Montag, 30. März 2015

Theater Hagen: „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“

„Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“ – nach der Biografie der sechs Gründungsmitglieder der „Comedian Harmonists“ und der Geschichte der Nachfolgegruppen „Comedy Harmonists“ und „Meistersextett“; Musikalische Einrichtung und Arrangements: Jörg Daniel Heinzmann; Buch: Gottfried Greiffenhagen; Inszenierung, Choreografie: Thomas Weber-Schallauer; Choreografie: Alfonso Palencia; Ausstattung: Peter Palmowski; Lichtdesign: Achim Köster; Sounddesign: Matthias Woelk; Dramaturgie: Maria Hilchenbach; Musikalischer Leiter: Andres Reukauf. Darsteller: Klaus Brantzen (Der alte Harry Frommermann), Björn Christian Kuhn (Asparuch „Ari“ Leschnikoff u. a.), Olaf Heye (Erich Abraham Collin u. a.), Richard van Gemert (Roman Cycowski u. a.), Jan Andreas Kemna (Harry Frommermann u. a.), Christoph Scheeben (Robert Biberti u. a.), Andres Reukauf (Erwin Bootz u. a.). Uraufführung: 18. Februar 2005, Komödie Dresden. Premiere: 28. März 2015, Theater Hagen, Großes Haus.



„Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“


Das theaterhagen knüpft mit der Fortsetzung nahtlos an den Erfolg der vergangenen Spielzeiten an


Zur Jahreswende 1927/28 wurden auf Initiative von Harry Frommermann „The Melody Makers“ gegründet, Erik Charell regte 1928 die Umbenennung in „Comedian Harmonists“ an. In den folgenden Jahren eroberten Ari Leschnikoff als erster Tenor, Erich Abraham Collin als zweiter Tenor, Harry Frommermann als dritter Tenor, Roman Cycowski als Bariton, Robert Biberti als Bass und Erwin Bootz als Pianist Konzertsäle auf der ganzen Welt, am 21. Januar 1932 traten die „Comedian Harmonists“ sogar in der Berliner Philharmonie auf.
 Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 findet der Aufstieg ein abruptes Ende, es kam wegen der drei „nicht-arischen“ Mitglieder Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin zu ersten Einschränkungen der Auftritts­möglichkeiten für die „Comedian Harmonists“. Das letzte öffentliche Konzert fand im Februar 1935 in Fredrikstadt in Südnorwegen statt. Am 22. Februar 1935 wurden die „Comedian Harmonists“ endgültig verboten, und durch die erzwungene Emigration der drei jüdischen Mitglieder wurde die Gruppe am 10. März 1935 für immer getrennt.
 2005 schrieben Gottfried Greifenhagen (Buch) und Jörg Daniel Heinzmann (Musikalische Einrichtung und Arrangements) „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“, ein Schauspiel mit Musik, das aus der Erinnerung von Harry Frommermann die Zeit von 1935 bis zu seinem Tod im Jahr 1975 mit den Nachfolgegruppen der „Comedian Harmonist“, dem „Meistersextett“ und den „Comedy Harmonists“, Revue passieren lässt.

oben: Klaus Brantzen; unten: v. l. n. r.: Andres Reukauf, Richard van Gemert, Christoph Scheeben, Olaf Haye, Jan Andreas Kemna und Björn Christian Kuhn
Foto Klaus Lefebvre/theaterhagen

