Dienstag, 29. März 2011

(K)„Ein Hauch von Starlight“

Das abgesagte „Backstage“-Konzert im „LUKAS“

Der alte Bahnhof Kupferdreh, Eingang zur ehemaligen Vorhalle im Rundbogenstil

Der Königlich Preußische Bahnhof zu Kupferdreh wurde am 27. Juli 1898 an der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn eröffnet. Heute fahren die Züge der S-Bahn Rhein-Ruhr ohne Halt an dem alten Gebäude vorbei, nur die historische Hespertalbahn beginnt hier am vorderen Bahnsteig ihre Fahrt. Das Gebäude wird heute unter dem Namen „LUKAS“ als „kulinarischer Bahnhof“ genutzt und gehört zur Route der Industriekultur, Themenroute 12 – Geschichte und Gegenwart der Ruhr.

Das Dekor der Wartesäle ist teilweise erhalten, was den Räumen ein ganz besonderes Ambiente verleiht. In der ehemaligen Vorhalle mit ihrem Eingang im Rundbogenstil ist die Kneipe untergebracht, wo auch das „Backstage“-Konzert stattfinden sollte. Bei den beinahe schon „frühsommerlichen“ Temperaturen sitzen die Gäste natürlich viel lieber im Freien, es war eben nur noch ein wenig zu früh, weshalb wohl viele Plätze noch nicht belegt waren.

Der alte Bahnhof Kupferdreh

Ein wenig komisch kam es mir schon vor, dass in der Kneipe noch gar keine Vorbereitungen zu dem Konzert getroffen wurden, sollten doch heute Georgina Hagen, Ernest Marchain und David Moore zusammen mit der Band des Erfolgsmusicals „Starlight Express“ unter dem Motto „Ein Hauch von Starlight“ im alten Bahnhof Kupferdreh auftreten, und das komplette Equipment fällt ja auch nicht von jetzt auf gleich aus dem Himmel direkt auf die Bühne im „LUKAS“.

Vom Personal im „LUKAS“ war schließlich zu erfahren, dass der Veranstalter das Konzert abgesagt habe. Dumme Sache … man hätte ja auch mal vorher an geeigneter Stelle einen Hinweis auf die Konzertabsage geben können. Dann hätte ich den Abend nämlich anders planen können, und die vergebliche Anreise zum „LUKAS“ hätte auch nicht sein müssen. So war mir dann nämlich auch noch die Lust am Biergarten im „LUKAS“ o. ä. vergangen.

Sonntag, 27. März 2011

„Slinky springs to fame“, Teil V

Tobias Rehbergers Brückenskulptur über den Rhein-Herne-Kanal am Schloss Oberhausen

Im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke über dem Rhein-Herne-Kanal, im Hintergrund der Gasometer Oberhausen

Bereits in früheren Blogeinträgen vom 14. Oktober 2010, 16. & 21. November 2010 und 16. Januar 2011 hatte ich von der im Bau befindlichen Fußgänger- und Fahrradbrücke „Slinky springs to fame“ berichtet, aber da an der Brücke aktuell noch gebaut wird, gibt es heute mal wieder einen neuen Blogeintrag zu diesem Thema. Inzwischen sind nämlich auch an der Spannbandkonstruktion über dem Rhein-Herne-Kanal die Windungen der an die Metallschraubenfeder Slinky® angelehnten Spirale nahezu vollständig montiert, nur eine Handvoll Windungen fehlt noch über dem Südufer des Kanals.

Spannbandkonstruktion über dem Rhein-Herne-Kanal

An der Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals fehlen zwar unmittelbar am Anfang der Rampe auch noch einige Windungen, aber die sollten sich wohl in wenigen Tagen montieren lassen. Danach wird sich die aus Aluminium gefertigte Spirale insgesamt 460 Mal um die Brückenskulptur mit einer Gesamtlänge von 406 Metern winden.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Nun muss noch die Beleuchtung und ein Maschendraht aus rostfreiem Stahl an den Geländern angebracht werden, der aus größerer Entfernung nicht wahrnehmbar sein soll und dadurch das ästhetische Erscheinungsbild der Spirale nicht beeinträchtigen soll. Schließlich müssen noch die farbigen Kunststofflaufbahnen in 16 verschiedenen Farbtönen, durch die die Lauffläche in alternierende Farbfelder unterteilt wird, aufgebracht werden, dann steht der Eröffnung der Brücke nichts mehr im Wege.

