Donnerstag, 27. Februar 2014

Bucht der Seesterne

Die neue Sonderausstellung im SEA LIFE Oberhausen

Anemonenfisch (Amphiprion percula), bekannt als „Clownfisch“

Seenelke (Metridium senile)

Neben den etwa 5.000 Bewohnern im SEA LIFE Oberhausen haben nun mehr als 300 Seesterne aus 14 Arten in der Sonderausstellung „Bucht der Seesterne“ Einzug gehalten und präsentieren sich als neues Highlight im SEA LIFE Aquarium. Der Sonnenblumenseestern (Pycnopodia helianthoides) kann sich mit seinen maximal 24 Armen mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Minute fortbewegen und ist somit einer der schnellsten seiner Art. Mit einem Durchmesser von über einem Meter ist er dazu noch einer der größten unter den Stachelhäutern. Der Klassiker unter den Seesternen – der Gemeine Seestern (Asterias rubens) mit seinen fünf Armen – lässt sich im Berührungsbecken sogar anfassen. Beim Kissenstern (Culcita novaeguineae) sind die Arme und der Körper zu einem Fünfeck verwachsen, bei ausgewachsenen Exemplaren ist der Körper abgerundet und wirkt kissenartig aufgeblasen. Durch das als Schatztruhe gestaltete Becken der Schlangenseesterne geht ein gläserner Tunnel, durch den die Besucher laufen können, um den Tieren noch näher zu kommen.

Gemeiner Seestern (Asterias rubens)

„Bucht der Seesterne“

„Bucht der Seesterne“

„Bucht der Seesterne“: Sonnenblumenseestern (Pycnopodia helianthoides)

„Bucht der Seesterne“

„Bucht der Seesterne“: Lincks Walzenseestern (Protoreaster linckii)

„Bucht der Seesterne“: Lincks Walzenseestern (Protoreaster linckii)

„Bucht der Seesterne“: Walzenseestern (Choriaster granulatus)

„Bucht der Seesterne“: Knotiger Walzenseestern (Protoreaster nodosus)

„Bucht der Seesterne“

Im SEA LIFE Oberhausen kostet der Eintritt für eine Person 18,00 Euro. Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt. Besucher, die ihre Tickets online buchen, sparen außerdem mindestens 20 Prozent. Die Unterwasserwelt hat täglich ab 10.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sowie Details zu Preisen und Öffnungszeiten gibt es unter www.sealife.de.

Montag, 24. Februar 2014

Hängt sie höher

Nonnen am Gasometer Oberhausen

Die Original-Produktion „Sister Act, The Musical“ von Alan Menken (Musik), Glenn Slater (Lyrics), Cheri und Bill Steinkellner (Buch) erlebte am 24. Oktober 2006 am Pasadena Playhouse in Kalifornien ihre Premiere, und zwar als Koproduktion mit dem Alliance Theater in Atlanta, Georgia, wo sie im Anschluss vom 17. Januar bis 25. Februar 2007 gezeigt wurde. Dawnn Lewis war in der Hauptrolle der Deloris Van Cartier zu sehen, Elizabeth Ward Land als Mother Superior. Der amerikanische Theater- und Filmproduzent Peter Schneider, der auch Regie führte, hatte das Musical zusammen mit Michael Reno entwickelt. „Stage Entertainment entwickelte in einem zweijährigen Entstehungsprozess“ zusammen mit Koproduzentin Whoopi Goldberg seine Eigenproduktion des Musicals, die am 2. Juni 2009 am London Palladium West End Premiere feierte. Patina Miller, die bereits in der Original-Produktion im Ensemble und als Understudy Deloris zu sehen war, konnte als Erstbesetzung für die Hauptrolle der Deloris gewonnen werden.

Gasometer Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal

Seit neuestem ist am Gasometer Oberhausen ein Mega-Poster angebracht, auf dem mit dem Slogan „6 Millionen Zuschauer weltweit!“ für die Produktion im Metronom Theater am CentrO Oberhausen geworben wird. Aus der entsprechenden Pressemeldung der Stage Entertainment vom 24. Februar 2014 erfährt man: „Sechs Millionen Zuschauer für SISTER ACT weltweit! Damit ist die Show Stage Entertainments weltweit erfolgreichste Eigenproduktion.“ Vor gut vier Monaten hörte sich das noch etwas anders an: „Sechs Jahre spielte ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK auf deutschen Bühnen und ist bis dato Stage Entertainments erfolgreichste Eigenproduktion.“ (aus einer Pressemeldung der Stage Entertainment vom 2. Oktober 2013) Da Erfolg in beiden Aussagen an unterschiedlichen Kriterien gemessen wird, kann der Superlativ natürlich in beiden Fällen zutreffend sein, doch viel interessanter ist IMHO, was in der neuerlichen Pressemeldung nicht zu lesen ist: Es gibt keine Angabe zu den Besucherzahlen in Oberhausen, und es ist auch nicht die Rede davon, dass das Musical in Oberhausen wegen des großen Erfolges über den Herbst 2014 hinaus verlängert wird.

Gasometer Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal

Noch höher hängen kann man die Musical-Nonnen bzw. die Werbung für selbige in Oberhausen allerdings nicht, denn der Gasometer ist weit und breit das höchste Bauwerk, immerhin ist es mit 117 Metern Höhe die höchste Ausstellungshalle Europas. Und da in selbiger ab 11. April 2014 die Ausstellung „Der schöne Schein“ zu sehen sein wird, auf die mit Mega-Postern an der Fassade des Gasometers aufmerksam gemacht werden wird, dürften die Musical-Nonnen an der Fassade ebenfalls nur ein kurzes Gastspiel geben.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Theater Oberhausen: „Gottes kleiner Krieger“

„Gottes kleiner Krieger“ – nach dem Roman „God´s Little Soldier“ („Gottes kleiner Krieger“) von Kiran Nagarkar. Regie & Dramaturgie: Jarg Pataki, Viola Hasselberg; Choreografie: Aakash Odedra, Subhash Viman Gorania; Bühne: Simeon Meier; Kostüme: Sabina Moncys; Licht: Markus Bönzli; Videodesign: Katarina Eckold; Komposition, Musikalische Leitung: Ravi Srinivasan, Thomas Seher. Darsteller: Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan), Subhash Viman Gorania (Zia als Tänzer), André Benndorff (Amanat Khan, Zias Bruder), Hendrik Heutmann (Roy Cambray/Irfan/Bruder Jonathan/Hijra/Dilip Kumar/Strassenfeger), Holger Kunkel (James Cambrey/Augustine/Dr. Patwardhan/Nandini Devi/Mullah), Martin Weigel (Zafar Khan, Zias Vater/Muni/Yunus/Prof. Laughton), Marie Bonnet (Ammijan, Zias Mutter/Sagari), Melanie Lüninghöner (Antonia Booth-Langsthon, Zias Patentante/Dawn Gold), Johanna Eiworth (Zubeida-Khala, Zias Tante/Vivian Booth-Langsthon/Deidre Cambray), Laurence Fischer (Zia als Kind), Jan Becker (Amanat als Kind), Sinat Abdul (Sagari als Kind), Lini Gong (Sängerin). Musiker: Sebastian Flaig, Henrike Ross, Thomas Seher, Ravi Srinivasan, Ralf Tonding, Gilbert Trefzger. Uraufführung: 18. Mai 2013, Theater Freiburg. Premiere: 19. Februar 2014, Theater Oberhausen.



„Gottes kleiner Krieger“


Bollywood-Musical nach dem Roman von Kiran Nagarkar


Kiran Nagarkar (* 1942 in Bombay), einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Indiens, hat eine Geschichte über Extremismus und religiösen Fanatismus geschrieben, die von zwei ungleichen Brüdern erzählt und zu den meist besprochenen Büchern der Frankfurter Buchmesse 2006 gehörte.

Aakash Odedra (Zia als Tänzer), © Maurice Korbel, korbel.pictures@web.de

Zia Khan, Sohn einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay und schon als Kind ein mathematisches Genie, hält sich für auserwählt, die islamische Welt zu vereinigen. Er entwickelt sich zu einem hochmodernen extremistischen Charakter, der mit seinen Aktienspekulationen radikale religiöse Organisationen finanziert. Sein Weg führt über die Kontinente von Indien nach Cambridge, Kalifornien, Kaschmir und Afghanistan, wobei er im Laufe der Handlung zweimal seine Religionszugehörigkeit wechselt. Nach dem Versuch, den Schriftsteller Salman Rushdie zu töten, wird Zia zum Mudschaheddin und tötet bei einer Operation in Kaschmir zahlreiche Zivilisten. Später konvertiert er zum christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner und begibt sich als Trappistenmönch Lucens ins Kloster. Als er sein Gespür für riskante Aktienspekulationen verliert, wendet er sich einem hinduistischen Guru zu, der ihn in Waffengeschäfte verwickelt. Zia will stets nur Gutes tun, doch sein Extremismus kennt nahezu keine Grenzen und führt regelmäßig zur Katastrophe. „Den einzelnen Religionen entsprechen in Kiran Nagakars Roman „Gottes kleiner Krieger“ spezifische Wirtschaftweisen: dem Islam ein blutrünstiges, marodierendes, die eigene ökonomische Basis ruinierendes semi-feudales Bandenwesen; dem Christentum ein prosperierender menschenverachtender Kapitalismus; dem Hinduismus, dessen Ziel – die Selbstüberwindung – eben auch alle Skrupel zu überwinden hilft, der rücksichtslose Schattenmarkt des weltweiten Waffenhandels im großen Stil.“ (aus „Gottes kleiner Krieger“ – Der Autor und sein Roman, Originalbeitrag Dramaturgie im Programmheft zum Stück, Theater Freiburg Spielzeit 2012/13) Sein Bruder Amanat, ein selbstzerstörerischer Zweifler, der sich als erfolgloser Drehbuchautor im Bollywood-Filmgeschäft durchschlägt, hat stets Verständnis für die Fehlerhaftigkeit und Unbeständigkeit des Menschen.