 Wohl noch vor der Emigration von Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin nach Wien wurde im Berliner Lokal-Anzeiger mit der Annonce „Weltberühmtes deutsches Gesangsensemble sucht zwei Tenöre und einen Bariton, nicht über 30 Jahre.“ nach neuen Mitstreitern gesucht, die schließlich in Richard Songleiter als zweitem Tenor, Janosch Kerekes als Tenor-Buffo und Walther Blanke als Bariton gefunden wurden. Die neuen Ensemblemitglieder wurden von Robert Biberti, Erwin Bootz und Ari Leschnikoff jedoch nicht als gleichberechtigte Teilhaber, sondern lediglich als Angestellte unter Vertrag genommen. Die Reichsmusikkammer gestattete den Sängern vorläufig, sich „Meistersextett, früher Comedian Harmonists“ zu nennen, die früheren Erfolge der „Comedian Harmonists“ stellten sich jedoch nicht im gewohnten Umfang ein: Das eingeschränkte Repertoire der Gruppe richtete sich nach den ideologischen Vorgaben des NS-Regimes, die Verwendung des Zusatzes „früher Comedian Harmonists“ wurde im April 1937 endgültig untersagt. Obendrein durften die bisherigen Schallplattenaufnahmen der „Comedian Harmonists“ ab 17. Dezember 1937 nicht mehr vertrieben werden, was dem „Meistersextett“ immerhin die Möglichkeit bot, alte, im Hinblick auf die NS-Kulturpolitik unverdächtige Titel aus dem Repertoire der „Comedian Harmonists“ neu aufzunehmen. Mit dem Weggang des Pianisten und musikalischen Leiters der Gruppe, Erwin Bootz zum Berliner „Kabarett der Komiker“ Ende 1938 wurde der Niedergang des „Meistersextetts“ eingeleitet. Zwischen den einzig verbliebenen Original-Harmonisten Robert Biberti und Ari Leschnikoff entbrannte ein Machtkampf, in den auch die Angestellten involviert wurden. Am 9. September 1939 kündigte Robert Biberti allen Ensemblemitgliedern und begann einen Rechtsstreit mit Ari Leschnikoff, womit an eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zu denken war.

v. l. n. r.: Björn Christian Kuhn, Jan Andreas Kemna, Christoph Scheeben, Richard van Gemert und Olaf Haye
Foto Klaus Lefebvre/theaterhagen

 Eine Wiener Konzertagentur nahm die „Comedian Harmonists“ 1935 zum Schein unter Vertrag, was Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin eine unkomplizierte Ausreise ermöglichte. In Wien machte man sich erfolgreich auf die Suche nach neuen Mitstreitern, und durch die Belebung alter Kontakte konnten der Pianist Ernst Engel und erste Tenor Hans Rexeis sowie Rudolf Mayreder als Bass verpflichtet werden, wobei die neuen Mitglieder des Sextetts den drei Gesellschaftern finanziell gleichgestellt wurden. Auch musikalisch unterschied sich der Neuaufbau der Wiener Gruppe vom „Meistersextett“: In neuen Bearbeitungen der Lieder wurde dem jeweiligen Können der Sänger Rechnung getragen, so dass sich diese nicht – wie beim „Meistersextett“ – in einen bereits vorgegebenen Part einfügen mussten. Nachdem sich die Emigranten im April 1935 nicht bei der deutschen Botschaft in Wien eingefunden hatten, wurde ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt und ihren Frauen angeboten, nach Deutschland zurückzukehren, wenn sie sich von ihren jüdischen Männern scheiden lassen, was sie jedoch nicht taten. Durch Freunde bekamen Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin so genannte österreichische Protektionspässe, mit denen sie ins Ausland reisen konnten. Bereits im Sommer 1935 nahm die englische Gramophone Company das Ensemble unter dem englisch korrekten Namen „Comedy Harmonists“ unter Vertrag, und auch mit abendfüllenden Bühnenauftritten ab Dezember 1935 konnte das Sextett beinahe nahtlos – auch in Bezug auf Musikalität und Popularität – an die Erfolge der „Comedian Harmonists“ anknüpfen. 1936 und 1937 gab die Gruppe in vierzehn verschiedenen Ländern Konzerte, darunter Frankreich, Österreich, die Benelux-Staaten und die skandinavischen Länder sowie die Sowjetunion. Im Frühjahr 1937 stieß Fritz Kramer als Ersatz für Ernst Engel neu zu der Gruppe, die am 22. Juli 1937 ihr erstes Konzert in Perth, Australien, gab. Es folgten 64 weitere Konzerte in Australien, die beim Publikum und in den Medien ein überwältigendes Echo fanden. Doch mit dem Anschluss Österreichs standen die „Comedy Harmonists“ erneut vor einer ungewissen Zukunft, da ihre Bankkonten gesperrt wurden und die Protektionspässe nur noch begrenzt gültig waren. Am 10. März 1940 brach die Gruppe mit der Bahn zu einer zweimonatigen Tournee durch die Vereinigten Staaten auf, es sollte die letzte Tournee werden, am 1. Mai 1940 gaben die „Comedy Harmonists“ in Richmond, Indiana, ihr letztes Konzert. Auslöser für die Trennung der Gruppe war ein Streit zwischen Erich A. Collin und Rudolf Mayreder, in dessen Verlauf dieser seine Mitgliedschaft zum 1. April 1940 kündigte. Bereits kurz zuvor hatte Roman Cycowski angekündigt, die Gruppe zu verlassen, um nach dem Tod seines Vaters Kantor zu werden.

