Donnerstag, 30. Januar 2014

Albert Verlinde Entertainment gibt Musical-Produktionen für die Spielzeit 2014/2015 bekannt

Zum Ende seiner „Flashdance“-Tournee duch die Niederlande hat Albert Verlinde Entertainment, zweitgrößter Theater- und Musicalproduzent in den Niederlanden nach Stage Entertainment, seine Produktionen für die Spielzeit 2014/2015 bekanntgegeben:


„The Sound of Music“

Das Musical „The Sound of Music“ von Richard Rodgers (Musik), Oscar Hammerstein II (Lyrics), Howard Lindsay und Russel Crouse (Buch) nach den Memoiren „The Story of the Trapp Family Singers“ von Maria Augusta Trapp und dem Film „Die Trapp-Familie“ (1956) von Wolfgang Liebeneiner mit Ruth Leuwerik (Maria) und Hans Holt (Baron von Trapp) feierte am 16. November 1959 am Lunt-Fontanne Theatre als letztes Musical von Oscar Hammerstein II seine Broadway Premiere, bevor er neun Monate später am 23. August 1960 starb. Die Produktion wurde mit fünf Tony Awards ausgezeichnet. In der Niederländischen Erstaufführung (Premiere 7. Februar 1964, Koninklijk Theater Carré, Amsterdam, Regie Ton Lutz) spielten Mieke Bos und Johannes Heesters die Rollen von Maria Rainer und Kapitän Georg von Trapp. Auf der Grundlage des Musicals entstand 1965 der amerikanische Spielfilm „The Sound of Music“ mit Julie Andrews (Maria) und Christopher Plummer (Kapitän von Trapp), Robert Wise führte Regie. Am 23. Oktober 2011 war das Musical erstmals in einer Inszenierung von Andreas Gergen und Christian Struppeck mit Wietske van Tongeren (Maria Rainer) und Uwe Kröger (Kapitän von Trapp) am Salzburger Landestheater zu sehen, was insofern verwunderlich ist, als Maria Augusta Trapp die Zeit von 1925 bis 1938 in Salzburg verbrachte. 50 Jahre nach Erscheinen des Spielfilms wird Albert Verlinde Entertainment „The Sound of Music“ in einer „speziellen Jubiläums-Edition“ zeigen. Anouk Maas, die in „Flashdance“ die Hauptrolle der Alexandra „Alex“ Owens gespielt hat und auch schon in „We Will Rock You“, als Serena Katz in „Fame“ (Premiere 20. Juni 2006, Regie Alex Balga) und als Cover Stephanie Mangano/Annette in „Saturday Night Fever“ auf deutschen Bühnen zu sehen war, wird die Rolle der Maria übernehmen. Sie war bereits als Liesl und Understudy Maria in der Produktion im Theater de Efteling (Premiere 28. September 2008, Regie John Yost) zu sehen.


„Een avond met Dorus“
Nach „Toon“ (über Toon Hermans, Premiere 9. Dezember 2010, Regie Ruut Weissman),„Ramses“ (über Ramses Shaffy, Premiere 1. Dezember 2011, Regie Peter de Baan) und „Sonneveld“ (über Wim Sonneveld, Premiere 27. Oktober 2013, Regie Eddy Habbema) kommt nun das neue biografische Musical „Een avond met Dorus“ über den Niederländischen Künstler, Komiker und Kabarettist Tom Manders (* 23 Oktober 1921 in Den Haag, 26. Februar 1972 in Utrecht) in die Niederländischen Theater. Als Kabarettist wurde er beim Niederländischen Publikum vor allem als Dorus bekannt. Henk Poort wird in „Een avond met Dorus“ die Titelrolle spielen und natürlich Songs wie „Twee Motten“, „De Nachtwacht“ und „Bij de Marine“ Revue passieren lassen.


„Dreamgirls“

Das Musical „Dreamgirls“ von Henry Krieger (Musik) und Tom Eyen (Buch und Lyrics), das auf der Geschichte der Supremes und des Motown Plattenlabels basiert, feierte am 20. Dezember 1981 am Imperial Theatre seine Broadway Premiere und wurde mit sechs Tony Awards ausgezeichnet, u. a. für das beste Buch. Es wurde 2006 von Dreamworks und Paramount Pictures mit Jamie Foxx, Beyoncé Knowles, Eddie Murphy und Jennifer Hudson erfolgreich verfilmt und erhielt u. a. drei Golden Globe Awards und zwei Academy Awards („Oscars“). „Dreamgirls“ wird ab September 2014 als Tournee in den 23 größten regionalen Theatern in den Niederlanden gezeigt, die niederländische Sängerin mit Surinamischer Abstammung Berget Lewis wird die Hauptrolle der Effie White übernehmen, Pearl Jozefzoon wird als Deena Jones zu sehen sein und Aïcha Gill als Lorrell Maya Robinson.

Das neue Stage Theater an der Elbe wird mit „Das Wunder von Bern“ eröffnet

Uraufführung in Hamburg im November 2014

Stage Entertainment wird seinen Theaterneubau an der Elbe im November 2014 mit der Uraufführung des Musicals „Das Wunder von Bern“ eröffnen, das auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann basiert. Joop van den Ende, Gründer und Eigentümer von Stage Entertainment: „Mit dem Stage Theater an der Elbe eröffnet in Hamburg seit 20 Jahren endlich ein neues Musical-Theater. Als Premierenproduktion haben wir einen Stoff gesucht, der dem Anspruch gerecht wird, in Deutschlands Musical-Hauptstadt seine Uraufführung zu feiern. Hierbei mussten wir uns zwischen internationalen Musical-Hits oder einer Stage Entertainment Eigenentwicklung entscheiden.“ Die Entscheidung fiel zugunsten der Eigenentwicklung „Das Wunder von Bern“. Joop van den Ende: „Das Thema hat eine unglaubliche Kraft und Relevanz. Diese herzergreifende Familien-Geschichte hat alles, was ein gutes Musical ausmacht: ein gutes Buch als Grundlage, eine musikalische Bearbeitung voller großer Melodien und wunderbare Theatermomente. Kaum ein Ereignis hat die Deutschen so positiv geprägt wie dieses. Die Hoffnung der Menschen auf ein besseres Leben, eine Nation im Aufbau und ein einzigartiger Moment, der dem ganzen Land neuen Lebensmut bescherte. „Das Wunder von Bern“ ist ein Stück deutsche Geschichte und berührt ganz Deutschland.“