Aakash Odedra (Zia als Tänzer) und Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan), © Maurice Korbel, korbel.pictures@web.de

Jörg Pataki und Viola Hasselberg (Regie und Dramaturgie) haben sich vom dramaturgischen Konzept des berühmten indischen Kinoformats des Bollywood-Films inspirieren lassen und Kiran Nagakars Roman in epischer Breite und mehrfach von Tanzszenen unterbrochen auf die Bühne gebracht. Dabei ist eine aufwendige, personenreiche Produktion mit indischer Live-Musik, Tanz und Schauspiel entstanden, die vom Terrorismus als gemeinsamem Problem einer Welt erzählt, in der das Religiöse eine unheilvolle Zuspitzung durchläuft. Dementsprechend stellt die Inszenierung natürlich kein Musical im klassischen Sinn dar, man sollte sich also nicht von der Bezeichnung „Bollywood-Musical“ irritieren lassen, gemeint ist tatsächlich eine Kombination von Schauspiel, Musik und Tanz, wie man sie auch aus Bollywood-Filmen kennt. „Epische Breite“ darf man jedoch durchaus wörtlich nehmen, die auf dem 707-seitigen Roman basierende Aufführung dauert 3 Stunden 45 Minuten. Uraufgeführt wurde die Inszenierung als Koproduktion mit dem Theater Oberhausen und dem Goethe-Institut am 18. Mai 2013 am Großen Haus des Theaters Freiburg, am 31. Januar 2014 war das Stück im Rahmen des Theaterfestivals „Um alles in der Welt – Lessingtage“ auch am Thalia Theater in Hamburg zu sehen. Jetzt ist das Stück für insgesamt sechs Vorstellungen bis zum 16. März 2014 am Theater Oberhausen zu sehen.

Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan) und der Bewegungschor, © Maurice Korbel, korbel.pictures@web.de

Bunt leuchtend und schillernd exotisch treten der Bewegungs­chor mit 15 ambitionierten LaientänzerInnen und die sechs Musiker unterschiedlichster Stilrichtungen in Erscheinung. Die Darsteller singen auf der Bühne nicht selbst, sondern die Sopranistin Lini Gong (* 1981 in Zhuzhou, Hunan, China) und Ravi Srinivasan (* 1965 in Singapur), der zusammen mit Thomas Seher auch für die Komposition verantwortlich zeichnet, übernehmen – analog zum Bollywood-Film – sämtliche Gesangsparts. Aakash Odedra und Subhash Viman Gorania haben mit den LaientänzerInnen die teilweise an Bollywood-Filme erinnernden Choreografien einstudiert. Subhash Viman Gorania hat in Oberhausen die Solotanzpartien übernommen, in denen er Zia Khans Rolle als sein Alter Ego tänzerisch interpretiert. Große Teile der Handlung werden von Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan) und André Benndorff (Amanat Khan, Zias Bruder) als Monologe präsentiert, die übrigen Darsteller treten in verschiedenen Rollen in Erscheinung, denn die Inszenierung kann mit einer ganzen Reihe von Nebenfiguren aufwarten.

Haben Sie selbst „Gottes kleiner Krieger“ in Freiburg, Hamburg oder Oberhausen schon gesehen? Wie hat Ihnen das Bollywood-Musical gefallen?

Premiere „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“

„Der Besuch der alten Dame – Das Musical“ – nach der gleichnamigen Tragikomödie (1956) von Friedrich Dürrenmatt; Musik: Michael Reed, Moritz Schneider; Gesangstexte: Wolfgang Hofer; Buch: Christian Struppeck; Inszenierung: Andreas Gergen; Choreografie: Simon Eichenberger; Bühnenbild: Peter J. Davison; Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders; Lichtdesign: Mark McCullough; Sounddesign: Thomas Strebel; Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: Pia Douwes (Milliardärin Claire Zachanassian), Uwe Kröger (Einzelhändler Alfred Ill), Ethan Freeman (Klaus Brandstetter, Lehrer), Masha Karell (Mathilde Ill, Alfred Ills Frau), Norbert Lamla (Gerhard Lang, Polizist), Hans Neblung (Matthias Richter, Bürgermeister), Gunter Sonneson (Johannes Reitenberger, Pfarrer), Jeroen Phaff (Roby, Bodyguard), Peter Kratochvil (Toby, Bodyguard), Dean Welterlen (Loby, Bodyguard), Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian), Riccardo Greco (Junger Alfred Ill), Marianne Curn (Julia Ill, Alfred Ills Tochter), Niklas Abel (Niklas Ill, Alfred Ills Sohn), Ilia Hollweg (Lena), André Bauer (Franz), Katja Berg (Lenas Mutter), Arthur Büscher (Swing), Rachel Colley (Anna), Fernand Delosch (Hoteldirektor), Shane Dickson (Walter), Florian Fetterle (Richter), Christian-Peter Hauser (Güllener Stadtältester), Patricia Hodell (Trude), Elisabeth Hübert (Agathe), Armin Kahl (Georg Helmesberger), Hanna Kastner (Emilia), Wolfgang Postlbauer (Swing), Gernot Romic (Junger Gerhard Lang), Gabriela Ryffel (Swing), Maike Schuurmans (Marie), Lutz Standop (Ernst), Shari Lynn Stewen (Frau des Bürgermeisters), Heidi Suter (Swing), Bernhard Viktorin (Felix). Uraufführung: 16. Juli 2013, Thuner Seespiele, Thun. Premiere: 19. Februar 2014, Ronacher, Wien.



„Der Besuch der alten Dame – Das Musical“


Fulminante österreichische Erstaufführung im Ronacher


Michael Reed, Moritz Schneider (Musik), Wolfgang Hofer (Texte) und Christian Struppeck (Buch und Stückentwicklung) haben die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ (1956) von Friedrich Dürrenmatt als Musical für die Bühne adaptiert, das am 16. Juli 2013 bei den Thuner Seespielen uraufgeführt wurde. Am 19. Februar 2014 feierte das Musical im Wiener Ronacher seine österreichische Erstaufführung. Die Protagonisten der Thuner Inszenierung von Andreas Gergen, allen voran Pia Douwes als Milliardärin Claire Zachanassian und Uwe Kröger als Einzelhändler Alfred Ill, konnten auch für die Aufführungsserie in Wien gewonnen werden. Pia Douwes und Uwe Kröger standen erstmals nach „Elisabeth“ wieder gemeinsam in einer Musicalproduktion auf einer Bühne in Wien. „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“ ist bis Ende Juni 2014 täglich außer montags im Ronacher zu sehen.

Ethan Freeman (Klaus Brandstetter) und Hans Neblung (Matthias Richter) beim Schlussapplaus

Pia Douwes (Claire Zachanassian) und Uwe Kröger (Alfred Ill) beim Schlussapplaus

Das Ensemble von „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“

Das Ensemble von „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“

Das Ensemble von „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“

Christian Struppeck, Pia Douwes, Uwe Kröger und Andreas Gergen

Marjan Shaki und Lukas Perman

Michael Mendl (Alfred Ill in der Verfilmung „Der Besuch der alten Dame“ von Nikolaus Leytner) und Uwe Kröger

Riccardo Greco, Lisa Habermann, Maike Schuurmans, Niklas Abel, Katja Berg

Ethan Freeman, Gunter Sonneson

Masha Karell, Uwe Kröger, Pia Douwes, Ethan Freeman, Gunter Sonneson

Dienstag, 18. Februar 2014

49½ Shades! Die Musical Parodie

„49½ Shades! Die Musical Parodie“ – eine Parodie auf die Roman-Trilogie „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James; Musik: Amanda Blake Davis, Jody Shelton, Ashley Ward, Dan Wessels; Liedtexte: Al Samuels, Amanda Blake Davis, Jody Shelton, Ashley Ward, Dan Wessels; Buch: Al Samuels, Emily Dorezas, Amanda Blake Davis, Jody Shelton, Ashley Ward, Dan Wessels; Deutsche Übersetzung: Anna Bolk (Liedtexte) und Gerburg Jahnke (Buch); Inszenierung: Gerburg Jahnke; Choreografie: Paul Kribbe; Bühne: Tom Presting; Kostüme: Mario Reichlin; Arrangements, Musikalische Leitung: Jan Christof Scheibe. Darsteller: Beatrice Reece (Anastasia Steele, Literaturstudentin), André Haedicke (Christian Grey, Unternehmer), Dustin Smailes (Jose Rodriguez, Anastasias Freund/Innere Göttin), Sabine Urig (Sabine), Ines Martinez (Jutta), Kira Primke (Susanne/Katrin), Johannes Blattner, David Eisinger, Marta Di Giulio, Victoria Maschuw, Ross McDermott, Giulia Vazzoler (Tanzensemble). Uraufführung: 22. August 2012, Edinburgh Festival Fringe, Edinburgh, Schottland. Deutschsprachige Erstaufführung: 16. Februar 2014, Capitol Theater, Düsseldorf.