 Harry Frommermann blieb nach dem Zerfall der „Comedy Harmonist“ zunächst in den USA, erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft, trat in die US-Army ein und änderte seinen Namen in Frohman. Bei den Nürnberger Prozessen arbeitete er als Übersetzer, später als Radio-Control-Officer beim RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) Berlin. Bereits während seiner Zeit als amerikanischer Soldat hatte Frommermann die Deutsche Erika von Späth kennengelernt, mit der er über Jahre Briefkontakt gehalten hat und mit der er ab 1962 bis zu seinem Tod am 29. Oktober 1975 in Bremen zusammenlebte.

v. l. n. r.: Andres Reukauf, Richard van Gemert, Björn Christian Kuhn, Christoph Scheeben, Olaf Haye und Jan Andreas Kemna
Foto Klaus Lefebvre/theaterhagen

 Episodenhaft sind in „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“ in der Inszenierung von Thomas Weber-Schallauer die Stationen der „Comedy Harmonists“ und des „Meistersextetts“ zu verfolgen, angefangen von der erzwungenen Emigration von Harry Frommermann, Roman Cycowski und Erich A. Collin, die bei ihrem Abschied am 10. März 1935 Robert Biberti dafür bloßstellen, dass er ihnen bereits vor ihrer Abreise mit seiner Annonce am 3. März 1935 im Berliner Lokal-Anzeiger in den Rücken gefallen sei, über diverse Konzerttourneen bis zu dem von Roman Cycowski als Kantor vorgetragenen jüdischen Glaubensbekenntnis Schma Jisrael und einem unerwarteten Aufeinandertreffen von Robert Biberti und Harry Frohman im Mai 1947 beim RIAS Berlin, nachdem sich beide Sänger nach der Trennung der „Comedian Harmonists“ nicht mehr gesehen hatten. Thomas Weber-Schallauer behält in seiner Inszenierung stets den historischen Kontext im Blick, die Einordnung der Episoden in den zeitlichen Zusammenhang geschieht durch die Rahmenhandlung, in der Harry Frommermann die Zeit von 1935 bis 1975 Revue passieren lässt, wobei die Gesangsnummern der „Comedy Harmonists“ und des „Meistersextetts“ natürlich den Mittelpunkt des Bühnengeschehens bilden. Gespielt wird vor und auf der Kulisse von aufgetürmten Koffern (Ausstattung: Peer Palmowski), die man ohne weiteres als das Leben der drei jüdischen Mitglieder der „Comedian Harmonists“ aus dem Koffer interpretieren kann. Eine Hakenkreuzflagge als Hintergrund symbolisiert zu Beginn des zweiten Teils die Einschränkung des „Meistersextetts“ durch die NS-Kulturpolitik.