Das neue Stage Theater an der Elbe, © Stage Entertainment

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz verwies bei der Bekanntgabe des neuen Stückes auf die Bedeutung der Musicals für die Hansestadt: „Bereits jetzt ist Hamburg der drittgrößte Musicalstandort der Welt. Das wirtschaftliche Engagement von Stage Entertainment hat eine große Wirkung auf unsere Stadt: Mehrere Millionen Musicalbesucher pro Jahr übernachten hier, gehen shoppen oder besuchen weitere kulturelle Einrichtungen. Mit „Rocky“ ist der allererste Export eines hier entwickelten Musicals an den New Yorker Broadway gelungen. Viel Erfolg auch für die neue Produktion aus Hamburg.“

„Das Wunder von Bern“ erzählt vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte. Der elfjährige Matthias Lubanski, genannt „Mattes“, lebt mit seiner Mutter Christa und seinen älteren Geschwistern Bruno und Ingrid in einer von den Folgen des Zweiten Weltkrieges geprägten Arbeitergegend in Essen. Dazu gehört auch, dass er ohne seinen Vater aufwächst. Als Mattes geboren wurde, befand der sich bereits in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Hoffnung auf eine Rückkehr hat die Familie im Grunde aufgegeben. Während Christa in ihrer Kneipe ihren Mann steht und Bruno und Ingrid ihr eigenes Leben leben, verbringt Mattes viel Zeit mit den Kindern des Viertels beim Fußball spielen, wobei er selbst kein besonders guter Kicker ist. Längst hat sich der Junge einen Ersatzvater gesucht: Helmut Rahn, der Rechtsaußen seines Lieblingsvereins Rot-Weiss Essen. Die Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz steht bevor, und als einer der besten Spieler des Landes gehört Helmut alias „Der Boss“ zu den Stars der Nationalmannschaft. Mattes trägt ihm regelmäßig die Tasche zum Training und ist stolz darauf, das „Maskottchen“ seines Helden zu sein. Zumal der ihm sagt, dass er nur gewinnen könne, wenn Mattes dabei ist.

„Das Wunder von Bern“, © Stage Entertainment

Doch eines Tages gerät Mattes´ Welt völlig aus den Fugen: Sein Vater Richard kehrt überraschend aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Doch er ist nicht mehr der Vater, den sich Matthias so sehr erträumt hat. Zwölf Jahre lang war er nicht zu Hause – jetzt ist er ein gebrochener Mann. Ein traumatisierter Kriegsheimkehrer, der weder die Selbstständigkeit seiner Frau noch die politischen Vorstellungen seines Sohnes Bruno oder die Träume seiner Tochter Ingrid akzeptieren will. Auch mit Mattes´ Begeisterung für Fußball und den Boss kann er rein gar nichts anfangen. Richard findet einfach keinen Platz in seiner Familie und der Nachkriegsgesellschaft.

Derweil ist die deutsche Nationalmannschaft unter Bundes­trainer Sepp Herberger in ihrem Quartier am Thuner See angekommen und bereitet sich auf das erste WM-Turnier mit deutscher Beteiligung seit dem Zweiten Weltkrieg vor. Zur Mannschaft gehört auch Helmut Rahn. Allerdings lässt Herberger den Boss kaum spielen. Der reagiert mit Unver­ständnis und ist maßlos enttäuscht. Auch Mattes im fernen Essen kann es nicht fassen. Doch selbst wenn Rahn spielen würde – hatte er nicht gesagt, er könne nur in Mattes´ Gegenwart gewinnen?

In der Nacht vor dem Endspiel in Bern, weckt Richard seinen Sohn, um mit ihm in die Schweiz zu fahren. Der Pfarrer hat ihm sein Auto geliehen, und so machen sich die beiden auf die Reise Richtung Endspiel. Gegen Ende der zweiten Halbzeit gelangen sie endlich ins Stadion. Im Spiel gegen die haushohen Favoriten aus Ungarn steht es 2:2. Da rollte der Ball ins Aus – und Mattes genau vor die Füße. Er hebt ihn auf und wirft ihn Helmut Rahn zu, der endlich spielen darf. Der Boss und Mattes sehen sich in die Augen. Jetzt ist alles möglich. Mit atemloser Stimme kommentiert der Reporter Herbert Zimmermann: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ Und nur wenige Minuten später bricht es aus ihm heraus: „Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“

Im Stadion, in Christas Kneipe, überall im Land liegen sich die Menschen in den Armen. Deutschland, eine verunsicherte Nation, die nach einem selbst angezettelten mörderischen Krieg geächtet am Boden lag, steht wieder auf. Die Menschen finden zu sich und zueinander und sind bereit für einen Neuanfang.

Die Filmvorlage von Sönke Wortmann begeisterte fast vier Millionen Kinogänger und wurde mit mehreren nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem mit der Goldenen Leinwand, dem deutschen Filmpreis sowie den Publikumspreisen beim San Francisco International Film Festival und dem Internationalen Filmfestival von Locarno. Sönke Wortmann: „Mir war wichtig, dass die Umsetzung als Musical die Emotionalität des Stoffes verstärkt. Nach einem Workshop der Musicalproduzenten von Stage war ich restlos überzeugt. Wie dieses Thema auf der Bühne umgesetzt wird ist wirklich atemberaubend. Die Dramaturgie stimmt, die Lieder kommen an den richtigen Stellen und durch die Nähe zur Bühne ist man direkt im Geschehen.“

Das Kreativteam des Stücks wird angeführt vom erfolgreichen Theater- und Filmregisseur Gil Mehmert, der auch für das Buch der Bühnenfassung verantwortlich ist. Der gebürtige Westfale lehrt seit 2003 als Professor im Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste in Essen und wurde für sein vielfältiges Schaffen mehrfach mit renommierten Theater- und Filmpreisen ausgezeichnet. Für die Musik im Wunder von Bern konnten Martin Lingnau als Komponist und Frank Ramond als Liedtexter gewonnen werden. Martin Lingnau ist einer der erfolgreichsten Musiktheater-Autoren Deutschlands. Darüber hinaus komponierte der Wahl-Hamburger beispielsweise die Filmmusik für den erfolgreichen Disney-Film „Serengeti“ und arbeitete mit Künstlern wie Bully Herbig, Maite Kelly oder Udo Lindenberg zusammen. Frank Ramond gehört zu den besten deutschen Produzenten und Textdichtern. Von Roger Cicero über Annett Louisan bis zu Ina Müller, Santiano oder Barbara Schöneberger. Sie alle vertrauen Ramonds Gespür für das richtige Wort.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Vorschau: „Gottes kleiner Krieger“ am Theater Oberhausen