„49½ Shades! Die Musical Parodie“ auf den Bestseller „Shades of Grey“


Deutschsprachige Erstaufführung im Capitol Theater Düsseldorf


„49½ Shades! Die Musical Parodie“ ist eine amerikanische Lizenzproduktion, die erstmals 2012 auf dem Edinburgh Festival gezeigt wurde. Unter dem Namen „50 Shades! The Musical“ tourt das Stück seit April 2013 erfolgreich quer durch die USA. Das Originalbuch haben die Mitglieder der Impro-Comedy-Gruppe „Baby Wants Candy“ Al Samuels, Dan Wessels und Amanda Davis mit der Unterstützung von Emily Dorezas, Ashley Ward und Jody Shelton geschrieben. Produziert wurde das Stück von der „50 Shades Tour LLC“ (Chicago, Illinois) durch Marshall Cordell, Al Samuels und Emily Dorezas, ausführender Produzent ist Andrew Asnes. Das Stück tourt augenblicklich mit dem Titel „50 et des Nuances! la parodie musicale“ durch Frankreich, und ist in den Niederlanden unter dem Titel „Vijftig tinten… de parodie“ zu sehen. Nur in Deutschland ist es möglich, die Bezeichnung „50 Shades“ im Namen mit Verweis auf das „Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichnungen“ verbieten zu lassen, ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Drei Frauen mittleren Alters treffen sich regelmäßig zur gemeinsamen Leserunde. Eine von ihnen ist Sabine. Die sarkastische Mitvierzigerin ist sich sicher, dass sie unter ihrem Niveau geheiratet hat, seit über 25 Jahren räumt sie ihrem Mann die Sachen hinterher. Susanne – die Jüngste und Unbedarfte in der Runde – wurde gerade erst von ihrem Partner für eine andere verlassen und wartet nun, bis „der Richtige“ kommt. Die dritte ist Jutta. Sie hat richtig Spaß mit all den „Falschen“ und ließ sich erst kürzlich aufgrund extremer Langeweile scheiden. Dieses Mal findet das Treffen bei Sabine statt und die drei Frauen beschließen, anstatt ein weiteres Mal einen Historienroman zu lesen oder Kochrezepte auszutauschen, sich „Shades of Grey“ vorzunehmen. Die erotische Roman-Trilogie „Shades of Grey“ (Originaltitel: „Fifty Shades of Grey“) der britischen Autorin Erika Leonard (* 7. März 1963 in London) unter dem Pseudonym E. L. James aus den Jahren 2011 – 2012 schildert die Beziehung zwischen der 21-jährigen Studentin Anastasia Steele und dem sechs Jahre älteren Unternehmer und Milliardär Christian Grey und wurde weltweit in mehr als 70 Millionen Exemplaren verkauft. Da Anastasias partyfreudige Mitbewohnerin und allerbeste Freundin Katrin ausgerechnet an dem Tag an einem grippalen Infekt leidet, an dem sie einen Interviewtermin mit Christian Grey vereinbart hat, muss Anastasia für sie einspringen und ihm die von Katrin vorbereiteten Fragen stellen. Anastasia ist auf Anhieb von dem jungen, attraktiven Unternehmer Christian Grey angetan, und in ihrem Unterbewusstsein spürt sie ein geheimes Verlangen. Zwischen ihren Gefühlen hin- und hergerissen offenbart Anastasia ihre geheimen Sehnsüchte. Susanne, Jutta und Sabine sind von dem Roman völlig gefesselt, der ihren Hormonhaushalt gehörig durcheinander bringt. Auch sie machen völlig neue Erfahrungen und diskutieren aufgeregt darüber, um sich im nächsten Augenblick wieder auf den Fortgang des Romans „Shades of Grey“ zu konzentrieren. Als sich Anastasia und Christian Grey näher kommen, verlangt Christian – ganz Geschäftsmann, der alles unter Kontrolle haben will – von ihr, vertraglich in seine sexuellen Vorlieben einzuwilligen, woraufhin sie zunächst zögert, sich aber schließlich überzeugen lässt und den Vertrag unterzeichnet. Doch auch Anastasia macht auf Christian Grey mit ihrem Glauben an die wahre Liebe zunehmend Eindruck…

Gerburg Jahnke (bekannt durch das ehemalige Frauenkabarettduo Missfits) legt mit „49½ Shades! Die Musical Parodie“ nach „Heisse Zeiten – Wechseljahre“ ihre zweite klischeebehaftete Musicalinszenierung vor, der sie auch mit der deutschen Buchfassung ihren Stempel aufgedrückt hat. Wobei „Heisse Zeiten – Wechseljahre“ ursprünglich unter dem Namen „Weiblich, 45 plus – Na und!?! Wechseljahre“ in der Inszenierung von Katja Wolff am 23. April 2010 am Theater im Rathaus, Essen uraufgeführt wurde und sich auch augenblicklich in eben dieser Inszenierung auf einer Wiederholungstournee der Konzertdirektion Landgraf befindet. Buch und Inszenierung zielen unter die Gürtellinie, „Ich bin hier, um Sie was zu vögeln“, lässt Anastasia im Interview mit Christian tief blicken, um sich dann aber doch noch mit „Äh, um Sie was zu fragen“ zu korrigieren. Auf diesem Niveau bewegt sich „49½ Shades! Die Musical Parodie“, für mein Empfinden alberner, derber Klamauk, der vor Zoten nur so strotzt. Dass eine solche Show die Zuschauer polarisiert, kann nicht wirklich verwundern. Wer nicht diesen ganz speziellen Humor mitbringt, und davon eine gehörige Portion, der wird am Ende womöglich keinen Gefallen daran finden. Vorsorglich ist das Stück aus diesem Grund auch mit einer Altersempfehlung ab 17 Jahren versehen. Anna Bolk, die bereits für „Heisse Zeiten – Wechseljahre“ weitere Songtexte verfasst hat – Bärbel Arenz zeichnete für die Songtexte verantwortlich – hat die deutschen Liedtexte zu „49½ Shades! Die Musical Parodie“ geschrieben, die in die „gleiche Kerbe schlagen“. Anastasias Song „Ein Loch“, in dem sie mit „Da ist ein Loch, ganz tief in mir. Da fehlt mir ein Stück. Es ist an der Zeit: Das Loch gehört geflickt.“ ihre Jungfräulichkeit besingt, mag davon einen Eindruck vermitteln. Die Partitur von Jody Shelton und Dan Wessels changiert zwischen Balladen und Popmusik, mit Anleihen bei bekannten Klassikern wie bei „Ich geh mit ihm mit“ nach dem Original „Chariot“, 1962 von Petula Clark aufgenommen/„I will follow him“, 1963 von Little Peggy March aufgenommen, „Flamme aus der Glut“ nach dem Original „Eternal Flame“ 1988 von den Bangles aufgenommen, oder „Lass es raus“ nach dem Original „Let’s get loud“, 1999 von Jennifer Lopez für ihr Debütalbum aufgenommen. Auf der linken Bühnenseite nehmen die vier Musiker unter der Leitung von Jan Christof Scheibe, der auch für die Arrangements verantwortlich zeichnet, auf einer Art Veranda Platz, nachdem sie sich zu Beginn des Stücks den Damen aus dem Ensemble als Domina unterworfen haben. Im Mittelpunkt der Bühne von Tom Presting steht die Couch in Sabines Haus, das mit dem Gartenzwerg im Vorgarten in der Projektion auf die Bühnenrückwand typische Reihenhaus-Idylle vermittelt. Dreht man die Couch um, so verwandelt sich diese in Anastasias Bett, womit die beiden zunächst deutlich getrennten Handlungsstränge versinnbildlicht werden. Im weiteren Verlauf verwischen die Grenzen zwischen den beiden Handlungssträngen zusehends, Susanne, Jutta und Sabine interagieren mit den Figuren aus dem Roman, und irgendwann herrscht nur noch das heillose Chaos. Optischer Höhepunkt der Aufführung sind zweifellos die tanzenden rosa Penisse (Kostümbild: Mario Reichlin), ob man die Szene allerdings lustig findet oder eher peinlich, ist eine andere Frage. Gleiches gilt für das Schattentheater zu Beginn des zweiten Aktes, mit dem die überaus detaillierte Darstellung des Geschlechtsverkehrs im Roman aufs Korn genommen werden soll, kein Kommentar. Die übrigen abwechslungsreichen Choreografien von Paul Kribbe sind gelungen und begeistern das Publikum.

Sabine Urig (Sabine), Ines Martinez (Jutta) und Kira Primke (Susanne) liefern grundsolide Arbeit ab, wobei Kira Primke als Mauerblümchen mit dem Running Gag, alle naselang pischern zu müssen, noch den harmlosesten Part erwischt hat. Doch stille Wasser sind bekanntlich tief, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie schließlich – wie auch die beiden anderen Damen – in Fetischbekleidung zur BDSM-Fraktion wechselt. Kira Primke ist außerdem in der Rolle von Anastasias partyfreudiger Mitbewohnerin Katrin zu sehen. Im Gegensatz zur Romanvorlage dominiert Beatrice Reece mit einer Größe von 172 cm als Anastasia Steele den 8 cm kleineren André Haedicke in der Rolle des Christian Grey mit körperlicher Präsenz, zuletzt hat sie am Grillo-Theater Essen im Comedy-Musical „Die Erschaffung der Welt – Das Musical“ u. a. den Dinosaurier gespielt, und wenn André Haedicke im Borat Mankini auf der Bühne auch noch Bauch- und Brustansatz erkennen lässt – hätte er doch nur seinen eleganten grauen Anzug anbehalten – hat man keinen Zweifel mehr, dass „Shades of Grey“ hier nicht nur persifliert, sondern eben gänzlich „auf den Kopf gestellt“ wird. Beatrice Reece hat in der Aufführung die dankbarste Rolle, muss sich an keiner Stelle die Blöße geben und überzeugt mit großer Stimme. Dagegen bleibt André Haedicke eher unscheinbar, keine Spur von Strahlemann, was aber offensichtlich so gewollt ist. Ebenfalls in einer Doppelrolle zu sehen ist Dustin Smailes, zunächst als Anastasias Liebhaber José, ein feuriger Latin-Lover mit spanischem Akzent, der sie aufrichtig liebt, aber nicht von ihr erhört wird, und später in Gestalt eines Transvestiten mit blonder Lockenperücke und goldenem Glitzerkleid als ihre Innere Göttin, ihr Unterbewusstsein, das beständig nach extraordinärem Sex verlangt.

Angesichts der schockierenden Erkenntnis, wenn man die Verkaufszahlen des Romans als Indiz nimmt, dass Millionen von Frauen offenbar die Phantasie gefällt, von einem Mann komplett unterworfen zu werden, ist es nur folgerichtig, dass Frauen mit „49½ Shades! Die Musical Parodie“ ebenfalls mehr anfangen können als Männer. Zumal viele Zoten eben doch auf Kosten der Männer gehen. Sabines Ehemann, der als schnarchender, flatulierender Pandabär dargestellt wird, der auf der Couch herumliegt, spricht für sich.