Klaus Brantzen verkörpert in dem Schauspiel mit Musik großartig die Rolle des alten Harry Frommermann, der in Erinnerungen an sein Sextett schwelgt und sich die letzten Jahre seines Lebens in Bremen mit dem Plan von einem „vocal orchestra“ beschäftigt, in dem er allein die Instrumente eines Orchesters nachahmt und nacheinander aufnimmt. Das größte Kompliment haben zweifellos die Darsteller der „Comedian Harmonists“ verdient. Björn Christian Kuhn als 1. Tenor Ari Leschnikoff u. a., Olaf Haye als 2. Tenor Erich A. Collin u. a., Jan Andreas Kemna als 3. Tenor Harry Frommermann u. a., Richard van Gemert als Bariton Roman Cykowski u. a., Christoph Scheeben als Bass Robert Biberti u. a. und Andres Reukauf als Pianist Erwin Bootz u. a. lassen die „Comedian Harmonists“, die „Comedy Harmonists“ und das „Meistersextett“ auf der Bühne wiederauferstehen. Die schauspielerischen und vor allem gesanglichen Leistungen der fünf Sänger überzeugen auf der ganzen Linie. Der Musikalische Leiter Andres Reukauf, der auch die Musikalische Einstudierung übernommen hat, spielt nicht nur virtuos Klavier, sondern fügt sich auch schauspielerisch vollwertig in das Sextett ein.

v. l. n. r.: Jan Andreas Kemna, Olaf Haye, Christoph Scheeben, Björn Christian Kuhn, Andres Reukauf und Richard van Gemert
Foto Klaus Lefebvre/theaterhagen

 Das Premierenpublikum spendete nach zweidreiviertel Stunden begeistert lang anhaltenden Stehapplaus, und bei den geplanten Zugaben „Das ist die Liebe der Matrosen“, „Barcarole“ und „Ali Baba“ gerät letztere zu einem weiteren Highlight des Abends. Insgesamt 8 Mal steht „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“ in der aktuellen Spielzeit bis 28. Juni 2015 auf dem Spielplan des theaterhagen und wird in der Spielzeit 2015/16 am 9. September 2015 wieder­auf­genommen. Mit der Fortsetzung der Geschichte mit – mit Ausnahme von Olaf Haye – identischer Besetzung dürfte dem theaterhagen ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wie bereits mit „Die Comedian Harmonists“ (Premiere 4. Februar 2012, Regie Thomas Weber-Schallauer) mit zwei Wiederaufnahmen.

Haben Sie selbst „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“ am theaterhagen schon gesehen? Wie hat Ihnen die Vorstellung gefallen?

Sonntag, 29. März 2015

Saisoneröffnung im Abenteuer Park Oberhausen

Freizeitpark startet mit einem Weltrekordversuch in die neue Saison

Eselspinguin (Pygoscelis papua)

Im April 2013 öffnete der Abenteuer Park Oberhausen – seinerzeit unter dem Namen SEA LIFE Abenteuer Park – auf dem Gelände des ehemaligen CentrO.PARK in Oberhausen als neuer Freizeit- und Themenpark für Familien mit Kindern am CentrO. Oberhausen seine Pforten, zur Eröffnung wurde die Themenwelt „Pinguine! Abenteuer Antarktis!“ mit einer 250 Meter langen Wildwasserbahn und dem Pinguinhaus fertiggestellt. In der Saison 2014 erfolgte die Abgrenzung vom SEA LIFE Oberhausen, der Park wurde um Fahrgeschäfte wie der „MS Seegang“ oder den Mini-Freifalltürmen „Hip & Hop“ erweitert, das Pinguinhaus mit den Eselspinguinen blieb die einzige Attraktion mit lebenden Tieren im Abenteuer Park Oberhausen.

Fahrgeschäft „MS Seegang“

Mini-Freifalltürme „Hip & Hop“

Am 28. März 2015 eröffnete der Abenteuer Park Oberhausen die neue Saison mit einem Weltrekordversuch: Aus einem Papierbogen in der Größe von 57 Papierbögen im Format DIN A4 mit einer Grammatur von 120 g/m² (11,97 × 16,93 m, Fläche 202,63 m², Gewicht 24,315 kg!) sollte das größte Papierboot der Welt gefaltet werden. Das Papier für den Weltrekordversuch wurde von der Niderauer Mühle gestiftet. Was mit einem Papierbogen im Format DIN A4 recht einfach gelingt, stellt mit einem Papierbogen dieser Größe durchaus eine Herausforderung dar. Rechnerisch hat ein aus diesem Papierbogen gefaltetes Boot eine Länge von 11,97 m und eine Höhe von 3,42 m, der bisherige Weltrekord für das größte Papierboot der Welt soll bei einer Länge von 10,03 m liegen.