„Gottes kleiner Krieger“ – nach dem Roman „God´s Little Soldier“ („Gottes kleiner Krieger“) von Kiran Nagarkar. Musik: Ravi Srinivasan; Regie & Dramaturgie: Jarg Pataki, Viola Hasselberg; Choreografie: Aakash Odedra, Subhash Viman Gorania; Bühne: Simeon Meier; Kostüme: Sabina Moncys; Videodesign: Katarina Eckold; Musikalische Leitung: Thomas Seher. Darsteller: Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan), Aakash Odedra (Zia als Tänzer), André Benndorff (Amanat Khan, Zias Bruder), Hendrik Heutmann (Roy Cambray/Irfan/Bruder Jonathan/Hijra/Dilip Kumar/Strassenfeger), Holger Kunkel (James Cambrey/Augustine/Dr. Patwardhan/Nandini Devi/Mullah), Martin Weigel (Zafar Khan, Zias Vater/Muni/Yunus/Prof. Laughton), Marie Bonnet (Ammijan, Zias Mutter/Sagari), Henrike Hahn (Antonia Booth-Langsthon, Zias Patentante/Dawn Gold), Johanna Eiworth (Zubeida-Khala, Zias Tante/Vivian Booth-Langsthon/Deidre Cambray), Laurence Fischer (Zia als Kind), Jan Becker (Amanat als Kind), Louve Korbel (Sagari als Kind), Lini Gong (Sängerin). Musiker: Sebastian Flaig, Henrike Ross, Thomas Seher, Ravi Srinivasan, Ralf Tonding, Gilbert Trefzger. Uraufführung: 18. Mai 2013, Theater Freiburg. Premiere: 19. Februar 2014, Theater Oberhausen.



„Gottes kleiner Krieger“


Bollywood-Musical nach dem Roman von Kiran Nagarkar


Kiran Nagarkar, einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Indiens, hat eine Geschichte über Extremismus und religiösen Fanatismus geschrieben, die von zwei ungleichen Brüdern erzählt:

Zia Khan, Sohn einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay und schon als Kind ein mathematisches Genie, hält sich für auserwählt, die islamische Welt zu vereinigen. Er entwickelt sich zu einem hochmodernen extremistischen Charakter, der mit seinen Aktienspekulationen radikale religiöse Organisationen finanziert. Nach dem Versuch, Salman Rushdie zu töten, wird Zia zum Mudschaheddin, später konvertiert er zum christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner und Trappistenmönch. Sein Weg führt über die Kontinente von Indien nach England, in die USA, nach Kashmir und Afghanistan, wobei er mehrfach die Religionen wechselt. Sein Bruder Amanat, ein selbstzerstörerischer Zweifler, der sich als erfolgloser Drehbuchautor im Bollywood-Filmgeschäft durchschlägt, hat dagegen stets Verständnis für die Fehlerhaftigkeit und Unbeständigkeit des Menschen.

Jarg Pataki und Viola Hasselberg haben Nagarkas Roman als Bollywood-Musical inszeniert und damit das Format der berühmten Hindi-Unterhaltungsfilme auf die deutsche Stadttheaterbühne geholt. In einem ereignisreichen Spektakel, das Schauspiel, Musik und Tanz zu einer gemeinsamen Form vereint, erzählen sie vom Terrorismus als gemeinsamem Problem einer Welt, in der das Religiöse eine unheilvolle Zuspitzung durchläuft.

Die Bühnenadaption von „Gottes kleiner Krieger“ hatte am 18. Mai 2013 Premiere am Theater Freiburg. Am 19., 20. und 21. Februar sowie am 14., 15. und 16. März 2014 wird sie als Koproduktion mit dem Theater Freiburg am Theater Oberhausen gezeigt.

Sonntag, 26. Januar 2014

Theater Oberhausen: „Barbarellapark“

„Barbarellapark“ – Text und Dramturgie: Jörg Albrecht; Inszenierung: Steffen Klewar; Bühne und Kostüme: Silke Bauer; Musik: Matthias Grübel; Videodesign: Roman Hagenbrock. Darsteller: Janna Horstmann (Dildano), Cathrin Romeis (Durand Durand), Sebastian Straub (Pygar), Sebastian Thiers (Mark Hand), Lise Wolle (The Great Tyrant). Eine Koproduktion von copy & waste, Ringlokschuppen Mülheim und Theater Oberhausen. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes sowie vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Kunststiftung NRW. Uraufführung: 21. November 2013, Ringlokschuppen Mülheim. Premiere: 25. Januar 2014, Theater Oberhausen.



„Barbarellapark“


„Ein Musical über Mobilität, Sex und Verwirrung“


Barbarella ist ursprünglich eine von Comiczeichner und -autor Jean-Claude Forest erdachte, mit einem hautengen Anzug bekleidete Science-Fiction-Heldin, die in dem ab 1962 im französischen V Magazin erscheinenden Comicstrip in ihren erotischen Abenteuern mit beinahe jedem Mann Geschlechtsverkehr hatte. Mit Jane Fonda in der Hauptrolle wurde Barbarellas phantastische Geschichte zum Kultfilm der 1960er Jahre und Jane Fonda zu einem der weiblichen Sexsymbole. 2004 brachten die Vereinigten Bühnen Wien das Science-Fiction-Märchen der 1960er Jahre als sexy Space-Musical von Dave Stewart nach der Vorlage von Jean-Claude Forests „Barbarella – Engel haben kein Gedächtnis“ am 11. März 2004 als Welturaufführung im Raimund Theater auf die Bühne, in den Hauptrollen waren Nina Proll als Barbarella, Eva Maria Marold als Schwarze Königin, Drew Sarich als Schlüsselmeister/Sun, Mark Seibert als blinder Engel Pygar, Siegmar Tonk als Duran und Andreas Bieber als Victor zu sehen. Doch dem Musical war nur mäßiger Erfolg beschieden, so dass sich Barbarella mit ihrer letzten Vorstellung am 1. Januar 2005 in die unendlichen Weiten des Musical-Nirwanas verabschiedete. Auch in „Barbarellapark“ des freien Künstlerkollektivs „copy & waste“ kehrt Barbarella nicht auf die Musical-Bühne zurück, doch dazu später mehr.

