Donnerstag, 30. April 2015

Stippvisite in Köln

Auf ausgelatschten Touripfaden durch die Stadt

Thalys-PBKA-Triebzug 4322 in Köln

Kölner Dom

Der Kölner Dom ist die populärste Sehenswürdigkeit Deutschlands, er wurde 1996 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Kathedrale im gotischen Baustil wurde 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen, aber erst 1880 nach über 600 Jahren vollendet. Wobei die Dombaumeister seit der Fertigstellung des Domes gegen den Zerfall des Sandsteins kämpfen. Folglich kann man kommen, wann man will, man wird immer irgendwo mindestens ein Arbeitsgerüst finden. Momentan befindet sich beispielsweise eines am Nordturm.

Kölner Dom, Tympanon über dem Hauptportal

Kölner Dom, Hauptportal

Kölner Dom, Langhaus Richtung Osten

Im Kölner Dom führen Domschweizer ein strenges Regiment und sorgen für Ordnung und Ruhe. Zu dumm, wenn die zur Ordnung gerufenen Besucher deren Sprache nicht mächtig sind, was bei der Vielzahl der Besucher aus aller Welt gar nicht so selten der Fall ist…

Kölner Dom, Klaren-Altar, um 1350/60, und Adlerpult, 1854

Kölner Dom, Dreikönigenaltar, um 1668 – 83, Detail

Heinrich-Böll-Platz oberhalb der Kölner Philharmonie, im Hintergrund der Kölner Dom

Der Heinrich-Böll-Platz oberhalb der Kölner Philharmonie muss rund 1.000 Mal pro Jahr – nicht nur bei Konzerten, sondern bei jeder Probe – komplett gesperrt werden. Der Grund: Jede Art von Straßenlärm – auch Trittschall – macht sich in der Philharmonie bemerkbar. Dadurch entstehen lt. Bund der Steuerzahler jährlich Kosten in Höhe von 100.000 Euro, die der Steuerzahler trägt. Die extra für diese Aufgabe abgestellten Bediensteten sind übrigens von ganz besonderer Güte: Übersehen Fußgänger die Absperrung großzügig, so eilen sie selbst innerhalb des abgesperrten Bereichs herbei, um die Fußgänger schleunigst zu vertreiben.

Hohenzollernbrücke, „Liebesschlösser“

Unzählige Vorhängeschlösser zieren die Sicherheitsgitter der Hohenzollernbrücke, die die Fußwege von den Bahngleisen trennen. Die „Liebesschlösser“ werden von Pärchen dort angebracht, und der Schlüssel anschließend in den Rhein geworfen. Der romantische Brauch trägt obendrein zur Wirtschaftsförderung bei: Bei der Wahl ihrer Schlösser greifen viele Liebende auf das Angebot eines Unternehmens aus dem Ruhrgebiet zurück.

Kölner Dom mit Hohenzollernbrücke

Heinzelmännchenbrunnen von Edmund und Heinrich Renard, 1897 – 1900, Detail: Darstellung des Bäckers

Der Heinzelmännchenbrunnen gegenüber dem Brauhaus Früh erinnert an die Kölner Hausgeister, die nachts die Arbeit der Bürger verrichteten. Da sie dabei jedoch beobachtet wurden, verschwanden sie für immer.

Mittwoch, 29. April 2015

Die Spielzeit 2015/16 am Theater Dortmund

Musicalische Höhepunkte am Opernhaus

Inzwischen hat das Theater Dortmund seinen Spielplan der Saison 2015/16 publiziert, aus welchem ausgewählte „musicalische“ Produktionen im folgenden chronologisch – mit einigen persönlichen Anmerkungen – aufgeführt sind.


