Samstag, 28. Februar 2015

„Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Ausstellungseröffnung im Kunstmuseum Bochum

Charlotte Salomon, Selbstbildnis, 1940
Collection Jewish Historical Museum, Amsterdam
© Charlotte Salomon Foundation
Charlotte Salomon®

Mit einer Reihe von Künstlerinnen und Künstlern, die wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nationalsozialisten umgebracht wurden, unterliegt auch das Werk von Charlotte Salomon (* 16. April 1917 in Berlin, † 10. Oktober 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau) der Gefahr, eher als besonderes historisches Dokument, denn als beispielloses Kunstwerk betrachtet zu werden. Ich muss gestehen, dass es mir bei Coco Schumann im Zusammenhang mit „Der Ghetto Swinger – Aus dem Leben des Jazzmusikers Coco Schumann“ ähnlich ergangen ist, der selbst immer wieder betont hat: „Ich bin ein Musiker, der im KZ gesessen hat. Kein KZ-ler, der Musik macht“. Die Konzeption der Bochumer Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“ zielt jedenfalls auf eine Präsentation, die, ohne das schreckliche Schicksal der Künstlerin zu verschweigen, die kunsthistorische sowie die gegenwärtige Bedeutung und Wirkung ihrer Kunst in den Vordergrund stellt. Damit soll die „Insidern“ vertraute Künstlerin Charlotte Salomon einem größeren Kunstpublikum zugänglich gemacht werden.

Kunstmuseum Bochum, Blick in die Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Charlotte Salomon wurde von ihren Eltern wegen ihrer jüdischen Abstammung gedrängt, vor ihrem 22. Geburtstag das Land zu verlassen, und so emigrierte sie im Januar 1939 zu ihren Großeltern nach Villefranche-sur-Mer bei Nizza. Im Sommer 1940 wurden sie und ihr Großvater Ludwig Grunwald für etwa zwei Monate im Lager Gurs interniert, nachdem ihre Großmutter im März aus dem Fenster gesprungen war und sich das Leben genommen hatte, wie bereits ihre Mutter Franziska, als Charlotte acht Jahre alt war. Nach der Entlassung aus Gurs entschied sich Charlotte zu einer künstlerischen Autobiografie. Musik war ihre Inspiration, und so notierte sie zunächst die Musik und malte auf der anderen Seite der Blätter die Szenen ihrer Biografie. Die meisten Lieder stammten aus dem Repertoire der Mezzosopranistin Paula Lindberg, der zweiten Frau ihres Vaters Albert. In den Jahren 1940 bis 1942 entstanden über 1.000 Gouachen, die sie später selber sortierte und numerierte. Unter dem Titel „Leben? oder Theater? ein Singespiel“ entstand so ein beispielloses Kunstwerk. Konzipiert wie ein Theaterstück oder wie das Drehbuch zu einem Film, werden die Bilder zur expressiven Szenenfolge ihrer Familiengeschichte, die zwischen Realität und Imagination oszilliert. Im September 1943 wurde Charlotte Salomon verhaftet, zusammen mit ihrem Mann Alexander Nagler, den sie im Juni 1943 geheiratet hatte, in das Durchgangslager Drancy verschleppt und schließlich im Oktober 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie dem Holocaust zum Opfer fiel. Kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz übergab sie ihre künstlerischen Arbeiten dem Dorfarzt Dr. Moridis in Villefranche-sur-Mer mit den Worten: „Heben Sie das gut auf, das ist mein ganzes Leben!“ zur Verwahrung. Der Arzt hält sich an Charlotte Salomons Worte und übergibt das Vermächtnis 1947 an Charlottes Vater Albert Salomon, seit 1971 ist es im Besitz des „Joods Historisch Museum“ in Amsterdam und wurde bereits weltweit in Ausstellungen gezeigt.

Kunstmuseum Bochum, Blick in die Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Dem jeweiligen Ereignis und der intendierten Wirkung entsprechend entwickelt oder zitiert Charlotte Salomon in ihren Werken unterschiedliche Stile, die von bewusst kindlicher, naiver Malerei über Michelangelo, van Gogh, Munch, die deutschen Expressionisten wie Beckmann und Kirchner bis hin zu Matisse, Picasso und nahezu abstrakter Kunst reichen. Der Einsatz der Schrift bringt die Bilder bisweilen in eine Nähe zur Karikatur und zum Comic. In der Malerei erscheinen Texte, die sich wie Opernlibretti, Regieanweisungen, oder Gedankensplitter lesen. Mit scharfer Beobachtungsgabe reflektiert sie gleichermaßen psychische Zustände wie politische Ereignisse mit Humor, Ironie und Sarkasmus, aber auch mit einem hohen Maß an Empathie. Dabei bezieht sie auch die Musik ein, indem sie Melodien aus Klassik, Volksmusik und Schlager zu einzelnen Texten vorgibt. Diese gattungsübergreifende, künstlerische Strategie provoziert – insbesondere beim „geübten“ Kunstbetrachter – eine dichte, unterschiedliche Sinne ansprechende ästhetische Wahrnehmung, die sich als imaginiertes Gesamtkunstwerk umschreiben lässt.

Kunstmuseum Bochum, Blick in die Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Dass zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Genres sich von ihrem „Singespiel“ zu neuen Kunstwerken inspirieren lassen, spricht für das künstlerische Potenzial von „Leben? oder Theater?“. So drehte Franz Weisz 1980 den Spielfilm „Charlotte“, der die Entstehungszeit des Werkes in Südfrankreich zum Inhalt hat. Der Komponist Marc-André Dalbavie komponierte nach ihrem Libretto als Auftragswerk der Salzburger Festspiele die Oper „Charlotte Salomon“, die Luc Bondy bei den Salzburger Festspielen 2014 (Uraufführung 28. Juli 2014) inszeniert hat. Der französische Schriftsteller und Filmemacher David Foenkinos erregte 2014 großes Aufsehen mit seinem Roman „Charlotte“.

Kunstmuseum Bochum, Blick in die Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Die Bochumer Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“ entstand anlässlich der Ballettoper „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“ der amerikanischen Komponistin Michelle DiBucci, die am 14. Februar 2015 in der Choreographie und Inszenierung von Bridget Breiner im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen uraufgeführt wurde. Die Aufführung der Ballettoper vereint Text, Bild, Tanz und Musik zu einem äußerst sinnlichen, gesamtkunsthaften Geschehen. Indem Bridget Breiners Interpretation des Werkes an das in Kunst, Literatur und Musik überlieferte Motiv „Der Tod und das Mädchen“ anschließt, veranschaulicht sie das über das persönliche Schicksal und über die historischen Ereignisse hinausreichende, metaphorische Potenzial der Kunst von Charlotte Salomon. In enger Kooperation mit dem Gelsenkirchener Ballett im Revier wurden Elemente des Bühnenbildes von Jürgen Kirner und die dazugehörigen Projektionen von Philipp Contag-Lada in die Ausstellungsdramaturgie integriert.

