand bereits am 23. August 2015 statt. Im Großen und im Kleinen Haus hatten ab 12 Uhr alle interessierten Besucher die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Theaters zu schauen. Das bunte Programm bot offene Proben, Backstage-Führungen, Kostümverkauf, Kinder­schminken, Instrumente-Basteln, Quizshow, Talkrunden, den Spielzeitparcours und noch einiges mehr. Eröffnet wurde das Theaterfest von Generalintendant Michael Schulz und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski

Da der Spielzeitparcours in diesem Jahr schwerpunktmäßig entlang eines Rundweges durch die Theaterwerkstätten realisiert war, wären die Backstage-Führungen IMHO obsolet gewesen. Wo immer Türen der Theaterwerkstätten offen standen, waren Besucher jederzeit willkommen, und man konnte den Mitarbeitern „ein Loch in den Bauch fragen“, wenn einem nicht gerade eine geführte Gruppe in die Quere kam. So bekam man einen guten Überblick über die Arbeitsplätze und die dort Beschäftigten in den Bereichen Werkstätten, Kostümabteilung und Maskenbildnerei.

Maske

Ob Brad Majors und Janet Weiss in diesem halbierten Fahrzeug tschechischer Herkunft in Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ im Februar 2016 auf die Bühne gefahren kommen, vermochte auch die Theaterführerin nicht zu beantworten. Vielleicht hätte sie vorher jemanden fragen sollen, der/die sich damit auskennt…

Schlosserei

Schreinerei

Malsaal

In der Regel werden die großformatigen Bühnenprospekte im Stehen auf dem Boden gemalt und nicht etwa auf einer Staffelei. Dabei wird das Motiv zunächst mit Kohle vorgezeichnet.

Malsaal

Malsaal

Das öffentliche Ballett-Training im kleinen Ballettsaal war wieder einmal hoffnungslos überlaufen, nicht wegen zu vieler Interessenten, sondern aufgrund der beengten Platzverhältnisse. Da macht Ben Van Cauwenbergh beim Tag der offenen Tür im Aalto-Theater das einzig Richtige: Er verlegt das Ballett-Training kurzerhand auf die große Bühne.

Sneak Preview „Kennst du den Mythos…?“

Erstmals – wenn man von der „Gala zur Spielzeiteröffnung“ absieht – waren auch Ausschnitte aus der großen Jubiläums­show des FC Schalke 04 zu erleben: In einem halbstündigen Konzert präsentierten Bonita Niessen, Piotr Prochera, Lars-Oliver Rühl und Henrik Wager gemeinsam mit dem Opern- und Extrachor des MiR auf der Bühne des Großen Hauses Ausschnitte aus „Kennst du den Mythos…?“, begleitet am Klavier von Heribert Feckler, der gemeinsam mit Dieter Falk die Musik zu der Jubiläumsshow zum 111. Geburtstag des FC Schalke 04 geschrieben hat.

Sneak Preview „Kennst du den Mythos…?“

Sneak Preview „Kennst du den Mythos…?“, Henrik Wager und Bonita Niessen

Sneak Preview „Kennst du den Mythos…?“, Piotr Prochera

Sneak Preview „Kennst du den Mythos…?“, Schalke Maskottchen „Ährwin“

In einer Talkrunde mit Dramaturg Stephan Steinmetz stellten sich Sopranistin Bele Kumberger (Titania in „A Midsummer Night´s Dream“, Dorothy Gale in „Der Zauberer von Oz“, Adele in „Die Fledermaus“, Janet Weiss in Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“) und Countertenor Matthias Rexroth (Oberon in „A Midsummer Night´s Dream“) vor, die in der Spiel­zeit 2015/2016 erstmals am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen auf der Bühne stehen werden, Bele Kumberger als Mitglied im Ensemble und Matthias Rexroth als Gast.