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“

Als „tatkräftige“ Unterstützug hatte man sich die in Neuss lebenden Großfamilie Wollny, Darsteller der von RTL II ausgestrahlte Fernsehsendung „Die Wollnys – Eine schrecklich große Familie“ ins Boot geholt, wobei sich deren Mithilfe beim Falten des Papierbootes eher auf eine mentale Unterstützung beschränkte, schließlich verderben viele Köche den Brei und Papier mit einer Grammatur von 120 g/m² kann auch nicht unbedingt als „reißfest“ bezeichnet werden, so dass man die Handhabung des großen, schweren Papierbogens doch lieber den Experten überließ, die sich die Vorgehensweise bereits im Vorfeld des Weltrekordversuchs sorgfältig überlegt hatten, nämlich Klaus Peter Beier und seinem Team. „Anfeuern“ wäre bei dem gewählten Baumaterial auch nicht unbedingt die Unterstützung der Wahl gewesen. Aufgrund des angekündigten Regens hatte man die „Bauarbeiten“ vom Freien in eine Halle auf dem Gelände des Abenteuer Parks Oberhausen verlagert. Nach den Regeln von GUINNESS WORLD RECORDS™ müssen Rekordversuche in der Öffentlichkeit stattfinden, der Zutritt muss für jedermann möglich sein.

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“

Der Alpener Klaus Peter Beier startet seit vielen Jahren verrückte und ausgefallene Weltrekorde für karitative Zwecke, nach einer Absprache mit Merlin Entertainments, dem Betreiber des Abenteuer Park Oberhausen, geht für das größte Papierboot der Welt eine Spende an den Bundesverband Kinderrheuma e. V..

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Klaus Peter Beier mit seinem Team und die „Jungen Umweltschützer“

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Klaus Peter Beier und sein Team

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, umweltfreundliches Verpackungsklebeband aus 100 % recycelten Kunststoff, das auch gut zur Philosophie von SEA LIFE passt

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Klaus Peter Beier erläutert Familie Wollny das Falten eines Papierbootes

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Familie Wollny und die „Jungen Umweltschützer“

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Klaus Peter Beier und sein Team

Das fertige Papierboot hatte schließlich eine Länge von 11,90 m und übertrifft damit den bisherigen Rekord von gut 10 Metern deutlich. Anders als bei der Zubereitung der „schwersten Frikadelle“, die von einem „Guinness“-Preisrichter vor Ort überwacht und unmittelbar im Anschluss als bestandener Weltrekordversuch anerkannt wurde, hatten sich die Veranstalter in Oberhausen entschieden, zur Anerkennung als GUINNESS WORLD RECORDS™ Rekord keinen „Guinness“-Preisrichter anzufordern, sondern entsprechende Beweise und Zeugenbestätigungen einzureichen, die für die Anerkennung ebenfalls ausreichen. Die Anerkennung als bestandener Weltrekordversuch dauert in diesem Fall nur länger.

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“, Klaus Peter Beier und sein Team mit dem 11,90 Meter langen Papierboot

Im Anschluss an die Faltarbeiten durften alle Besucher das fertige Papierboot bunt bemalen.

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“

Weltrekordversuch „Größtes Papierboot der Welt“

Der Abenteuer Park Oberhausen ist bis 18. Oktober 2015 täglich ab 11 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 18 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 9,95 Euro, Kinder unter 5 Jahren haben freien Eintritt. Mit dem an das gebuchte Datum gebundenen „Online Basis Ticket“ für 6,95 Euro spart man 30 % des Eintrittspreises.

