Sonntag, 29. Januar 2012

Dresden

„Florenz des Nordens“

Häufig wird Dresden als „Elbflorenz“ oder auch „Florenz des Nordens“ bezeichnet, was wohl auf die Würdigung der Kunstsammlungen in Dresden durch Johann Gottfried Herder zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Auch diverse Bauwerke entstanden unter florentinischem Einfluss, als Beispiele seien das von Gottfried Semper erbaute Neorenaissancegebäude genannt, das den Zwinger zur Elbe hin abschließt, oder die an den Florentiner Dom erinnernde Steinkuppel der Frauenkirche.

„Fenster mit Canaletto-Blick“: Elb-Seite des Hotels The Westin Bellevue Dresden

Der venezianischer Maler Bernardo Bellotto – genannt Canaletto – malte Mitte des 18. Jahrhunderts einen Zyklus von 14 Dresdner Stadtansichten, die sich auch heute noch in der Gemäldegalerie Alte Meister in der Sempergalerie im Zwinger befinden. Das bekannteste dürfte der so genannte Canaletto-Blick von 1748 sein, das Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke zeigt. Das Ölgemälde entstand von einem Standpunkt auf dem Neustädter Elbufer in der Nähe des heutigen Hotels The Westin Bellevue Dresden.

Augustusbrücke, Frauenkirche, Neues Ständehaus, Hofkirche, Stadtschloss, Semperoper

Nach dem 2005 abgeschlossenen Wiederaufbau der Frauenkirche am Neumarkt ist die weltbekannte Silhouette bis auf die in den Jahren 1907 bis 1910 mit weniger Pfeilern neu errichtete Augustusbrücke vollständig wiederhergestellt. Die ehemalige Frauenkriche entstand in den Jahren 1726 bis 1743 nach dem barocken Entwurf von George Bähr (* 15. März 1666 in Fürstenwalde, † 16. März 1738 in Dresden). Nach einem Luftangriff in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte die Frauenkirche vollständig aus, am Morgen des 15. Februar konnten die ausgeglühten Innenpfeiler das Gewicht der Steinkuppel nicht mehr tragen, was zum Einsturz der Kirche führte. Die Kirchenruine blieb als Mahnmal gegen den Krieg erhalten.

Frauenkirche

Für den Wiederaufbau der Frauenkirche wurden aus dem Trümmerhaufen alle noch brauchbaren Steine eingelagert. Bei vielen Steinen konnte sogar ihr ursprünglicher Platz vor dem Einsturz ermittelt werden, so dass diese später wieder an gleicher Stelle eingebaut werden konnten. Mit dem eigentlichen Wiederaufbau wurde am 27. Mai 1994 mit einer symbolischen Erststeinversetzung begonnen, der am 26. August 1726 gelegte Grundstein der Frauenkirche liegt noch immer an seinem ursprünglichen Platz.

Frauenkirche

Bereits am 13. April 2004 wurde der letzte Stein im Laternengesims eingesetzt, am 22. Juni 2004 wurde die Turmhaube mit dem vergoldeten Kreuz auf die Laterne über der Steinkuppel aufgesetzt und damit das ursprüngliche äußere Aussehen wiederhergestellt. Die Aussichtsplattform auf der Laterne wurde am 1. Februar 2005 für Besucher geöffnet. Mit der Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 wurde diese wieder ihrer Bestimmung als Gebetsstätte übergeben.

Frauenkirche


Frauenkirche


Frauenkirche

Innenaufnahmen der Frauenkirche sind offiziell nicht gestattet. Da sich Fotos von beinahe jedem Detail des Innenraums in druckfähiger Auflösung bei Flickr oder Wikimedia Commons finden lassen, erübrigt es sich, diese hier einzustellen.