Im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke über dem
Rhein-Herne-Kanal, im Hintergrund die Sterkrader-Straße-Brücke
bei RHK km 8,86


In zwei Monaten, am 29. Mai jährt sich zum ersten Mal die Eröffnung der EMSCHERKUNST.2010, das wäre doch eine gute Gelegenheit, die Brücke mit einjähriger Verspätung der Öffentlichleit zu übergeben.


Mittwoch, 6. April 2011

„A spring, a spring, a marvelous thing! Everyone knows it´s Slinky.“

Im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke über dem Rhein-Herne-Kanal, im Hintergrund der Gasometer Oberhausen

Inzwischen sind die fehlenden Windungen der an die Metallschraubenfeder Slinky® angelehnten Spirale an der Spannbandkonstruktion über dem Rhein-Herne-Kanal montiert worden, so dass sich die Spirale nun also ohne Unterbrechung von einem Ende der Brücke zum anderen windet.

Spannbandkonstruktion über dem Rhein-Herne-Kanal

Nun wird offensichtlich an der Beleuchtung gearbeitet, denn aus den auf den Spannbändern montierten Betonplatten hängen elektrische Leitungen mit Anschlüssen heraus. Das Beleuchtungskonzept sieht vor, die farbige Ober- und Unterseite der Lauffläche im Dunkeln zu akzentuieren.

Detail der Spannbandkonstruktion

Auch unmittelbar am Anfang der Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals wurden die zuletzt an 460 noch fehlenden Windungen der aus Aluminium gefertigten Spirale montiert.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Bevor alle gleich wieder schreien, sie wollen endlich wissen, wann die Brücke der Öffentlichkeit übergeben wird: Da fehlt noch der Maschendraht aus rostfreiem Stahl an den Geländern und der elastische, farbige Bodenbelag, wie ihn jeder beispielsweise von Sportplätzen kennt. Dieses glibberige Zeug, das bei Nässe unangenehm rutschig wird. Der Bodenbelag unterstützt das „federnde“ Gefühl, wenn man über die Brücke geht; der Effekt ist vom Künstler gewünscht.

„Slinky springs to fame“

Falls sich jemand dafür interessiert, Ausgangsmaterial sind vulkanisierte Mischungen aus Naturkautschuk und synthetischem Kautschuk, also – allgemeinverständlich ausgedrückt – Altreifen. Der Markenname ist Regupol®. Also Geduld, es wird schon …

Aufbringen des Bodenbelags



Donnerstag, 21. April 2011

„Color my life“

„Slinky springs to fame“ über dem Rhein-Herne-Kanal

Der Bodenbelag wird in zwei Arbeistsgängen aufgebracht. Zunächst wurde eine schwarze Schicht auf der gesamten Länge der Brücke aufgebracht, im zweiten Arbeitsgang wird darauf der zur Unterseite der Brücke korrespondierende farbige Belag in 16 verschiedenen Farbtönen aufgebracht, durch die die Lauffläche in alternierende Farbfelder unterteilt wird.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Parallel dazu wird an der Beleuchtung in einem der beiden Brückengeländer gearbeitet, und Gartenbaubetriebe gestalten die Umgebung der beiden Brückenrampen.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Auch der Termin zur Eröffnung der Brückenskulptur wurde zwischenzeitlich fixiert …


Freitag, 13. Mai 2011

Was lange währt, wird endlich bunt

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Inzwischen wurde auf der gesamten Lauffläche der zur Unterseite der Brücke korrespondierende farbige Belag in 16 verschiedenen Farbtönen aufgebracht, durch die die Lauffläche in alternierende Farbfelder unterteilt wird.