Kunstmuseum Bochum, Blick in die Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“

Die im Kunstmuseum Bochum aufgenommenen Fotografien werden an dieser Stelle mit freundlicher, im Anschluss an die Ausstellungseröffnung persönlich erteilter Genehmigung des Museumsdirektors Dr. Hans Günter Golinski gezeigt.

Charlotte Salomon, „Lieben Sie mich eigentlich?“, 32,5 × 25 cm, aus „Leben? oder Theater? Ein Singespiel“
Collection Jewish Historical Museum, Amsterdam
© Charlotte Salomon Foundation
Charlotte Salomon®

Sämtliche ausgestellten Werke sind Leihgaben des Jüdischen Historischen Museums in Amsterdam, in dem der Nachlass Charlotte Salomons bewahrt wird. „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“ ist vom 28. Februar bis 25. Mai 2015 Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Kunstmuseum Bochum zu sehen, mittwochs hat die Ausstellung bis 20 Uhr geöffnet.

Freitag, 27. Februar 2015

Lotte Lenya Competition 2015

Auszeichnung der Kurt Weill Foundation for Music für talentierte junge SängerInnen/SchauspielerInnen

Im Gedenken an Lotte Lenya (* 18. Oktober 1898 in Wien, † 27. November 1981 in New York), eine außergewöhnliche Sängerin/Schauspielerin und eine der führenden Interpreten der Musik ihres Mannes Kurt Weill (* 2. März 1900 in Dessau, † 3. April 1950 in New York), etablierte die Kurt Weill Foundation for Music 1998 zu ihrem 100. Geburtstag den jährlich stattfindenden Lotte Lenya Wettbewerb.

Der renomierte Wettbewerb zeichnet talentierte junge SängerInnen/SchauspielerInnen aus, die sowohl musikalisch als auch darstellerisch mit einem Repertoire von Oper/Operette über Musical bis zu Kurt-Weill-Songs überzeugen können, wobei der Schwerpunkt auf den Werken von Kurt Weill liegt. Damit ist der Lotte Lenya Wettbewerb nicht nur ein Gesangswettbewerb, sondern betont ein breit gefächertes Repertoire in Verbindung mit dem Schauspiel im darstellerischen Kontext.

Preisträger vergangener Jahre sind u. a. David Arnsperger (2010, zweiter Preis), Alen Hodzovic (2009, erster Preis), Rebecca Jo Loeb (2008, erster Preis), Tora Augestad (2008, Lys Symonette Award für Outstanding Performance of Individual Numbers), Annette Postel (2000, erster Preis), Kaja Plessing, Kathrin Unger, Cordula Wirkner (2000, zweiter Preis), Dirk Weiler (1999, zweiter Preis) und Heidi Bieber (1998, erster Preis).

Der Wettbewerb ist 2015 mit einem Preisgeld von 15.000 US-$ (erster Preis), 10.000 US-$ (zweiter Preis) bzw. 7.500 US-$ (dritter Preis) dotiert, die Teilnehmer im Alter zwischen 19 und 32 Jahren mussten sich bis 2. Februar 2015 mit einer Auswahl von vier Stücken auf DVD bewerben, die bestimmten Richtlinien unterliegen und die o. g. Kriterien erfüllen.

Nach Beurteilung aller eingegangenen Bewerbungen wurden 28 ausgewählte Teilnehmer aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Puerto Rico, Deutschland und den Niederlanden zu einer Audition mit den Juroren Judy Blazer und Andy Einhorn im Halbfinale am 13./14. März 2015 nach New York City eingeladen. Die Halbfinalisten sind:
  • Stephanie Bacastow,
  • Robin Bailey,
  • Andrea Carroll,
  • Kellie Cundiff,
  • Jordan Davidson,
  • Robert Farruggia,
  • Adam Fieldson,
  • Hannah Fuerst,
  • Briana Silvie Gantsweg,
  • Tamar Greene,
  • Jasmine Habersham,
  • Anthony Heinemann,
  • Michael Kuhn,
  • Talya Lieberman,
  • Carter Lynch,
  • Michael Maliakel,
  • Larisa Martinez, Sopran (Puerto Rico)
  • Lauren Michelle,
  • Reilly Nelson,
  • Christina Pecce,
  • Florian Peters, Tenor (Deutschland),
  • Zachary Read,
  • Katherine Riddle,
  • Jim Schubin,
  • Annie Sherman,
  • Christine Cornish Smith,
  • Kyle Torrence und
  • Pien van Gerven, Sopran (Niederlande).
Staatstheater am Gärtnerplatz, „Gefährliche Liebschaften“:
Florian Peters (Chévalier de Danceny) und Anja Haeseli (Cécile de Volanges); © Thomas Dashuber

Florian Peters wurde in Bad Honnef geboren und schloss seine Musical-Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding 2011 mit dem Diplom ab. 2012 verkörperte Florian Peters die Rolle des Mark in „Rent“ im Delphi-Kino Berlin und stand 2013 als Claude in „Hair“ auf der Bühne des Nordharzer Städtebundtheaters. 2014 verkörperte er Petrus in „Jesus Christ Superstar“ am Staatstheater am Gärtnerplatz in München, wo er aktuell als Chévalier de Danceny im Musical „Gefährliche Liebschaften“ von Marc Schubring (Musik) und Wolfgang Adenberg (Buch und Liedtexte) zu sehen ist. Der vielseitige Tenor spielte außerdem Egon von Wildeshagen in der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ in Berlin und verkörperte Nahino in der Uraufführung von Wilfried Hillers Oper „Der Flaschengeist“ am Gärtnerplatztheater.

Pien van Gerven, © Pien van Gerven

Die niederländische Sopranistin Pien van Gerven wurde in Nijmegen geboren und hat ihr Bachelor- und Master-Studium an der Fontys Hogeschool voor de Kunsten in Tilburg absolviert. Sie war bereits in Hauptrollen in „Oklahoma!“ (Laurey), „The Secret Garden“ (Lily) und „The Sound of Music“ (Louisa) sowie als Maria in der „West Side Story“ am Theatre De Nieuwe Vorst zu sehen. Seit 2012 ist sie als Vocal Coach an der Babette Labeij Music Academy in Amsterdam tätig.

Die Kurt Weill Foundation for Music wird zusätzlich zu den drei ersten Preisen Sonderpreise vergeben. Emerging Talent Awards gingen bereits an
  • Alicia Ault (Mississauga, Ontario),
  • Alaysha Fox (Charlotte, NC),
  • Theo Hoffman (New York),
  • Noel Houle-von Behren (Fort Collins, CO),
  • Arica Jackson (Grand Rapids, MI),
  • Julian Kazenas (Orlando, FL),
  • Jennifer Kennedy (Gorham, ME),
  • Christian Magby (Atlanta, GA),
  • Ben Odom (Vienna, VA),
  • Jameelah Leaundra Robinson (Indianapolis, IN) und
  • Bill Townsend (Princeton, NJ).
Der Grace Keagy Award for Outstanding Vocal Promise ging an Mezzosopranistin Lesley Baird aus Los Angeles.