Blick von der Kuppel der Frauenkirche: Hausmannsturm, Residenzschloss, Fürstenzug an der Fassade des Stallhofs, Hofkirche, Neues Ständehaus


Neumarkt, „Heinrich Schütz Residenz“


Theaterplatz mit Semperoper, Reiterdenkmal König Johann

Die Sächsische Staatsoper am Theaterplatz – allgemein nach ihrem Baumeister Gottfried Semper (* 29. November 1803 in Hamburg, † 15. Mai 1879 in Rom) Semperoper genannt – ist das unter der Leitung von Architekt Wolfgang Hänsch wiedererrichtete Gebäude der ursprünglich 1871 bis 1878 nach Plänen Sempers erbauten Oper. Diese wurde – wie die Frauenkirche – bei den Bombenangriffen am 13. Februar 1945 zerstört. Am 13. Februar 1985 – genau 40 Jahre nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg – wurde die Semperoper mit Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ wiedereröffnet. Den schönsten Eindruck von der Innenausstattung des Gebäudes kann man sich natürlich beim Besuch einer Vorstellung in der Semperoper verschaffen.

Theaterplatz mit Semperoper, Reiterdenkmal König Johann


Residenzschloss mit Hausmannsturm

Das Residenzschloss war einst Sitz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Am 13. Februar 1945 aufgrund der Luftangriffe bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wird es gegenwärtig in alter Pracht wiederhergestellt. Bis 2013 soll der Wiederaufbau abgeschlossen sein, Verzögerungen sind natürlich nicht auszuschließen. Erich Honnecker hatte am 13. Februar 1985 den Abschluss des Wiederaufbaus für die Jahre 1986 bis 1990 in Aussicht gestellt. Im Schloss sind gegenwärtig fünf Museen untergebracht: das Historische und das Neue Grüne Gewölbe, das Münzkabinett, das Kupferstich-Kabinett und die Türckische Cammer.

Hofkirche, Residenzschloss, Altstädter Wache (Schinkel-Wache)


Hofkirche, Residenzschloss, Altstädter Wache (Schinkel-Wache)


Fürstenzug an der Fassade des Stallhofs


Langer Gang am Stallhofgebäude


Langer Gang am Stallhofgebäude


Zwinger, Kronentor


Zwinger, Glockenspielpavillon


Zwinger, Wallpavillon


Neues Ständehaus


Brühlsche Terasse, Kunstakademie, Sekundogenitur


Coselpalais, Kunstakademie


Kunstakademie („Zitronenpresse“)


Neue Synagoge


UFA-Filmpalast („Papierkorb“)


UFA-Filmpalast („Kristall aus Beton“)


Einstige Zigarettenfabrik Yenidze

Da es nach den Bauvorschriften zu Beginn des 20. Jahrhunderts verboten war, im Stadtzentrum Industrieanlagen mit hohem Schornstein zu errichten, entwarf Architekt Martin Hammitzsch (* 22. Mai 1878 in Plauen, † 12. Mai 1945 bei Oberwiesenthal) den Fabrikneubau auf Anregung von Zigarettenfabrikant Hugo Zietz in Gestalt einer Moschee mit dem Schornstein als Minarett. Als Vorbild für die 1907 bis 1909 errichtete „Tabakmoschee“ diente das Mamelucken-Grab des Khair Bak in Kairo, der Name bezieht sich auf ein kleines griechisches (damals noch türkisches) Tabakanbaugebiet.

Goldener Reiter (August der Starke)


Neustädter Hauptstraße mit Kügelgenhaus

Weimar

Auf den Spuren von Goethe und Schiller

Aufgrund seines kulturellen Erbes zählt Weimar zu den am häufigsten besuchten Städten in Thüringen. Neben Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main, † 22. März 1832 in Weimar) und Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, † 9. Mai 1805 in Weimar) haben aber auch Lucas Cranach der Ältere (* um 1475 in Kronach, † 16. Oktober 1553 in Weimar), Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach, † 28. Juli 1750 in Leipzig) als Hoforganist, Johann Gottfried von Herder (* 25. August 1744 in Mohrungen, Ostpreußen, † 18. Dezember 1803 in Weimar) als Superintendent des Weimarer Landes , Franz Liszt (* 22. Oktober 1811 in Raiding/Doborján, † 31. Juli 1886 in Bayreuth) und Richard Georg Strauss (* 11. Juni 1864 in München, † 8. September 1949 in Garmisch-Partenkirchen) als Kapellmeister und das von Walter Gropius (* 18. Mai 1883 in Berlin, † 5. Juli 1969 in Boston, Massachusetts) als Kunstschule in Weimar gegründete Bauhaus zum Ruf der Stadt als Zentrum der deutschen und europäischen Kultur beigetragen. Weimars kulturgeschichtliche Bedeutung wurde auch durch die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe (Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau, Aufnahme im Dezember 1996 und Klassisches Weimar, Aufnahme am 2. Dezember 1998) hervorgehoben.