Im philosophisches Werk „Also sprach Zarathustra“ von Friedrich Nietzsche bekommt Zarathustra vom alten Weiblein die „kleine Wahrheit“ „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“ geschenkt, die oft missverstanden wird. Wer beim Besuch von „49½ Shades! Die Musical Parodie“ seine Peitsche vergessen hat, kein Problem: Der Souvenirverkauf hält entsprechende Züchtigungsmittel eines Erotik-Unternehmens für das geneigte Publikum bereit. „49½ Shades! Die Musical Parodie“ ist noch bis 23. März 2014 im Capitol Theater Düsseldorf zu sehen und soll in der Folgezeit in der Maag Halle in Zürich, im St. Pauli Theater in Hamburg, im Admiralspalast Berlin und im Musical Theater Bremen aufgeführt werden.

Haben Sie „49½ Shades! Die Musical Parodie“ selbst schon gesehen? Wie hat Ihnen die Vorstellung gefallen?

Sonntag, 16. Februar 2014

Christian Alexander Müller: „Heroes“

„Heroes“ – Gesangssolisten: Christian Alexander Müller, Judith Lefeber, Maike Switzer, Roberta Valentini, Simon Rottluff. Arrangements, Musikalische Leitung: Heiko Lippmann. Musiker: Dennis Becker (Gitarre), Tom Bitterlich (Keyboard), Peter Fischer (Bass), Julia Flögel (Cello), Frank Lange (Drums), Heiko Lippmann (Flügel). Premiere: 14. Februar 2013, Markuskirche Chemnitz. Besuchtes Konzert: 15. Februar 2014, Christuskirche Bochum.



„Heroes“


Das aktuelle Konzertprogramm von Christian Alexander Müller in der Bochumer Christuskirche


Am 14. Februar 2013 präsentierte Christian Alexander Müller mit seiner zusammen mit Nadine Wagner gegründeten Heartmade Productions GbR erstmals sein Konzertprogramm „Heroes“ in der Markuskirche in Chemnitz. Nun hat er das Programm überarbeitet und am 13. Februar 2014 am Opernhaus Chemnitz und am 15. Februar 2014 in der Christuskirche in Bochum zur Aufführung gebracht. Als Special Guests hatte er sich dieses Jahr Judith Lefeber, Maike Switzer, Roberta Valentini und Simon Rottluff eingeladen, die Musikalische Leitung lag wiederum in den erfahrenen Händen von Heiko Lippmann.

Christian Alexander Müller aus Karl-Marx-Stadt erlebte als der jüngste Darsteller des Phantoms in Andrew Lloyd Webbers „Das Phantom der Oper“ am Colosseum Theater in Essen seinen Durchbruch, und ist dem Wiener Publikum ebenfalls in dieser Rolle aus der konzertanten Aufführung des Originals vom 29. November bis 9. Dezember 2012 im Ronacher bekannt. Augenblicklich ist er noch bis zum 20. Juni 2014 am Opernhaus Chemnitz in „Elton John & Tim Rice’s Aida“ in der Rolle des ägyptischen Heerführers Radames zu sehen, Judith Lefeber spielt die nubische Prinzessin Aida, und Bettina Mönch/Julia Lißel die Pharaonentochter Amneris.

Platz des europäischen Versprechens mit dem Turm der Christuskirche

Helden sind in der Bochumer Christuskirche durchaus ein besonderes Thema: Im Sockelgeschoss des Turms, der als Mahnmal gegen den Krieg erhalten ist, gibt es eine „Heldengedenkhalle“, in der die Namen von 1.358 Bochumer Gefal­le­nen des Ers­ten Welt­krie­ges verzeichnet sind, wobei die Sol­da­ten ziemlich naiv als Hel­den gefei­ert wur­den. Und dann gibt es auch noch den „Platz des europäischen Versprechens“ des Konzeptkünstlers Jochen Gerz vor der Christuskirche, ein in meinen Augen grandios gescheitertes Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010: Von den 25 Basaltbodenplatten aus Armenien, die sich über den Vorplatz ausbreiten und auf denen die Namen der Autoren zu lesen sein sollen, die Europa ein persönliches Versprechen gegeben haben, das jedoch unveröffentlicht bleibt, ist mehr als drei Jahre nach der geplanten Einweihung des Platzes keine einzige zu sehen… Lassen wir das und wenden uns lieber den Bühnenhelden zu, mit denen sich Christian Alexander Müller und seine Gäste in der zweiten Auflage seines Konzert­programms auseinander­setzen: Hercules, Gringoire, Don Quijote, der bucklige Pippin, Grace „Gráinne“ O´Malley und der Seemann Tiernan, Martin Guerre, Jean Valjean, Henry Jekyll, Sarah und Graf von Krolock, Christine Daaé und das Phantom der Oper, Prinzessin Aida und Heerführer Rademes u. v. m. Mit seiner Songauswahl und den damit verbundenen Helden trägt er seiner klassischen Ausbildung an den Hochschulen für Musik und Gesang in Rostock und Weimar Rechnung, Galileo Figaro findet man in seinem Programm ebenso wenig wie Tommy. Doch das Repertoire an etwas klassischer angelegten Musicalpartien ist schier unerschöpflich, so dass sich damit mit Leichtigkeit mehr als nur ein Konzertabend bestreiten lässt.

Im ersten Titel des Konzertabends „Ich werd´s noch beweisen“/„Go the distance“ aus dem Zeichentrickfilm „Disney´s Hercules“ beginnt Simon Rottluff den Song mit dem deutschen Text von Frank Lenart, geht dann durch den Mittelgang der Kirche zwischen den Zuschauern nach hinten ab, woraufhin Christian Alexander Müller ähnlich gekleidet von hinten auftritt und den Song im englischen Original von David Zippel beendet. Durch die ähnliche Kleidung sieht es so aus, als sei Simon Rottluff das junge Alter Ego von Christian Alexander Müller, und der Sänger sei quasi im Verlauf des Songs älter geworden, gereift. Für eine bessere Continuity hätte es mir persönlich besser gefallen, wenn Christian Alexander Müller den Song auch mit dem deutschen Text beendet hätte. Dies ist sicherlich Geschmacksache, genau wie ich bei dem nächsten Song „The Age of the Cathedrals“ aus dem französischen Musical „Notre-Dame de Paris“ von Richard Cocciante das französische Original „Le Temps des cathédrales“ von Luc Plamodon vor der englischen Version von Will Jennings favorisiert hätte, da damit die wachsende Bedeutung der französischen Musicals für das Genre stärker in den Fokus gerückt wäre. Ungeachtet dessen hat Christian Alexander Müller beide Songs, eigentlich alle Songs des Abends stimmgewaltig und mit großer Hingabe präsentiert. In einem Block von vier aufeinander folgenden Songs von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil konnte auch Roberta Valentini als Grace „Gráinne“ O´Malley im Duett „Here on this night“ mit Christian Alexander Müller und solistisch mit „Woman“ begeistern. Zu einem Höhepunkt des ersten Teils geriet Christian Alexander Müllers berührender Song „Bring ihn heim“ aus „Les Misérables“, der vom Publikum mit Stehapplaus heftig akklamiert wurde. Nicht ganz ohne Stolz berichtete Christian Alexander Müller, dass er die Rolle des Jean Valjean tatsächlich in der Spielzeit 2014/2015 in einer Bühnen­produktion verkörpern wird, wobei er aber noch nicht verraten dürfe, an welchem Theater dies sein wird.

Setliste des ersten Teils:
  • Simon Rottluff, Christian Alexander Müller: „Ich werd´s noch beweisen!“/„Go the Distance“ aus „Hercules“ von Alan Menken, David Zippel, Frank Lenart
  • Christian Alexander Müller: „The Age of the Cathedrals“ aus „Notre-Dame de Paris“ von Richard Cocciante, Luc Plamodon, Will Jennings
  • Christian Alexander Müller, Simon Rottluff: „Man of La Mancha“ aus „Man of La Mancha“ von Mitch Leigh, Joe Darion
  • Christian Alexander Müller: „Corner of the Sky“ aus „Pippin“ von Stephen Schwartz
  • Christian Alexander Müller: „With You“ aus „Pippin“ von Stephen Schwartz
    Simon Rottluff: „Warum, wieso?“ aus „Tarzan“ von Phil Collins
  • Christian Alexander Müller: „Engel aus Kristall“ aus „3 Musketiere“ von Rob und Ferdi Bolland, Wolfgang Adenberg
  • Christian Alexander Müller, Roberta Valentini: „Here on this night“ aus „The Pirate Queen“ von Claude-Michel Schönberg, Alain Boublil, Richard Maltby, Jr.
  • Roberta Valentini: „Woman“ aus „The Pirate Queen“ von Claude-Michel Schönberg, Alain Boublil, Richard Maltby, Jr.
  • Christian Alexander Müller: „Martin Guerre“ aus „Martin Guerre“ von Claude-Michel Schönberg, Alain Boublil, Stephen Clark
  • Christian Alexander Müller: „Bring ihn heim“ aus „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg, Alain Boublil, Heinz Rudolf Kunze
  • Christian Alexander Müller, Maike Switzer: „Falling slowly“ aus „Once“ von Glen Hansard, Markéta Irglová
  • Christian Alexander Müller: „Ich muss erfahr´n“ und „Dies ist die Stunde“ aus „Jekyll & Hyde“ von Frank Wildhorn, Leslie Bricusse, Susanne Dengler

Den zweiten Teil des Konzertabends begann Christian Alexander Müller mit den beiden Songs „Totale Finsternis“ und „Die unstillbare Gier“, wobei ihn Roberta Valentini als Duettpartnerin im ersten Song unterstützte. Obwohl die Rolle des Grafen von Krolock bisher an ihm vorbeigegangen sei, wurde seine beeindruckende Interpretation des Songs „Die unstillbare Gier“ ebenfalls mit Jubel und Stehapplaus bedacht. In dem folgenden Song „Love never dies“ von Andrew Lloyd Webber, Glenn Slater und Charles Hart, dessen Melodie bereits aus dem Song „Our kind of love“ aus Andrew Lloyd Webbers früherem Musical „The Beautiful Game“ bekannt ist, konnte Maike Switzer das Publikum als Christine Daaé begeistern, bevor Christian Alexander Müller „Till I hear you sing“ aus der Fortsetzung zu „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber zelebrierte. Als letzter Gast war auch noch Judith Lefeber mit von der Partie, die die Rolle der nubischen Prinzessin Aida in „Elton John & Tim Rice’s Aida“ bereits ab Oktober 2004 bis zur Dernière am 22. Juli 2005 am Colosseum Theater gespielt hat und zunächst „So einfach – so schwer“ präsentiert hat, bevor sie mitsamt dem Publikum Christian Alexander Müller im Duett „Sind die Sterne gegen uns?“ derart zum Lachen gebracht hat, dass er sich kurzzeitig abwenden musste, um den Song fortsetzen zu können. Sein Kommentar dazu: „Das passiert immer.“ (Tatsächlich war dies einem Medienbericht zufolge bei dem Konzert in Chemnitz zwei Tage zuvor auch der Fall.) Terzette, die von Frauen gesungen werden, haben im Musical durchaus Seltenheitswert, und so konnten Maike Switzer, Judith Lefeber und Roberta Valentini mit „Wer kann schon ohne Liebe sein?“ aus „3 Musketiere“ für sich einnehmen.