„Jesus Christ Superstar“ (Wiederaufnahme: 19. September 2015, Opernhaus)

„Jesus Christ Superstar“ – nach dem Neuen Testament; Musik: Andrew Lloyd Webber; Liedtexte: Tim Rice; Buch: Tom O´Horgan; Regie: Gil Mehmert; Choreografie: Kati Farkas; Ausstattung: Beatrice von Bomhard; Musikalische Leitung: Jürgen Grimm. Darsteller: David Jakobs/Sven Fliege (Judas Ischariot), Alexander Klaws/Nikolaj Alexander Brucker (Jesus von Nazareth), Dionne Wudu (Maria Magdalena), Hans-Werner Bramer (Kaiphas), Marc Lamberty (Simon Zelot), Carl Kaiser, Hiroyuki Inoue und Ian Sidden (3 Priester), Mark Weigel/Markus Schneider (Pontius Pilatus, Hannas), Fritz Steinbacher (Petrus), N. N. (Mädchen am Feuer), Ian Sidden (Alter Mann), Ks. Hannes Brock (Herodes), Catherine Chikosi, Yoko El-Edrisi und Dionne Wudu (Soul Girls), Mario Ahlborn, Hermann Bedke, Merlin Fargel, Yvonne Forster, Inga Krischke (?), Min Lee, Eva Löser, Hanna Mall, Christian Pienaar, Alexander Sasanowitsch, Darius Scheliga, Vera Weichel, Thomas Warschun, Anna Winter. Uraufführung: 12. Oktober 1971, Mark Hellinger Theatre, New York. Premiere: 13. Oktober 2013, Theater Bonn, 19. Oktober 2014, Theater Dortmund. Wiederaufnahme: 19. September 2015, Theater Dortmund.

Musikalische Auseinandersetzungen mit Jesus Christus und der Passionsgeschichte haben eine lange Tradition, selbst Musicals zu dem Thema gab es schon vor Lloyd Webber. Was die konservativen Kreise damals jedoch befremdete, war der Ansatz von Librettist Tim Rice, die letzten sieben Tage Jesu aus der Sicht von Judas zu erzählen. Judas, nicht ein Verräter, sondern ein Freund und Anhänger von Jesus, der besorgt beobachtet, wie ihre gemeinsame Bewegung aus dem Ruder läuft: Die immer fanatischer werdenden Anhänger machen aus Jesus eine Kultfigur, erheben jedes seiner Worte zur absoluten Wahrheit, während er selbst zunehmend launischer und unzugänglicher wird. Tim Rice entwirft das Bild eines zutiefst menschlichen Jesu, den aber Anhänger und Gegner gleichermaßen zum Superstar stilisieren. In Zeiten des Starkults, der Sehnsucht nach Leitfiguren und verbindlichen Werten sind die Fragen, die „Jesus Christ Superstar“ aufwirft, nach wie vor hoch aktuell. Nachdem „Jesus Christ Superstar“ in der Spielzeit 2014/15 ständig vor ausverkauftem Haus gespielt wurde, war die Wiederaufnahme nur folgerichtig.


„Kiss me, Kate“ (Premiere: 27. September 2015, Opernhaus)

„Kiss me, Kate“ – in Anlehnung an William Shakespeares „The Taming of the Shrew“; Musik, Liedtexte: Cole Porter; Buch: Samuel und Bella Spewack; Regie: Martin Duncan; Choreografie: Nick Winston; Bühne, Kostüme: Francis O´Connor, Dramaturgie: Georg Holzer; Musikalische Leitung: Philipp Armbruster. Darsteller: Morgan Moody (Fred Graham/Petruchio), Emily Newton (Lilli Vanessi/Katharina), Nedime Ince (Louis Lane/Bianca), Andreas Wolfram (Bill Calhoun/Lucentio), N. N. (Harry Trevor/Baptista), Christian Pienaar (Ralph, Inspizient), Johanna Schoppa (Hattie, Garderobiere), Eric Rentmeister (Paul, Garderobier), Fritz Steinbacher (Erster Ganove), N. N. (Zweiter Ganove), KS Hannes Brock (Harrison Howell, Produzent), Frank Wöhrmann (Gremio, erster Freier), Andreas Langsch (Hortensio, zweiter Freier), Yvonne Forster, Jessica Hoskins, Selina Mai, Niko Stank u. a. Uraufführung: 18. Dezember 1948, New Century Theatre, New York City. West End Premiere: 8. März 1951, Coliseum Theatre, London. Deutsche Erstaufführung: 19. November 1955, Städtische Bühnen, Frankfurt am Main. Premiere: 27. September 2015, Theater Dortmund.