Janna Horstmann, Cathrin Romeis, Lise Wolle und Sebastian Straub; © Stephan Glagla

Das Künstlerkollektiv „copy & waste“ um Regisseur und Schauspieler Steffen Klewar und Autor Jörg Albrecht etablierte 2007 mit „Wir Kinder vom Hauptbahnhof“ (Maxim Gorki Theater Berlin/schauspielfrankfurt) sein Prinzip, städtische Orte im Theaterraum zu behandeln. Seit 2012 werden „copy & waste“ gemeinsam mit dem Ringlokschuppen Mülheim im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Im Rahmen dieser Förderung sind 2013 die Arbeiten „Einsatz hinter der V.ierten Wand“ (Premiere 31. Januar 2013), „Enid Blytons Geheimnis um den unsichtbaren Reichtum einer Gesellschaft, die nur sich will“ (Premiere 20. Juni 2013) und „Barbarellapark“ (Premiere 21. November 2013) am Ringlokschuppen Mülheim entstanden, 2014 soll eine weitere Arbeit folgen, die sich mit Mülheim und dem Ruhrgebiet auseinandersetzt.

Sebastian Thiers, Lise Wolle, Sebastian Straub, Janna Horstmann und Cathrin Romeis; © Stephan Glagla

Zum Inhalt der Aufführung (Spoilerwarnung – zum Lesen hervorheben):
Die Darsteller des Musicals „Barbarellapark“ geben vor, seit zehn Jahren im Rahmen einer Tournee von Stadt zu Stadt zu reisen. In mehr als 250 Städten soll die Show bereits gezeigt worden sein, die angeblich sechs internationale Preise gewonnen hat. „Incroyable.“ urteilt „Nouvelles de spectacle“. „Barbarellapark“ ist ein Musical über Mobilität, Sex und Verwirrung, aber warum, das weiß gerade niemand mehr, alle sind verwirrt, alle sind verloren in einem Land, das Geschwindigkeit heißt. Das Publikum der Aufführung bekommt mit, wie die Darsteller vor zehn Jahren zu der Produktion gekommen sind, über ihr eigenes Leben auf der Tournee nachdenken, miteinander streiten, ihren Frust herausschreien… und zwischendurch Szenen aus dem Musical spielen und Jane Fondas Aerobicübungen machen. (Anmerkung: Wann brachte Jane Fonda noch gleich ihre Videos zum Thema Aerobic auf den Markt? Anfang der 1980er Jahre, also deutlich später als der 1968 erschienene Spielfilm „Barbarella“ von Roger Vadim.) Dabei geht es ganz global um Mobilität, wie Menschen zunehmend Mobilität abverlangt wird, um ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Oder auch, weil sie gezwungener­maßen ihre Wurzeln und ihre Heimat verloren haben und wie Nomaden umherziehen. Freddy Quinns Song „Heimweh“ mit dem Liedtext „Dort wo die Blumen blüh´n, dort wo die Täler grün, dort war ich einmal zuhause“ und der Absturz von Barbarellas Raumschiff beenden die Aufführung.

Cathrin Romeis; © Stephan Glagla

Die Aufführung trägt den Untertitel „Ein Musical über Mobilität, Sex und Verwirrung“, ohne tatsächlich eine Geschichte mit den Stilmitteln des unterhaltenden Musiktheaters zu erzählen und diesem Genre zugerechnet werden zu können. Vielmehr spielt der Untertitel ganz bewusst mit der Verwirrung der Zuschauer: Fakten und Fiktion werden vermischt, am Ende sind alle verwirrt… Es handelt sich IMHO eher um eine Persiflage auf das Genre Musical, wobei das Musical, das mit ein und derselben Cast über einen Zeitraum von zehn Jahren ohne Unterbrechung im Rahmen einer Tournee gezeigt werden kann, erst noch geschrieben werden muss: „Barbarella“, um bei der gewählten Science-Fiction-Heldin zu bleiben, wurde als Musical nicht einmal zehn Monate gespielt. (Anmerkung: Die beiden Musicals „The Phantom of the Opera“ und „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber, die es auf eine Laufzeit von mehr als 25 Jahren bringen, sind auch in diesem Genre die rare Ausnahme.) Was natürlich durchaus legitim ist, schließlich gibt es auch Musicals, die nichts anderes sein wollen als eine einzige Parodie. Weiters wird der Berufsstand des Darstellenden Künstlers persifliert, der, sofern er nicht einem festen Theaterensemble angehört, tatsächlich in der Art und Weise tätig ist, wie sie in der Aufführung beschrieben wird, wobei noch hinzukommt, dass er sich ständig auf neue Bühnen­partner einstellen muss. Dem Theaterbesucher wird dies aber selten derartig deutlich vor Augen geführt und bewusst gemacht, denn die Thematik dürfte nicht unbedingt massen­kompatibel sein. Die Persiflage wäre aber nicht perfekt, gäbe es nicht im Theaterfoyer auch noch die bei Musical­produktionen üblichen Souvenirartikel…

Janna Horstmann; © Stephan Glagla

Janna Horstmann (Dildano, arbeitet seit 2007 in „Wir Kinder vom Hauptbahnhof“ regelmäßig mit „copy & waste“), Cathrin Romeis (Durand Durand), Sebastian Straub (Pygar, arbeitet seit 2009 in „Berlin Ernstreuterplatz“ regelmäßig mit „copy & waste“), Sebastian Thiers (Mark Hand, arbeitet seit 2009 in „Berlin Ernstreuterplatz“ regelmäßig mit „copy & waste“) sowie Lise Wolle (The Great Tyrant) aus dem Ensemble des Theaters Oberhausen, die bereits bei „Einsatz hinter der V.ierten Wand“ mitgewirkt hat, verleihen den Figuren aus dem Kultfilm auf der Bühne mit überbordender Spielfreude Gestalt. Wer aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass Barbarella selbst überhaupt nicht auftaucht. Die Schauspieler erinnern den ein oder anderen Zuschauer mit ihrem schweiß­treibenden Aerobic-Workout womöglich an die über den Winter zugelegten Pfunde, sind aber den größten Teil der eineinhalbstündigen Aufführung eher in intellektuelle Diskussionen über Gott und die Welt (Mobilität, Heimat­losig­keit, Revolution usw. usw.) verstrickt. So ganz nebenbei wird auch noch der Nationalsozialismus aufgearbeitet, indem Durand Durand, der die Weltherrschaft an sich zu reißen versucht, mit seinem positronischen Strahl das als „Koloss von Rügen“ bekannt gewordene ehemalige Kraft-durch-Freude-Seebad in Prora in der Videoprojektion von Roman Hagenbrock zerstört.