Das Finale wird am 18. April 2015 an der Eastman School of Music in Rochester, NY stattfinden, bei der die Finalteilnehmer erneut ihr Repertoire in einer Nachmittags- und Abend­veranstaltung präsentieren dürfen. Die Gewinner werden im Anschluss an die Abendveranstaltung bekanntgegeben.


Donnerstag, 19. März 2015

2015 Lotte Lenya Competition Finalists. Photo courtesy of the Kurt Weill Foundation.

Inzwischen hat die Kurt Weill Foundation for Music die 14 Finalteilnehmer am diesjährigen Lotte Lenya Wettbewerb bekanntgegeben:
  • Robin Bailey, Tenor (London, UK)
  • Jordan Davidson, Tenor (New York, USA)
  • Adam Fieldson, Tenor (Nebraska, USA)
  • Briana Silvie Gantsweg, Sopran (California, USA)
  • Anthony Heinemann, Tenor (Missouri, USA)
  • Talya Lieberman, Sopran (Ohio, USA)
  • Carter Lynch, Bariton/Tenor (Maryland, USA)
  • Michael Maliakel, Bariton (New Jersey, USA)
  • Lauren Michelle, Sopran (California, USA)
  • Florian Peters, Tenor (Köln, Deutschland)
  • Katherine Riddle, Sopran (Maryland, USA)
  • Jim Schubin, Baritenor (Colorado, USA)
  • Annie Sherman, Sopran (Maryland, USA)
  • Christine Cornish Smith, Sopran (Texas, USA)
Die Teilnehmer erhalten ein Stipendium, um die Reisekosten zu decken. Rebecca Luker, James Holmes und Theodore S. Chapin werden als Juroren über die Preisvergabe entscheiden.

Die Finalisten werden ihr Repertoire am 18. April 2015 zwischen 11 und 15.30 Uhr vor den Juroren vortragen. Am Abend findet um 20 Uhr ein Konzert mit allen Finalisten statt, gefolgt von der Bekanntgabe der Gewinner. Sowohl der Vortrag vor den Juroren als auch das Abendkonzert können bei freiem Eintritt besucht werden und finden in der Kilbourn Hall der Eastman School of Music, 26 Gibbs Street, Rochester, New York statt.


Montag, 20. April 2015

Im Finale des diesjährigen Lotte Lenya Wettbewerbs am 18. April 2015 in der Eastman School of Music in Rochester, New York, hat Sopranistin Lauren Michelle (Los Angeles, California) den mit 15.000 US-$ dotierten ersten Preis gewonnen, Tenor Robin Bailey (London, UK) und Tenor Jordan Davidson (Philadelphia, New York) erhielten den mit 10.000 US-$ dotierten zweiten Preis, und der mit 7.500 US-$ dotierte dritte Preis ging an Bariton Michael Maliakel (New York) und Tenor Adam Fieldson (Lincoln, Nebraska).

Lauren Michelle beeindruckte die Juroren Rebecca Luker, James Holmes und Theodore S. Chapin mit
  • „My Own Morning“ aus dem Musical „Hallelujah, Baby!“ (Jule Styne/Adolph Green/Betty Comden),
  • „Denn wie man sich bettet“ aus „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (Kurt Weill/Bertolt Brecht),
  • „I´ll Be Here“ aus dem Musical „Ordinary Days“ (Adam Gwon) und
  • „My Man´s Gone Now“ aus „Porgy and Bess“ (George Gershwin/DuBose Heyward/Ira Gershwin).

2015 Lotte Lenya Competition prize winners (from left): Robin Bailey (Second Prize), Jordan Davidson (Second Prize), Lauren Michelle (First Prize), Michael Maliakel (Third Prize), Adam Fieldson (Third Prize). Photo: Nadine Photography, courtesy of Kurt Weill Foundation for Music.

„The judges found it difficult to choose only three top winners because of the consistently high level of talent, versatility, and preparation of all the finalists“, sagte Kim H. Kowalke, Presidentin der Kurt Weill Foundation und Begründerin des Lotte Lenya Wettbewerbs. „I´m so glad that the Foundation had the resources to enhance the amounts awarded. In addition to giving five top prizes and special awards, we decided on the spot to double the amount that the remaining finalists received to $2,000 each.“

2015 Lotte Lenya Competition Award winners (from left): Talya Lieberman, Florian Peters, and Briana Silvie Gantsweg. Photo: Nadine Photography, courtesy of Kurt Weill Foundation for Music.

Die Kurt Weill Foundation for Music, die den Wettbewerb fördert, hat in diesem Jahr insgesamt 85.500 US-$ an Preisgeldern vergeben. Zusätzlich zu den Hauptpreisen verliehen die Juroren zwei Lys Symonette Awards, benannt zu Ehren von Lys Symonette (Geburtsname Bertlies Weinschenk, * 21. Dezember 1914 in Mainz, † 27. November 2005 in Windsor, NY), die von 1945 bis 1950 die musikalische Assistentin von Kurt Weill am Broadway war und von 1950 bis 1981 Lotte Lenya begleitete und ihre musikalische Beraterin war. Die mit einem Preisgeld in Höhe von 3.500 US-$ dotierten Auszeichnungen für Outstanding Performance of an Individual Number gingen an Florian Peters (Köln, Deutschland) für „The Bilbao Song“ aus „Happy End“ (Kurt Weill, Elisabeth Hauptmann, and Bertolt Brecht) und Talya Lieberman (Queens, New York) für „Non, monsieur mon mari“ aus „Les mamelles de Tirésias“ (Francis Poulenc). Der ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von 3.500 US-$ dotierte Carolyn Weber Award, benannt zur Ehren der Gründungsdirektorin und langjährigen Vizepräsidentin der Kurt Weill Foundation for Music, ging an Briana Silvie Gantsweg (Brooklyn, New York).

2015 Lotte Lenya Competition judges and First Prize winner (from left): James Holmes, Lauren Michelle, Rebecca Luker, Theodore S. Chapin. Photo: Nadine Photography, courtesy of Kurt Weill Foundation for Music.

Die übrigen sechs Finalisten
  • Anthony Heinemann, Tenor (St. Louis, Missouri)
  • Carter Lynch, Bariton/Tenor (New York)
  • Katherine Riddle, Sopran (Annapolis, Maryland)
  • Jim Schubin, Baritenor (Colorado Springs, Colorado)
  • Annie Sherman, Sopran (Los Angeles, California)
  • Christine Cornish Smith, Sopran (New York)
erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 2.000 US-$.