Musicals, deren Originalproduktion im En-suite-Spielbetrieb mehr als 1.000 Aufführungen erreicht haben, waren in den 1950er-Jahren noch recht überschaubar. „Kiss me, Kate“, 1949 mit fünf Tony Awards ausgezeichnet, gehörte mit 1.077 Aufführungen dazu. Es zeichnet sich durch das dramaturgische Kunststück aus, die Handlung auf zwei Ebenen völlig in der Balance zu halten: Während einer Aufführung einer musikalischen Version der Komödie über die Zähmung der widerspenstigen Katharina durch den Frauenhelden Petruccio fechten die Akteure um den Regisseur und Hauptdarsteller Fred Graham auch im privaten Leben ähnliche Zwistigkeiten hinter den Kulissen aus wie die Spielfiguren.


„Next to Normal (Fast normal)“ (Premiere: 5. März 2016, Opernhaus)

„Next to Normal (Fast normal)“ – Musik: Tom Kitt; Buch/Songtexte: Brian Yorkey; Deutsche Bearbeitung: Titus Hoffmann; Regie: Stefan Huber; Choreografie: Danny Costello; Bühne: Timo Dentler, Okarina Peter; Kostüme: Susanne Hubrich; Dramaturgie: Wiebke Hetmanek; Musikalische Leitung: Kai Tietje. Darsteller: Maya Hakvoort (Diana Goodman), Rob Fowler (Dan Goodman), Eve Rades (Natalie Goodman), Johannes Huth (Gabriel „Gabe“ Goodman), Dustin Smailes (Henry), Jörg Neubauer (Dr. Fine/Dr. Madden). Off-Broadway Premiere: 16. Januar 2008, Second Stage Theatre, New York City. Broadway-Premiere: 15. April 2009, Booth Theatre, New York City. Deutsch­sprachige Erstaufführung: 11. Oktober 2013, Stadttheater Fürth. Premiere: 5. März 2016, Theater Dortmund.

„Next to Normal (Fast normal)“ zeigt, wie eine psychische Erkrankung – im konkreten Fall eine bipolare affektive Störung, auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt – entstehen kann und schleichend bedrohlicher wird, bis das unvorstellbare (Suizid) für den Zuschauer denkbar wird, um damit eine Auseinandersetzung mit der bipolaren Störung und den Betroffenen anzuregen. Obwohl Bipolarität, Trauer­ver­arbeitung, Selbstmord, Tablettenmissbrauch und Ethik in der modernen Psychiatrie als Themen für ein Broadway-Musical nicht unbedingt naheliegend erscheinen, wurde doch genau „next to normal“ – womöglich wegen der Ernsthaftigkeit des Stoffes – sowohl in New York als auch international sehr erfolgreich gezeigt und in 12 Sprachen übersetzt. Nach erfolgreichen Aufführungsserien am Stadttheater Fürth wagt sich das Theater Dortmund ab 5. März 2016 ebenfalls an den Stoff, wobei die Aufführungsserien am Stadttheater Fürth allerdings ein offenes Erfolgsgeheimnis bergen, nämlich ihre Besetzung. Das Theater für Niedersachsen musste bereits schmerzlich erfahren, dass es dieses Stück beim Publikum sehr schwer hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Theater Dortmund dieser Problematik stellen wird.

50 Jahre Bundesgartenschau im Grugapark

Freier Eintritt zur Feier des Tages

Farbenterassen

Der Grugapark geht auf die „Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung“, kurz GRUGA, vom 29. Juni bis 13. Oktober 1929 zurück. Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau zur „2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung“ im Jahr 1952 erhielt der Grugapark zur Bundesgartenschau vom 29. April bis 17. Oktober 1965 seine heutige Größe von etwa 70 Hektar. Über 5 Millionen Menschen sollen während der BUGA 1965 bis zum offiziellen Ende im Oktober die Gartenschau besucht haben. Eine Ausstellung im Info-Center Orangerie vom 29. April bis 13. Mai 2015 erinnert an das Jubiläum, zur Feier des Tages ist am 29. April 2015 der Eintritt in den Grugapark frei.