Die Aufführung verlangt dem Zuschauer ein hohes Maß an Konzentration ab, etwas weniger intellektuelle Diskussionen, Verschwendung und Verwirrung wären am Ende womöglich mehr gewesen…

Haben Sie selbst „Barbarellapark“ im Ringlokschuppen Mülheim oder im Theater Oberhausen gesehen? Wie hat Ihnen die Vorstellung gefallen?

Donnerstag, 23. Januar 2014

„Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen

Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst

Der Louvre in Paris, die Berliner Nationalgalerie, das Museum of Modern Art in New York, die Londoner Tate Gallery, die Uffizien in Florenz – die großen Museen der Kunstwelt sind 2014 mit großen Meisterwerken aus ihren Beständen im Gasometer Oberhauen zu Gast. Auf der Suche nach den vielfältigen Erscheinungsformen der Schönheit zeigt die kommende Ausstellung „Der schöne Schein“ ausgewählte Bilder und Skulpturen der vergangenen Epochen in großformatigen Fotografien und Abgüssen.

Gasometer Oberhausen, Frachtschiff Sownent auf dem Rhein-Herne-Kanal

„Die Schönheit erscheint uns in der zeitlosen Schlichtheit der Nofretete ebenso wie im unergründlichen Lächeln der Mona Lisa. Sie liegt in den ruhigen Landschaften Caspar David Friedrichs, aber auch in Hokusais kraftvoller großer Welle, die sogar den Berg Fuji unter sich zu begraben scheint. Schönheit kann einfach sein und strahlend. Elegant und verführerisch. Prachtvoll und verspielt. Sie kann aber auch dunkel sein, geheimnisvoll und verstörend. Daher spiegelt sich in den größten Werken der Kunstgeschichte – bei all ihrer Vielfalt – immer auch die Suche nach der Schönheit“, erklärt Kurator Prof. Peter Pachnicke: „Die Ausstellung ‚Der schöne Schein‘ nimmt ihre Besucher mit auf eine faszinierende Reise durch Kulturen und Zeitalter der Menschheit. Sie führt uns von der Antike bis zu Picasso.“

Katsushika Hokusai, „Die große Welle vor Kanagawa“, © bpk/The Trustees of the British Museum

Die rund 150 Reproduktionen ersetzen nicht das Erlebnis der Originale. Aber sie schaffen ein Kaleidoskop der Schönheit und vereinen die Werke in einem „imaginären Museum“, so dass die faszinierende Vielfalt der Schönheitsvorstellungen verschiedener Kulturen erfahrbar und vergleichbar wird. Dieses „imaginäre Museum“ umfasst Bilder, die sich im Laufe der Kulturgeschichte unauslöschlich eingeprägt haben: Die „Nofretete“, die „Venus von Milo“, Polyklets „Speerträger“, Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, Hieronymus Boschs Triptychon „Garten der Lüste“, Sandro Botticellis „Geburt der Venus“, Katsushika Hokusais „Große Welle vor Kanagawa“, Caspar David Friedrichs „Mondaufgang“ und Vincent van Goghs „Sternennacht“ – sie alle sind heute Teil des kollektiven Bildgedächtnisses der Menschheit. Betrachtet werden in den insgesamt neun Abteilungen so unterschiedliche Aspekte wie die Schönheit der himmlischen Sphären, die Erhabenheit der Natur, das menschliche Antlitz, aber auch die Faszination des Todes und seine Verklärung.

Die Ausstellung „Der schöne Schein“ der Gasometer Oberhausen GmbH steht unter der Gesamtleitung von Geschäftsführerin Jeanette Schmitz und wird von Peter Pachnicke und Wolfgang Volz kuratiert, die im Gasometer Oberhausen bereits für die Umsetzung erfolgreicher Ausstellungen wie „Das Auge des Himmels – Satellitenbilder der Erde“, „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“, „Magische Orte – Natur- und Kulturmonumente der Welt“ und Christos „Big Air Package“ verantwortlich waren.


Multimediales Raumerlebnis „320° Licht“ im Luftraum

Die Installation „320° Licht“ der 2005 gegründeten Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN nimmt die kathedralenartige Schönheit des Gasometers zum Ausgangspunkt für ein faszinierendes Spiel mit Formen und Licht. In einem Radius von 320 Grad wachsen und verändern sich auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers grafische Muster. Der Betrachter erlebt ein Wechselspiel zwischen realem und virtuellem Raum, bei dem sich der Gasometer in seine eigenen, filigranen Strukturen aufzulösen scheint und schließlich doch immer wieder zu seiner klaren Form zurückfindet. „320° Licht“ wird mit 23 Hochleistungsprojektoren realisiert. Mit fast 20.000 m² bespielter Fläche wird die Installation zu den größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit gehören. Über sieben Kanäle eingespeiste Klänge werden die raumprägende Wirkung der Installation akustisch fortsetzen und ergänzen.

Entwurf der Installation „320° Licht“ von URBANSCREEN im Gasometer Oberhausen 2014, © Gasometer Oberhausen

URBANSCREEN wurde international bekannt durch die spektakulären Illuminationen „Lighting the sails“ des Opernhauses in Sydney, Australien im Rahmen des Festivals „Vivid Sydney 2012“ (Mai 2012), „Centennial Spectacle“ zum 100-jährigen Jubiläum an der William Marsh Rice University in Houston, Texas, USA (Oktober 2012), und die Light-Sound-Kompositionen „555 KUBIK“ auf der Kunsthalle Hamburg (Juli 2009), „Kreisrot“ an der Bauhaus Prellerhausfassade in Dessau (September 2009) und „MQ10“, 10 Jahre MuseumsQuartier Wien (Juli 2011).


20 Jahre höchste Ausstellungshalle Europas

„2014 blickt der Gasometer Oberhausen auf mittlerweile 20 überaus erfolgreiche Jahre als höchste Ausstellungshalle Europas zurück. Wir freuen uns daher besonders, mit der Ausstellung ‚Der schöne Schein‘ in diesem Jahr große Meisterwerke der Kunstgeschichte präsentieren zu können“, sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Der Gasometer Oberhausen, 117,5 Meter hoch, wurde vor 85 Jahren, am 15. Mai 1929, in Betrieb genommen und ist heute Wahrzeichen der Stadt, beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Seit 1994 ist er ein kaum mehr wegzudenkender Bestandteil der Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als fünf Millionen Besuchern in den bisher dreizehn großen Ausstellungen steht der Gasometer Oberhausen stellvertretend für den lebendigen Wandel der Region. Hinzu kommen zahlreiche Theateraufführungen und Konzerte, Lesungen und Vorträge, in denen der einstige Gasspeicher sein einzigartiges Raumerlebnis in seinem Inneren unter Beweis gestellt hat. Vom Dach dieser „Kathedrale der Industrie“, zu erreichen über den gläsernen Panoramaaufzug, bietet sich der Ausblick über das gesamte westliche Ruhrgebiet.

