Sonntag, 30. Dezember 2012

Inhaltsverzeichnis 2012

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KunstLichtTor 9: „BOCHUMSTEP“

Lichtkunst in der Bochumer Innenstadt

Brücke an der Schillerstraße

Von den im Mai 2001 zum Landeswettbewerb „Künstlerisch orientierte Lichtprojekte im öffentlichen Raum“ eingereichten Konzepten aus 55 Städten und Gemeinden wurden 14 Projekte prämiert, darunter auch die Konzeption der Stadt Bochum. Die Jury eines Gutachterverfahrens zur Suche kreativer Lichtlösungen im Bereich der Innenstadt empfahl die Realisierung des Entwurfs „KunstLichtTore“ vom Planungsteam Peter Brdenk/Jürgen LIT Fischer.

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

Inzwischen sind eine ganze Reihe von KunstLichtToren realisiert, seit dem 27. November 2012 erstrahlt die Brücke an der Schillerstraße als KunstLichtTor 9. 16 Brücken gibt es insgesamt, die man unterqueren muss, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Sieben davon sind nun bereits künstlerisch illuminiert, für die übrigen Unterführungen existieren Entwürfe. Der Potsdamer Künstler Rainer Gottemeier (* 1949 in Berlin) möchte seine Installation „BOCHUMSTEP“ als Handlungs­geographie verstanden wissen, als Vorschlag, den Brücken­transit mit der Nummer „9“ neu zu erfahren.

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

Die beiden Stirnseiten der Brücke sind mit der Leuchtschrift „BOCHUMSTEP“ versehen, die den Titel seines Werkes angeben und zugleich eine Handlungs­an­weisung und Ortsbezeichnung darstellen sollen. Daran schließt sich das grafische Element einer orange leuchtenden, liegenden „9“ als bronzezeitliche Sonnenschiff-Metapher an, welches von einem Ellipsoid umschlossen ist.

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

Über den Gehwegen sind 8 Rhomboide mit Neon-Konturen angebracht, wobei 9 weiß leuchtende Fußsohlen jeweils die Konstellation einer großen „9“ bilden. Drei orange leuchtende Pfeile verdeutlichen die Ziffer „9“ und und bezeichnen die vorgeschlagene Richtung der Schrittfolge. Wie gut, dass die Installationen über den Köpfen der Passanten angebracht sind, dann fällt es nicht so auf, wenn sich beim Befolgen der Schrittfolge die Beine verknoten. Dennoch eine schöne Idee, wenn nur die Leuchtröhren länger halten würden. Einer der orange leuchtenden Pfeile (im vorherigen Bild) hat bereits nach einem Monat „den Geist aufgegeben“. Eine ursprünglich geplante Klanginstallation von Karlheinz Essl (* 15. August 1960 in Wien) auf Grundlage des Steigerliedes wurde aus Kostengründen nicht realisiert.

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

„BOCHUMSTEP“ von Rainer Gottemeier

Brücke an der Schillerstraße

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Zur Krippe her kommet

Krippenausstellung in Essen-Frohnhausen

Weihnachtskrippe in der St. Elisabeth-Kirche, Holzschnitzerei von Hans Holtermann

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ (Lukas 2,1 – 7)

Weihnachtskrippe in der St. Elisabeth-Kirche, Holzschnitzerei von Hans Holtermann

Die Anfänge der Weihnachtskrippe in der St. Elisabeth-Kirche in Essen-Frohnhausen reichen in das Jahr 1950 zurück. In diesem Jahr gab es die erste Weihnachtskrippe in der nach dem Wiederaufbau der im Krieg stark zerstörten Kirche. Der Hobbyschnitzer Hans Holtermann hat die Köpfe und Hände aus Holz geschitzt. Im Laufe der Zeit wurde die Krippe erweitert, und die Figuren bekamen Körper aus Kunststoff und Arme und Beine mit beweglichen Gelenken.

Heilige Familie mit Königen, glasierte Keramik, von Marie Dočekalová, Třebotov bei Prag

Pastor Bernhard Alshut ist Krippenbaumeister und hat ein Faible für Krippen. Über 600 Krippen hat er im Laufe der Jahre zusammengetragen, und auch in diesem Jahr präsentiert er in der Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess eine Auswahl davon aus unterschiedlichen „Baumaterialien“ in der Krippen­aus­stellung unter dem Motto „Gott kommt anders… immer wieder!“. Sein in der Krippenbauschule Insbruck erstelltes Meisterstück, ein „Bergarbeiterhaus“ mit Stall und Bergmannsfiguren darf dabei natürlich nicht fehlen.