Das Musical Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi

„Elisabeth – Das Musical“ – Musik: Silvester Levay; Buch, Lyrics: Michael Kunze; Regie: Harry Kupfer; Choreografie: Dennis Callahan; Bühne: Hans Schavernoch; Kostümdesign: Yan Tax; Lichtdesign: Hans Toelstede; Videodesign: Thomas Reimer; Sounddesign: Cedric Beatty; Musikalische Leitung: Paul Christ. Darsteller: Roberta Valentini (Elisabeth, Kaiserin von Österreich), Mark Seibert (Der Tod), Kurosch Abbasi (Luigi Lucheni, Elisabeths Mörder), Maximilian Mann (Kaiser Franz Joseph, Elisabeths Mann), Angelika Wedekind (Erzherzogin Sophie, Elisabeths Schwiegermutter), Thomas Hohler (Kronprinz Rudolf, Elisabeths Sohn, Cover Luigi Lucheni), Julian Cremer/Paul Elias Marxer/Jonathan Schmitt/Timon Strick (Rudolf als Kind), Dennis Kozeluh (Herzog Max in Bayern, Elisabeths Vater), Caroline Sommer (Herzogin Ludovika, Elisabeths Mutter/Frau Wolf, Cover Erzherzogin Sophie), Janne Marie Peters (Helene von Wittelsbach, Elisabeths Schwester, Cover Elisabeth), Alixa Kalasz (Gouvernante), Anouk Roolker (Gräfin Sztaray, eine Hofdame der Kaiserin Elisabeth), Larissa Windegger (Mary Vetsera, Geliebte des Kronprinzen Rudolf), Marle Martens (Fräulein Windisch, eine Irre, Cover Elisabeth, Cover Herzogin Ludovika/Frau Wolf), Angelina Arnold (Gräfin Esterházy, Hofdame der österreichischen Kaiserin Elisabeth, Cover Erzherzogin Sophie), Juliane Katharina Maria Bischoff (Eine Hofdame, Cover Herzogin Ludovika/Frau Wolf), Lena Weiss (Fanny Feifalik, Elisabeths Friseuse), Martin Markert (Baron Hübner, Wiener Kapitalist/Todesengel, Cover Der Tod), Wolfgang Postlbauer (Graf Grünne, kaiserlicher Generaladjutant, Cover Kaiser Franz Joseph, Cover Herzog Max in Bayern), Krisha Dalke (Baron Kempen, Polizeichef, Cover Luigi Lucheni, Cover Kronprinz Rudolf), Florian Fetterle (Felix Fürst zu Schwarzenberg, Minister, Cover Kaiser Franz Joseph), Jan Altenbockum (Ein Ungarischer Adeliger), Christoph Apfelbeck (Ein Journalist, Cover Der Tod), Kristian Lucas (Maximilian von Mexiko, der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph), Thomas Weissengruber (Kardinalerzbischof Rauscher, Cover Herzog Max in Bayern), Fredrik Andersson (Swing, Cover Kronprinz Rudolf), Sophie Blümel (Swing, Dance Captain), Sebastian Brandmeir (Swing, Cover Luigi Lucheni), Martin Planz (Swing, Abendspielleiter), Jenny Schlensker (Swing). Uraufführung: 3. September 1992, Theater an der Wien. Deutschland­premiere: 23. März 2001, Colosseum Theater, Essen. Premiere: 26. Februar 2015, Colosseum Theater, Essen.



Das Musical Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi


Premiere der Tournee durch den deutschsprachigen Raum im Essener Colosseum Theater


Am 3. September 1992 wurde im Theater an der Wien das Musical „Elisabeth“ von Silvester Levay (Musik) und Michael Kunze (Libretto) aus der Taufe gehoben, und obwohl die Wiener Kritiker mit Sprüchen wie „Munter geht die Sissi unter“ kein gutes Haar an der Aufführung ließen, hat sich das Stück mit über zehn Millionen Zuschauern weltweit zum erfolgreichsten deutschsprachigen Musical entwickelt. Es war die Intention des Autors, der naiv-herzigen Sissi aus der Film-Trilogie mit Romy Schneider (Prinzessin Elisabeth) und Karlheinz Böhm (Kaiser Franz Joseph) das Bild einer starken, gebildeten, selbstbestimmten Frau entgegenzusetzen, die ihrer Zeit weit voraus war. Dafür schuf Michael Kunze ein Drama-Musical über die Prinzessin aus Bayern, die mit 16 Jahren den Kaiser von Österreich heiratet, aber nicht lange glücklich bleibt und den Fesseln des Wiener Hofes bald durch ausgedehnte Reisen entflieht. Als genialen Kunstgriff stellte er der schönen kühlen Elisabeth die Figur des Todes an die Seite, mit dem sie Zeit ihres Lebens eine sehnsuchtsvolle und selbstzerstörerische Liaison pflegt, bevor sie sich ihm schließlich ergibt.

„Wenn ich tanzen will“: Roberta Valentini (Elisabeth) und Mark Seibert (Der Tod); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Am 23. März 2001 zeigte die Stage Holding nach der Über­nahme des Colosseum Theaters dort die Deutschland­premiere des Musicals „Elisabeth“, für die Rollen der Elisabeth und des Todes wurde die Wiener Premierenbesetzung Pia Douwes und Uwe Kröger engagiert. Diese dem Vernehmen nach erfolgreiche Produktion verabschiedete sich nach etwa 2 Jahren am 29. Juni 2003 aus dem Colosseum Theater. Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum schickte die Semmel Concerts Veranstaltungsservice GmbH eine Jubiläumsproduktion bereits vom 11. Oktober 2011 bis 22. April 2012 in der Inszenierung von Harry Kupfer mit den Bühnenbildern von Hans Schavernoch und Annemieke van Dam (Elisabeth) und Mark Seibert (Der Tod) auf Deutschlandtournee, bei der die Produktion vom 8. Februar bis 4. März 2012 auch am Colosseum Theater in Essen gastierte. Nach einer erfolgreichen Aufführungsserie in China vom 9. Dezember 2014 bis 11. Januar 2015 im Shanghai Culture Square (Fuxing Zhong Lu) geht geht das Musical erneut auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum, wo es vom 25. Februar bis 22. März 2015 wiederum im Colosseum Theater Essen zu sehen ist und am 26. Februar seine Premiere feierte.

Maximilian Mann (Kaiser Franz Joseph) und Roberta Valentini (Elisabeth); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Zum Inhalt:
Elisabeths Leben begann als romantisches Märchen und endete mit einem tragischen Mord. Als junges Mädchen von strahlender Schönheit besteigt sie mit 16 Jahren den österreichischen Thron. Statt ihrer Schwester Helene, die dafür ausersehen war, wählt Kaiser Franz Joseph sie zur Frau. Ihrer Lebensfreude, Unbeschwertheit und Jungendlichkeit kann er nicht widerstehen. Doch schon bald nach der feierlichen Hochzeit ziehen erste dunkle Schatten auf.