Brückenrampe an der Südseite des Rhein-Herne-Kanals

An der Brückenrampe an der Südseite des Rhein-Herne-Kanals wurde mit der Montage des Maschendrahtes aus rostfreiem Stahl an den Geländern begonnen, inwiefern der aus großer Entfernung nicht wahrgenommen wird, mag jeder für sich selbst herausfinden.

Maschendraht am Geländer der Brückenrampe an der Südseite des Rhein-Herne-Kanals

Damit rückt die Fertigstellung der Brückenskulptur unaufhörlich näher, aber der offizielle Eröffnungstermin wurde meines Wissens noch nirgends veröffentlicht. Warum sollte man sich auch schon jetzt mit einem Termin „belasten“, der noch „relativ“ weit in der Zukunft liegt?!


Mittwoch, 25. Mai 2011

Update

„Slinky springs to fame“ über dem Rhein-Herne-Kanal

Inzwischen wurde auf der gesamten Länge der Brückenskulptur der Maschendraht aus rostfreiem Stahl an den Geländern montiert. Auf dem Bauplatz am Südufer des Rhein-Herne-Kanals finden augenblicklich größere Bodengestaltungsarbeiten statt.

Bauplatz am Südufer des Rhein-Herne-Kanals

Wer die Arbeiten über einen längeren Zeitraum verfolgt hat, wird mit mir einer Meinung sein, dass sich die Arbeiten bis zur offiziellen Eröffnung der Brückenskulptur bestimmt noch einen Monat hinziehen werden.

MS Kettwig am Anleger Oberhausen-Kaisergarten

In der Zwischenzeit kann man mit der Weißen Flotte Baldeney zwischen Oberhausen-Kaisergarten und Gelsenkirchen-Nordsternpark wieder Rundfahrten auf dem Rhein-Herne-Kanal unternehmen.

Fotos von der im Dunkeln beleuchteten Brückenskulptur gibt es im Blogeintrag Es werde Licht.


Dienstag, 31. Mai 2011

Inzwischen hat die Emschergenossenschaft die sprichwörtliche Katze aus dem Sack gelassen, die Karten auf den Tisch gelegt, wie auch immer. Die feierliche Eröffnung von Tobias Rehbergers Brückenskulptur „Slinky springs to fame“ wird am Samstag, 25. Juni 2011 im Beisein von Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umweltschutz, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, und Tobias Rehberger himself stattfinden. Vermutlich wird es sich auch Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband, nicht nehmen lassen, an der Eröffnung teilzunehmen. Details zum genauen Ablauf der Veranstaltung wurden bisher nicht bekanntgegeben.


Donnerstag, 23. Juni 2011

Noch 40 Stunden bis zur Eröffnung …

Hinweisschild am Nordufer des Rhein-Herne-Kanals

Am 25. Juni 2011 um 12.30 Uhr soll „Slinky springs to fame“ an der Südseite des Rhein-Herne-Kanals im Kaisergarten offiziell eröffnet werden. Wie es augenblicklich aussieht, steht dem auch nichts mehr im Wege.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Im Essener Fahrrad-Kalender 2011 war für den heutigen Tag eine „Radtour zur Kanalbrücke am Kaisergarten“ mit folgendem Text angekündigt: „Am Kaisergarten soll der Rhein-Herne-Kanal-Kanal über die dann hoffentlich fertiggestellte neue Brücke „Slinky springs to fame“ überquert werden.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt … aber aus der Überquerung des Kanals über die neue Brücke wurde natürlich nichts … keine Chance.