„Kinder spielen das Krippenspiel“, Porzellanfiguren

Krippe in moderner Form aus Jerusalem, Israel, Olivenholz

Klassische Krippe (nach Bildhauer Prof. Karl Joseph Kuolt (* 3. April 1879 in Spaichingen, † 8. November 1937 in München)), Zirbelkiefer

Krippenbild in Wachs modelliert und farbig gefasst, Österreich

Heilige Familie in heimatlicher Tracht, Köpfe und Gliedmaßen aus Wachs, Heide Staudinger, angefertigt in einem Kurs der Kath. Familienbildungsstätte, Essen

Krippe im orientalischen Stil, Bernhard Alshut, Krippenbauschule Insbruck, 1990, mit Sperrholzfiguren eines Tiroler Krippenbogens

Strohfiguren von Elli Kraft, Essen-Frohnhausen

Krippenfiguren aus Zinn, Tschechien

Die St. Elisabeth-Kirche (Frohnhauser Strasse 400) ist vom 25. Dezember 2012 bis 2. Februar 2013 täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit ist auch die Krippenausstellung in der Kirche zugänglich. Besondere Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind auf Anfrage möglich.

Krippe in einer Kokosnuss


Große Hauskrippe von Bernhard Alshut, Essen, Figuren: HoDa Krippen, Kevelaer


Polnische Krippenausstellung in Essen-Bergerhausen

Krippenausstellung in der ehemaligen Schreinerei

Seit über 30 Jahren sind Anneliese und Bernhard Kappert begeisterte Sammler polnischer naiver Kunst, die das bäuerliche Leben in Polen zeigt. Mit der Zeit haben sich auch über 100 in ihrer Vielfalt beindruckende Krippen angesammelt, die sie bei ihren Reisen nach Polen von den Schnitzern erworben haben.

Krippenausstellung in der ehemaligen Schreinerei

In der Zeit vom 2. Dezember 2012 bis 13. Januar 2013 stellt der pensionierte Schreiner den „Familienschatz“ in seiner ehemaligen Schreinerwerkstatt an der Max-Keith-Straße 62 aus, die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. An Neujahr ist die Ausstellung geschlossen. Bei Interesse sollte man diesmal die Chance noch nutzen, die Sammlung zu besichtigen, denn Familie Kappert plant, ein wenig kürzer zu treten und nach mehr als 15 Jahren aus Altersgründen keine weitere Ausstellung mehr auszurichten.

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Die von Krzysztof Pycka geschnitzen Figuren sind zumeist naturbelassen, die Bemalung seiner Figuren wurde von Wojciech Olesky ausgeführt.

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Geschnitzte Holzfiguren von Krzysztof Pycka

Die Krakauer Weihnachtskrippe nimmt die Architektur der Krakauer Marienkirche oder anderer Krakauer Kirchen auf, wird aus Karton und bunter Aluminiumfolie gefertigt und zählt zu den bekanntesten polnischen Krippen. Witold Głuch (* 1929, † 2002) hatte sich auf große und mittlere Krippen spezialisiert und hat als einer der erfolgreichsten Teilnehmer an dem alljährlich in Krakau stattfindenden Weihnachtskrippen-Wettbewerb zahlreiche Preise gewonnen.

Krakauer Stanniol-Krippe von Witold Głuch

Krippe von Roman Śledź (* 1948 in Malinówka)

Krippe von Roman Śledź

Krippe von Andrej Wojtczak

„Die Legende vom vierten König“, Krippe von Marian Popieluch

Krippe von Henryk Graczyk

„Flucht nach Ägypten“, Schnitzerei von Bolesław Parasion (* 1950 in Suchodoły)

Krippenbildnis von Bolesław Parasion

Neben den Krippen haben Anneliese und Bernhard Kappert auch viele Schnitzereien mit religiösen Motiven von ihren Reisen nach Polen mitgebracht, u. a. eine Darstellung der biblischen Schöpfungsgeschichte aus dem 1. Buch Mose.

6. Tag der Schöpfung


Kirchenkrippen in Neviges

Weihnachtskrippe im Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“

Im katholischer Wallfahrtsort Neviges ist sowohl in der Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis – bis 1968 auch Wallfahrtskirche – als auch im Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“ eine Weihnachtskrippe zu finden. Die Tiere der Krippe im Wallfahrtsdom hat Laurentius Ulrich Englisch OFM geschnitzt, der im Franziskanerkloster Vossenack lebt.

Weihnachtskrippe im Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“

Weihnachtskrippe im Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“

Weihnachtskrippe in der Kath. Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis

Weihnachtskrippe in der Kath. Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis

Dienstag, 25. Dezember 2012

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter

Frohe Weihnachten
Merry Christmas
Joyeux Noël

Montag, 24. Dezember 2012

Bunt, bunter, Ruhrort

Kunst im öffentlichen Raum

Dampfkran an der Schifferbörse

Zum 1. Oktober 1905 wurden die bis dahin selbständigen Städte Duisburg, Meiderich und Ruhrort zur „neuen“ Stadt Duisburg zusammengeschlossen, um die Häfen in Duisburg und Ruhrort gemeinsam verwalten und nutzen zu können, die dadurch zum größten Binnenhafen wuchsen. Der 1897 von der Duisburger Maschinenfabrik J. Jaeger gebaute fahrbare Dampfdrehkran für 4.000 kg Tragkraft (nach Umbau 4.500 kg Tragkraft) war bis 1974 am Parallelhafen im Einsatz und erinnert an diese Zeit, er wurde 1977 von der Spedition Zietzschmann gestiftet und an der Schifferbörse aufgestellt. Es ist das einzige erhaltene Exemplar dieser Bauart.