Am Wiener Hof herrschen strenge Regeln. Entbehrungen und Machtkämpfe machen der jungen Elisabeth das Leben zur Qual. Ihre strenge Schwiegermutter Erzherzogin Sophie wacht unerbittlich über sie und pocht auf die Einhaltung des starren Protokolls. Gefangen in höfischen Konventionen und einem Rollenbild, das ihr nicht entspricht, kämpft Elisabeth mit aller Kraft um ihre Freiheit und ihr persönliches Glück. Auch ihr Mann, seinen Pflichten unterworfen und der herrschsüchtigen Mutter ausgeliefert, kann ihr dabei nicht zur Seite stehen. Kaum noch hält es sie am Wiener Hof, ihre Zerrissenheit treibt sie von Ort zu Ort. Rastlos reist sie durch Europa, für niemanden erreichbar, weder für ihren Sohn noch ihren Mann. Sie verliert sich in ihrer eigenen Welt, stets begleitet von einer mysteriösen Macht – dem Tod.

Maximilian Mann (Kaiser Franz Joseph) und Roberta Valentini (Elisabeth); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Nach dem Selbstmord ihres Sohnes Rudolf erkennt Elisabeth ihr verfehltes Leben und sehnt nun selbst den Tod herbei. Sie zieht sich nach Korfu zurück, dichtet und schreibt Tagebuch, während in Wien Nationalismus und Völkerhass mehr und mehr die Oberhand gewinnen. Kaiser Franz Joseph kann diese Kräfte nicht mehr steuern und steht auch seinem Nebenbuhler, dem allgewaltigen Tod, hilflos gegenüber.

Das Attentat des italienischen Anarchisten Luigi Lucheni am Ufer des Genfer Sees führt die „Liebenden“ zusammen. Elisabeths Kämpfen und Sehnen endet in einer leidenschaftlichen Umarmung mit dem Tod. Eine Epoche versinkt, eine neue Zeit beginnt.

„Ich gehör nur mir“: Roberta Valentini (Elisabeth); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Wie bereits bei der Deutschlandtournee 2011/2012 wurde erneut das Uraufführungsteam um Regisseur Harry Kupfer und Bühnenbildner Hans Schavernoch verpflichtet, die Inszenierung ist an die Wiener Jubiläumsfassung von 2012 angelehnt. Nach „Schön, Euch alle zu seh’n“ am Ufer des Starnberger Sees singen der Tod und Elisabeth „Kein Kommen ohne Gehen“, der Song wurde erstmals 1996 in der ungarischen Fassung eingefügt und war auch in der Wiener Jubiläumsfassung zu hören. Zur Krönung Franz Josephs und Elisabeths zu König und Königin von Ungarn sitzt der Tod bei „Éljen“ auf seiner abstrakten Kutsche. Natürlich gibt es die dominierende, hydraulisch bewegte Feile, die auch für Auftritte genutzt wird, oder die Gondel des Wiener Riesenrades in Gestalt des Habsburg-Adlers in der Szene „Zwischen Himmel und Erde“, ein Anachronismus, denn das Riesenrad im Prater wurde erst zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. im Jahr 1897 errichtet. Darüber hinaus wird – wie bereits bei der vorherigen Deutschlandtournee – mit tourneetauglichen Projektionen (Videodesign: Thomas Reimer) gearbeitet, die an die Prospekte der Wiener Uraufführung wie beispielsweise die vom österreichischen Karikaturisten Manfred Deix für das Ende der 7. Szene im ersten Akt beigesteuerten „Gaffer“ erinnern. Das 17-köpfige Orchester spielt unter der Musikalischen Leitung von Paul Christ tadellos, Liebhaber der Uraufführung mögen zwar die Reduzierung gegenüber dem Klangkörper der Vereinigten Bühnen Wien und den Ersatz einiger Instrumente durch Keyboards ins Gedächtnis rufen, auf der anderen Seite würden eben diese Leute eine solche Orchesterstärke bei anderen Großproduktionen mit Freude zur Kenntnis nehmen.

Angelika Wedekind (Erzherzogin Sophie) und Dennis Kozeluh (Herzog Max in Bayern); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Für die Hauptrollen konnten diesmal Roberta Valentini (Elisabeth, Kaiserin von Österreich), Mark Seibert (Der Tod), Kurosch Abbasi (Luigi Lucheni, Elisabeths Mörder), Maximilian Mann (Kaiser Franz Joseph, Elisabeths Mann), Angelika Wedekind (Erzherzogin Sophie, Elisabeths Schwiegermutter), Thomas Hohler (Kronprinz Rudolf, Elisabeths Sohn), Dennis Kozeluh (Herzog Max in Bayern, Elisabeths Vater) und Caroline Sommer (Herzogin Ludovika, Elisabeths Mutter/Frau Wolf) gewonnen werden. Ursprünglich war Carsten Lepper für die Tournee durch den deutschsprachigen Raum als Luigi Lucheni angekündigt worden, der diese Rolle bereits bei der Deutschlandpremiere gespielt hat, Gründe für die Umbesetzung sind mir allerdings nicht bekannt. Mit Roberta Valentini hat erstmals keine Holländerin die Erstbesetzung der Titelrolle in Deutschland übernommen. Schon optisch setzt sie sich ein Stück weit von ihren Vorgängerinnen ab, ungeachtet dessen lässt sie die Entwicklung vom unbekümmerten jungen Mädchen zur realitätsfremden, todessehnsüchtigen Kaiserin glaubhaft nachvollziehen und kann neben ihrem Schauspiel auch gesanglich auf ganzer Linie überzeugen. In ihrem Solo „Ich gehör nur mir“, an dem die Darstellerinnen der Titelrolle gern gemessen werden, gelingt es Roberta Valentini, eine starke Präsenz aufzubauen, die sie bis zum Schlusston kontinuierlich steigern konnte. Mark Seibert ist seit der Deutschlandtournee 2011/2012 sowie der daran anschließenden Jubiläumsfassung vom 5. September 2012 bis 1. Februar 2014 am Raimund Theater in Wien auf die Rolle des Todes „abonniert“ und weiß als arroganter Verführer Elisabeths mit unterkühltem Schauspiel und viel Charisma für sich einzunehmen. Kurosch Abbasi, der ebenfalls seit der Deutschlandtournee 2011/2012 ohne Unterbrechung als Erstbesetzung in der Rolle von Elisabeths Mörder engagiert ist, kann als sympathischer Erzähler der Geschichte die Gunst des Publikums mit jugendlichem Charme und pointiertem Spiel mühelos für sich gewinnen, allerdings wird bei seiner Darstellung des gefährlichen Anarchisten wohl niemandem Angst und Bange. Im direkten Vergleich mit anderen Darstellern in dieser Rolle wie beispielsweise Serkan Kaya oder Carsten Lepper kann ich den Hype um seine Person auch nicht nachvollziehen. Maximilian Mann kann als Kaiser Franz Joseph vorlagenbedingt nicht so glänzen wie die Kaiserin, zumal die blasse Figur lange Zeit von seiner Mutter dominiert wird, liefert aber dennoch eine darstellerisch und gesanglich tadellose Interpretation ab. Angelika Wedekind verkörpert Elisabeths strenge, unerbittliche Schwiegermutter Erzherzogin Sophie als starke Persönlichkeit mit politischen Ambitionen und vermittelt den Zuschauern nachvollziehbar, warum Erzherzogin Sophie Frederike im Revolutionsjahr 1848 den Ruf erlangte, „der einzige Mann“ am Wiener Hof zu sein, sowie die familiären Konflikte mit Franz Josephs Gattin Elisabeth. Thomas Hohler hinterlässt in der kleinen Rolle des Kronprinzen Rudolf insbesondere im Duett „Die Schatten werden länger“ mit Mark Seibert einen ausnehmend beachtlichen Eindruck, den Auftritt kann man ohne Frage zu den intensivsten des Abends zählen. Ein insgesamt spielfreudiges Ensemble macht Szenen wie den Aufruhr auf dem Wiener Marktplatz mit dem Song „Milch“ zu einem Genuss für die Zuschauer, wobei einzelne Darsteller wie Dennis Kozeluh als Elisabeths Vater Herzog Max in Bayern oder Marle Mertens als Fräulein Windisch mit ihren kleinen Auftritten aufmerken lassen und die hohe Qualifikation der Darsteller bis in kleinste Rollen unterstreichen.

