Montag, 29. Juni 2015

UNESCO-Welterbekomitee verabschiedet Bonner Erklärung

Komitee empfiehlt UN-Sicherheitsrat Kulturgüterschutz in Friedensmissionen aufzunehmen

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute die Bonner Erklärung zum Schutz des gefährdeten Welterbes verabschiedet. In der Erklärung prangert das Komitee die Zerstörung und Plünderung von Welterbestätten als Kriegsinstrument an. Es empfiehlt dem UN-Sicherheitsrat, Möglichkeiten zu ermitteln, den Schutz von Kulturgütern in Friedensmissionen aufzunehmen.

Stiftskirche St. Gallen

„Gezielte und irreversible Zerstörungen unschätzbarer Kulturgüter des Welterbes sind seit Jahren Teil eines terroristischen Kulturkampfes. Sie sind unerträgliche Angriffe auf das kulturelle Gedächtnis der gesamten Menschheit“, sagt Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission.

Wartburg

Vor dem Hintergrund andauernder Angriffe auf das Welterbe hat UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova heute die Globale Koalition zum Schutz des Kulturerbes „Unite4Heritage“ ins Leben gerufen. Die Globale Koalition hat das Ziel, die Zusammenarbeit mit allen Partnern zum Schutz des Welterbes zu stärken, einschließlich mit bewaffneten Truppen, Interpol, der Weltzollorganisation, Museen und dem Kunsthandel.

Bauhausgebäude von Walter Gropius, 1925 – 1926

Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Es berät auch über gefährdete Welterbestätten, in diesem Jahr beispielsweise über Stätten aus Syrien und dem Irak, Jemen und Nepal. Dem Welterbekomitee gehören 21 Staaten aus allen Kontinenten an, darunter seit 2011 auch Deutschland. Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer ist derzeit Vorsitzende des Welterbekomitees.

Fagus-Werk

Die UNESCO hat das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt 1972 verabschiedet. Inzwischen haben es 191 Staaten unterzeichnet. Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen aktuell 1.007 Kultur- und Naturerbestätten in 161 Ländern. Deutschland verzeichnet bislang 39 Welterbestätten. Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste.

Kloster Lorsch, Westseite der Torhalle, auch Königshalle genannt

In diesem Jahr sind 36 Stätten für die Welterbeliste nominiert. Deutschland hat die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in Hamburg sowie den Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut, Sachsen-Anhalt, zur Aufnahme in die Liste vorgeschlagen. 2014 waren das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey in die Welterbeliste aufgenommen worden.

Karolingisches Westwerk der Reichsabtei Corvey


Brigitte Oelke – „The Private Session“

Konzert im Theater am Alten Markt Bielefeld

Die in St. Gallen geborene Künstlerin ist ab Dezember 2004 bisher in allen deutschsprachigen Produktionen von „We Will Rock You“ in Köln, Zürich, Wien, Stuttgart, Berlin, Basel, Essen, München, Frankfurt am Main und Hamburg als Killer Queen aufgetreten und konnte so mit ihren Jugendidolen Brian May und Roger Taylor zusammenarbeiten. Zuvor war sie bereits u. a. in der Uraufführung von „Tanz der Vampire“ im Ensemble mit Cover Rebecca und Cover Magda, als Nellie in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Jekyll & Hyde“ und Lilli in der Uraufführung von „Das Mädchen Rosemarie“ zu sehen und kann inzwischen auf eine 21-jährige professionelle Karriere als Schauspielerin und Sängerin zurückblicken. 2011 veröffentlichte sie ihr Debüt-Album „The Private Session“, ein Akustik-Album, das sie gemeinsam mit Gitarrist Frank Rohles produziert hat. Im Frühjahr 2015 präsentierte Brigitte Oelke mit „The Private Session – Musicals Vol. 1“ ihr zweites, eigenständig produziertes Soloalbum, auf dem sie ihre persönliche Auswahl der schönsten Musicalsongs in Begleitung von Dominik Franke (Piano, stellv. musikalischer Leiter „Hinterm Horizont“) und Ariane Spiegel (Violoncello, Kammermusikformation NeoBarock) eingespielt hat. Augenblicklich steht Brigitte Oelke neben anderen Engagements (u. a. als Cäcilia Weber in „Mozart! Das Musical“, Premiere 24. September 2015, Raimund Theater, Regie Harry Kupfer) auch als Norma Desmond in „Sunset Boulevard“ am Stadttheater Bielefeld (Premiere 20. März 2015, Wiederaufnahme 27. September 2015, Regie Thomas Winter) auf der Bühne, am 28. Juni 2015 gastierte die Künstlerin mit „The Private Session“ zusammen mit Dominik Franke und Ariane Spiegel im Theater am Alten Markt in Bielefeld, wo sie die Musical- und Cover-Songs aus ihren ersten beiden Soloalben performte.