Brückenrampe an der Südseite des Rhein-Herne-Kanals

Die Bauarbeiten an der Brücke mögen zwar abgeschlossen sein, aber im Zuge des Brückenneubaus stand ja auch die Umgestaltung des Kaisergartens auf dem Programm. Und die ist noch lange nicht abgeschlossen …

Umgestaltung des Kaisergartens


Umgestaltung des Kaisergartens

Samstag, 26. März 2011

Megille Reloaded

Ein Purim-Musical in der Alten Synagoge Essen

Der jüdische Feiertag Purim (der in diesem Jahr am 20. März gefeiert wurde) erinnert an die Rettung der Juden in Persien durch Königin Ester. Aus diesem Anlass wird in der Synagoge ein Fest mit Kostümierungen gefeiert, bei dem auch die Festrolle des Buches Ester (die Megile) vorgelesen wird. Das Buch Ester ist auch Teil des christlichen Alten Testaments. Ester ist die Base und Pflegetochter des Juden Mordechai. Sie wurde zur Gemahlin des Perserkönigs Achaschwerosch (Xerxes I., * 519 v. Chr.; † August 465 v. Chr.) erhoben. Durch ihren Einfluss und ihre Stellung rettete sie die Judenschaft des persischen Weltreiches vor einem durch den höchsten Regierungsbeamten Haman beabsichtigten Massenmord. Der gestillte Rachedurst der gequälten und unterdrückten Juden führte dann zur Einführung des Purimfestes. Das Buch Ester scheint im 3. Jahrhundert v. Chr. verfasst zu sein, als das Perserreich nicht mehr bestand. Man wird der Erzählung also wohl am ehesten gerecht, wenn man in ihr eine freie Geschichte sieht, die eine Lesung zum Purimfest darstellt.

Alte Synagoge Essen

Der jüdische Schriftsteller Itzik Manger (* 30. Mai 1901 in Czernowitz, Bukowina; † 21. Februar 1969 in Gedera, Israel) hat 1936 in Warschau die „megile lider“ in jiddischer Sprache geschrieben, die am 9. Oktober 1968 als „Di Megile fun Itzik Manger“ mit der Musik von Dov Seltzer am John Golden Theatre ihre Broadwaypremiere erlebten.

Ensemble „Megille Reloaded“, Foto: Klaus Kassel

In der ersten Januarwoche 2011 haben sich 40 Jugendliche in einem von Andreas Schmitges initiierten Begegnungsprojekt mit Unterstützung der „Klezmer Alliance“ unter der Leitung des Schlagzeugers Guy Schalom aus London, der New Yorker Jugendtheaterregisseurin Jenny Romaine und Bühnenbildnerin Alessandra Nichols aus Vermont eine Woche lang mit dem Musical beschäftigt und daraus eine neue Inszenierung, die „Megille Reloaded“ geschaffen, die am Ende des Workshops am 9. Januar 2011 in der Synagogen-Gemeinde Köln seine Premiere erlebte. Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW 2011 war „Megille Reloaded“ am 26. März auch in der Alten Synagoge Essen – dem „Haus jüdischer Kultur“ – zu sehen.

In der Aufführung wechseln erzählende Passagen auf Deutsch und Jiddisch mit Songs und Tanzszenen ab, getragen von Klezmer im modernen Gewand. Die Jugendlichen sind mit viel Enthusiasmus und Spass bei der Sache, die gezeigten Leistungen nach einem nur einwöchigen Workshop sind ganz erstaunlich. Neben dem Einstudieren verschiedener Rollen wurden die Puppen, Kostüme und das Bühnenbild selbst erstellt, und Jiddisch dürften wohl auch die wenigsten Jugendlichen zuvor gelernt haben.

„Megille Reloaded“ ist ein wirklich großartiges Purimshpil, das einfach Spass macht, aber leider nur noch einmal am Sonntag, 27. März in der Synagogen-Gemeinde Köln zu sehen sein wird.