Tänzerin von Walter E. Lemcke, 1953

Im Zuge der Neugestaltung des Grugaparks zur BUGA 1965 sind beispielsweise das Wasserbecken mit der Wasserfontäne am Haupteingang, der Margarethensee, der Tierhof und die Tummelwiese entstanden. Bis heute gibt es diese Angebote, andere Institutionen wie das Terrarium und Aquarium mit dem Freigelände für Seehunde und Pinguine oder das Schifflibecken sind längst verschwunden, Kinder, wie die Zeit vergeht. Das 1986 abgerissene Aquarium wurde durch die Orangerie ersetzt. In der großen Halle befindet sich seit vergangenem Jahr die Miniaturwelt OKtoRail, die natürlich zusätzlichen Eintritt kostet.

OKtoRail

In Wind und Sonne von Fritz Klimsch, 1936

Im Laufe der Jahre haben sich mehr als 40 Skulpturen und Plastiken angesammelt, die im Park frei zugänglich sind.

Tiger von Philipp Harth, 1936/37

Der Grugaturm wurde 1928 vom Architekt Paul Portten als Radioturm im Stil des „Neuen Bauens“ entworfen und zur ersten „Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung“ im Jahr 1929 errichtet. Seine heutige Form mit angebautem Aufzug und Aussichtsplattform erhielt der Turm erst zur „Reichsgartenschau“ im Jahr 1938. Er wurde nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sorgfältig restauriert und steht seit 1986 unter Denkmalschutz.

Grugaturm

Dahlienarena

Dahlienarena

Rhododendrontal

Nachwuchs am Margarethensee

Kind mit Blockflöte von Hermann Geibel, 1936/37

Kindergruppe von Heinrich Adolfs, 1936

Lindenrund

Die 60 × 30 m große Rollschuhbahn entstand ebenfalls im Zuge der BUGA 1965. Allerdings musste diese Bahn schon 1979 wegen baulicher Mängel völlig neu erstellt werden, zuletzt wurde im Sommer 2002 eine neue Lauffläche aufgebracht.

Rollkunstlauftraining auf der Rollschuhbahn des Roll- und Eissportverein Gruga Essen e. V.

Bei Einbruch der Dunkelheit wird die Tulpe auf dem Dach des Grugaturms, das Logo des Grugaparks, beleuchtet.

Grugaturm

Übrigens, der Grugapark ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet ganzjährig einmalig freien Eintritt, gilt nicht bei Sonderveranstaltungen.

Dienstag, 28. April 2015

ABBA bei Madame Tussauds Wien

Sieger des Eurovision Song Contest 1974 anlässlich des 60. ESC zu Besuch in Wien

ABBA (Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus) bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Am 6. April 1974 trat die schwedische Kultband ABBA mit Waterloo bei der Austragung des 19. Eurovision Song Contest im englischen Seebad Brighton an und gewann den Wettbewerb mit 24 von 160 möglichen Punkten. Dieser Sieg war der Beginn ihrer internationalen Karriere. Der 60. Eurovision Song Contest wird in diesem Jahr in Wien stattfinden. Aus diesem Anlass zeigt Madame Tussauds Wien ab 13. Mai 2015 für knapp 3 Monate ein einmaliges Eurovision Song Contest 2015 Setting: Neben Conchita Wurst können Udo Jürgens am Klavier, die Kultband ABBA und die ESC-Siegerin von 1988, Céline Dion im Madame Tussauds Wien bewundert werden. Direkt aus Las Vegas ist am heutigen Dienstag der Eurovision Song Contest Sieger von 1974, die schwedische Kultband ABBA, in Wien angekommen. Im SOS-Outfit von 1975, das sie im SOS-Videoclip getragen haben, zeigen sich Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad.

Susa Meyer, Ana Milva Gomes und Jacqueline Braun bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Nun haben sich ABBA bekanntlich 1982 getrennt, und so haben die Dynamos aus dem Musical „Mamma Mia!“, Ana Milva Gomes (Donna), Susa Meyer (Tanja) und Jacqueline Braun (Rosie) ABBA mit „Mamma Mia!“, „Super Trouper“ und „Dancing Queen“ bei Madame Tussauds Wien willkommen geheißen, um im Anschluss höchstpersönlich die original ABBA Wachsfiguren zu enthüllen, die anlässlich des Eurovision Song Contests 2015 extra aus Las Vegas eingeflogen wurden.