„Neu am MiR“, Sopranistin Bele Kumberger und Countertenor Matthias Rexroth

„FlashSoundUp – Die Nacht der Fotografie“

Großprojektionen und Livemusik am Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit dem Arbeitsgericht im Hintergrund

Am Freitag, 28. August 2015 fand nach Einbruch der Dunkelheit am Wissenschaftspark Gelsenkirchen Der FotoJazzMarathon „FlashSoundUp“ statt, bei dem das Fotografieprojekt bild.sprachen mit Livemusik und Bildserien unter dem Motto „Unter freiem Himmel“ durch traumhafte Landschaften und Visionen führte: Auf dem Außengelände vor dem See des Wissenschaftsparks wurden groß projizierte Fotos zu Jazzimprovisationen von Eckard Koltermann (Bassklarinette, Saxophone), Christian Hammer (Gitarre), Katrin Mickiewicz (Viola und Gesang), Ludger Schmidt (Violoncello) und Niklas Wandt (Schlagzeug) gezeigt. Die Veranstaltung ist Teil des Programms „20 Jahre Wissenschaftspark“ und reiht sich ein in das Erlebnisprogramm Emscher Landschaftspark „Unter freiem Himmel“ 2015 des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Wolken

Aus 109 Einreichungen wurden 67 Serien von 67 Fotografinnen und Fotografen aus ganz Deutschland, Belgien, Frankreich, Finnland, Türkei und Ägypten ausgewählt, die unter dem verbindenden Thema „Unter freiem Himmel“ in die gleichnamige Veranstaltungsreihe des RVR im Emscher Landschaftspark und in die Feierlichkeiten des Wissenschaftspark Gelsenkirchen zum 20-jährigen Jubiläum eingebettet sind.

Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit dem Arbeitsgericht im Hintergrund

Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit dem Arbeitsgericht im Hintergrund

Wissenschaftspark Gelsenkirchen

„FlashSoundUp“ am Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Arbeitsgericht

Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit dem Arbeitsgericht im Hintergrund

Montag, 24. August 2015

„Der Postraub – Das Musical“

„Der Postraub“ – Musik, Liedtexte, Musikalische Leitung: Paul Graham Brown; Buch, Idee, Deutsche Übersetzung (Songtexte), Regie: Birgit Simmler; Choreografie: Tim Zimmermann; Bühnenbild: Markus Pol, Birgit Simmler; Kostüm Design: Anja Klaus; Lichtdesign: N. N.; Sounddesign: N. N.; Darsteller: Patrick Miller (Jacob Geiz), Karoline Blöcher (Margarethe), Markus Pol (Heinrich Geiz, Jacobs älterer Bruder), Yana Gercke (Klara, Heinrichs uneheliche Frau), Peter Hohenecker (Großbauer Klaus), Dr. Carsten Wenzel (Criminal-Inspektor Danz), Birgit Klinkert (Christine Geiz, Jacobs und Heinrichs Mutter), Wilhelm Wünnenberg (Hans-Jacob Geiz, Jacobs und Heinrichs Vater, genannt „der alte Geiz“), Sarah Strunk (Elisabeth Soldan, Jacobs und Heinrichs Schwester), Christoph Donhauser (Johannes Soldan, Elisabeths Mann u. a.), Jennifer Mevius (Witwe Febbel), Ephraim Espeter (David Briel), Joachim Lenz (Posthalter Stapp), Henning Wagner (Johannes Funk, Händler), Reinhard Schwender (Maskenhändler), Karl Walther (Klingelhöfer, Danz’ Assitent), Khaled Aldiab (Jost Wege von Kombach), Hamza Al Ahmed (Ludwig Acker), Alaa Hab Roman (Jost Wege von Mornhausen), Anna Meissner (Reparaturteil), Stefan Althaus (Soldat) u. a. Band: Paul Graham Brown (Piano), Sascha Christ (Schlagzeug), Dominik Reh (Bass, Gitarre), Silvia Salzbauer (Synthesizer), Thomas Salzbauer (Klarinette, Alt-, Sopran- und Tenorsaxophon). Uraufführung: 21. August 2015, Schlosshof Biedenkopf.