Gasometer Oberhausen

Die Ausstellung „Der schöne Schein“ wird vom 11. April bis 30. Dezember 2014 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, während der Schulferien in Nordrhein-Westfalen auch montags.

Montag, 20. Januar 2014

Absolventenpräsentation Musical 2014

Große Bühne für den Musicalnachwuchs

Am Mittwoch, 15. Januar 2014 und Donnerstag, 16. Januar 2014 fand an der Konservatorium Wien Privatuniversität die diesjährige Absolventenpräsentation Musical der deutsch­sprachigen Musikhochschulen als Kooperation der deutschen ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit mit der Konservatorium Wien Privatuniversität statt, Insidern auch als Intendantenvorsingen (IVO) bekannt. AbsolventInnen der Universität der Künste Berlin, Folkwang Universität der Künste Essen, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Bayerische Theaterakademie August Everding München, Hochschule Osnabrück und der Konservatorium Wien Privatuniversität hatten zwei Tage lang Gelegenheit, ihr Können dem interessierten Publikum zu präsentieren. Da die Musicalausbildung in Leipzig zwischenzeitlich geschlossen wurde, war die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ 2014 zum letzten Mal bei der Absolventenpräsentation Musical vertreten. Das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück nahm zum ersten Mal mit 11 Absolventen an der Präsentation teil.

2003 unter Beteiligung der fünf Hochschulen in Berlin, Essen, Leipzig, München und Wien und mit tatkräftiger Unterstützung der WestLB (die ihr kulturelles Engagement 2010 leider eingestellt hat) aus der Taufe gehoben, hat sich die Absolventenpräsentation mittlerweile zum festen Bestandteil der deutschsprachigen Musicalszene entwickelt, sie fand 2014 zum 11. Mal statt. Eine Absolventen­präsen­tation ausgesuchter Absolventen privater Musicalschulen fand erstmals im Mai 2009 in der Joop van den Ende Academy in Hamburg statt, 2012 wurde die vierte Auflage der noch jungen Veranstaltung von etwa 50 Fachleuten besucht. Intendanten, Produzenten, Regisseure und Casting-Direktoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nutzen die einmalige Gelegenheit, alle Musical-AbsolventInnen der renommierten staatlichen Hochschulen in einer gemeinsamen Audition kennenzulernen und sowohl ihre Bühnenpräsenz als auch die künstlerische Leistung beurteilen zu können. Darunter waren in diesem Jahr u. a. Besetzungs­ver­antwortliche der Vereinigten Bühnen Wien und Stage Entertainment, Intendanten der Sommerfestspiele und auch Vertreter der Stadttheater, die teilweise noch Partien in der laufenden Spielzeit zu besetzen hatten. Als „Jobbörse“ soll die Absolventenpräsentation den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Die AbsolventInnen können sich vielen Arbeitgebern gleichzeitig präsentieren und brauchen nicht ohne konkrete Aussichten auf ein Engagement von Audition zu Audition zu reisen. Gerade an Stadttheatern werden häufig keine zeitintensiven offenen Castings veranstaltet, stattdessen schauen sich die Verantwortlichen die AbsolventInnen beim IVO an und laden sie direkt zu einer Audition ein. Darüber hinaus ist diese für die deutschsprachige Hochschullandschaft einmalige Kooperation aber auch eine wunderbare Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen Lehrenden, mit dem Publikum und vor allem für die jungen Künstler selbst.


Insgesamt kamen 56 AbsolventInnen, begleitet von ihren Lehrenden, in Wien zusammen. Im Einzelnen waren dies:
  • Universität der Künste Berlin, Studiengang Musical/Show: Maria-Danaé Bansen, Johannes Brüssau, Patrik Cieslik, Dennis Dobrowolski, Christian Funk, Yvonne Greitzke, Venera Jakupov, Christian Miebach, Anna Pircher, Larissa Kristina Puhlmann, Ira Theofanidis, Marion Wulf
  • Folkwang Universität der Künste Essen, Studiengang Musical: Angelo Canonico, Julian Culeman, Matthias Kumer, Sandra Pangl, Anna Preckeler, Léonie Thoms
  • Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Fachrichtung Gesang Popularmusik-Jazz/Musical: Michael Beck, Angelina Biermann, Fabian Bothe, Michael Ehspanner, Nedime Ince, Andreas Langsch, Nathalie Parsa, Linda Rietdorff, Barbara Weiß, Johanna Zett
  • Bayerische Theaterakademie August Everding München, Studiengang Musical: Philipp Büttner, Manuel Dengler, Veronika Hörmann, Pascal Höwing, Laura Joeken, Benjamin A. Merkl, Nico Schweers, Antonia Welke
  • Hochschule Osnabrück, Studiengang Musical: Rosalie Becker, Christian Bindert, Jürgen Brehm, Cihan Demir, Agneta Hannappi, Marcel Kaiser, Matthias Knaab, Mathias Meffert, Hannah Noack, Elena Otten, Tobias Rechtien
  • Konservatorium Wien Privatuniversität, Studiengang Musikalisches Unterhaltungstheater: Jil Clesse, Marja Hennicke, Lawrence Karla, Steven Klopp, Karolin Konert, Marcel-Philip Kraml, Michael Souschek, Judith von Orelli, Matthias Weißschuh
In ihren Präsentationen legten die Hochschulen unter­schied­liche Schwerpunkte auf die Sparten Schauspiel, Tanz und Gesang, auch persönliche Vorlieben der Studierenden waren zu erkennen. Das Programm der Shows war facettenreich und unterhaltsam, insgesamt bewiesen die AbsolventInnen ein durchwegs hohes Niveau ihrer Ausbildung.