ABBA, Ana Milva Gomes, Jacqueline Braun, Susa Meyer und Arabella Kruschinski, Geschäftsführung Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Die Wachsfiguren von Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad sind ab sofort für die nächsten drei Monate bei Madame Tussauds Wien zu Gast, „Mamma Mia!“ ist noch bis 28. Juni 2015 täglich außer montags im Raimund Theater zu sehen.

ABBA, Jacqueline Braun, Ana Milva Gomes und Susa Meyer bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Übrigens, Madame Tussauds ist nicht nur seit 1. April 2011 im Prater in Wien zu finden, sondern auch in London, Amsterdam, Bangkok, Berlin, Blackpool, Shanghai, Hong Kong, Hollywood, Las Vegas, New York, Peking, Prag, San Francisco, Sydney, Tokio, Washington D.C. und Wuhan. Hunderte Millionen Menschen aus der ganzen Welt sind bereits bei Madame Tussauds seit der Eröffnung vor mehr als 200 Jahren ein- und ausgegangen, und auch heute ist das Wachsfigurenkabinett populär wie nie. Die Gründe für diesen andauernden Erfolg sind zahlreich – ganz wesentlich ist aber stets die Neugierde der Menschen. Besucher bekommen bei Madame Tussauds die einzigartige Gelegenheit, eine emotionsgeladene Reise durch die Welt der Mächtigen und Berühmten zu unternehmen.

Udo Jürgens und sein Wachs-Double bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Auch Udo Jürgens (* 30. September 1934 in Klagenfurt, Österreich, † 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Schweiz) wird beim einmaligen Eurovision Song Contest 2015 Setting bei Madame Tussauds Wien als Wachsfigur an einem Bösendorfer-Flügel zu sehen sein. Udo Jürgens hat am 5. März in Luxemburg mit Merci, Chérie den ersten Platz im 11. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne belegt, was ihm den internationalen Durchbruch verschaffte. 2013 war der Entertainer persönlich bei der Wachsfigurenpräsentation bei Madame Tussauds Wien anwesend und zeigte sich stolz und gleichzeitig überrascht über seinen Doppelgänger.

Peter Alexander Wachs-Double und Viktor Gernot bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Hansi Hinterseer und sein Wachs-Double bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Sänger Eric Papilaya, Justin Bieber Wachs-Double und Choreograf Alamande Belfor beim Flashmob zur Enthüllung der Wachsfigur; © Madame Tussauds Wien

Am 21. Juni 2013 wurde die Wachsfigur von Justin Bieber bei einem Flashmob am Riesenradplatz enthüllt, bei dem Sänger Eric Papilaya den Bieber-Song „As long as you love me“ performt hat und Choreograf Alamande Belfor zum Mittanzen animiert hat.

Renate Götschl und ihr Wachs-Double bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Die Wachsfigur der ehemaligen österreichischen Skirennläuferin Renate Götschl (* 6. August 1975 in Judenburg, Steiermark) ist die schwierigste je kreierte Figur in der Geschichte von Madame Tussauds, da sie in einer Abfahrtspose in der Luft schwebt.

Hermann Maier und sein Wachs-Double bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Madame Tussauds am Riesenradplatz im Wiener Prater hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Sommer bis 20 Uhr. An Heiligabend und Silvester gelten geänderte Öffnunszeiten.

Herbert Prohaska und sein Wachs-Double bei Madame Tussauds Wien; © Madame Tussauds Wien

Montag, 27. April 2015

Ankündigung: FilmSchauPlätze NRW 2015

Wenn jetzt Sommer wär… Open-Air-Sommerkino bei freiem Eintritt

Auch in diesem Jahr veranstaltet die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen in den Sommerferien (29. Juni bis 11. August 2015) wieder die beliebten FilmSchauPlätze NRW, und das bereits in der 18. Auflage. Dabei werden an besonderen Orten auf die Location abge­stimmte Filme auf der Open Air-Leinwand gezeigt.

FilmSchauPlatz Flottmann-Hallen, Herne

Den Anfang beim Kinoprogramm macht jeden Abend ein Kurzfilm, der in Nordrhein-Westfalen und mit Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW entstanden ist. Für den passenden Rahmen, der sowohl zu dem gezeigten Film wie auch zu dem Ort passt, an dem die Open Air-Kinoreihe veranstaltet wird, sind die lokalen Partner verantwortlich. Und wie immer bei den FilmSchauPlätzen NRW ist der Eintritt zur Filmvorführung natürlich frei.