Setliste des zweiten Teils:
  • Christian Alexander Müller, Roberta Valentini: „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman, Michael Kunze
  • Christian Alexander Müller: „Die unstillbare Gier“ aus „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman, Michael Kunze
  • Maike Switzer: „Love never dies“ aus „Love never dies“ von Andrew Lloyd Webber, Glenn Slater, Charles Hart
  • Christian Alexander Müller: „Till I hear you sing“ aus „Love never dies“ von Andrew Lloyd Webber, Glenn Slater, Charles Hart
  • Judith Lefeber: „So einfach – so schwer“ aus „Elton John & Tim Rice´s Aida“ von Elton John, Tim Rice, Michael Kunze
  • Christian Alexander Müller, Judith Lefeber: „Sind die Sterne gegen uns“ aus „Elton John & Tim Rice´s Aida“ von Elton John, Tim Rice, Michael Kunze
  • Maike Switzer, Judith Lefeber, Roberta Valentini: „Wer kann schon ohne Liebe sein“ aus „3 Musketiere“ von Rob und Ferdi Bolland, Wolfgang Adenberg
  • Christian Alexander Müller, Simon Rottluff: „Wer ich wirklich bin“ aus „Tarzan“ von Phil Collins
  • Alle: „Selbstliebe“ (im Original „As I began to love myself“) von Charlie Chaplin (?)
  • Judith Lefeber, Maike Switzer, Roberta Valentini: „Hero“ von Mariah Carey

Nachdem das Publikum Christian Alexander Müller nach zwei vorbereiteten Zugaben, bei denen „Die Musik der Nacht“ aus Andrew Lloyd Webbers „Das Phantom der Oper“ natürlich nicht fehlen durfte, immer noch nicht ziehen lassen wollte, entschied er sich spontan, das beinahe dreistündige, kurzweilige Konzert mit „Corner of the Sky“ aus dem ersten Teil des Abends zu beenden.

Zugaben:
  • Christian Alexander Müller: „Anthem“ aus „Chess“ von Benny Andersson, Björn Ulvaeus, Tim Rice
  • Christian Alexander Müller: „Die Musik der Nacht“ aus „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber, Charles Hart, Richard Stilgoe, Mike Batt, Michael Kunze
  • Christian Alexander Müller: „Corner of the Sky“ aus „Pippin“ von Stephen Schwartz

„Heldengedenkhalle“ im Sockelgeschoss des Turms


Freitag, 7. März 2014

Nach der offiziellen Präsentation des Spielplans 2014/2015 am Landestheater Linz hat Christian Alexander Müller bestätigt, dass er in der Inszenierung von Matthias Davids die Rolle des Jean Valjean spielen wird, Premiere ist am 27. September 2014.

Freitag, 14. Februar 2014

Vorschau: „Into the Woods“

„Into the Woods“ – inspiriert von „The Uses of Enchantment: The Meaning and Importance of Fairy Tales“ von Bruno Bettelheim; Musik, Lyrics: Stephen Sondheim; Buch: James Lapine; Deutsche Übersetzung: Michael Kunze; Inszenierung: Peter Carp; Choreografie: Morgan Nardi; Bühne: Caroline Forisch; Kostüme: Sebastian Ellrich; Licht: Stefan Meik; Ton: Heiko Jooß; Dramaturgie: Rüdiger Bering; Musikalische Leitung: Patricia M. Martin, Michael David Mills. Darsteller: Jürgen Sarkiss (Erzähler/geheimnisvoller Mann), Inga Krischke (Aschenputtel), Hanna Mall (Florinda), Catherine Chikosi (Lucinda, Aschenputtels Stiefschwestern), Susanne Burkhard (Aschenputtels Stiefmutter), Jan Nicolas Bastel (Wolf/Aschenputtels Prinz), Richard-Salvador Wolff (Hans), Anja Schweitzer (seine Mutter), Tim Al-Windawe (Bäcker), Yvonne Natalie Forster (seine Frau), Karina Schwarz (Hexe), Anna Winter (Rapunzel), Merlin Fargel/Alexander Sasanowitsch (Rapunzels Prinz), Vera Anna Marie Weichel (Rotkäppchen), Hermann Bedke/Merlin Fargel (Kammerdiener), Alexander Sasanowitsch/Hermann Bedke (Oma). Uraufführung: 4. Dezember 1986, Old Globe Theatre, San Diego, California. Broadway Premiere: 5. November 1987, Martin Beck Theatre, New York City. West End Premiere: 25. September 1990, Phoenix Theatre, London, UK. Deutschsprachige Erstaufführung: 31. März 1990, Theater Heilbronn, Heibronn. Premiere: 11. April 2014, Theater Oberhausen.



„Into the Woods“


Das Abschlussprojekt der Studierenden im Studiengang Musical der Folkwang Universität der Künste in Kooperation mit dem Theater Oberhausen


Nachdem der Studiengang Musical der Folkwang Universität der Künste in Essen „Into the Woods“ 2009 als Kooperation mit dem Theater Hagen (Premiere 3. Oktober 2009, Regie Gil Mehmert) mit Guildo Horn als Erzähler/geheimnisvoller Mann gezeigt hat, inszeniert Intendant Peter Carp in der Spielzeit 2013/2014 das Musical mit den Studierenden der Folkwang Universität und den Schauspielern aus dem Ensemble des Theaters Oberhausen unter der Musikalischen Leitung von Patricia M. Martin und Michael David Mills, Premiere ist am 11. April 2014 am Großen Haus. Weitere Termine: 12. und 26. April, 3., 11., 21. und 28. Mai, 6., 13. und 22. Juni 2014.

Komponist Stephen Sondheim (Musik, Text) und Autor James Lapine (Buch) lassen in „Into the Woods“ mehrere Handlungsstränge bekannter Grimm´scher Märchen (Aschenputtel, Dornröschen, Hans im Glück, Rapunzel, Rotkäppchen, Schneewittchen) auf intelligente und amüsante Weise simultan ablaufen und zeigen gleichzeitig die Problematik menschlicher Entwicklung vom Kind zum sozial verantwortlichen Erwachsenen auf. Der Bäcker und seine Frau leiden unter dem Fluch der Kinderlosigkeit, den eine böse Hexe über sie ausgesprochen hat. Um sich davon zu befreien, müssen sie sich vier Gegenstände beschaffen und daraus einen Zaubertrank bereiten: Rotkäppchens Umhang, eine Kuh von Hans im Glück, Rapunzels goldenes Haar und Aschenputtels Schuh. Am Ende des ersten Aktes scheinen sich für die Märchenhelden alle ihre Wünsche zu erfüllen: die Frau des Bäckers wird schwanger, Aschenputtel und Rapunzel bekommen ihre Prinzen und die böse Hexe verwandelt sich sogar in eine strahlende Schönheit, wobei sie ihre Zauberkraft verliert. Doch das Glück der Protagonisten ist nicht von Dauer, im zweiten Akt werden die Figuren mit den Konsequenzen ihres früheren Handelns konfrontiert. Es muss erst etliche Tote geben, bis die Überlebenden einsehen, dass sie nur mit Solidarität die Bedrohung abwenden können. Na dann… Ab in den Wald!

Im Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste werden jährlich zum Sommersemester 6 StudentInnen aufgenommen. Die Studienplätze an den staatlichen Hochschulen sind sehr begehrt, allein an der Folkwang Universität gab es in den letzten Jahren 180 Bewerber für die 6 Studienplätze im Studiengang Musical. In acht Semestern erfolgt eine grundlegende und breit gefächerte Ausbildung in den Bereichen Schauspiel, Tanz und Gesang. Des weiteren gehören zum Studium die Fächer Musiktheorie, Bewegungslehre, Musical- und Theatergeschichte, die im späteren Verlauf des Studiums durch Liedinterpretation, Combo-Auftritte und verschiedenartigste Theaterprojekte ergänzt werden. Viele dieser Projekte finden in den Aufführungsräumen der Hochschule statt und erfreuen sich beim Publikum größter Beliebtheit. Seit einigen Jahren wird zunehmend auf Koproduktionen mit externen Veranstaltern Wert gelegt, damit die Studierenden so früh wie möglich Erfahrungen im professionellen Theaterbetrieb sammeln können.