Goethe- und Schiller-Denkmal

Das Goethe- und Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater wurde am 4. September 1857 feierlich enthüllt. Der Entwurf stammt vom Bildhauer Ernst Rietschel (* 15. Dezember 1804 in Pulsnitz, † 21. Februar 1861 in Dresden), es wurde in München vom bayerischer Erzgießer Ferdinand von Miller (* 18. Oktober 1813 in Fürstenfeldbruck, † 11. Februar 1887 in München) gegossen. Das Denkmal symbolisert die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller, und obwohl Schiller körperlich erheblich größer war als Goethe, hat Ernst Rietschel sie gleich groß dargestellt.

Deutsches Nationaltheater

Das Große Haus am Theaterplatz wird von der Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar GmbH bespielt. Das heutige Theatergebäude entstand als erstes deutsches Theater nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde 1948 mit „Faust I“ eröffnet. 2002 konnte mit großer Unterstützung der Weimarer Bevölkerung die Auflösung des Deutschen Nationaltheaters verhindert und die Eigenständigkeit als Drei-Sparten-Theater bewahrt werden. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung des Hauses stellt der zum 1. Januar 2008 erlangte Status eines Staatstheaters dar.

Stadtschloss

Das Stadtschloss war die Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach, die heutige Gestalt hat sich in über fünfhundertjähriger Bauzeit entwickelt. Bei dem letzten Brand am 6. Mai 1774 brannte der Dreiflügelbau mit Ausnahme von Turm und Torbau bis auf die Umfassungsmauern ab. Johann Wolfgang von Goethe war am Wiederaufbau maßgeblich beteiligt. Seit 1923 wird fast das gesamte Schloss als Museum genutzt.

Hauptgebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist eine öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte, sie wurde 1691 von Herzog Wilhelm Ernst in Weimar gegründet, erhielt den Namen von Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 24. Oktober 1739 in Wolfenbüttel, † 10. April 1807 in Weimar), Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, aber erst zum dreihundertjährigen Jubiläum im Jahr 1991. Das Hauptgebäude mit dem berühmten Rokokosaal wurde am Abend des 2. September 2004 durch einen Brand schwer beschädigt, nach der Wiederherstellung wurde die Bibliothek am 24. Oktober 2007 wiedereröffnet. Die Besucherzahl ist aus konservatorischen Gründen limitiert, und für Einzelbesucher stehen nur etwa 100 Eintrittskarten im Tagesverkauf zur Verfügung. Es empfiehlt sich daher, die Karten bei der Besucherinformation der Klassik Stiftung Weimar vorzubestellen.

Herzogin Anna Amalia Bibliothek mit dem mittelalterlichen Turm der früheren Stadtbefestigung


Haus der Charlotte von Stein

Charlotte von Stein (* 25. Dezember 1742 in Eisenach, † 6. Januar 1827 in Weimar) war eine Hofdame der Herzogin Anna Amalia. Sie verehrte Johann Wolfgang von Goethe und lernte diesen im November 1775 persönlich kennen. Es entwickelte sich eine innige Liebesbeziehung zwischen beiden, die mit Goethes heimlicher Abreise nach Rom im September 1786 endete. Sie wohnte von 1777 bis 1827 in dem Haus Ackerwand 27. 1918 begann Marlene Dietrich an der Musikhochschule Weimar eine Ausbildung zur Konzertgeigerin und teilte sich mit fünf anderen Mädchen ein Pensionszimmer im Haus Ackerwand 27.