Freitag, 27. März 2015

LWL-Freilichtmuseum Hagen startet am 1. April in die neue Saison

Das Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen und eröffnet im Laufe der Saison das „Informationszentrum Schmieden“

Getreidemühle, Galerieholländer aus Westrup im Kreis Minden-Lübbeke

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen – Westfälisches Landes­museum für Handwerk und Technik ist ein Freilicht­museum im Mäckingerbachtal in Hagen-Selbecke und als eines der ältesten technikhistorischen Museen Deutschlands einzigartig in Europa. Herausragend ist neben der Sammlung historischer Objekte die große Anzahl von „Werkstätten in Betrieb“, in denen historische Arbeitstechniken gezeigt werden. In mehr als zwanzig der etwa sechzig wiederaufgebauten oder rekonstruierten Fachwerkhäuser und Werkstätten wird weiterhin gearbeitet und produziert. Die Besucher erleben historisches Handwerk und Gewerbe und den Werdegang der industriellen Produktion vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Beginn der Hochindustrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Fragen stellen ist ausdrücklich erwünscht und bei den Mitmachaktionen dürfen die kleinen und großen Besucher auch mit anpacken. Es wird geschmiedet, gebacken, gedruckt, gebraut und vieles mehr, und vor den Augen der Besucher entstehen so Nägel, Seile, Papier, Zigarren, Brot, Kaffee und noch so manches andere Produkt.

Lohmühle aus Plettenberg, um 1820

In den 60 historischen Werkstätten und Betrieben sind historische Werkstatteinrichtungen sowie bedeutende Denkmale der vor- und frühindustriellen Technikgeschichte ausgestellt, sie stellen eine Auswahl aus unterschiedlichen Branchen des produzierenden Gewerbes („Eisen und Stahl“, „Nichteisenmetalle“, „Druck und Papier“, „Holzverabeitung“, „Stein/Keramik/Glas“ und „Fasern/Leder/Felle“) sowie dem Bereich „Nahrung und Genussmittel“ dar. Den Schwerpunkt bildet die Metallverarbeitung, die seit der Frühen Neuzeit vor allem im märkischen Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war. Im Bereich „öffentliche Einrichtungen“ werden ergänzende historische Aspekte des Transportwesens, des Verkehrs- und Nachrichtenwesens sowie der kommunalen und staatlichen Verwaltung präsentiert.

Lohmühle

Das LWL-Freilichtmuseum in Hagen startet am 1. April in die neue Saison. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen in seinem Freilichtmuseum. Im Schmiedebereich eröffnet der LWL im Laufe der Saison das „Informationszentrum Schmieden“ sowie eine Architekturinszenierung, die erklärt, wie ein Fallhammerwerk funktioniert.

Kuhschellenschmiede Krämer aus Grund bei Hilchenbach, 1861

Die Sonderausstellung „Früh übt sich... Handwerk zum Spielen“ zur Handwerkswelt im Kleinen beginnt am 31. Mai 2015. Sie wirft einen Blick in die Kinderzimmer der vergangenen 150 Jahre. Die Spiele reichen von Werkzeugkästen, Geschicklichkeitsspielen über Baukästen sowie Gesellschafts- und Kartenspielen bis zum Blechspielzeug. Spielzeug und Spiele boten den Kindern nicht nur Vergnügen sondern auch schon beim Spielen die Gelegenheit zum ernsthaften Üben.

Messingstampfhammer, Betriebseinrichtung der Iserlohner Firma Otto E. Metzler

Die Schmuckausstellung „Dick + Dünn. Schmuck aus Silber“ zeigt junges Goldschmiedehandwerk. Sie ist das Ergebnis des Lehrlingswettbewerbs Nordrhein-Westfalen 2015 und ist ab dem 28. Juni im Goldschmiedehaus zu sehen.

Gelbgießerei

Das Freilichtmuseum stellt 2015 Besucher-Selfies aus. Die kleine Fotos-Ausstellung „Ich war hier. Selfies aus dem LWL-Freilichtmuseum Hagen“ ist dynamisch angelegt: Während der Saison wird sie laufend um neue Selfies erweitert, die die Besucher im Museum fotografiert haben und dann ausstellen möchten.