FilmSchauPlatz Schloss Velen

Ob das Event in diesem Jahr an 18 verschiedenen Orten stattfindet, ist noch nicht öffentlich bekannt, aber zumindest die bisher bekannten Veranstaltungsorte machen schon jetzt neugierig: Wenn jetzt Sommer wär…
  • Mittwoch, 1. Juli 2015: „The Buena Vista Social Club“ (1999, Regie Wim Wenders), Stadthafen, Recklinghausen (Ruhrgebiet),
  • Donnerstag, 2. Juli 2015: „Eine ganz ruhige Kugel“ mit Gérard Depardieu, Virginie Efira, Atmen Kélif u. a. (2013, Regie Frédéric Berthe), Flottmann-Hallen, Herne (Ruhrgebiet),
  • Freitag, 3. Juli 2015: „Words & Pictures“ mit Clive Owen, Juliette Binoche, Keegan Connor Tracy (2013, Regie Fred Schepisi), Kulturzentrum August Everding, Bottrop (Ruhrgebiet),
  • Mittwoch, 8. Juli 2015: „300 Worte Deutsch“ mit Christoph Maria Herbst, Vedat Erincin, Pegah Ferydoni, Christoph Letkowski, Nadja Uhl (2013, Regie Züli Aladag), Ravensberger Park, Bielefeld (Ostwestfalen-Lippe),
  • Donnerstag, 9. Juli 2015: „In meinem Kopf ein Universum“ mit Dawid Ogrodnik, Anna Karczmarczyk u. a. (2013, Regie Maciej Pieprzyca), Benediktushof Maria Veen, Reken (Münsterland),
  • Freitag, 10. Juli 2015: „Madame Mallory und der Duft von Curry“ mit Helen Mirren, Om Puri, Manish Dayal, Charlotte Le Bon u. a. (2014, Regie Lasse Hallström), SportSchloss Velen, Velen (Münsterland),
  • Samstag, 11. Juli 2015: „Sehnsucht nach Paris“ mit Isabelle Huppert, Jean-Pierre Darroussin, Michael Nyqvist (2014, Regie Marc Fitoussi), Windmühle Südhemmern, Kölkenweg 19, Hille-Südhemmern, Kreis Minden-Lübbecke (Ostwestfalen),
  • Mittwoch, 15. Juli 2015: „Eyjafjallajökull – der unaussprechliche Vulkanfilm“ mit Valérie Bonneton, Dany Boon u. a. (2014, Regie Alexandre Coffre), A44, Auffahrt Grüner Jäger, Heiligenhaus (Niederbergisches Land),
  • Montag, 20. Juli 2015: „Hin und weg“ mit Florian David Fitz, Julia Koschitz, Jürgen Vogel, Hannelore Elsner u. a. (2014, Regie Christian Zübert), Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Eupen (Belgien),
  • Dienstag, 21. Juli 2015: „Monsieur Claude und seine Töchter“ mit Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan, Medi Sadoun, Frédéric Chau, Noom Diawara, Frédérique Bel, Julia Piaton (2014, Regie Philippe de Chauveron), Historischer Marktplatz, Monschau (Eifel),
  • Mittwoch, 22. Juli 2015: „Exit Through the Gift Shop“ (2010, Regie Banksy), Förderturm Bönen – Ostpol, Bönen (Ruhrgebiet),
  • Donnerstag, 23. Juli 2015: „Die Vermessung der Welt“ mit Florian David Fitz, Albrecht Abraham
    Schuch, Jeremy Kapone, Sunnyi Melles, Katharina Thalbach (2012, Regie Detlev Buck), Schloss Burg, Solingen (Bergisches Land),
  • Freitag, 24. Juli 2015: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (2013, Regie Felix Herngren), Generationenpark Gempt, Lengerich (Tecklenburger Land),
  • Sonntag, 26. Juli 2015: „El 5 de Talleres“ mit Diego Mattioli, Néstor Guzzini, Esteban Lamothe u. a. (2014, Regie Adrián Biniez), Veilchen-Arena am Rotbachsee, Dinslaken (Ruhrgebiet),
  • Montag, 27. Juli 2015: „Wir sind die Neuen“ mit Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Claudia Eisinger (2014, Regie Ralf Westhoff), Neuer Markt, Haan (Bergisches Land),
  • Dienstag, 28. Juli 2015, „Wir sind die Millers“ mit Jennifer Aniston, Jason Sudeikis (2013, Regie Rawson Marshall Thurber), Kanu-Club Fröndenberg, Fröndenberg (Sauerland),
  • Donnerstag, 30. Juli 2015: „Heute bin ich Samba“ mit Omar Sy, Charlotte Gainsbourg, Tahar Rahim u. a. (2014, Regie Éric Toledano und Olivier Nakache), Altmarkt, Oberhausen (Ruhrgebiet),
  • Montag, 10. August 2015: „Die große Versuchung - Lügen bis der Arzt kommt“ mit Brendan Gleeson, Gordon Pinsent, Taylor Kitsch (2013, Regie Don McKellar), Rathausplatz, Datteln (Ruhrgebiet)
Mitte Juni soll das komplette Film- und Rahmenprogramm bekannt gegeben werden…