„Der Postraub – Das Musical“


Uraufführung im Schlosshof Biedenkopf


Dr. Carsten Wenzel (Criminal-Inspektor Danz)

Vom 21. August bis 6. September 2015 bringt der Eigenbetrieb „Freizeit, Erholung und Kultur“ der Stadt Biedenkopf „Der Postraub – Das Musical“ von Paul Graham Brown (Musik und Liedtexte) und Birgit Simmler (Buch und Übersetzung der Liedtexte) im Hof des Biedenkopfer Landgrafenschlosses mit insgesamt vierzehn Vorstellungen zur Uraufführung. Dem ein oder anderen dürfte bei dem Titel der spektakuläre Überfall auf den Postzug der britischen Royal Mail bei Ledburn am 8. August 1963 in den Sinn kommen, bei dem £ 2.631.684 erbeutet wurden. Doch darum geht es bei dem Musical „Der Postraub“ überhaupt nicht, das Stück basiert vielmehr auf der Geschichte des Postraubs in der Subach, einem Hohlweg in der Nähe von Mornshausen bei Gladenbach, durch acht arme Bauern und Tagelöhner aus dem Hessischen Hinterland. Erst beim siebten Versuch am Sonntag, 19. Mai 1822 glückte der Überfall, bei dem 10.466 Gulden erbeutet wurden. Die Beute entspräche heute etwa einer halben Million Euro.

„Die Kutsche“, Ensemble

Ihr plötzlicher Reichtum wurde den Tätern jedoch zum Verhängnis, aufgrund ihrer Ausgaben wurden sieben der acht Täter ermittelt und gefasst. Lediglich der „Stifter des Complotts“, Strumpfhändler David Briel aus Dexbach, konnte sich durch Auswanderung nach Amerika den Ermittlungen entziehen. Fünf Täter wurden am 25. März 1824 in Gießen zum Tode durch das Schwert verurteilt und am 7. Oktober 1824 hingerichtet. Durch die schriftliche Schilderung des Criminalgerichts­sekretärs Carl Franz wurde der Fall publiziert. Der Postraub in der Subach diente als Grundlage für den Autorenfilm „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ (1971, Regie Volker Schlöndorff). Die Massenemigration in die Vereinigten Staaten und der kalifornische Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts, davon hat jeder schon gehört, aber der Postraub in der Subach? Ich muss gestehen, dass ich niemals zuvor davon gehört hatte. Das mag im Landkreis Marburg-Biedenkopf völlig anders aussehen…

Markus Pol (Heinrich Geiz)

Über die Hintergründe des Postraubs in der Subach ist aus den Schilderungen von Carl Franz nur wenig bekannt, lediglich von Heinrich Geiz weiß man, dass er während seiner Dienstzeit als Soldat die Bekanntschaft eines Dienstmädchen gemacht habe, mit der er zusammen ein uneheliches Kind hatte und in wilder Ehe zusammenlebte. Wilde Ehen waren nach den Gesetzen für das Großherzugtum Hessen untersagt, und Heinrich Geiz hatte mehrfach um die Erlaubnis zur Heirat seiner Geliebten gebeten, doch dafür hätte er eine Summe von 200 Gulden beibringen müssen, wozu er als Soldat allerdings nicht imstande war. Vor diesem Hintergrund schildert das Musical „Der Postraub“ die fiktive Familiengeschichte der armen Bauernfamilie Geiz aus Kombach, die trotz harter Arbeit kaum genug zum Leben hatte. Beliehen Heinrichs Eltern Haus und Hof, um Heinrich die Hochzeit zu ermöglichen, wäre für seinen jüngeren Bruder Jacob ein Leben in Armut unabwendbar. Jacobs Freundin Margarethe, die unglücklich mit Großbauer Klaus verheiratet ist, träumt davon, gemeinsam mit Jacob nach Amerika auszuwandern, um sich aus ihrer unglücklichen Ehe zu befreien.

Markus Pol (Heinrich Geiz) und Yana Gercke (Klara)

Auf der Suche nach ihrem kleinen, persönlichen Glück wagen Hans Jacob Geiz, seine beiden Söhne Heinrich und Jacob und sein Schwiegersohn Johannes Soldan gemeinsam mit wenigen weiteren Bauern und Tagelöhners den riskanten Überfall auf das Geldkärrnchen von Gladenbach nach Gießen, der erst beim siebten Versuch glückt. Sechs Fehlversuche, bewaffnete Gendarmen, frisch gefallener Schnee, der ihre Spuren verraten hätte, Nebel, durch den sie sich im Wald verfehlt haben, das Geldkärrnchen blieb über Nacht in Gladenbach, eine Horde Rekruten, die sich bei der Postkutsche befanden, auf der Postkutsche befand sich kein Geld, sind historisch verbürgt, erst der siebte Versuch am 19. Mai 1822 bringt schließlich den erhofften Geldsegen.