Kupferschmiede

Kupferschmiede

Rekonstruktion des Rathauses Neunkirchen, Originalbau von 1754

Nachbau der Kettenschmiede von Friedrich Teves aus Letmathe-Oestrich, vermutlich um 1790

Im mittleren Bereich des LWL-Freilichtmuseums, in dem einige der Kleinschmieden stehen, hat der LWL die Architekturinszenierung Fallhammerwerk gebaut. Sie präsentiert komprimiert die Funktion eines im Original eigentlich riesigen Fallhammerwerkes. „Ein echtes Fallhammerwerk würde die räumlichen Kapazitäten des Freilichtmuseums sprengen“, erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann. Ganz in der Nähe wird das „Informationszentrum Schmieden“ bald fertig gestellt. „Dieses kleine Infozentrum wird im Laufe des Sommers den Besuchern als erste Orientierung in Sachen Schmiede zur Verfügung stehen“, so Beckmann.

Ein Nachbau in kleinerem Maßstab zeigt, wie ein Fallhammerwerk aussieht. Foto: LWL

Windenschmiede nach der „Windenschmitte von Johann Diederich Niggehuis“ in Witten-Heven aus dem Jahr 1742

Betriebseinrichtung der Pappemühle Karbach aus Wangen im Allgäu

Zinkwalzwerk Hoesch aus Schneidhausen im Rurtal südlich von Düren, 1847

Zinkwalzwerk

Dampfmahlmühle, Dampfmaschine von der Firma Dürholz in Radevormwald

Seilerei Lefken aus Glandorf

„Dorfplatz“: Blaufärberei, Tabakfabrik, Goldschmiede, Optiker- und Uhrmacherwerkstatt, Weißgerberei

Blaufärberei

Tabakfabrik Herbermann aus Glandorf, vermutlich um 1800

Kolonialwarenladen und Fleischerei, Tabakfabrik

Kolonialwarenladen

Brauerei

Brauerei

LWL-Freilichtmuseum Hagen, ein Tal voller Entdeckungen

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist nur saisonal vom 1. April bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags und an allen Feiertagen (auch montags) ab 9 Uhr geöffnet, Einlass bis 17 Uhr. Die Eintrittspreise bleiben auch in diesem Jahr stabil, sie betragen für Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, für Kinder von sechs bis 18 Jahren 2 Euro (unter sechs Jahren ist der Eintritt frei) und für Familien 15 Euro. Das Museum ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt, gilt nicht beim „Romantischen Weihnachtsmarkt“.

Wohn- und Geschäftshaus der Papierfabrik Vorster „In der Stennert“ aus Hagen-Eilpe, 1712

„Wanderarbeit: Mensch – Mobilität – Migration“

Zeche Hannover öffnet nach der Winterpause mit Ausstellung zu historischen und modernen Arbeitswelten

Zeche Hannover, Compound-Zwillingsdampffördermaschine von 1893

Vom 27. März bis 1. November 2015 ist das LWL-Industrie­museum Zeche Hannover wieder regelmäßig von Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet. Zu Beginn der Saison wird bis 19. Juli 2015 die Wanderausstellung „Wanderarbeit: Mensch – Mobilität – Migration“ gezeigt, die den Gründen und Folgen der Arbeitswanderung damals wie heute nachgeht.

Fahrrad eines Scherenschleifers

„Die Ausstellung zeigt Arbeit als eine wichtige Triebfeder für Migration in Geschichte und Gegenwart. Damit verbindet sie die beiden Schwerpunktthemen unseres Museums: Industriekultur und Migrationsgeschichte“, erläutert LWL-Museumsleiter Dietmar Osses.

Kein anderes Land übte auf deutsche Auswanderer eine so große Faszination aus wie die USA. Zur Zeit der Massenauswanderung zwischen 1815 und 1914 kehrten sieben Millionen Deutsche der Heimat den Rücken. Unter dem Titel Aufbruch thematisiert die Ausstellung dieses Kapitel.

Die Ausstellung „Wanderarbeit“ setzt historische Wanderberufe in Szene und stellt ihnen aktuelle Berufsfelder gegenüber: Scherenschleifer, Schausteller, lippische Wanderziegler und Heringsfänger, Amerika-Auswanderer, italienische Eismacher und Gastarbeiter aus Südeuropa stehen für die Wanderarbeit in der Geschichte. Als Arbeitsmigranten heutiger Tage werden osteuropäische Bauarbeiter, rumänische Pflegekräfte, Berufspendler und Flüchtlinge auf Lampedusa vorgestellt.