AbsolventInnen der Universität der Künste Berlin

Die Berliner Studenten zeigten wie jedes Jahr Ausschnitte aus Ihrer Abschlussproduktion. Diese war letztes Jahr „Stimmen im Kopf“ (UA 21. März 2013, Regie Peter Lund), ein Musical von Studiengangsleiter Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik) über die Insassen einer psychiatrischen Anstalt. Maria-Danaé Bansen, Gewinnerin des zweiten Jurypreises sowie des Publikumspreises des Jugend kulturell Förderpreises 2013 „Musical“, zeigte ihre Vielseitigkeit als Burnout Patientin mit „Ich schau nur zu“ und mit „42nd Street“ auch ihre Stepkünste. Dennis Dobrowolski riss das Publikum mit „Es ist so schön am Abend bummeln zu geh´n“ aus „Ball im Savoy“ mit, wo er bereits in der Berliner Inszenierung an der Komischen Oper den Célestin Formant gespielt hat, und mit „Offenbarung“ aus „Altar Boyz“. Johannes Brüssau zeigte sowohl gesanglich als auch tänzerisch in „Sie sagen“ und „Hätt ich bloß ein bißchen Hirn“ sein Können.

Maria-Danaé Bansen

AbsolventInnen der Folkwang Universität der Künste Essen

Die Folkwängler begannen ihr Programm mit „Don´t stop me now“ von Queen. Als wandelbare Requisiten dienten ihnen mehrere Bierkisten. Während der ganzen Präsentation hindurch blieben alle Studenten auf der Bühne und da die einzelnen Szenen und Lieder ineinander übergingen, wirkte die Darstellung wie aus einem Guss. Sandra Pangl nutzte mit einem komödiantischen und in Wiener Dialekt übersetzten „Oben“ (von Rainhold Grebe) ihren Heimvorteil.

AbsolventInnen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

Bei den Studenten aus Leipzig fiel auf, dass einige die deutschen Texte selbst beisteuerten. So zum Beispiel Johanna Zett, die sich mit „Licht auf der Piazza“ von Ihrer romantischen Seite und mit „My Body“ aus „The Life“ als selbstbewußte Frau zeigte. Andreas Langsch, der beim Jugend kulturell Förderpreis 2013 „Musical“ mit dem ersten Jurypreis ausgezeichnet wurde, bestach durch seinen satten Bass/Bariton bei „Father, How Long?“ aus „The Civil War“ von Frank Wildhorn. Mit „Tanz mit dem Teufel“ aus den „Hexen von Eastwick“ brillierte er auch tänzerisch. Beendet wurde die Präsentation durch eine Steptanznummer aller Studenten zu „I got Rythm“.

Andreas Langsch

AbsolventInnen der Bayerischen Theaterakademie August Everding München

Die Münchener Studenten führten das Publikum mit Sondheims „Weekend in the Country“ zu Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“/„Bunbury“. In den Dialogen sprachen sie sich gegenseitig mit ihren tatsächlichen Namen an und sorgten so dafür, dass ihre Namen im Gedächtnis blieben. Benjamin A. Merkl überzeugte mit „Riesen über uns“ aus „Ab in den Wald“ und „Seven Wonders“ aus „Catch me if You Can“. Manuel Dengler zeigte in „I am Aldolpho“ aus „The Drowsy Chaperone“, dass man Namen tanzen kann. Pascal Höwing zeigte sich mit dem „Lied des Meisters“ aus „Dracula“ irrsinnig komisch, und Antonia Welke berührte mit „I Dreamed a Dream“ aus „Les Misérables“.

AbsolventInnen der Hochschule Osnabrück

Osnabrück begann sein Programm mit dem Opening aus „In Arbeit“ (Originaltitel „Working“, DSE 30. Dezember 2012, Regie Sascha Wienhausen), ein Musical von Stephen Schwartz, welches die Studenten in Zusammenarbeit mit dem Theater Osnabrück zur deutschen Erstaufführung gebracht haben. Rosalie Becker zeigte mit „Brathähnchen“ aus „Lebenszeichen“ (von Jane Martin) und „Vielleicht mag ich es so“ aus „The Wild Party“ Stimmgewalt. Matthias Knaab beeindruckte mit dem „Caveman Song“ („Way Ahead of My Time“) von Peter Mills.

AbsolventInnen der Konservatorium Wien Privatuniversität

Die Studenten der Konservatorium Wien Privatuniversität begannen Ihren Block mit „Dies irae“ aus Mozarts „Requiem“, zeigten sich aber sonst eher von der komödiantischen Seite. Das schauspielerische Können bewiesen sie in zwei Szenenausschnitten aus französischen Komödien. Steven Klopp zeigte alleine Ausschnitte aus „Les Misérables“, wobei er sowohl Frauen- als auch Männerrollen sang. Judith von Orelli berührte mit „The Way He Makes Me Feel“ und brachte das Publikum mit „Frau Klein“ („Miss Byrd“) aus „Closer Than Ever“ zum Lachen. Auch Jil Clesse überzeugte mit „Glitter and be gay“ aus „Candide“ und „Daddy´s Son“ aus „Ragtime“.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“

Die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“ im alten Dortmunder Polizeigefängnis

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“

Das Stadtarchiv Dortmund zeigt bereits seit 14. Oktober 1992 im alten Dortmunder Polizeigefängnis die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“, und anders als die am 15. Juni 2011 im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv eröffnete Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“, die augenblicklich geschlossen ist, kann diese dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden. An jedem ersten Sonntag im Monat wird zusätzlich eine allgemeine kostenlose Führung für Interessierte angeboten. Die Ausstellung zeigt die Geschichte von nationalsozialistischer Verfolgung und dagegen gerichteten Widerstandes an einem authentischen Ort des lokalen NS-Terrors. Die 1906 errichtete Polizeiwache an der Steinstraße wurde zwischen 1926 und 1928 um einen Zwischenflügel und ein Polizeigefängnis erweitert, das ab 1933 von der Geheimen Staatspolizei zur Folterung und Erpressung von Geständnissen politischer Gegner, jüdischer Bürger und ausländischer Zwangsarbeiter missbraucht und dadurch als „Hölle Westdeutschlands“ bekannt wurde.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, Treppenhaus

In der Zeit von 1933 bis 1945 waren in der Steinwache insgesamt mehr als 66.000 Menschen inhaftiert, von denen viele in Konzentrationslager gebracht wurden. So wurde beispielsweise in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 ein großer Teil der jüdischen Männer aus Dortmund von der Geheimen Staatspolizei zunächst in die Steinwache und anschließend in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Nach dem Krieg wurde das Polizeigefängnis bis zum Ende der 1950er Jahre weiter als solches genutzt, von 1961 bis 1986 diente es als städtische Schlafstelle für Obdachlose. 1987 beauftragte der Rat der Stadt Dortmund das Stadtarchiv, die Austellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“ dort dauerhaft zu zeigen.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, 3. Obergeschoss