Freitag, 25. März 2011

Colonia Claudia Ara Agrippinensium

2000 Jahre Geschichte, Kultur und Architektur auf 405 km², und noch vieles mehr …

Colonia Claudia Ara Agrippinensium hieß die römischen Kolonie im Rheinland, aus der sich die heutige Stadt Köln entwickelt hat. Die römische Kaiserin Agrippina ließ die Siedlung im Jahre 50 n. Chr. zur Stadt erheben, heute ist daraus die größte Stadt Nordrhein-Westfalens geworden. Fährt man aus dem Ruhrgebiet mit dem Zug nach Köln und steigt breits am Bahnhof Köln Messe/Deutz aus, so hat man vom Deutzer Rheinufer einen schönen Blick auf die Kölner Altstadt, den Dom und die Hohenzollernbrücke, die als Eisenbahn- und Fußgängerbrücke den Rhein überquert.

Kölner Dom und Hohenzollernbrücke


Hohenzollernbrücke

Unzählige Vorhängeschlösser zieren die Sicherheitsgitter der Hohenzollernbrücke, die die Fußwege von den Bahngleisen trennen. Die „Liebesschlösser“ werden von Pärchen dort angebracht, und der Schlüssel anschließend in den Rhein geworfen. Der romantische Brauch trägt obendrein zur Wirtschaftsförderung bei: Bei der Wahl ihrer Schlösser greifen viele Liebende auf das Angebot eines Unternehmens aus dem Ruhrgebiet zurück.

Vorhängeschloss an der Hohenzollernbrücke


Kölner Dom

Der Kölner Dom ist die populärste Sehenswürdigkeit Deutschlands, er wurde 1996 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Kathedrale im gotischen Baustil wurde 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen, aber erst 1880 nach über 600 Jahren vollendet. Wobei die Dombaumeister seit der Fertigstellung des Domes gegen den Zerfall des Sandsteins kämpfen.

Westfassade des Kölner Doms

Der Dreikönigenschrein hinter dem mittelalterlichen Hochaltar ist das größte als Goldschmiedearbeit ausgeführte Reliquiar des Mittelalters in Europa. Er wurde für die 1164 aus Mailand nach Köln gebrachten Gebeine der Könige gefertigt und stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt des Goldschmiedes Nikolaus von Verdun.

Dreikönigenschrein hinter dem mittelalterlichen Hochaltar

Die gotische Kathedrale wäre ohne die farbigen Fenster, die aus unterschiedlichen Epochen stammen, nicht denkbar. Das im Bild gezeigte Anbetungsfenster aus dem Bayernfenster-Zyklus wurde zum Domjubiläum 1848 im südlichen Seitenschiff eingesetzt.

Anbetungsfenster im südlichen Seitenschiff

1941 wurde beim Ausheben des Dombunkers ein römisches Wohnhaus, das Peristylhaus mit dem Dionysosmosaik gefunden. Das Mosaik verdankt seinen Namen dem zentralen Medailion, das den Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase zeigt. Dieses Mosaik ist vom Roncalliplatz aus im Untergeschoß des Römisch-Germanischen Museum zu sehen.

Zentrales Motiv des „Dionysosmosaiks“ im Römisch-Germanischen Museum

Zwischen Dom und Hoher Straße liegt der Wallrafplatz, benannt nach Ferdinand Franz Wallraf (* 20. Juli 1748 in Köln, † 18. März 1824 in Köln). Hier befindet sich auch das bekannte Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks.

Funkhaus Wallrafplatz

Das Historische Kölner Rathaus dürfte Deutschlands ältestes Rathaus sein. Der Rathausturm wurde von 1407 bis 1414 erbaut, eine dem Rathausbau vorgelagerte Laube wurde erstmals im Jahr 1404 erwähnt. Der Vorbau im Renaissancestil wurde aber erst von 1569 bis 1573 nach Plänen von Wilhelm Vernukken errichtet. Aber bereits in den Jahren zwischen 1135 und 1152 wird das Rathaus als „Haus der Bürger“ in Urkunden erstmals erwähnt.

Historisches Rathaus mit Rathausturm und Renaissance-Vorbau

Am spätgotischen Rathausturm mit einer Gesamthöhe von 61 Metern befinden sich 124 Figuren aus Savonnièrestein, die im Erdgeschoss Herrscher und herrschergleiche Personen darstellen, im ersten bis zum dritten Obergeschoss um die Stadt verdiente Persönlichkeiten, und im vierten Obergeschoss Schutzheilige.