Unter dem Titel Heimweh geht es um die Geschichte der Gastarbeiter.

Das Spektrum der Exponate reicht vom Fahrrad eines Scherenschleifers über das Spielkarussell eines Schaustellers, eine historischen Eismaschine bis hin zu angeschwemmten Habseligkeiten der Menschen, die versuchen, aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und auf der italienischen Insel Lampedusa stranden. Film- und Tondokumente zeigen das Leben der schlecht bezahlten Wanderarbeiter auf Baustellen in Deutschland und präsentieren die Erinnerungen von Gastarbeitern an ihre ersten Jahre in Deutschland.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts kamen die ersten italienischen Gelatieri ins Revier. Die Eismaschine in der Ausstellung erinnert an diese Zeit.

Eines ist den Arbeitsmigranten damals wie heute gemeinsam: Sie wandern, weil ihr Beruf es erfordert oder weil sie in der Heimat nicht genügend Arbeit finden. Neben Armut, wirtschaftlicher Not, Karriereaussichten oder der Lust auf Abenteuer und Veränderung spielt heute auch immer öfter die Globalisierung des Arbeitsmarktes eine große Rolle. „Die mobile Arbeitsgesellschaft hat heute viele Gesichter“, weiß Osses. „Gut qualifizierte Spezialisten in internationalen Konzernen müssen immer öfter für Monate, Jahre oder Jahrzehnte der Arbeit hinterher ziehen. Gleichzeitig entscheiden sich viele Menschen aufgrund des großen Gehaltgefälles innerhalb Europas, ihre Heimat zu verlassen. Und hunderttausende von Menschen nehmen jeden Tag stundenlange Fahrten in Kauf, um Beruf und Wohnen in der gewünschten Umgebung in Einklang bringen zu können“, so Osses weiter.

Über 200 Jahre lang verdingten sich Männer aus Ostwestfalen und Schaumburg-Lippe als Heringsfänger – eine Form der Wanderarbeit, die immer mit der Angst verbunden war, nicht wieder vom Einsatz auf hoher See nach Hause zurückzukommen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das Leben der Menschen und die Folgen der Arbeitswanderung für die Gesellschaft. Jede Abteilung greift zentrale Aspekte wie Aufbruch, Hoffnung, Angst, Heimat, Sehnsucht, Heimweh, Mobilität, Fernweh, Flucht, Neubeginn oder Fremde auf und stellt sie in einen historischen und in einen aktuellen Zusammenhang.

In Deutschland pendeln etwa 34,5 Millionen Menschen zwischen ihrem Wohnort und ihrer Arbeitsstätte.

Die Ausstellung blickt weit in die Geschichte und Gegenwart und stellt dabei auch Fragen an die Zukunft: Welche Folgen wird es für Familien und Freundschaften haben, wenn sich Arbeit weiter globalisiert? Was bedeutet die Arbeit­nehmer­freizügigkeit in Europa für Rumänen und Bulgaren? Wird sich die Konkurrenz zwischen unterschiedlich bezahlten Arbeitskräften in Europa und Asien noch weiter verstärken? Konkurrieren die polnischen Erntehelfer bereits mit noch günstigeren Arbeitern aus der Ukraine oder aus Aserbaidschan?

Seit der Maueröffnung 1989 kommen Frauen aus Osteuropa, um in deutschen Haushalten als Pflegekräfte zu arbeiten. Viele dieser Frauen arbeiten ohne Arbeitsgenehmigung und Sozialversicherung

Am Ende können die Besucher selbst aktiv werden: Sie können ihre eigenen Vorstellungen und Auswandererträume zu Papier bringen und an eine Pinnwand stecken.

Spielkarussell eines Schaustellers

angeschwemmte Habseligkeiten der auf der italienischen Insel Lampedusa gestrandeten Flüchtlinge aus Afrika