Datteln, Hermann-Grochtmann-Museum, Dorfschultenhof

Vorschau: „Gesichter des Bergbaus“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Eröffnung der Kabinettausstellung mit Fotos von Jürgen Post am 3. Mai 2015 um 11 Uhr

Dreißig Jahre arbeitete Jürgen Post im Steinkohlenbergbau, zwanzig davon als Steiger unter Tage. Als „mein Pütt“, wie er sagt, das Bergwerk Ost in Hamm, am 30. September 2010 die letzte Förderschicht fuhr, dachte er vorher nicht, dass ihm der Abschied so schwer fallen würde. Um seinen Pütt und seine Kumpel im Gedächtnis der Menschen zu bewahren, machte er Fotos. Die entstandenen Bilder fasste Post anschließend zu der Ausstellung „Gesichter des Bergbaus“ zusammen.

Eines dieser Gesichter gehört dem Steiger Michael Henning. Jürgen Post begleitete seinen Kollegen während der letzten Schicht auf Bergwerk Ost mit der Kamera. Ein Foto zeigt Michael Henning, wie er vom Förderturm noch einmal in Gedanken über das Bergwerk blickt, die Hände übereinander gelegt. „Wie ein stilles Gebet“ nennt Jürgen Post dieses Motiv.

„Gesichter des Bergbaus“: „Wie ein stilles Gebet“, Steiger Michael Henning blickt über Bergwerk Ost; © Jürgen Post

Jürgen Posts Bilder wecken Emotionen, sie zeigen jedoch auch die Vielschichtigkeit des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Menschen und Gebäude in schwarz-weiß treffen da auf Akzente in leuchtendem Orange. Mit der Colorkey-Technik möchte Jürgen Post zeigen, dass sich in der vermeintlich grauen Gegenwart auch Möglichkeiten verbergen. Das Hauptgebäude des Bergwerks Ost steht da etwa vor bedrohlichem grauen Himmel und strahlt doch von innen. Post spricht von „bleibender Lebendigkeit“. Für das alte Hauptgebäude „seines“ Bergwerks wünscht er sich die Umnutzung als Kreativzentrum, wie er es von der Zeche Fürst Leopold aus Dorsten kennt. So vereint Jürgen Posts Fotografie die Vergangenheit mit der Gegenwart und einer hoffnungsvollen Zukunft.

„Gesichter des Bergbaus“: Hauptgebäude Bergwerk Ost in Hamm; © Jürgen Post

Die Fotokunstwerke sind über zweieinhalb Jahre in den Krankenhäusern und Reha-Kliniken der Knappschaft-Bahn-See in ganz Deutschland zu sehen. Erste Station war vom 11. Juni bis 15. August 2014 das Knappschaftskrankenhaus Dortmund. Vom 3. Mai bis 28. Juni 2015 zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum die „Gesichter des Bergbaus“ mit Fotos von Jürgen Post, zur Eröffnung am 3. Mai 2015 um 11 Uhr wird der Fotograf persönlich anwesend sein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zu diesem Termin die Fotos anzusehen und mit Jürgen Post ins Gespräch zu kommen. Meines Wissens gelten die regulären Eintrittspreise des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, zumindest ist mir nichts Gegenteiliges bekannt.