Peter Hohenecker (Großbauer Klaus), Patrick Miller (Jacob Geiz) und Karoline Blöcher (Margarethe)

Heinrich und Klara können endlich heiraten, was natürlich im großen Rahmen gefeiert wird. Da die Räuber zunächst unerkannt bleiben, beginnt Criminalrichter Danz in Gladenbach eine groß angelegte Rasterfahndung, die zwar vorerst an der Solidarität der Dorfgemeinschaft scheitert, aber auf seine Zusage, anonym zu bleiben, und indem eine Belohnung auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt wird, kann das Schweigen der armen Bevölkerung gebrochen werden und Jacob Geiz und sein Vater werden als Erste verhaftet. Für Heinrich und Margarethe beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, wollen sie den Vater, Bruder und Geliebten retten, ohne selbst Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Patrick Miller (Jacob Geiz)

Margarethe, die Jacob anonym ein Alibi verschaffen möchte, bringt sich dabei selbst in Schwierigkeiten, so dass Jacob ihr zuliebe den Überfall gesteht. Doch er kann ihr unbemerkt das Geldversteck auf einem Acker verraten, und als Großbauer Klaus Criminalrichter Danz zu dem Acker führt, finden sie dort nur noch ein leeres Loch vor. Margarethe und Klara, die ihrem Geliebten und Ehegatten nun nicht mehr helfen können, möchten die Gelegenheit nutzen nach Amerika auszuwandern, und als Criminalrichter Danz in Kombach auftaucht, verzichtet er auf eine Durchsuchung, da die beiden nicht verdächtigt werden, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Nachdem die Schuld der fünf gefassten Räuber erwiesen ist, werden diese zum Tode verurteilt und hingerichtet. Margarethe und Klara mit ihren Kindern verlassen ihre Heimat und suchen ihr Glück in Amerika.

Karoline Blöcher (Margarethe) und Patrick Miller (Jacob Geiz)

„Der Postraub – Das Musical“ ist nach „Eingefädelt – Das Musical“ (Uraufführung 23. August 2013, Schlosshof Biedenkopf) die zweite Musical-Produktion der Schlossfestspiele Biedenkopf, bei dem ein lokalhistorisches Thema gemeinsam mit professionellen Musical-Darstellern und regionalen Talenten zur Uraufführung gebracht wird. Musik und Inszenierung der abenteuerlichen Familien- und Liebesgeschichte wurden in der semiprofessionellen Produktion eigens für den Schlosshof des Landgrafenschlosses Biedenkopf konzipiert. Birgit Simmler, die auch für die Inszenierung verantwortlich zeichnet, erzählt vor dem Hintergrund des historisch belegten Postraubs in der Subach schlüssig und plausibel die Geschichte der armen Bauernfamilie Geiz, die versucht, ihre finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden. Trotz des ernsten Sujets kommt auch der Humor nicht zu kurz, beispielsweise in dem Disput zwischen Hans Jacob Geiz, für den der Raub in dreister Robin-Hood-Marnier lediglich eine Umverteilung des Vermögens darstellt, und seiner Frau Christine, die sich sicher ist, dass für den Raub alle auf dem Schafott enden werden, oder die szenische Umsetzung der sechs Fehlversuche.

Karoline Blöcher (Margarethe) und Patrick Miller (Jacob Geiz)