Anhand von Fotos, Dokumenten, Briefen und persönlichen Berichten werden in etwa 50 kleinen Zellen auf fünf Stockwerken die Geschichte nationalsozialistischer Verfolgung sowie Widerstandsaktionen und Protestformen dagegen gezeigt. Einige Einzelbereiche wie die als „Fertigmach-“ oder „Mörderzelle“ berüchtigte Zelle 19 oder die „Inschriftenzelle“ wurden rekonstuiert. Obwohl schon ein wenig betagt, ist die Präsentation, in der auch Medienstationen eingesetzt werden, immer noch zeitgemäß.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte Gefängniszelle

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte „Inschriftenzelle“

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte Isolierzelle

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, Vervielfältigungsmaschine

Sonntag, 19. Januar 2014

Nahverkehrsmuseum Dortmund

Historische Straßenbahnen im ehemaligen Betriebswerk der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe in Dortmund-Nette

Dortmund als Stadt der Arbeit, originalgetreue Kopie eines Glas-Motiv-Fensters von Hans Klein über dem Eingang des Dortmunder Hauptbahnhofs

Der Verein Westfälische Almetalbahn e. V. betreibt von April bis Oktober am 3. Sonntag im Monat vom Nahverkehrsmuseum in Dortmund-Nette einen Fahrbetrieb mit historischen Straßenbahnen aus dem Bestand der Dortmunder Stadtwerke AG und ihrer Vorgängergesellschaften auf der Hoesch-Werkbahntrasse zwischen Dortmund-Huckarde und Dortmund-Ellinghausen. In den Wintermonaten findet zwar kein Fahrbetrieb statt, aber das ehemaliges Betriebswerk der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe ist für Besucher geöffnet und die dort abgestellten Fahrzeuge können besichtigt werden.

Ehemaliges Betriebswerk der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe in Dortmund-Nette

Dass in der Lokhalle noch bis 2002 die Rangierlokomotiven der Ruhrkohle AG gewartet und unterhalten wurden, mag man heute beinahe nicht mehr glauben. Heute befinden sich hier fast nur noch historische Straßenbahnen aus dem Bestand der Dortmunder Stadtwerke AG und ihrer Vorgängergesellschaften aus der Zeit von 1899 bis 1969, die in der Lokhalle restauriert und für die Nachwelt erhalten werden. Da die Strecke nicht elektrifiziert ist, können die Straßenbahnen nur mithilfe einer Generatorlore mit Strom versorgt werden.

Beiwagen Nr. 713, Hersteller DÜWAG, Baujahr 1950

Generatorlore

Triebwagen Nr. 173, Hersteller Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken, Baujahr 1918

Gelenktriebwagen Nr. 431, Hersteller Hansa Waggonbau, Baujahr 1957

Triebwagen Nr. 194, Hersteller DÜWAG, Baujahr 1949

Triebwagen Nr. 194, Hersteller DÜWAG, Baujahr 1949

Fahrzeugaufarbeitung Gelenktriebwagen Nr. 87, Hersteller DÜWAG, Baujahr 1969

VW-Transporter T2

Neu erbaute Wagenhalle im ehemaligen Betriebswerk der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe

Der größte Teil des Fahrzeugbestandes ist in der neu erbauten Wagenhalle untergestellt, wobei hier natürlich eher der Schutz vor Witterungseinflüssen im Vordergrund steht als die museale Präsentation der Fahrzeuge.

Triebwagen Nr. 252, Hersteller Waggonfabrik Gebr. Schöndorff, Baujahr 1930

Beiwagen Nr. 677, Hersteller Waggonfabrik Gebr. Schöndorff, Baujahr 1930 und Triebwagen Nr. 279, Hersteller Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken, Baujahr 1949

Triebwagen Nr. 279, Hersteller Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken, Baujahr 1949

Triebwagen 115, Hersteller Waggonfabrik Uerdingen, Baujahr 1908

Triebwagen 115, Hersteller Waggonfabrik Uerdingen, Baujahr 1908

Beiwagen Nr. 510, Eigenbau DSW, Sommerbeiwagen zu Triebwagen 115, Baujahr 1899 (als Wasserwagen 905), 1975 zum Personensommerwagen umgebaut

Triebwagen Nr. 290, Hersteller Waggonfabrik Fuchs, Baujahr 1950

Diesellok Nr. WAB 4, Hersteller Orenstein & Koppel Werk Dortmund-Dorstfeld, Fabriknr. 25848, Baujahr 1958

MAN Diesel 450, ehemaliges Feuerwehrfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Triberg, Abteilung Nussbach

Freitag, 17. Januar 2014

ESSEN ON ICE

„Wenn es dem Esel zu wohl wird…“

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Am 17. Januar 2014 wurde auf dem Kennedyplatz in der Essener Innenstadt bereits die 14. Auflage des Winterhighlights ESSEN ON ICE eingeläutet, bei ganz und gar nicht winterlichen Wetterverhältnissen. Bis zum 9. März 2014 kann man auf der 1.000 m² großen Kunsteisfläche wieder Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen oder die 14 Meter hohe Rodelbahn mit so genannten Snow-Tubes herunterfahren, dem Kalorienverlust bei der sportlichen Betätigung kann in der österreichischen Schmankerl Hüttn abgeholfen werden. Auch die 13. Auflage der Polarsoccer Weltmeisterschaft wird wieder auf dem Kennedyplatz ausgetragen, die Vorrunde steigt am 14./15. Februar 2014, und am 21./22. Februar 2014 geht es dann im Finale um den Titel.

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Zur Eröffnung von ESSEN ON ICE gaben Nicole Schott (* 12. September 1996 in Essen), Drittplatzierte bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen 2014 in der Meisterklasse Damen sowie weitere junge Talente des Essener Jugend-Eiskunstlauf Vereins e. V. eine Kostprobe ihres Könnens auf der Kunsteisfläche.

Eisläuferinnen des Essener Jugend-Eiskunstlauf Vereins

Eisläuferinnen des Essener Jugend-Eiskunstlauf Vereins

Nach Grußworten von Bürgermeister Rudolf Jelinek und Bernd Böddeling, Mitglied des Vorstandes der RWE Deutschland AG, wurde die Kunsteisfläche schließlich für die Öffentlichkeit freigegeben.

Rodelbahn auf dem Kennedyplatz

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz

Kunsteisfläche auf dem Kennedyplatz