Im darauffolgenden Jahr soll die Ausstellung auch noch an folgenden Stationen in der Metropole Ruhr zu sehen sein (Änderungen vorbehalten):
  • 11.04. – 09.05.2016 Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen
  • 23.05. – 27.06.2016 Paracelsus-Klinik Marl
  • 18.07. – 15.08.2016 Hellmig-Krankenhaus Kamen
  • 05.09. – 04.10.2016 Klinik am Park Lünen
  • 17.10. – 28.11.2016 Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Hauptverwaltung Bochum

Sonntag, 26. April 2015

Museumsfest im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg

Ausprobieren und Mitmachen für große und kleine Forscher

Blick in das Foyer der Dauerausstellung „Schwerindustrie“ in der Walzhalle der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg

Am 26. April 2015 wurde im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg ein Museumsfest gefeiert, das großen und kleinen Forschern viele Möglichkeiten zum Ausprobieren und Mitmachen bot. Hier stand insbesondere die Experimentierausstellung „Ist das möglich?“ im Fokus. Vor allem an Kinder richtete sich die Wissenschaftsshow „Baff!“ von Felix Homann. In der „Welt der Experimente“ konnten die Besucher mit Unterstützung von großen Forschern wie Marie Curie, Isaac Newton, Archimedes oder Otto von Guericke rätseln und tüfteln.

Museumsfest im LVR-Industiermuseum Zinkfabrik Altenberg

historische Feuerwehrfahrzeuge

Wie viel Kraft es kostet, ein Auto aus dem Stand in Bewegung zu setzen, hat Isaac Newton in seiner am 5. Juli 1687 in lateinischer Sprache veröffentlichten Philosophiae Naturalis Principia Mathematica in seinem ersten Grundsatz der Bewegung beschrieben, welches auch als Trägheitsprinzip bekannt ist, aber bereits im Jahr 1638 von Galileo Galilei formuliert wurde. Und plötzlich macht Klassische Mechanik sogar Kindern Spass. Und Erwachsene sollten spätestens nach diesem Experiment gelernt haben, warum es Sinn macht, dass Auto im Stadtverkehr einfach einmal stehen zu lassen.

Überwindung der Trägheitskräfte

Die Entdeckung der Röntgenstrahlung am 8. November 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen erregte zwar weltweit Aufsehen, doch die im Frühjahr 1896 von Antoine Henri Becquerel zufällig entdeckte Strahlung von Uranverbindungen blieb hingegen nahezu unbeachtet. Marie Curie (* 7. November 1867 in Warschau, † 4. Juli 1934 in Sancellemoz) beschloss, sich für ihre Doktorarbeit diesen „Becquerel-Strahlen“ zuzuwenden. Zwar handelt es sich sowohl bei Röntgenstrahlung als auch bei Strahlung radioaktiver Substanzen um ionisierende Strahlung, jedoch ist die beim radioaktiver Zerfall auftretende Strahlung (etwa 200 keV bis 5 MeV) energiereicher als Röntgenstrahlung (zwischen 5 keV und einigen 100 keV). Da die von „Marie Curie“ vorgestellte Apparatur jedoch weder Röntgenstrahlung noch α-, β- oder γ-Strahlung emittierte, dürfte den kleinen Besuchern dieser kleine Unterschied wohl herzlich egal gewesen sein. Viel interessanter dürfte für einige die Frage gewesen sein, wie die Palme bzw. die leere Batterie in ihren Kopf kommt.

„Marie Curie“

Vorführung des Sandformverfahrens

Bei der Vorführung des Sandformverfahrens (Guss in verlorener Form) auf dem Außengelände war hauptsächlich Zuschauen angesagt, wer würde schon ohne entsprechende Fachkenntnisse mit 750 °C heißem Aluminium experimentieren wollen.

Vorführung des Sandformverfahrens

Vorführung des Sandformverfahrens

Vorführung des Sandformverfahrens

Dagegen durften kleine Besucher beim Schmieden unter sachkundiger Anleitung auch selbst den Hammer in die Hand nehmen und kräftig zuschlagen.

Schmieden