Kooperationen:
  • 2000: „The Apple Tree“, Choreographisches Zentrum NRW, PACT Zollverein
  • 2003: „Merrily we roll along“, Kooperation mit dem Musicalensemble NRW e. V., Tor 2, Essen
  • 2005: „The Wild Party“, Kooperation mit „Stars in Concert“, Weststadthalle Essen
  • 2006: „Bat Boy“, Kooperation mit dem Stadttheater Minden
  • 2007: „Pinkelstadt“, Kooperation mit dem Theater am Kirchplatz, Schaan (Liechtenstein)
  • 2009: „Into the Woods“, Kooperation mit dem Theater Hagen
  • 2010: „High Fidelity“, Kooperation mit dem Theater im Rathaus, Essen
  • 2011: „One Touch of Venus“, Kooperation mit dem Erholungshaus der Bayer AG, Leverkusen
  • 2012: „Ein Mann geht durch die Wand“, Kooperation mit dem Theater im Rathaus, Essen
  • 2013: „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“, Kooperation mit dem Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, und der Konzertdirektion Landgraf
  • 2014: „Into the Woods“, Kooperation mit dem Theater Oberhausen
Die Bandbreite der als Abschlussproduktionen aufgeführten Musicals reicht von den 1930er Jahren bis in die neueste Musicalgeschichte. In den Abschlussprojekten präsentiert jeweils der dritte und vierte Jahrgang des Studiengangs Musical eine große Ensembleproduktion, in diesem Jahr sind an „Into the Woods“ Tim Al-Windawe (Bäcker), Jan Nicolas Bastel (Wolf/Aschenputtels Prinz), Yvonne Natalie Forster (Frau des Bäckers), Inga Krischke (Aschenputtel), Vera Anna Marie Weichel (Rotkäppchen) und Richard-Salvador Wolff (Hans) (4. Jahrgang) sowie Hermann Bedke (Kammerdiener/Oma), Catherine Chikosi (Lucinda), Merlin Fargel (Rapunzels Prinz/Kammerdiener), Hanna Mall (Florinda), Alexander Sasanowitsch (Rapunzels Prinz/Oma) und Anna Winter (Rapunzel) (3. Jahrgang) beteiligt. Die Rollen des Erzählers/geheimnisvollen Manns, Aschenputtels Stiefmutter, Hans´ Mutter u. a. werden von den Schauspielern aus dem Ensemble des Theaters Oberhausen übernommen. Auch über die Abschlussproduktionen hinaus besteht eine Zusammenarbeit mit zahlreichen nordrhein-westfälischen Bühnen, unter anderem in Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen. Begehrt ist der Studiengang Musical mit seinem Programm zudem als Gast bei Sonderveranstaltungen und Galas für Unternehmen sowie politisch und kulturell hochrangigen Veranstaltungen, beispielsweise der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Meeting – Musical Eigenarbeit

„Meeting“ – Musical Eigenarbeit der Studierenden der Folkwang Universität der Künste Essen; Musik, Liedtexte: verschiedene Komponisten und Librettisten; Buch: who knows; Regie: who cares; Choreografie: who knows about. Darsteller: Tim Al-Windawe, Jan Nicolas Bastel, Yvonne Natalie Forster, Inga Krischke, Vera Anna Marie Weichel, Richard-Salvador Wolff. 13. Februar 2014. Pina Bausch Theater, Essen.



„Meeting“


Das „geheime“ Abschlussstück des 3. Jahrgangs


Der Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste besteht inzwischen seit 25 Jahren, vor fünf Jahren wurde das Studium auf den Bachelor-Studiengang umgestellt. „2005 wurde erstmals ein Jahrgang aufgefordert, zum Ende des 6. Semesters ein Projekt in Eigenregie auf den Weg zu bringen. Vorgabe: Findet eine dramturgische Klammer, die erlernten Ausdruckselmente zu einer Stunde Theater zusammenzufügen! Und es schien ein schöner Ausblick, damit nicht nur das Ende eines Ausbildungsjahres, sondern auch die für alle gleichermaßen aufregende und anstrengende Aufnahmeprüfungswoche abzurunden. … Inzwischen hat sich die Eigenarbeit zum geheimen und vielleicht sogar aussagekräftigeren Abschlussstück der Klassen entwickelt. Wozu die Studierenden in der Lage sind, wenn man sie lässt und ihnen vertraut, ist absolut erstaunlich und ein Spiegel unser aller Arbeit, in den zu schauen jedes Jahr noch größere Freude bereitet.“ (Prof. Gil Mehmert, „Eigenarbeit“ in 20 Jahre Folkwang Musical: Musik, Theater, Tanz – drei Disziplinen, ein Studiengang. Folkwang Hochschule, Hrsg., 2009) Im Gegensatz zum offiziellen Abschlussprojekt – „Into the Woods“, Premiere 11. April 2014, Theater Oberhausen – ist die Eigenarbeit insofern geheim, dass sie nicht im Veranstaltungskalender der Folkwang Universität aufgeführt ist. Dementsprechend sollte man vielleicht auch nicht öffentlich darüber berichten, aber wir leben schließlich in einem freien Land…

Die Musical Eigenarbeit des 3. Jahrgangs ist lediglich durch Mund-zu-Mund-Propaganda bereits so gut besucht, dass das Pina Bausch Theater regelmäßig aus allen Nähten platzt, dem Vernehmen nach hat es bereits Produktionen gegeben, zu denen gar nicht alle am Eingang wartenden Besucher eingelassen werden konnten. Dies ist insofern nicht verwunderlich, als man dort auch regelmäßig die übrigen Studierenden, Alumni und sogar ehemalige Lehrende des Studiengangs Musicals trifft. In diesem Jahr hatten Tim Al-Windawe, Jan Nicolas Bastel, Yvonne Natalie Forster, Inga Krischke, Vera Anna Marie Weichel und Richard-Salvador Wolff zu einem „Meeting“ eingeladen, aber nicht zu einer dieser nervigen Arbeitsbesprechungen, sondern zu einer Begegnung auf dem Dach… Musikalisch begleitet wurden sie an diesem Abend von einer fünfköpfigen Combo, befreundete Musiker aus der Jazz-Abteilung der Folkwang Universität unter der Musikalischen Leitung von Pascal Schweren am Flügel.

Der gebürtige Berliner Tim Al-Windawe ist/war in folgenden Produktionen zu sehen:
  • Bäcker in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • Die beste „Best of Broadway Radio Show“ (25. Januar 2014, Funkhaus Wallrafplatz)
  • Georg Zirschnitz in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • Annas in „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Jan Nicolas Bastel aus Künzelsau stand/steht in folgenden Rollen auf der Bühne:
  • Wolf/Aschenputtels Prinz in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • „Jesus Christ Superstar“ am Theater Bonn (Premiere 13. Oktober 2013, Regie Gil Mehmert)
  • Ernst Röbel in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • Petrus in „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Yvonne Natalie Forster aus Freiburg ist/war in folgenden Produktionen zu sehen:
  • Frau des Bäckers in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • „Jesus Christ Superstar“ am Theater Bonn (Premiere 13. Oktober 2013, Regie Gil Mehmert)
  • Anna in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • Mädchen am Feuer in „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • Grace Davis/PolizistStreet Scene“ am Musiktheater im Revier (Premiere 22. September 2012, Regie Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Die gebürtige Berlinerin Inga Krischke spielt/spielte in folgenden Produktionen mit:
  • Aschenputtel in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • Isabelle in „Ein Mann geht durch die Wand“ (Tournee-Premiere 7. Januar 2014, Regie Gil Mehmert)
  • Mädchen am Feuer in „Jesus Christ Superstar“ am Theater Bonn (Premiere 13. Oktober 2013, Regie Gil Mehmert)
  • Thea in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • Joanna/Graduationgirl/Violinschülerin/Polizist in „Street Scene“ am Musiktheater im Revier (Premiere 22. September 2012, Regie Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Vera Anna Marie Weichel aus Hamburg stand/steht in folgenden Produktionen auf der Bühne:
  • Rotkäppchen in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • „Jesus Christ Superstar“ am Theater Bonn (Premiere 13. Oktober 2013, Regie Gil Mehmert)
  • Christa in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • Mary Hildebrand in „Street Scene“ am Musiktheater im Revier (Premiere 22. September 2012, Regie Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Der gebürtige Berliner Richard-Salvador Wolff ist/war in folgenden Produktionen zu sehen:
  • Hans in „Into the Woods“ am Theater Oberhausen (Premiere 11. April 2014, Regie Peter Carp)
  • Otto in „Spring Awakening (Frühlings Erwachen)“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Premiere 15. März 2013, Regie Wolfgang Türks)
  • Simon Zelotes in „Jesus Christ Superstar“ im Martin Luther Forum Ruhr, Gladbeck (Premiere 1. Dezember 2012, Szenische Einrichtung Gil Mehmert)
  • Charlie Hildebrand/Polizist in „Street Scene“ am Musiktheater im Revier (Premiere 22. September 2012, Regie Gil Mehmert)
  • „Die Fledermaus“ im Aalto-Theater Essen (Premiere 10. Dezember 2011, Regie Gil Mehmert)
Das Schicksal führt sechs völlig unterschiedliche Charaktere auf einem Dach zusammen: Inga Krischke als Flugbegleiterin Judith, die durch einen Stäbchenschnelltest von ihrer Schwanger­schaft erfährt und gar nicht mehr dazu kommt, ihrem Freund am Handy davon zu berichten, da dieser sie bei ihrem Anruf mit seiner neuen Freundin konfrontiert, Tim Al-Windawe als harmoniebedürftiger Mann im schwarzen Anzug, der ständig um Deeskalation bemüht ist, Yvonne Natalie Forster, die als toughe Geschäftsfrau nicht ohne ihr Handy auskommen kann und als erstes einen Zeitplan macht, wer wann und wie lange auf das Dach darf, Jan Nicolas Bastel als Malte Schlüpfer, der bereits ein Problem mit seinem Familiennamen hat, Vera Anna Marie Weichel als Rockerbraut Cassie, die optisch ein wenig an Mimi aus Rent erinnert, aber nicht auf Drogen ist, sondern es an der E-Gitarre bei „Cassie“ von der amerikanischen Post-Grunge-Band Flyleaf so richtig krachen lässt, und schließlich Richard-Salvador Wolff als ehemaliger Tänzer, der nicht mehr allein auf das Dach kommen kann, da er nach einem Verkehrsunfall nicht mehr laufen kann und im Rollstuhl auf fremde Hilfe angewiesen ist, sogar wenn er vom Dach springen möchte…

Mit Gesang, Tanz (als Highlights seien die Choreografie zu „It´s my life“ von Bon Jovi sowie eine Parodie auf typische Musical Choreografien bei „Gib mir mein Handy zurück“ zur Musik von „Midnight Train“ genannt, bei denen die Dame von ihren Tanzpartnern bei einer Hebefigur auf Händen getragen wird) und Schauspiel, viel Humor und einem Augenzwinkern wussten sie das vorwiegend jüngere Publikum im übervoll besetzten Pina Bausch Theater für sich einzunehmen, das nach gut einer Stunde Aufführungsdauer begeistert nach Zugabe verlangte, die es mit „It´s my life“ dann auch gab. Die Musical Eigenarbeit gibt natürlich einen guten Einblick in den Ausbildungsstand der Studierenden, aber sie zeigt auch deutlich, dass es auch ohne bombastischen Aufwand möglich ist, kurzweiliges, ansprechendes unterhaltendes Musiktheater auf die Bühne zu bringen.