Die Vielfalt von rockigen und ruhigeren Songs, Cover- und Musicalsongs, bekannteren und weniger bekannten Stücken, allesamt in minimalistischen Arrangements für Piano bzw. für Piano und Cello präsentiert, lässt die wandlungsfähige Stimme der Sängerin im intimen Rahmen des Theaters am Alten Markt ausgesprochen positiv zur Geltung kommen, wobei Ariane Spiegel und Dominik Franke Brigitte Oelke souverän an Violoncello und Flügel unterstützen. Bei den Songs waren auch etliche dabei, die im Original von männlichen Kollegen gesungen werden, beispielsweise „Der letzte Tanz“ des Todes aus „Elisabeth“, wenngleich Brigitte Oelke auch bereits erfolgreich den Tod in „Jedermann – Die Rockoper“ bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt (Premiere 10. Juli 2014, Regie Peter Lund) verkörpert hat. Aber die Rolle des Todes in „Elisabeth“ ist eben mit Ausnahme der Takarazuka Revue ausschließlich männlichen Darstellern vorbehalten, doch dafür gebe es ja CDs, da könne man alles singen, wie Brigitte Oelke im Laufe des Abends mehrfach betonte.

Zwischen den Songs erzählte Brigitte Oelke von besonderen Momenten aus ihrem Leben wie die Story von ihrem ersten Moped, das sie in Anlehnung an ihr Jugendidol Brian Harold May „Harold“ getauft hat und das „richtig Sch… aussah“, bis es ihr Vater mit dem „Union Jack“ verziert hatte, oder von ihrem Gesangslehrer an der Stage School of Music, Dance & Drama in Hamburg, dessentwegen der ein oder andere Musicalsong den Weg auf ihr zweites Soloalbum gefunden hat, oder… auch nur über rote, ihr persönlich womöglich viel zu große rote Pumps, die „ganz zufällig“ auf der Bühne standen und lediglich als Stichwortgeber für „Over the rainbow“ aus „The Wizard of Oz“ dienten, welches Brigitte Oelke a cappella präsentierte. Jedenfalls waren die roten Schuhe unübersehbar und man brauchte nicht danach zu suchen wie nach einer passenden Überleitung an anderer Stelle.

Setliste des ersten Teils:
  • „Don’t stop me now“ (Freddie Mercury) *
  • „Der letzte Tanz“ („Elisabeth“) **
  • „Candle in the window“ („The Civil War“) **
  • „Ich hab geträumt vor langer Zeit“ („Les Misérables“) **
  • „I feel the earth move“ (Carole King) *
  • „With every breath I take“ („City of Angels“) **
  • „Love of my life“ (Freddie Mercury) *
  • „Like the way I do“ (Melissa Etheridge) *
  • „Over the rainbow“ („The Wizzard of Oz“)
  • „Hold on“ („The Secret Garden“) **
  • „Da war einst ein Traum“ („Jekyll & Hyde“) **
  • „Heaven on their minds“ („Jesus Christ Superstar“) **
Setliste des zweiten Teils:
  • „Angels, Punks, and Raging Queens“ („Elegies for Angels, Punks, and Raging Queens“) **
  • „I never danced with you“ („Lunch“) **
  • „Time heals everything“ („Mack & Mabel“) **
  • Ariane Spiegel (Cello) und Dominik Franke (Piano): „Bolero“ (Maurice Ravel)
  • „Nur ein Blick“ („Sunset Boulevard“) **
  • „Halt mich“ (Herbert Grönemeyer) *
  • „Copacabana (At the Copa)“ (Barry Manilow)
  • „But the world goes ’round“ („New York, New York“) **
  • „People“ („Funny Girl“) **
  • Zugaben: „Man in the mirror“ (Siedah Garrett und Glen Ballard) *
  • „Not while I’m around“ („Sweeney Todd“) **
* aus dem Album „The Private Session“
** aus dem Album „The Private Session – Musicals Vol. 1“