Steinerne Skulpturen am Eingang zum Rathausturm


Renaissance-Vorbau am Historischen Rathaus

Auf dem Rathausplatz finden seit August 2007 umfangreiche Ausgrabungen statt, die die älteste Synagoge nördlich der Alpen sowie Grund- und Kellerrmauern großer romanischer und gotischer Bürgerhäuser freigelegt haben.

Archäologische Zone: Ausgrabungen auf dem südlichen Rathausplatz

Am 13. Juli 1709 gründete Johann Baptist Farina das Unternehmen Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz GmbH, das heute die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt ist. Die Firmenbezeichnung wird oft als „Farina gegenüber“ abgekürzt.

Farina-Haus

„Dropped Cone“ haben Claes Oldenburg (* 28. Januar 1929 in Stockholm, bedeutender Vertreter der amerikanischen Pop Art) und seine Frau Coosje van Bruggen (* 6. Juni 1942 in Groningen, † 10. Januar 2009 in Los Angeles) ihre Eistüten-Skulptur auf dem Dach der Neumarkt Galerie genannt. Zehn Meter ragt sie über das Dach des Gebäudes hinaus, beinahe realistisch läuft das Eis an der Fassade des Gebäudes herunter.

„Dropped Cone“ von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen auf dem Dach der Neumarkt Galerie

Alt. St. Alban am Quatermarkt – erstmals 1172 urkundlich erwähnt – ist eine der ältesten Pfarrkirchen Kölns. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später nicht wieder aufgebaut, sondern als Gedenkstätte den Toten der beiden Weltkriege gewidmet.

Alt St. Alban

Der Gürzenich entstand von 1441 bis 1447 auf dem Grundstück der Patrizierfamilie von Gürzenich als Festhalle im Zentrum der Kölner Altstadt. Durch die Fernsehübertragungen der Karnevalssitzungen aus dem Großen Festsaal ist der Gürzenich deutschlandweit bekannt.

Gürzenich

Am 28. April 2003 eröffnete in der Gürzenichstraße das Kölner Hard Rock Cafe. Die Restaurants sind durch ihre Atmosphäre bekannt, u. a. dienen signierte Gitarren, Bühnenkleidung, seltene Fotos und Goldene Schallplatten als Wanddekoration.

Hard Rock Cafe

Auch wenn „Farina gegenüber“ die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt ist, so dürfte doch „4711“, die Kölnisch-Wasser-Marke der Mäurer & Wirtz GmbH & Co. KG der bekanntere deutsche Markenartikel sein. Die Hausnummer 4711 geht auf die Besetzung der Stadt durch französiche Truppen im Jahr 1794 zurück. Das heutige Gebäude mit der neugotischen Fassade an der Ecke Glockengasse 4/Schwertnergasse 1 wurde im Jahr 1963 errichtet.

4711 Stammhaus in der Glockengasse 4, Ecke Schwertnergasse 1


Groß St. Martin

Am Fischmarkt wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser nach der Zerstörung im letzten Weltkrieg im historischen Stil wieder aufgebaut. Durch den Bau des Rheinufertunnels entstanden zusätzliche Aufstellmöglichkeiten für Tische der Gastronomiebetriebe, über die sich auch die Besucher des Viertels freuen.

Fischmarkt

In der Salzgasse in der Kölner Altstadt hat der Bildhauer Wolfgang Reuter (* 3. April 1934 in Köln) Tünnes und Schäl, den beiden legendären Figuren aus dem Hänneschen-Puppentheater, ein Denkmal gesetzt. Es soll Glück bringen, die Nasen der beiden Figuren zu reiben.

„Tünnes und Schäl“ von Bildhauer Wolfgang Reuter

Die im September 1858 von Hubert Koch gegründete Brauerei zur Malzmühle wird heute unter dem Namen „Brauerei zur Malzmühle Schwartz KG“ geführt. Sie braut etwa 40.000 Hektoliter „Mühlen-Kölsch“ pro Jahr. Das Brauhaus am Heumarkt ist ein beliebter Treffpunkt in Köln.