Goethes Wohnhaus

Johann Wolfgang von Goethe kam 1775 auf Einladung von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (* 3. September 1757 in Weimar, † 14. Juni 1828 auf Schloss Graditz bei Torgau) nach Weimar, später wurde die Stadt zu seinem Lebensmittelpunkt. Am 1. Juni 1782 bezog er das 1709 im barocken Stil erbaute Wohnhaus am Frauenplan, das er bis zu seinem Tod beinahe 50 Jahre bewohnte. Heute findet man hier das Goethe-Nationalmuseum, das ab 28. August 2012 – Goethes 263. Geburtstag – die neue Dauerausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ zeigen wird.

Rathaus

Das heutige dreigeschossige Rathaus im neugotischen Stil wurde im Jahr 1841 nach dem Vorbild des Hofer Rathauses an der Westseite des Marktplatzes errichtet. Der Rathausturm enthält ein Glockenspiel mit 35 Glocken aus Meißner Porzellan.

Stadthaus und Cranachhaus

Stadthaus und Cranachhaus an der Ostseite des Marktplatzes legen Zeugnis vom Baustil der Frührenaissance ab. Das grün-weiße Stadthaus wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, und nur die historische Fassade wurde beim Wiederaufbau originalgetreu wieder hergestellt. Hier ist heute die Touristinformation zu finden. In dem linken der beiden daran anschließenden, nahezu identischen Gebäude lebten im 16. Jahrhundert Lucas Cranach der Ältere und sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere (* 4. Oktober 1515 in Wittenberg, † 25. Januar 1586 im Wittenberg).

Schillers Wohnhaus

Friedrich von Schillers späteres Wohnhaus an der heutigen Schillerstraße 12 wurde 1777 von Baumeister Anton Georg Hauptmann (1735 – 1803) erbaut. Schiller bezog das Haus mit seiner Familie am 29. April 1802 und wohnte hier bis zu seinem Tod. Die Familie wohnte noch bis zum Tod von Charlotte von Schiller am 9. Juli 1826 in dem Haus. Heute gehört das Haus mit dem angeschlossenen Schiller-Museum zum Verwaltungsbestand der Klassik Stiftung Weimar.

Wittumspalais

Jakob Friedrich von Fritsch ließ das Stadtpalais auf dem Gelände eines ehemaligen Franziskanerklosters an der „Esplanade“, der heutigen Schillerstraße errichten. Es wurde nach dem Schlossbrand vom 6. Mai 1774 von Herzogin Anna Amalia bis zu ihrem Tod am 10. April 1807 bewohnt. Da sie es als Witwensitz nutzte, wird es Wittumspalais genannt.

Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar

Das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar wurde 1904 bis 1911 nach den Entwürfen von Henry van de Velde (* 3. April 1863 in Antwerpen, † 25. Oktober 1957 in Zürich) als Ateliergebäude der 1860 durch Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach (* 24. Juni 1818 in Weimar, † 5. Januar 1901 in Weimar) gegründeten Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für bildende Kunst errichtet.

Kirms-Krackow-Haus

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Kirms-Krackow in der Jakobstraße 10 ist eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt. Die Straßenansicht ist recht unscheinbar, durch den Torbogen gelangt man auf den Hof, der von hölzernen, auf Stützbalken ruhenden Laubengängen flankiert wird.

Goethes Gartenhaus

Als Johann Wolfgang von Goethe von Frankfurt nach Weimar umsiedelte, war das Gartenhaus im Park an der Ilm sein erster Wohn- und Arbeitsort. Er ersteigerte das Haus mit dem dazugehörigen Garten im April 1776, wobei Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach die Finanzierung übernahm.

Russisch-Orthodoxe Grabkapelle

Auf dem Historischen Friedhof sind zahlreiche namhafte Persönlichkeiten (u. a. Franz Kirms, Johann Nepomuk Hummel, Charlotte von Stein) begraben. In der von Clemens Wenzeslaus Coudray errichteten Fürstengruft sind die Särge von Johann Wolfgang von Goethe und Johann Christoph Friedrich von Schiller aufgebahrt. Die daran anschließende Russisch-Orthodoxe Kapelle wurde von Ferdinand Streichhan über dem Grab von Großherzogin Maria Pawlowna errichtet, die sich als großzügige Förderin von Kunst und Wissenschaft bleibende Verdienste erworben hatte.