Nach gut zweistündigem Programm und zwei (vorbereiteten) Zugaben gab es verdienten, langanhaltenden Applaus sowohl für Brigitte Oelke als auch ihre beiden musikalischen Begleiter Ariane Spiegel und Dominik Franke.

Hespertalbahn feiert 40 Jahre Museumszüge am Baldeneysee

Besonderes Rahmenprogramm zum Jubiläum

Ehemaliger Königlich Preußischer Bahnhof zu Kupferdreh

Früher… früher war alles besser, man nennt das auch Glorifizierung der „Guten Alten Zeit“. Also einigen wir uns darauf, dass früher alles anders war. Der Königlich Preußische Bahnhof zu Kupferdreh wurde am 27. Juli 1898 an der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn eröffnet. Der vordere Bahnsteig gehörte zur Ruhrtalbahn, die dem Erz- und Kalktransport diente, später dem Kohlen- und Abraumtransport und dem Personenverkehr für die Bergwerksbelegschaft der Zeche Pörtingssiepen in Essen-Fischlaken. Die Förderung auf Pörtingssiepen II wurde am 30. Dezember 1972 eingestellt, aber der 1975 gegründete gemeinnützige Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e. V. bewahrte die Strecke vor dem Abriss. Vereinsmitglieder des 2008 in Hespertalbahn e. V. umbenannten Vereins betreiben die Hespertalbahn seit 1976 als Museumseisenbahn und bieten an bestimmten Tagen Fahrten zwischen Essen-Kupferdreh und Haus Scheppen entlang des Ufers des Baldeneysees an.

Motordraisine Klv 12-4528, Hersteller Frankfurter Karosserie-Fabrik Friedrich Schmitt (FKF), Fabriknummer 12290, Baujahr 1956

Am 28. Juni 2015 feierte die Hespertalbahn das 40. Jubiläum des Museumsbahnbetriebs am Baldeneysee mit einem außergewöhnlichen Programm. Für die Fahrten zwischen Kupferdreh und Haus Scheppen wurde neben dem Dampfzug auch die Motordraisine Klv 12-4528 der Eisenbahnfreunde Wetterau e. V. eingesetzt. Durch eine mechanischen Hebe- und Drehvorrichtung reicht ein Mann aus, um das Fahrzeug in die andere Fahrtrichtung zu drehen.

Motordraisine Klv 12-4528, Hersteller Frankfurter Karosserie-Fabrik Friedrich Schmitt (FKF), Fabriknummer 12290, Baujahr 1956

Motordraisine Klv 12-4528, Hersteller Frankfurter Karosserie-Fabrik Friedrich Schmitt (FKF), Fabriknummer 12290, Baujahr 1956

Krupp Nassdampf-Tenderlokomotive, Typ „Knapsack“, Fabriknummer 3435, Baujahr 1961

Klatschmohn

Erstmals seit 1980 gab es auch wieder Fahrten zum einstigen Endbahnhof „Hesperbrück“. Da die Gleise in den frühen 1980er-Jahren abgerissen wurden, wurden Oldtimertraktoren der Schlepperfreunde Ruhrtal mit einem Planwagen als Schienenersatzverkehr für die Rundfahrten ab Haus Scheppen auf der ehemaligen Bahntrasse nach Hesperbrück eingesetzt.