Caroline Sommer (Frau Wolf); Foto: La Belle/Juliane Bischoff

Das Musical „Elisabeth“ hat auch mehr als 22 Jahre nach der Uraufführung nichts von seiner Intensität eingebüßt und kann auf hohem darstellerischen und musikalischen Niveau das Publikum begeistern. Stehende Ovationen und lang anhaltender Applaus nach der Premiere sprechen für sich. Die Produktion ist noch bis 22. März 2015 am Colosseum Theater in Essen zu sehen. Als weitere Tourneestationen sind
  • vom 26. März bis 7. Juni 2015 das Deutsche Theater München,
  • vom 7. Juli bis 9. August 2015 das Landestheater Linz,
  • vom 16. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 die Alte Oper Frankfurt,
  • vom 7. Januar bis 14. Februar 2016 der Admiralspalast Berlin und
  • vom 18. Februar bis 27. März 2016 das Mehr! Theater am Großmarkt in Hamburg
vorgesehen.

Dienstag, 24. Februar 2015

Ankündigung: „Liebe stirbt nie“ – Das Phantom der Oper kehrt zurück

Die Fortsetzung von Andrew Lloyd Webbers Welterfolg feiert im Herbst Deutschlandpremiere im Operettenhaus in Hamburg

„Liebe stirbt nie“ – nach dem Roman „The Phantom of Manhattan“ (1999) von Frederick Forsyth; Musik: Andrew Lloyd Webber; Gesangstexte: Glenn Slater, Charles Hart; Buch: Andrew Lloyd Webber, Ben Elton, Glenn Slater, Frederick Forsyth; Deutsche Bearbeitung: N. N.; Inszenierung: Simon Phillips; Choreografie: Graeme Murphy; Bühne, Kostüme: Gabriela Tylesova; Lichtdesign: Nick Schlieper; Sounddesign: Mick Potter; Musikalische Leitung: N. N. Darsteller: N. N. (Das Phantom), N. N. (Christine Daaé), N. N. (Madame Giry), N. N. (Raoul, Vicomte des Chagny), N. N. (Meg Giry), N. N. (Gustave), N. N. (Fleck), N. N. (Squelch), N. N. (Gangle) u. a. Uraufführung: 9. März 2010, Adelphi Theatre, London. Deutschsprachige Erstaufführung der konzertanten Fassung: 18. Oktober 2013, Ronacher, Wien. Deutsche Erstaufführung: Oktober 2015, Operettenhaus Hamburg.

„Das Phantom der Oper“ ist das erfolgreichste Musical aller Zeiten, es wird seit seiner Uraufführung am 9. Oktober 1986 ununterbrochen vor ausverkauftem Haus im Her Majesty’s Theatre am Londoner Westend (10.000. Vorstellung am 23. Oktober 2010) und seit 26. Januar 1988 im Majestic Theatre am New Yorker Broadway (bis 22. Februar 2015 11.263 Vorstellungen) gespielt. Erfolgskomponist Andrew Lloyd Webber erzählt die bewegende Geschichte nun in einer faszinierenden Fortsetzung des Musicals weiter: „Liebe stirbt nie“. Im Oktober 2015 wird sie im Operettenhaus in Hamburg Deutschland­premiere feiern.

„Liebe stirbt nie“, © Stage Entertainment

„Love never dies“ auf der Grundlage von „The Phantom of Manhattan“ von Frederick Forsyth wurde in einer Inszenierung von Jack O’Brian am 9. März 2010 im Adelphi Theatre im Londoner West End mit Ramin Karimloo (Das Phantom) und Sierra Boggess (Christine Daaé) uraufgeführt und war dort nach einer Überarbeitung im Dezember 2010 bis 27. August 2011 zu sehen. Am 28. Mai 2011 feierte eine überarbeitete Fassung mit Ben Lewis (Das Phantom) und Anna O’Byrne (Christine Daaé) in der Regie von Simon Phillips mit der Ausstattung von Gabriela Tylesova ihre Premiere am Regent Theatre in Melbourne, Australien, deren Verfilmung auch auf DVD und Blu-ray Disc erschienen ist und die im Anschluss vom 12. Januar 2012 bis 1. April 2012 am Capitol Theatre in Sydney zu sehen war. Vom 18. bis 26. Oktober 2013 wurde im Wiener Ronacher eine konzertante Fassung mit Drew Sarich (Das Phantom) und Milica Jovanović (Christine Daaé) aufgeführt.

Nun hat sich das australische Kreativteam wieder vereint, um die australische Fassung zum ersten Mal in Europa in der Musicalmetropole Hamburg auf die Bühne zu bringen. „Liebe stirbt nie“ besticht mit eingängigen Melodien aus der Feder von Andrew Lloyd Webber, einem 30-köpfigen Ensemble, über 300 aufwendigen Kostümen und einem prachtvollen Set – stilecht in Szene gesetzt von dem Schein tausender Lichter.