Wer die Eigenarbeit im Pina Baussch Theater versäumt hat oder mehr von den Studierenden im Studiengang Musical der Folkwang Universität der Künste Essen sehen möchte, ab dem 11. April 2014 steht das Musical „Into the Woods“ als offizielles Abschlussprojekt in Kooperation mit dem Theater Oberhausen daselbst auf dem Spielplan.

Mittwoch, 12. Februar 2014

„Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“

Dahlbusch-Bombe als erstes Exponat der Unterwelten-Ausstellung eingetroffen

Das „Wunder von Lengede“ hat sie berühmt gemacht: die Dahlbusch-Bombe. Elf verschüttete Bergleute konnten mit Hilfe der schmalen Röhre im November 1963 nach zwei bangen Wochen gerettet werden. Der Prototyp der Rettungskapsel traf jetzt als erstes Objekt der neuen Ausstellung „Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“ im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund ein. Die Dahlbusch-Bombe ist eins von über 300 Exponaten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 29. März bis 2. November 2014 in der Ausstellung über Mythos und Realität der Welt jenseits des Sichtbaren in Dortmund präsentiert.

Neben dem Original, das 1955 auf der Gelsenkirchener Zeche Dahlbusch zur Rettung von drei Verschütteten gebaut wurde und heute zur Sammlung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum gehört, kommt auch ein Nachbau zum Einsatz. In diese Stahlkapsel können Besucher hineinklettern. „Wie es sich anfühlt, nach Tagen des verschüttet Seins wieder ans Tageslicht geholt zu werden, das können wir unseren Gästen natürlich nicht vermitteln“, erklärt Kuratorin Dr. Dagmar Kift. „Wie es sich anfühlt, in einer Röhre mit 38 Zentimetern Durchmesser zu stecken, das schon. Diese Erfahrung bieten wir im Rahmen von Führungen an.“

Kuratorin Dr. Dagmar Kift und Museumsmitarbeiter Klaus Rodenberg mit der Dahlbuschbombe. Foto: LWL/Holtappels

Die Arbeitswelt unter Tage ist eine von vielen Facetten der Ausstellung mit dem Untertitel „Zeichen und Zauber des anderen Raums“. Die Schau schlägt einen Bogen von Jenseits-Vorstellungen in verschiedenen Kulturen und Zeiten über die Infrastruktur unter Tage bis hin zu aktuellen Themen wie Fracking und Erdwärme. Inszenierungen und Exponate warten auf die Besucher, darunter eine 2.300 Jahre alte Mumie, ein seltener Kupferstich von Michelangelos „Jüngstem Gericht“, ein Notkoffer für den Luftschutzbunker und ein Bohrkern aus 5.000 Metern Tiefe.

Interviews, Filme, Fotos, zeitgenössische Kunst und Arbeiten von Schülern zeigen ein Thema, das die Menschheit seit ihrem Anbeginn beschäftigt. "Aus dieser Vielfalt entsteht in unserer Ausstellung ein Kaleidoskop der bedrohlichen und zugleich faszinierenden Unterwelten", so Projektleiter Dr. Eckhardt Schinkel. Ein umfangreiches Programm mit Exkursionen, Vorträgen, Film, Lesungen, Theater und Poetry-Slam wird die Ausstellung begleiten. Weitere Informationen unter http://www.unterwelten.lwl.org.

Ballet Revolución

„Ballet Revolución“ – Choreografie: Aaron Cash, Roclan Gonzalez Chavez; Kostümdesign: Jorge Gonzalez; Lichtdesign: Michael Buenen. Tänzer: Yeleny Aguirre Cama, Heidy Batista García, Yasim Coronado Veranes, Leydi Marlen Crespo Castillo, Jesús Elías Almenares, Wuillys Estacholi Silveira, Yanier Gómez Noda, Ariel Himeliz Mejica, Moisés León Noriega, Danilo Machado Meneses, Yuniet Meneses Solís, Yasser Pajares Rojas, Barbara Lisandra Patterson Sánchez, Alejandro Pérez Fernández, Lianett Rodriguez Gonzalez, Yasset Frank Roldan Garciarena, Jenny Sosa Martínez, Ledian Soto Rodriguez, Nadiezhda Caridad Valdes Carbonell. Band: Osmar Salazar Hernández (Musical Director, Bass), Thommy Garcia Rojas (Trompete), Marcos Alonso Brito (Gitarre), Michael Fernández Rega (Bass), Luis Palacios Galvez (Congas und Percussion), Carlos Gaytán Novoa (Piano und Keyboard), Rayhner Lasserie Echgoy (Drums), Weston Foster, Noybel Gorgoy Reyes (Gesang). Uraufführung: 1. Juli 2011, Regal Theatre, Subiaco City, Perth, Australien.



„Ballet Revolución“


Die kubanische Tanz-Show zum ersten Mal im Colosseum Theater Essen


Ballet Revolución, © Guido Ohlenbostel

Bereits 2011/2012 konnten die kubanischen Tänzerinnen und Tänzer von „Ballet Revolución“ das Publikum von Sydney über Berlin bis London und Paris mit ihrer überbordenden Energie, mit waghalsigen Sprüngen und sinnlichen Moves zwischen Ballett, zeitgenössischem Tanz, Streetdance und Hip Hop begeistern. Nun kehrt die kubanische Tanzshow vom 29. Dezember 2013 bis 3. August 2014 nach Europa zurück, neue Choreografien werden zusammen mit einer aktualisierten Setlist mit den brandneuen Chart-Hits von Rihanna, David Guetta, Beyoncé, Bruno Mars oder Usher u. a. in Wien, Berlin, Hamburg, Paris, Zürich, München, Frankfurt, Monte Carlo und Dresden zu sehen sein. Vom 11. bis 16. Februar 2014 gastiert „Ballet Revolución“ erstmals im Colosseum Theater Essen.

Ballet Revolución, © Guido Ohlenbostel

Nun mag sich der geneigte Leser fragen, was es mit „Ballet Revolución“ auf sich hat, denn ein Handlungsballett wie beispielsweise „Schwanensee“ bekommt man hier nicht zu sehen, und es wird auch nicht die Geschichte der Kubanischen Revolution als Ballett gezeigt. Natürlich weckt der Begriff Revolución gewisse Assoziationen, zumeist politischer Natur, doch Revolution bedeutet eben auch Wandel, Veränderung, und so steht „Ballet Revolución“ für einen Wandel vom Handlungsballett zu einer Verbindung von klassischem Ballett mit afrokubanischem und zeitgenössischem Tanz, Streetdance und Hip Hop, gepaart mit Akrobatik. Inwiefern dies dem umgangssprachlichen Verständnis von Revolution entspricht, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ballet Revolución, © Sven Darmer

Die Tanzshow beginnt mit dem Training im Ballettsaal, wobei dieser lediglich durch zwei Stangen angedeutet wird, ein Bühnenbild im klassischen Sinne gibt es bei „Ballet Revolución“ nicht, und obwohl die Tänzer sich auf Spanisch verständigen, dürfte den meisten Zuschauern doch der ein oder andere Begriff aus der Ballettterminologie bekannt vorkommen. Die folgende Sequenz könnte ebenso gut aus einem Handlungs­ballett stammen, doch schon wird mit einer Trillerpfeife die „Revolución“ auf der Bühne eingeläutet, die Trennung zwischen klassischer und moderner Tanzkunst wird aufgehoben, die bunten Kostüme der Cast (Kostüm­design: Jorge Gonzalez) und die fliegenden Braids der Tänzer unterstreichen das kubanische Flair der Show. Aaron Cash und Roclan Gonzalez Chavez zeichnen für die dynamischen, körperlich anspruchsvollen Choreografien verantwortlich. Mit scheinbar grenzenlosem Einfallsreichtum haben die beiden energiegeladene Esemble-Sequenzen, kraftvolle, teilweise akrobatische Pas de deux oder die als Pas de trois choreo­grafierte Ménage-à-trois kreiert, die von 7 Tänzerinnen und 12 Tänzern mit ihren athletischen Körpern leidenschaftlich umgesetzt werden. Eine überzeugende Ensemble-Leistung!

Ballet Revolución, © Bernd Uhlig

Ausgebildet wurden die Tänzer in ihrer Heimat an einer der weltweit angesehensten Tanzinstitutionen: der Universidad de las Artes (1961 als Escuela Nacional de Arte gegründet) mit ihrem renommierten Fachbereich für zeitgenössischen Tanz und der berühmten, von Ramona de Sáa geleiteten Escuela Nacional de Ballet de Cuba für den klassischen Tanz. Die Tanzausbildung wird auf der Karibikinsel stark gefördert, die Universitätsausbildung ist für Einheimische kostenlos und verspricht internationale Erfolgsaussichten. Der kubanischer Balletttänzer und Choreograf Carlos Acosta (* 2. Juni 1973 in Havanna) wurde von seinem Vater für seine Ausbildung an die Escuela Nacional de Ballet de Cuba geschickt, die kubanische Primaballerina Viengsay Valdés hat ihre Ausbildung an der Escuela Nacional de Arte 1994 als Tänzerin und Choreografin abgeschlossen, um zwei Beispiele zu nennen. In ihren Bewegungen vereinen die Tänzer den einzigartigen kubanischen Ausdruck mit höchster tänzerischer Brillanz.