Schienenersatzverkehr mit Planwagen vom Bahnhof Haus Scheppen zum historischen Endbahnhof Hesperbrück

Krupp Nassdampf-Tenderlokomotive, Typ „Knapsack“, Fabriknummer 3435, Baujahr 1961

Krupp Nassdampf-Tenderlokomotive, Typ „Knapsack“, Fabriknummer 3435, Baujahr 1961

Bahnhof Haus Scheppen, „David gegen Goliath“

Am Bahnhof Haus Scheppen wurde außerdem das erste Fahrzeug der Museumseisenbahn ausgestellt. Die Motordraisine HTB Nr. 101 war seit zwölf Jahren erstmals wieder in Essen zu sehen.

Motordraisine HTB Nr. 101, ehemalige Draisine 9003 der Westfälischen Landes-Eisenbahn, Hersteller Draisinenbau Dr. Alpers & Co. KG, Hamburg, Fabriknummer 10079, das erste vereinseigene Fahrzeug der Hespertalbahn

Fanfarenkorps der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Völl Freud 1929 e. V. aus Werden am Bahnhof Haus Scheppen

Deutz V, Fabriknummer 47066, Baujahr 1950

Samstag, 27. Juni 2015

Tag der Architektur 2015

Deutschland bietet unter dem Motto „Architektur hat Bestand“ 1.500 × Architektur

Das letzte Juniwochenende ist bei den Liebhabern neuer Architektur und Stadtplanung ein bereits eingeführter Termin: Bundesweit öffnen am letzten Wochenende im Juni (27. und 28. Juni) Bauherren die Türen. Gemeinsam mit ihren Planern zeigen sie ihre Neubauten, Umbauten, Gärten und Freiräume. Architekten und Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner stellen sich den Fragen der Besucher und stellen ihre Planungen persönlich vor. Ausstellungen und Vorträge ergänzen das Angebot. Die veranstaltenden Architektenkammern in den Ländern rechnen in diesem Jahr wieder mit etwa 150.000 Besuchern.

Die von den Architektenkammern organisierten Besuchsprogramme sind vielfältig: Wohnhäuser, Büros, Industriebauten, Gärten stehen zur Besichtigung offen. Zahlreiche Architekturbüros öffnen ihre Türen und geben einen Einblick in ihre Arbeit. Die Mehrzahl der Objekte ist üblicherweise nicht für Besucher zugänglich. Architekturqualität wird so anschaulich und erlebbar. 376 Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks sind in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens für Besucher geöffnet.

Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks weist in ihrem Grußwort zum Tag der Architektur auf den Beitrag qualitätvoller Architektur hin: „Das Ziel eines im besten Sinne nachhaltigen Bauens ist ein Mehr an Lebensqualität für alle. Gute Architektur trägt ganz entscheidend dazu bei. Die Beispiele veranschaulichen dies nicht nur am Tag der Architektur. Sie sind Teil einer schönen und lebendigen Baukultur in Deutschland.“

Die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, wies im Vorfeld auf die Bedeutung und Rolle der Architektur hin: „Architektur hat Bestand. Architektur ist Spiegel der Gesellschaft – sie gibt Zeugnis ab vom Geist der Zeit, von gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, von Strömungen und Moden. Architektur prägt die Umwelt – niemand kann bauen, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne dabei auch gleichzeitig ein Selbstzeugnis abzulegen. Von den Pyramiden über die Kathedralen bis hin zum Wolkenkratzer: wer baut, setzt Zeichen. Bauwerke sind Botschafter – sie künden vom Bauherrn, ihre „Sprache“ verrät viel über die Architekten. Architektur hat Bestand und ist Anlagewert: Gut geplante Bauwerke überdauern die Zeit, haben vielfachen Nutzen und erfreuen das Auge.“


Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Das auf dem „Tortengrundstück“ an der Ecke Virchowstraße und Külshammerweg neu errichtete und zum Sommersemester 2014 fertiggestellte Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen bildet den südlichen Abschluss des Areals des Universitätsklinikums Essen. Das Gebäude vereint eine Reihe innovativer Lehr- und Lernkonzepte und bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen einen Hörsaal für bis zu 300 Studierende, Seminar- und Kleingruppenräume, darunter drei durch Spiegel verbundene Doppelräume, Skillslabs, in denen die Handgriffe des zukünftigen Berufsalltags eingeübt werden können, eine Simulations-Arena mit Schminkbereich, die die Simulation realitätsnaher Einsatzszenarien auf einer 270 Grad umspannenden Leinwand mit Bild (6 Projektoren, 8,8 Mio. Pixel) und Ton (Surround-Sound 5.1) ermöglicht, sowie ein Lerncafé. Durch den Einsatz eines Lehr- und Lernmanagement-Systems können Studierende und Dozenten die Übungen in den Kursen analysieren und damit optimal nachbereiten. Das Gebäude wird von bis zu 700 der insgesamt rund 1.800 Medizinstudierenden täglich genutzt. Der Bau des Lehr- und Lernzentrum wurde durch eine großzüge Spende von Herrn Dr. med. Dr. h.c. mult. Heinz-Horst Deichmann und die finanzielle Unterstützung durch Studienbeiträge der Studierenden ermöglicht. Der Bund Deutscher Architekten Essen prämierte den Neubau von Architekten Brüning Rein (beteiligte Architekten: Julian Büchter, Nicole Borcherding, Jennifer Kaleske) 2014 im Wettbewerb „Auszeichnung guter Bauten“.

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Cosmas und Damian, die Schutzpatrone der Stadt Essen und der Medizinischen Fakultät

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Flure und Treppenhäuser sind in Sichtbeton ausgeführt, und irgendein „findiger“ Kopf muss wohl auf die Idee gekommen sein, seine Pflaster an eine Flurwand zu kleben. Die Pflaster sind natürlich längst wieder entfernt, aber die Spuren des Klebers sind unübersehbar. Ansonsten machen die Sichtbetonflächen auch nach drei Semestern noch einen tadellosen Eindruck.

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Seminarraum für 24 Personen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Untersuchungs- und Behandlungssituation mit Simulations-Patienten

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Haupttreppenhaus und Foyer des „Deichmann-Auditoriums“

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, „Deichmann-Auditorium“: Hörsaal für bis zu 300 Personen

Schmale Lichtschlitze lassen das Tageslicht in den Hörsaal ein und machen Vorlesungen bei Tageslicht möglich.

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, „Deichmann-Auditorium“: Hörsaal für bis zu 300 Personen

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, „SimArena": Simulation realitätsnaher Einsatzszenarien auf einer halbrunden, 270 Grad umspannenden Leinwand mit Bild (6 Projektoren, 8,8 Mio. Pixel) und Ton (Surround-Sound 5.1)

Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Lerncafé


Hörsaalzentrum R14 Universität Duisburg-Essen Campus Essen

Hörsaalzentrum R14

Das neue Hörsaalzentrum R14 der Universität Duisburg-Essen nach Entwürfen von Funke + Popal Architekten auf dem Grundstück an der Gladbecker Straße soll zwischen dem Campus und der Stadt vermitteln. Der rund 12 Mio. Euro teure Neubau mit 4.250 m² Bruttogeschossfläche bietet in den beiden Hörsälen Platz für rund 1.100 bzw. rund 150 Studierende. Hinzu kommen noch Nebenräume und Erschließungsflächen. In beide Hörsäle fällt Tageslicht ein, sie wurden zusätzlich mit energiesparenden LED Leuchten ausgestattet. Das Podium des großen Hörsaals befindet sich im Erdreich bei -6,0 m. Das Foyer bietet eine zusätzliche Veranstaltungsfläche. Der Baukörper ist mit dunkler Klinkerhaut überzogen und auf dem Dach begrünt. Das neue Audimax, der größte Hörsaal der Universität Duisburg-Essen, wurde am 3. November 2014 seiner Bestimmung übergeben.