Das Phantom und Christine, Foto von Jeff Bushby mit freundlicher Genehmigung der Australischen Cast von „Love never dies“

Die Geschichte beginnt zehn Jahre nach seinem Verschwinden aus dem Pariser Opernhaus. Das Phantom ist in ein neues Leben nach New York entflohen und lebt hier nun mitten unter den lauten Fahrgeschäften und Freak Shows auf Coney Island, dem Jahrmarkt der Neuen Welt. Doch noch immer sehnt es sich nach seiner einzig wahren Liebe und seinem musikalischen Zögling, Christine Daaé. Angelockt von einem mysteriösen Impresario kommen Christine, ihr Mann Raoul und deren junger Sohn Gustave für einen großen Auftritt nach Coney Island. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf, von dem Christine dachte, dass es lange vorüber sei. Zu ihrer Überraschung stellt sich „Mr. Y“, der Direktor des Musiktheaters Phantasma, als das Phantom heraus, für das auch Madame Giry und ihre Tochter Meg arbeiten. Während Meg Giry nach der lang ersehnten Aufmerksamkeit des Phantoms strebt und Raoul dem Glücksspiel und dem Alkohol verfallen ist, erinnern sich Christine und das Phantom an ihre Zeit in Paris. Als die Interessenkonflikte zwischen den Parteien schließlich eskalieren, kommt es zu einem tödlichen Schuss…

„Ich bin sehr erfreut, dass Simon Phillips Inszenierung von „Liebe stirbt nie“ nach Hamburg kommen wird“, sagt Andrew Lloyd Webber. „Das ist wirklich eine der besten Produktionen, die ich je von einem meiner Werke gesehen habe.“

Tänzerinnen, Foto von Jeff Bushby mit freundlicher Genehmigung der Australischen Cast von „Love never dies“

„Das Phantom der Oper“ hat die Musicalwelt geprägt wie kein anderes Stück und ist nach wie vor ein großer internationaler Publikumsliebling. In seiner mit Spannung erwarteten Fortsetzung lässt Andrew Lloyd Webber das Phantom weiter leben. Für ihn selbst und alle Phantom-Fans weltweit ging mit „Liebe stirbt nie“ ein Traum in Erfüllung. Für die deutsche Erstaufführung hätten wir keinen passenderen Ort als das Stage Operettenhaus, auf der Hamburger Amüsiermeile Reeperbahn, finden können“, so Uschi Neuss, Geschäftsführerin von Stage Entertainment Deutschland.

Der Vorverkauf für „Liebe stirbt nie“ ist ab sofort eröffnet, Tickets sind unter www.musicals.de zum Preis von € 56,64 bis € 160,14 zzgl. Service- & Versandkosten und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Sonntag, 22. Februar 2015

Zeche Rheinpreußen

Das erste linksrheinisch abgeteufte Steinkohlenbergwerk im Ruhrgebiet

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

Jedem Ruhri ist das „Geleucht“ von Otto Piene, ein 30 Meter hoher Turm in Form einer Sicherheitslampe der Bergleute, auf der Halde Rheinpreußen in Moers-Meerbeck ein Begriff, eine mit dem Abraum der Schachtanlage Rheinpreußen V/IX 70 m über Umgebungsniveau aufgeschüttete Bergehalde, die komplett begrünt und mit Rad- und Wanderwegen gut erschlossen ist.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV

Womöglich nicht ganz so bekannt dürften die Hinterlassenschaften der Zeche Rheinpreußen in Duisburg-Homberg und Moers-Hochstraß sein, der ersten Steinkohlenzeche auf der linken Rheinseite. Von Zeche Rheinpreußen Schacht IV, einer schlossartigen Zechenanlage von 1904, sind neben dem ältesten Doppelstreben-Fördergerüst im Ruhrgebiet mit Schachthalle das östliche Fördermaschinenhaus, die Waschkaue und das Werkstatt- und Bürogebäude erhalten. Dabei handelt es sich um einheitlich gestaltete Backsteingebäude mit einer Zinnen- und Giebelarchitektur im neugotischen Stil. Alle anderen Gebäude und Anlagen wurden niedergelegt. Die Tagesanlagen galten in der Fachwelt als Musterbeispiele für den technischen Standard, den rationellen Aufbau und die Verwertung neuer betriebswirtschaftlicher und technischer Erkenntnisse. Die Sanierung von Fördergerüst, Schachthalle und des östlichen Fördermaschinenhauses erfolgte 1992/96 und 1998/2000 unter Leitung des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins e. V., der die Anlage seither unterhält. Dem ein oder anderen jüngeren Besucher dürfte das Areal dennoch bekannt sein, denn in dem historischen Werkstatt- und Bürogebäude befindet sich die PM Erlebniswelt.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst und Schachthalle

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst und Schachthalle

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, rekonstruierter Verbindungsgang zwischen Hängebank und Waschkaue

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst, Schachthalle und östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Signaltafel für Stetigförderer am östlichen Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Erinnerungstafel am östlichen Fördermaschinenhaus

Im östlichen Fördermaschinenhaus, das noch im originalen Zustand aus dem Jahr 1906 bewahrt ist, befindet sich eine der ältesten erhaltenen elektrischen Fördermaschinen des Ruhrgebiets von 1906 mit 515 kW und einer für die damalige Zeit innovativen elektrischen Steuerung. Die Fördermaschine mit zwei Gleichstrom-Nebenschlußmotoren, die hohes Drehmoment bei geringer Drehzahl bewerkstelligen und gleichzeitig eine stufenlose Regelung der Geschwindigkeit ermöglichen musste, wurde über zwei Ward-Leonard-Umformer mit einem gemeinsamen Schwungrad mit dem erforderlichen Gleichstrom versorgt.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Ward-Leonard-Umformer mit Schwungrad

Die Umformer wandelten Wechselstrom in Gleichstrom um, dazu bedurfte es einer Kombination von rotierenden elektrischen Maschinen. Das Schwungrad mit etwa 15 Tonnen Gewicht speicherte kinetische Energie, die genutzt werden konnte, um die Belastungsspitzen beim Anfahren der Fördermaschine abzufangen und vom Stromnetz fernzuhalten.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Umformer

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Schalttafel

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine, Gleichstrom-Nebenschlußmotor, Siemens–Schuckert Werke, 1905/06

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Treibscheibe

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Treibscheibe, Markierungen auf dem Seil geben den exakten Stand des Förderkorbes an

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Arbeitsplatz des Fördermaschinisten

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Teufenanzeiger mit Fahrtregler

Das Fördermaschinengebäude wird in den Sommermonaten von Mai bis Oktober jeden Sonntagnachmittag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins e. V. für interessierte Besucher geöffnet. Gruppenführungen sind jederzeit nach Voranmeldung möglich.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

Die Höhe des „Geleuchts“ beträgt ca. 122,6 m über NN. Es ist das weltweit größte Montan-Kunstwerk. Die erst im September 2007 fertiggestellte Landmarke ist nicht nur bei Tage ein Hingucker, sondern wird auch nachts von 240 LED´s und weiteren Leuchtkörpern illuminiert. Allerdings scheinen die wohl nie alle gleichzeitig zu funktionieren, denn heute blieb der gesamte obere Teil mit dem „Flammsieb“ dunkel.