Zwiebelmarkt

Jährlich wird am zweiten Oktoberwochenende der traditionelle Weimarer Zwiebelmarkt veranstaltet, der erstmals am 4. Oktober 1653 erwähnt wurde.

Buchenwald-Denkmal von Fritz Cremer

Von 1937 bis 1945 bestand auf dem Ettersberg bei Weimar das Konzentrationslager Buchenwald. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war es das größte KZ im Deutschen Reich. Mehr als 55.000 Häftlinge ließen hier ihr Leben. Zahlreiche Gebäude sind erhalten geblieben, sie bilden zusammen mit den Friedhöfen und Denkmälern die Gedenkstätte Buchenwald, die umfassenste Gedenkstätte am Ort eines ehemaligen Konzentrationslagers in Deutschland. 1958 ließ die Regierung der DDR auf der Südseite des Ettersberges eine monumentale Denkmalanlage errichten, zu der auch der „Glockenturm“ und die von Fritz Cremer (* 22. Oktober 1906 in Arnsberg, † 1. September 1993 in Berlin) geschaffene Buchenwald-Plastik gehört.

Tor zum Lager im KZ Buchenwald

Das schmiedeeiserne Lagertor im Torgebäude trägt die zynische Inschrift „Jedem das Seine“. Es bildet die Grenze zwischen dem ehemaligen SS-Bereich und dem großen Häftlingslager. In dem Arrestzellenbau folterten und ermordeten die SS-Aufseher im Auftrag der Gestapo und des Lagerkommandanten Häftlinge.

Gedenkstätte Buchenwald

Eisenach

Lutherstadt am Fuße der Wartburg

Früher hat man in Fotoalben gestöbert, heute fristen ungeahnte Mengen von Fotos auf der Festplatte ein „Schattendasein“, bis man eines Tages das ein oder andere „alte Schätzchen“ zu Tage fördert. Wen´s interessiert darf hier gerne auch einmal einen Blick darauf werden, wen nicht, der blättert einfach weiter. Wie in einem richtigen Fotoalbum.

Abhängig von der Berechnungsmethode ergeben sich unterschiedliche Orte als Mittelpunkt Deutschlands. Berechnet man den Schwerpunkt der Fläche Deutschlands für das Staatsgebiet zu Land – also ohne die 12-Seemeilen-Zone – so ergibt sich der Ort Landstreit (51°0’ N, 10°20’ E) bei Eisenach als Mittelpunkt. Stellvertretend für den kleinen Ort wurde die 10 Kilometer südlich liegende Wartburg zum Mittelpunkt Deutschlands erklärt. Warum also nicht mit ein paar Impressionen aus Eisenach und vom UNESCO-Weltkulturerbe Wartburg beginnen. Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, † 18. Februar 1546 in Eisleben) übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche, und der Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach, † 28. Juli 1750 in Leipzig) wurde in Eisenach geboren.

Thüringer Landestheater


Hauptbahnhof


Glasmosaik mit Darstellung des Automobilwerks Eisenach in der Empfangshalle


Nikolaiturm und Nikolaitor

Von den fünf ehemaligen Stadttoren ist heute nur noch das Nikolaitor erhalten. Das älteste Stadttor Thüringens ist zusammen mit der Nikolaikirche – neben der Wartburg – eines der Wahrzeichen Eisenachs.

Stadtapotheke

Die Stadtapotheke wurde 1800 von Wilhelm Dammann als „Hof- und Stadt-Apotheke“ gegründet, die heutige Gestalt erhielt das Gebäude 1992 nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten. Die Apotheke diente auch als Drehort für die Fernsehserie „Familie Dr. Kleist“.