Hörsaalzentrum R14

Hörsaalzentrum R14

Hörsaalzentrum R14, Hörsaal für 1.100 Studierende

Hörsaalzentrum R14, Hörsaal für 1.100 Studierende

Hörsaalzentrum R14, Hörsaal für 1.100 Studierende

Hörsaalzentrum R14, Hörsaal für 1.100 Studierende

Hörsaalzentrum R14

Hörsaalzentrum R14, Hörsaal für 150 Studierende

Hörsaalzentrum R14

Freitag, 26. Juni 2015

„Dauernde, nicht endgültige Form“

Ruhr Museum und Red Dot Design Museum zeigen Ausstellung über die Geschichte des Design Zentrums NRW

„Gutes Design zeichnet sich durch eine ausgewogene Balance von vier Qualitäten aus: der Qualität der Funktion, der Verführung, des Gebrauchs und der Verantwortung.“
Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot

Kühlschrank der Firma Robert Bosch GmbH mit Türöffner in Form eines glänzenden Chromgriffs

Vom 29. Juni bis 23. August 2015 präsentieren das Red Dot Design Museum und das Ruhr Museum die Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“. Sie erzählt in Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein „60 Jahre Designgeschichte in Essen – von der Industrieform zum Red Dot“. Aktuelle wie historische Exponate werden gezeigt, Elemente vergangener Präsentationen rekonstruiert und neben Plakaten und Fotografien aus sechs Jahrzehnten auch die Erlebnisse von Zeitzeugen dokumentiert. Schirmherr der Ausstellung ist der Präsident des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert.

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In diesem Jahr blickt das Design Zentrum Nordrhein Westfalen, das als Verein „Industrieform“ gegründet wurde, auf seine 60-jährige Geschichte zurück. Ziel war es, eine „Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse“ ins Leben zu rufen. Diese wurde 1955 in der Villa Hügel eröffnet und trug in der Folge zur ästhetischen Bildung und zum heutigen Verständnis von Designkultur bei. Auch der von da an jährlich ausgeschriebene Designwettbewerb, der heute als renommierter Red Dot Award weltweit bekannt ist, wurde 1955 erstmalig organisiert. Die prämierten Produkte wurden – wie heute noch üblich – in einer ständigen Ausstellung gezeigt. „Dauernde, nicht endgültige Form“ rekonstruiert diese erste Präsentation auf der Villa Hügel, indem sie einen Großteil der Exponate von damals im Original zeigt, darunter den legendären Mercedes-Benz 300 SL.

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Die erste gemeinsame Ausstellung des Ruhr Museums und des Red Dot Design Museums erzählt die bewegte Geschichte des Design Zentrums NRW. Aufbauend auf den Initiativen für die Kunst im Industrieraum im Ruhrgebiet und in der Stadt Essen, die durch die Folkwang-Idee von Karl Ernst Osthaus, die Entwürfe für die Gartenstadt und Künstlerkolonie Margarethenhöhe von Georg Metzendorf oder das architektonische Gesamtkonzept für Zollverein von Fritz Schupp und Martin Kremmer gekennzeichnet sind, wurde in den 1950er-Jahren der Grundstein für das heutige Design Zentrum gelegt.

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Mit Fotos und Exponaten erzählt die Ausstellung den Weg des ehemaligen Hauses Industrieform von der Villa Hügel bis zum Red Dot Design Museum im von Sir Norman Foster umgebauten Kesselhaus auf Zollverein. Seit 1997 beherbergt es mit rund 2.000 Exponaten die weltgrößte Ausstellung zeitgenössischen Designs. In einem zweiten Teil wird die Geschichte der Ausstellungen und der Wettbewerbe des Design Zentrums sowie die Entwicklung seines Corporate Designs in Zusammenarbeit mit führenden Fotografen und Grafikdesignern dokumentiert und verdeutlicht, welchen internationalen Stellenwert der Red Dot heute in der Designwelt besitzt.