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

Freitag, 20. Februar 2015

Ankündigung: ExtraSchicht 2015 wirft ihre Schatten voraus

Frühbucheraktion vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015

ExtraSchicht 2012: Blumenwiese im Ehrenhof auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, Installation von ILLUMINIST

Bereits zum fünfzehnten Mal veranstaltet die Ruhr Tourismus GmbH am 20. Juni 2015 die ExtraSchicht, seit der Premiere am 26./27. Mai 2001 werden bei der „Nacht der Industriekultur“ ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur geschickt in Szene gesetzt, womit das Festival den Wandel von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion verdeutlicht. Die 15. ExtraSchicht wirft mit der Bekanntgabe ihrer Spielort-Neuverpflichtungen ihre Schatten voraus und macht Lust auf das größte Industriekulturfest Deutschlands. Drei neue Spielorte ergänzen die Austragungsorte der diesjährigen ExtraSchicht, dies sind das Fördermaschinenhaus der Zeche Rheinpreußen IV in Moers-Hochstraß, der Bergpark Lohberg in Dinslaken sowie die Kulturbrauerei Hülsmann in Herne-Eickel.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst, Schachthalle und östliches Fördermaschinenhaus

Im Jahr 15 der ExtraSchicht-Zeitrechnung schließt sich mit dem Fördermaschinenhaus der Zeche Rheinpreußen IV nicht nur ein neuer Spielort der ExtraSchicht an, sondern auch eine linksrheinische Stadt, die bisher noch nicht dabei war: Moers. Das Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers-Hochstraß ist eine schlossartige Zechenanlage von 1904 im neugotischen Stil, deren Backsteingebäude größtenteils unter Denkmalschutz stehen. Hier findet sich das älteste Doppelstreben-Fördergerüst mit Schachthalle im Ruhrgebiet, im östlichem Fördermaschinenhaus eine der ältesten erhaltenen elektrischen Fördermaschinen des Ruhrgebiets von 1906 mit 515 kW und einer für die damalige Zeit innovativen elektrischen Steuerung. Ein Muss für Technikfans!

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Der Wandel bringt im Ruhrgebiet immer wieder ganz neue Orte hervor. Erst vor kurzem wurde der Bergpark Lohberg in Dinslaken eröffnet, und schon ist er als neuer Spielort der ExtraSchicht mit dabei: Als Teil der Umnutzung der ehemaligen Zeche ist die neue Parklandschaft mitten im entstehenden urbanen Kreativquartier Lohberg ein echter Gewinn mit Sportflächen, Rutschlandschaften, Bolzplätzen, Liegeflächen und einem neu angelegten See. Auch künstlerisch gestaltete Momente sind in die neue Freizeitlandschaft integriert. Bürgerbeteiligung wurde bei der Gestaltung groß geschrieben, und bei der ExtraSchicht können die ersten Früchte dieser gelungenen Arbeit geerntet werden.

Zum ersten Mal dabei ist auch die Kulturbrauerei Hülsmann in Herne-Eickel, in der 300 Jahre lang bis 1992 Bier gebraut wurde. Das Sud- und Treberhaus der ehemaligen Exportbier-Brauerei Heinrich Hülsmann von 1869 steht noch, und heute wird dort zwischen den Braukesseln gebraut: Kultur und Kult, Comedy und Konzerte (Brian Augers Oblivion Express und Frank Zappas letzte Band Banned from Utopia waren hier), Partys und Kleinkunst.

ExtraSchicht 2014: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Neben den neuen Spielorten sind natürlich auch die Standorte der Route der Industriekultur dabei, wie das UNESCO-Welterbe Zollverein, der Gasometer Oberhausen, die Jahrhunderthalle Bochum oder die Zeche Zollern in Dortmund. Nach einem Jahr Pause ist auch der MüGa-Park in Mülheim an der Ruhr wieder dabei, der sich seit 1992 als Park, Kulturraum und als grüne Mitte Mülheims etabliert hat. Allein hier sind kulturelle Hochkaräter wie der Ringlokschuppen, das Schloss Broich und die größte begehbare Camera Obscura der Welt zu finden. Was sich nach ländlicher Idylle anhört, musste 1992 bei der Anlage des Parks erst einmal wiederhergestellt werden. Industriebrachen, ein Schrottplatz und Bahnanlagen der Ruhrtalbahn wurden zurückgebaut. Endlich ist dieses Jahr mit der Halde an der Beckstraße und dem Tetraeder in Bottrop auch wieder eine Halde mit im Programm. Die weithin sichtbare begehbare Pyramidenkonstruktion bietet nach dem Aufstieg eine fantastische Aussicht über das nord-westliche Ruhrgebiet. Ein wahrhaftes Haldenereignis.

Tetraeder mit Lichtinstallation „Fraktal“ von Jürgen LIT Fischer

Aber nicht nur die luftigen Höhen, auch die Niederungen der Schmutzwasserpumpen sind im Revier kunstvoll gestaltet. Das von der Emschergenossenschaft betriebene Pumpwerk Gelsenkirchen-Horst im Nordsternpark in Gelsenkirchen wurde zur Landesgartenschau 1997 durch den Künstler Jürgen LIT Fischer in blaues Glas gehüllt und mit einem gläsernen Pavillon auf dem Dach versehen und leuchtet 2015 wieder mit. Große Erfolge feierte das Zeiss Planetarium Bochum bei seiner letzten ExtraSchicht Teilnahme, jetzt ist es wieder dabei unter dem Motto „Vom Weltraum ins Herz des Reviers“. In verschiedenen Shows präsentiert das Planetarium die Höhepunkte seiner atemberaubenden Raumreisen, zeigt neben „dem schönsten Himmel des Ruhrgebiets“ das Eintauchen in fantastische Welten und öffnet den Blick für die Schönheit kosmischer Landschaften.

ExtraSchicht 2014: „Tanz Kreativ – In the Dark“, Licht-Performance im Magazingebäude der Zeche Waltrop

Im Süden der Region sind die Elbershallen in Hagen wieder mit dabei, das einstige Firmengelände der Textilfabrik Elbers, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung war. Inzwischen sind die Elbershallen eine feste kulturelle Größe in Hagen und beherbergen sowohl die Musikschule, den Kinder- und Jugendcircus Quamboni, das Theater an der Volme mit 100 Sitzplätzen, einen Indoorspielplatz, eine Bowlingbahn, eine Disco und diverse Bars und Restaurants im gemütlichen Innenhof.

ExtraSchicht 2014: Feuerwerk über der Halde Brockenscheidt

Vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015 gibt es online unter www.extraschicht.de für echte Fans die Eintrittskarte zur Nacht der Industriekultur zum günstigen Frühbucher-Preis: Im Rahmen der Frühbucher-Aktion sichern sich Besucher ihr ExtraSchicht-Ticket für nur 12 Euro statt 17 Euro (pro Person für alle Besucher ab 6 Jahren). Die Karte berechtigt zum Eintritt an allen 45 Spielorten und ist gleichzeitig Fahrschein für alle ExtraSchicht-Shuttle-Busse. Als Kombiticket gilt die Karte für alle Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und gilt dort ganztägig am 20. Juni 2015 bis 7 Uhr am Folgetag. Somit kann es auch bereits für die Anreise zur ExtraSchicht genutzt werden. Inhaber der RUHR.TOPCARD erhalten ihr um 50 % reduziertes Ticket zum Preis von 8,50 Euro während des regulären Vorverkaufs vom 7. Mai bis 19. Juni 2015 bei ausgewählten Vorverkaufsstellen.