Predigerkirche


Martin-Luther-Gymnasium


Stadtschloss, Ratsapotheke und Rathaus am Marktplatz


Rathaus und Ratsapotheke am Marktplatz


Georgsbrunnen und Rathaus


Georgenkirche

1221 wurden Landgraf Ludwig IV. (* 28. Oktober 1200 in Creuzburg, † 11. September 1227 in Otranto) und die ungarische Königstochter Elisabeth (* 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn, † 17. November 1231 in Marburg an der Lahn) in der Georgenkirche getraut. Martin Luther predigte am 2. Mai 1521 in der Georgenkirche, 2 Tage später wurde er zum Schein festgenommen und auf die Wartburg gebracht. Und am 23. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in dieser Kirche getauft.

Georgenkirche


Residenzhaus


Schmales Haus

Am Johannisplatz befindet sich das so genannte Schmale Haus, das mit etwa 2 Metern Breite wohl das schmalste Fachwerkhaus Deutschlands ist.

Creutznacher Haus

Conrad Creutznacher ließ 1539 am Markt ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus im Stil der Renaissance errichten. Im erhaltenen Creutznacher Haus ist heute u. a. die Tourist Information untergebracht.

Lutherhaus

Während seiner Schulzeit (1498 bis 1501) soll Martin Luther in zwei kleinen Räumen im Haus der Familie Cotta gewohnt haben. Das Lutherhaus in der Nähe des Marktplatzes ist eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser in Eisenach.

Bachhaus am Frauenplan

Am 27. Mai 1907 wurde das Bürgerhaus am Frauenplan – mutmaßliches Geburtshaus von Johann Sebastian Bach – als Museum der Öffentlichkeit übergeben, es beherbergt heute die weltweit größte Ausstellung zu Bachs Leben und Werk.

Wohnhaus der „Familie Dr. Kleist“ (Fritz-Koch-Straße 38)


Reuter-Villa

In der 1866 bis 1868 vom Architekten Ludwig Bohnstedt (* 27. Oktober 1822 in Sankt Petersburg, † 3. Januar 1885 in Gotha) im Stil der Neorenaissance für den Dichter Fritz Reuter (* 7. November 1810 in Stavenhagen, † 12. Juli 1874 in Eisenach) erbauten Villa im Helltal befindet sich das Reuter-Wagner-Museum. Es beherbergt – nach Bayreuth – die umfangreichste Richard-Wagner-Sammlung.

Burschenschaftsdenkmal

Das am 22. Mai 1902 auf der Göppelskuppe südlich von Eisenach eingeweihte Burschenschaftsdenkmal ist ein Kriegerdenkmal für die im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Burschenschafter. Das 33 Meter hohe Denkmal wurde nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis (* 17. März 1873 in Eltville am Rhein, † 13. August 1955 in Bad Honnef) errichtet.

Wartburg

Das Wahrzeichen Eisenachs ist die Wartburg auf einem schmalen Felsgrat am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes auf 411 m über NN. Sie wurde am 4. Dezember 1999 als „hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. 2011 pilgerten knapp 364.000 Besucher zur Wartburg, in den vergangenen Jahren war von bis zu 500.000 Besuchern jährlich die Rede, da kann es bis zum Beginn der nächsten Führung schonmal ein Weilchen dauern.

Wartburg


Wartburg


Wartburg, Blick durch die Torhalle in den ersten Burghof mit Vogtei und Nürnberger Erker


Wartburg, erster Burghof


Wartburg, mittelalterliche Burgenbaustelle an der Vogtei

Zum UNESCO-Welterbetag am 3. Juni 2007 wurde der historisch belegte Tugendpfad unterhalb der Burgmauern den Besuchern der Wartburg wieder zugänglich gemacht. Damit verbunden wurde auch die mittelalterliche Burgenbaustelle eröffnet. Dort werden Baugewerke gezeigt, die zur Zeit der Errichtung des Palas im 12. Jahrhundert verwendet wurden.

Wartburg, Lutherstube in der Vogtei

Die Lutherstube in der Vogtei diente Martin Luther vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 als Unterschlupf. Der Legende nach soll er hier ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben, der resultierende Tintenfleck an der Wand ist aber heute nicht mehr zu sehen.

Wartburg