„Bananenhaus“, Karlstraße 28

Der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel (* 1960 in Rheinberg) – auch unter dem Pseudonym „Bananensprayer“ bekannt – markiert seit 1986 weltweit die interessantesten Galerien und Kunstorte mit Spraybananen. Seine in Pochoir-Technik gesprayten Bananen sind an den Eingängen von etwa 4000 Kunstmuseen und Galerien zu finden, darunter das renommierte Solomon R. Guggenheim Museum in New York City. 2001 beauftragte Maler- und Lackierermeister Dieter Siegel, Inhaber der 1897 gegr. Firma Pieper Malerei und Anstrich, Thomas Baumgärtel mit der Gestaltung seines Hauses in Duisburg-Ruhrort. So entstand das bekannte „Bananenhaus“, das auch nach 11 Jahren noch aussieht, als sei es erst vor kurzem frisch gestrichen worden.

„Bananenhaus“, Karlstraße 28

„Bananenhaus“, Karlstraße 28

„Bananenhaus“, Karlstraße 28

„Flossis“ von rosalie, Karlstraße 30

Als die Fassade des Nachbarhauses gedämmt wurde und anschließend einen weißen Anstrich bekam, hat sich Dieter Siegel entschieden, die aus Düsseldorf bekannten „Flossis“ von rosalie (* 24. Februar 1953 in Gemmrigheim als Gudrun Müller) nach Duisburg-Ruhrort zu holen. rosalie hat 1998 für die Eröffnung des Deutschen Kunststoff-Museums im NRW-Forum am Rhein das Skulpturenensemble „Flossis“ geschaffen. Die bunten Kletterer krabbelten auf die Fassade des NRW-Forums Kultur und Wirtschaft und hangelten sich bis zum Dach empor, mussten dort aber aufgrund des Denkmal­schutzes das Feld räumen. Im März 2002 haben sie im MedienHafen eine neue Heimat gefunden.

„Flossis“ von rosalie, Karlstraße 30

„Flossis“ von rosalie, Karlstraße 30

„Flossis“ von rosalie, Karlstraße 30

Oliver Kray (* 1981 in Berlin) bemalte 2009 in Zusammenarbeit mit dem bereits erwähnten Malerbetrieb Pieper die Fassade in der Hafenstraße, die auch mit dem Duisburger Fassadenpreis „Make Up“ ausgezeichnet wurde.

Fassadenkunst von Oliver Kray, Hafenstraße 31

Waltraut Cooper (* 1937 in Linz) errichtete 1996 die Leuchtröhreninstallation „Energiefeld“ an der Hafenstraße. Seit 2011 ist die Installation in den neu errichteten Brunnen am Neumarkt integriert.

„Energiefeld“ von Waltraut Cooper am Neumarkt

Peter Könitz (* 1942 in Mülheim an der Ruhr) hat in Korrespondenz zu den Kühltürmen der Kläranlage 1994 die Skulptur „Filter“ auf die Kaimauer an der Krausstraße aufgesetzt, die das Regenwasser sammeln und über einen Ablauf wieder an das Hafenbecken abgeben.

„Filter“ von Peter Könitz, Kaimauer an der Krausstraße

Wer noch sein „blaues Wunder“ erleben möchte, dem sei ein Spaziergang über die Friedrich-Ebert-Brücke empfohlen, auf der linken Rheinseite in Duisburg-Homberg ist noch der ehemalige Hebeturm der „Homberg-Ruhrorter Rheintrajekt-Anstalt“ erhalten, der früher genutzt wurde, um Eisenbahn­waggons auf einer Aufzugsplattform vom Niveau der Gleisanlagen auf das Deck einer Dampffähre zu befördern. Beim Überqueren des Rheins kommt man an der so genannten „Haniel-Treppe“ vorbei, die von der Friedrich-Ebert-Brücke auf die Mercatorinsel führt. Die Treppe wurde am 11. Mai 2010 eingeweiht, ein Tor versperrt jedoch noch immer den Zugang zur Treppe. Auf einem Schild ist zu lesen, dass die Treppe bis zur Eröffnung der geplanten Grünanlage auf der Mercatorinsel geschlossen bleibe. Von einer Grünanlage ist jedoch weit und breit keine Spur.

Hebeturm der „Homberg-Ruhrorter Rheintrajekt-Anstalt“