Musical-Komponist und -Autor Paul Graham Brown („Bonnie und Clyde“, Uraufführung 13. Juli 2001, Theater Heilbronn, Regie Madeleine Lienhardt, „King Kong“, Uraufführung 28. August 2009, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin, Regie James Edward Lyons, „Superhero“, Uraufführung 16. Oktober 2014, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Regie Iris Limbarth, „Der große Houdini“, Uraufführung 24. Oktober 2014, Theater Hof, Regie James Edward Lyons) hat für „Der Postraub“ eingängige Musik geschrieben, die von einer fünfköpfigen Band unter seiner Musikalischen Leitung auf der Bühne live gespielt wird, ein ausgesprochener Ohrwurm ist mir allerdings nicht im Gedächtnis haften geblieben. Bedauerlicherweise wurde die siebenköpfige Band aus „Eingefädelt – Das Musical“ noch reduziert. Da fällt einem sofort ein Interview mit Paul Graham Brown ein, in dem er gesagt hat, dass ein Musical auch nur mit Klavier funktionieren müsse. Ich persönlich halte es eher mit großem Orchester. Die kleine Bühne kommt mit relativ wenigen Requisiten aus (Bühnenbild Markus Pol und Birgit Simmler), lässt den Zuschauer aber zu keiner Zeit über den jeweiligen Handlungsort im Unklaren. Holzrahmen in unterschiedlichen Größen versinnbildlichen Häuser, Gefängnismauern oder das Schiff der Auswanderer, zehn Darsteller symbolisieren mit alten Holzspeichenrädern und runden Holzreifen die Postkutsche. Für die Hochzeitsszene hat Choreograf Tim Zimmermann schwungvolle Tänze mit dem Ensemble einstudiert, und auch das Musical Staging der Kutschfahrten überzeugt vollends.

Patrick Miller (Jacob Geiz) und Yana Gercke (Klara)

Das etwa 50-köpfige Ensemble wird von Tenor Patrick Miller (Absolvent der Abraxas Musical Akademie in München) als Jacob Geiz, der jüngste Sohn der Familie Geiz, und Markus Pol (Kaiser Franz Joseph in „Elisabeth“, Stefan in der Wiederaufnahme von „Eingefädelt – Das Musical“) als Heinrich Geiz angeführt, der ältere Bruder von Jacob, der gern seine Freundin Klara heiraten und seine Kinder legitimieren möchte. Die beiden Musical-Darsteller halten sich angenehm zurück, um nicht gänzlich aus dem übrigen Ensemble herauszustechen. Mit Karoline Blöcher als Margarethe und Yana Gercke (Medizin-Studentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, „Unser Star für Baku“, Katha in „Eingefädelt – Das Musical“) als Klara haben sie Darstellerinnen mit Bühnenerfahrung an ihrer Seite, mit denen sie auch gesanglich gut harmonieren. Karoline Blöcher weiß solistisch mit ihrem Song „Amerika“ für sich einzunehmen, in dem Margarethe von einem besseren Leben in Amerika träumt. Dr. Carsten Wenzel (niedergelassener Zahnarzt in Gladenbach, Zeugmeister Rommel in „Eingefädelt – Das Musical“) ist in der neuerlichen Produktion als besonnener, strenger Criminal-Inspektor Danz aus Gießen zu sehen, der jeder Spur penibel nachgeht, den Räubern – wenngleich er sie gesetzestreu zum Tode verurteilt – durchaus Achtung entgegenbringt, und auch bei der Befragung von Margarethe und Klara menschliche Züge durchblicken lässt. Peter Hohenecker ist in der Rolle des Großbauern Klaus ganz und gar Antagonist zur Familie Geiz, für ihn kommt Geld immer an erster Stelle. Seine Frau Margarethe straft er mit Missachtung, die Eheschließung dürfte für ihn wohl nur wenig mit Liebe zu tun gehabt haben. Daneben sind Birgit Klinkert als Christine Geiz und Wilhelm Wünnenberg als Hans Jacob Geiz zu erwähnen, die zwar nicht immer einer Meinung sind, aber stets auf das Wohlergehen der Familie bedacht sind. In vielen weiteren kleinen Rollen sind Laiendarsteller aus der Region zu sehen, auch fünf aktuell in Biedenkopf lebende Flüchtlinge aus Syrien sind involviert. Sicherlich aufgrund der Sprachbarriere kein ganz einfaches Unterfangen, aber ein gelungenes Beispiel für gelebte Inklusion.

Landgrafenschloss Biedenkopf, Bergfried

Nach knapp zweieinhalbstündiger Uraufführung waren lauter zufriedene Gesichter im Schlosshof des Landgrafenschlosses Biedenkopf zu sehen, und es gab Stehapplaus für alle Beteiligten. „Der Postraub – Das Musical“ steht noch bis 6. September 2015 auf dem Spielplan, für einige wenige Vorstellungen sind noch Tickets erhältlich. Weitere Informationen unter www.schlossfestspiele-biedenkopf.de