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Der Ausstellungstitel „Dauernde, nicht endgültige Form“ ist ein Zitat der Journalistin Clara Menck, das im Zusammenhang der ersten Ausstellung zur Industrieform entstand. Es beschreibt Design als permanente Aufgabe, die von uns geschaffene Umwelt zu optimieren und damit unsere Existenz zukunftsfähig zu machen.

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„60 Jahre Designgeschichte in Essen“, das wäre ein guter Grund zum Feiern, aber Prof. Dr. Peter Zec ist überhaupt nicht zum Jubeln zumute, wie er heute berichtete. Zum einen hat er bei der Stiftung Zollverein schon mehrfach versucht, die Halle 8 zur Erweiterung der Dauerausstellung anzumieten, bisher leider ohne Erfolg. Weiterhin läuft der Mietvertrag für das Kesselhaus im Jahr 2022 aus. Das hört sich für Außenstehende womöglich unkritisch an, aber eine Anfrage um Vertragsverlängerung um weitere 10 Jahre wurde von der Stiftung Zollverein bisher ebenfalls nicht beantwortet, so dass es augenblicklich für das Red Dot Design Museum keine Planungssicherheit mehr gibt. Sollte sich an diesem Status quo nichts ändern, so wird sich das Red Dot Design Museum nach Aussage von Prof. Dr. Peter Zec in zwei Jahren auf die Suche nach einem neuen Standort begeben, und dann wäre nach 67 Jahren das Ende der Designgeschichte in Essen gekommen.

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Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen als formschön ausgezeichnet (1955)

Die Wurzeln des Mercedes-Benz 300 SL liegen im Rennsport. Als 1952 die Ur-Form des 300 SL vorgestellt wurde, ahnte wohl niemand, welche Signalwirkung für die Marke Mercedes-Benz und für das aufkeimende „Wirtschaftswunder“ in Deutschland von diesem Auto ausgehen sollte. Der Rennwagen, unter Leitung von Rudolf Uhlenhaut in Handarbeit gebaut, wog 1.060 kg. Seine elegant fließende Form war ein Ausdruck an Geschwindigkeit. Dank seiner Aerodynamik und seiner Leichtbauweise aus Aluminium und Magnesium feierte er noch im selben Jahr Erfolge in Serie: Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, Dreifachsieg beim Preis von Bern und Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring. Der erste 300 SL, das Premierenfahrzeug von 1952, existiert nicht mehr. Aber der Wagen mit der Chassis-Nummer 2 ist noch vorhanden. Zu seinem 60jährigen Jubiläum wurde er aufwändig restauriert. Die charakteristische Form des Ur-Modells mit seinen kurzen Flügeltüren wurde zum Vorbild für den Straßenwagen 300 SL. Seither werden charakteristische Merkmale von Generation zu Generation weitergegeben.

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen als formschön ausgezeichnet (1955)

„Dauernde, nicht endgültige Form“, Blick in die Ausstellung

Bürostuhl Picto, Wilkhahn, Wilkening + Hahne, Bad Münder, 1991, Design ProduktEntwicklung Roericht (Burkhard Schmitz, Franz Biggel), Ulm

Firephant Feuerlöscher, Hersteller GPBM Nordic, Schweden, Design Firephant (Lars Wettre, Jonas Forsman), Schweden, Red Dot: Best of the Best 2012

Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, Oberbürgermeister Reinhard Paß und Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot

Das Gästebuch der Stadt Essen, das „Stahlbuch“, wurde 1934 von der ehemals auf der Margarethenhöhe arbeitenden Buchbinderin Frida Schoy gestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nur noch der Einband verwendet, da er keine NS-Insignien zeigte. Es wurde heute von Oberbürgermeister Reinhard Paß an Prof. Heinrich Theodor Grütter und Prof. Dr. Peter Zec übergeben und ist während der Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“ ebenfalls auf Zollverein zu sehen.

Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, Oberbürgermeister Reinhard Paß und Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot

„Dauernde, nicht endgültige Form“ ist vom 29. Juni bis 23. August 2015 täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen, der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.