Ballet Revolución, © Bernd Uhlig

Großen Anteil am Erfolg des Abends hat auch die achtköpfige Band, die zeitweilig durch entsprechende Beleuchtung hinter dem Gaze-Vorhang im hinteren Teil der Bühne sichtbar ist und die klassischen kubanischen sowie modernen latein­ame­ri­ka­nischen Sounds und R&B-Hits in rhythmisch betonten Arrangements live auf der Bühne interpretiert. Ohne die Leistung der übrigen Musiker schmälern zu wollen, seien Luis Palacios Galvez mit seinem Trommel-Solo an den Congas und Marcos Alonso Brito mit seinem Gitarren-Solo inmitten der Tänzer genannt, auch Noybel Gorgoy Reyes darf den Song „Read all about it“ von Emeli Sandé im Mittelpunkt der Tänzerinnen vor dem Gaze-Vorhang performen.

Moisés León Noriega in „Purple Rain“, © Bernd Uhlig

Bis 16. Februar 2014 ist „Ballet Revolución“ noch im Colosseum Theater Essen zu sehen, danach sind bis zum 3. August 2014 weitere Stationen u. a. im Congress Center Hamburg, Casino de Paris, der Alten Oper Frankfurt, dem Grimaldi Forum in Monaco und der Semperoper in Dresden geplant. Aktuelle Informationen zum Tourplan, Showzeiten und Terminen unter www.ballet-revolucion.de.

Haben Sie selbst „Ballet Revolución“ schon gesehen? Wie hat Ihnen die Tanzshow gefallen?

Montag, 10. Februar 2014

Der Besuch der alten Dame – Das Musical

„Der Besuch der alten Dame – Das Musical“ – nach der gleichnamigen Tragikomödie (1956) von Friedrich Dürrenmatt; Musik: Michael Reed, Moritz Schneider; Gesangstexte: Wolfgang Hofer; Buch: Christian Struppeck; Inszenierung: Andreas Gergen; Choreografie: Simon Eichenberger; Bühnenbild: Peter J. Davison; Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders; Lichtdesign: Mark McCullough; Sounddesign: Thomas Strebel; Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: Pia Douwes (Milliardärin Claire Zachanassian), Uwe Kröger (Einzelhändler Alfred Ill), Ethan Freeman (Klaus Brandstetter, Lehrer/alternierend Alfred Ill), Masha Karell (Mathilde Ill, Alfred Ills Frau/Cover Claire Zachanassian), Norbert Lamla (Gerhard Lang, Polizist), Hans Neblung (Matthias Richter, Bürgermeister), Gunter Sonneson (Johannes Reitenberger, Pfarrer), Jeroen Phaff (Roby, Bodyguard), Peter Kratochvil (Toby, Bodyguard), Dean Welterlen (Loby, Bodyguard/Cover Pfarrer, Polizist), Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian), Riccardo Greco (Junger Alfred Ill), Marianne Curn (Julia Ill, Alfred Ills Tochter), Niklas Abel (Tobias Ill, Alfred Ills Sohn), Ilia Hollweg/Sophie Graf/Johanna Öhner/Christina Weiss (Lena), André Bauer (Franz/Cover Loby), Katja Berg (Lenas Mutter/Cover Mathilde Ill), Arthur Büscher (Dance Captain), Rachel Colley (Anna), Fernand Delosch (Hoteldirektor/Cover Klaus Brandstetter, Cover Johannes Reitenberger), Shane Dickson (Walter/Cover Loby), Florian Fetterle (Richter/Cover Toby), Christian-Peter Hauser (Güllener Stadtältester/Cover Gerhard Lang, Cover Roby), Patricia Hodell (Trude, Cover Claire Zachanassian), Elisabeth Hübert, Armin Kahl (Georg Helmesberger/Cover Matthias Richter, Cover Alfred Ill), Hanna Kastner (Emilia/Cover Julia Ill, Cover Junge Claire Zachanassian), Kai Peterson (Walk-in Cover Matthias Richter), Wolfgang Postlbauer (Cover Roby), Gernot Romic (junger Polizist/Cover Tobias Ill, Cover Junger Alfred Ill), Gabriela Ryffel (Cover Julia Ill), Maike Schuurmans (Marie/Cover Mathilde Ill), Lutz Standop (Ernst/Cover Toby, Cover Klaus Brandstetter), Shari Lynn Stewen (Frau des Bürgermeisters/Cover Junge Claire Zachanassian), Heidi Suter, Bernhard Viktorin (Cover Junger Alfred Ill, Cover Tobias Ill). Uraufführung: 16. Juli 2013, Thuner Seespiele, Thun. Premiere: 19. Februar 2014, Ronacher, Wien.



„Der Besuch der alten Dame – Das Musical“


Noch 9 Tage bis zur Premiere im Ronacher


Michael Reed, Moritz Schneider (Musik), Wolfgang Hofer (Texte) und Christian Struppeck (Buch und Stückentwicklung) haben die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ (1956) von Friedrich Dürrenmatt als Musical für die Bühne adaptiert, das am 16. Juli 2013 bei den Thuner Seespielen uraufgeführt wurde und am 19. Februar 2014 im Ronacher in Wien seine österreichische Erstaufführung feiern wird. Die Vereinigten Bühnen Wien versprechen einen packenden Musicalthriller voller Spannung mit schwungvollen Tanznummern und mitreißenden Melodien. Die Protagonisten der Thuner Inszenierung von Andreas Gergen, allen voran Pia Douwes und Uwe Kröger, konnten auch für die Aufführungsserie in Wien gewonnen werden. Pia Douwes und Uwe Kröger werden erstmals nach „Elisabeth“ wieder gemeinsam in einer Musicalproduktion auf einer Bühne in Wien stehen.

Norbert Lamla (Gerhard Lang), Uwe Kröger (Alfred Ill), Ethan Freeman (Klaus Brandstetter) und Gunter Sonneson (Johannes Reitenberger)

Die Handlung:
Die Kleinstadt Güllen hat weiß Gott bessere Tage gesehen: Das Stadtbild verwittert, die Arbeitslosenrate steigt, die Stimmung ist mies. Da kommt es gerade recht, dass Claire Zachanassian, die reichste Frau der Welt, ihren Besuch angekündigt hat. Einst als Kläri Wäscher in Güllen aufge­wachsen, hat sie durch glückliche Ehen und guten Geschäfts­sinn ein Vermögen gemacht. Nun soll sie der Stadt unter die Arme greifen; dazu bringen soll sie ihr ehemaliger Liebhaber, der Krämer Alfred Ill.

An vertrauten Orten erinnert man sich zunächst gerührt an die alten Zeiten, doch beim abendlichen Festmahl lässt Claire die Bombe platzen: Sie ist bereit, die Stadt zu unterstützen, verlangt im Gegenzug aber Gerechtigkeit, weil Ill sie damals verlassen und verleumdet hat. Im Klartext: Geld gibt es nur, wenn Alfred Ill stirbt!

Selbstverständlich weist man dieses ungeheuerliche Ansinnen von sich, doch bereits am nächsten Morgen beginnt die Bevölkerung Güllens in der Hoffnung auf das baldige Ableben Ills auf Kredit einzukaufen. Alfred Ill sucht Hilfe bei seinen früheren Freunden, doch die versuchen ihn nur zu beruhigen und träumen bereits vom großen Geldsegen. Die Hatz beginnt, zunächst allerdings nur auf das Schoßhündchen von Madame, einen schwarzen Panther. Ill versucht Claire von ihrem Plan abzubringen; er droht, schmeichelt, bittet um Verzeihung – doch sie lässt sich trotz der wieder aufflammenden Liebe nicht von ihrem Plan abbringen. Auch andere Bürger versuchen, die alte Dame umzustimmen und sie mit guten Investitionsmöglichkeiten der Stadt zu ködern. Allerdings zeigt sich, dass Claire selbst die Stadt gezielt zugrunde gerichtet hat. In einer Abstimmung wird die sogenannte Stiftung der Claire Zachanassian schließlich angenommen, wobei Ill einen „Tod aus Freude“ erleidet, wie der Amtsarzt feststellt. Die alte Dame überreicht den Städtern, die sie verachtet, den Scheck und reist mit dem Leichnam ihres Geliebten wieder ab.

Ensemble

Neun Tage vor der Premiere gewährten die Vereinigten Bühnen Wien bei der Fotoprobe einen ersten Blick auf ihre neue Produktion im Ronacher. Dabei wurden die Szenen „Opening“ (I. Akt, 1. Szene), „Weißt du noch?“ (I. Akt, 2. Szene) und „Ungeheuerlich!“ (I. Akt 4. Szene) präsentiert. „Der Besuch der alten Dame – Das Musical“ wird ab 19. Februar 2014 täglich außer montags im Ronacher zu sehen sein.

Ensemble

Pia Douwes (Claire Zachanassian), Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian), Riccardo Greco (Junger Alfred Ill) und Uwe Kröger (Alfred Ill)

Pia Douwes (Claire Zachanassian), Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian) und Riccardo Greco (Junger Alfred Ill)

Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian) und Riccardo Greco (Junger Alfred Ill)

Lisa Habermann (Junge Claire Zachanassian) und Riccardo Greco (Junger Alfred Ill)

Pia Douwes (Claire Zachanassian)

Uwe Kröger (Alfred Ill)

Ensemble

Pia Douwes (Claire Zachanassian) und Dean Welterlen (Loby)

Pia Douwes (Claire Zachanassian)

Ensemble

Pia Douwes

Peter Kratochvil, Dean Welterlen, Pia Douwes und Jeroen Phaff

Andreas Gergen, Pia Douwes und Uwe Kröger

Masha Karell und Uwe Kröger

Norbert Lamla, Hans Neblung, Gunter Sonneson und Ethan Freeman