Brauerei zur Malzmühle

Das zwischen 1220 und 1225 von Blithildis Overstolz errichtete romanische Patrizierhaus gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Köln und ist das älteste erhaltene Patrizierhaus in Deutschland. Seit 1990 wird das Overstolzenhaus von der Kunsthochschule für Medien Köln genutzt.

Overstolzenhaus

Auf einer der ältesten Senfmühlen aus dem Jahr 1810 stellt Senfmüller Wolfgang Steffens nach ausgesuchten und historischen Rezepturen und Verfahren am Holzmarkt herausragende Senfsorten her.

Kölner Senfmuseum

Der 1898 eröffnete Rheinauhafen in der Kölner Südstadt wird seit 1998 neu erschlossen und nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros BRT Architekten, Bothe Richter Teherani unter Erhaltung der denkmalgeschützten Gebäude zu einem neuen Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet umgestaltet.

Kranhaus

Ein besonderes Highlight sind die drei so genannten Kranhäuser, die den historischen Lastenkränen nachempfunden sind. Die Rheinuferpromenade vom Kap am Südkai im Süden bis zum Schokoladenmuseum im Norden führt nicht an den Kranhäusern vorbei, sondern durch sie hindurch.

Halle 12 (ehemalige Zollhalle), Kranhaus Nord und historischer Hafenkran

Die harmonische Verbindung von Altem mit Neuen wird beispielsweise am denkmalgeschützen Hafenamt an der Kopfseite des Hafenbeckens in unmittelbarer Nähe des Kranhauses Süd sichtbar.

Kranhaus Süd und das alte Hafenamt, Sitz der
Häfen und Güterverkehr Köln AG


Das Ende der 1970er Jahre in dem roten Backsteinbau aus dem Jahre 1906 entstandene Bürgerhaus Stollwerk ist eines der größten Bürgerhäuser in Nordrhein-Westfalen. Es diente ehemals als preußisches Proviantamt (Zeughaus) und wurde später von der Bundespost als Lagerhaus genutzt. Das Kulturzentrum bietet neben den großen Bereichen für Kinder- Jugend- und Seniorenarbeit auch Veranstaltungs-, Sport-, Konferenz- und Serviceräume.

Bürgerhaus Stollwerk

Der etwa 35 Meter Meter hohe Bayenturm entstand um 1220 als Teil der acht Kilometer langen Stadtbefestigung.

Bayenturm

Im rhein3 am Elisabeth-Treskow-Platz befinden sich Eigentumswohungen und Büroeinheiten in bester Lage des Rheinauhafens direkt am Wasser. Der Platz ist seit 2006 nach der Goldschmiedin und Kunstprofessorin Elisabeth Treskow (* 20. August 1898 in Bochum, † 6. Oktober 1992 in Brühl) benannt. Eine ihrer populärsten Arbeiten ist sicherlich die „Meisterschale“ des Deutschen Fußballbundes.

Elisabeth-Treskow-Platz

Die alleinstehende Rheinbastion wurde in den 1920er Jahren umgebaut, dort war von 1939 bis 1999 die Wasserschutzpolizei beheimatet. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Goldschmiede.

Rheinbastion

Das 1909 durch Hans Verbeek als Speicher errichtete, 170 Meter lange Lagergebäude im Süden des Hafengeländes wird wegen seiner äußeren Form mit sieben Giebeln im Volksmund auch „Siebengebirge“ genannt. Das Gebäude wurde den Giebeln entsprechend in einzelne Häuser aufgeteilt.

„Siebengebirge“ und „SILO 23“

Die mit 1,6 Kilometern längste Tiefgarage Europas erstreckt sich von der Drehbrücke am Malakow-Turm bis zum Kap am Südkai und bietet Platz für ca. 5.000 Fahrzeuge.

Längste Tiefgarage Europas


Sonnenuntergang am Deutzer Rheinufer