Sonntag, 28. November 2010

Starke Orte: Westfalenhütte Dortmund

„SchichtWechsel“ auf dem Werksgelände der früheren Hoesch AG

Mauer auf dem Werksgelände ThyssenKrupp – Westfalenhütte

Obwohl die Finissage des Netzwerkprojekts „Starke Orte – Kunst im Revier“ bereits am 2. Oktober 2010 in der ehemaligen Ausbildungsstätte des Bundesbahn-Weichenwerks Witten – dem KunstWeichenWerk Witten – stattgefunden hat, sind die Werke der Ausstellung „SchichtWechsel“ im Rahmen dieses Netzwerkprojekts noch bis zum Ende des Jahres an der Mauer auf dem Werksgelände der ThyssenKrupp Steel Europe AG – der Westfalenhütte Dortmund zu sehen.

Barbara Abendroth, Bundesverband Bildender Künstler Westfalen,
Gruppe Duktus – Künstler im RuhrRevier


Das Hüttenwerk nördlich der Stadt wurde 1871 von Leopold Hoesch gegründet. Es war die Wiege der Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG. Diese wurde 1992 im Zuge einer feindlichen Übernahme vom damaligen Krupp-Konzern aufgekauft. Am 28. April 2001 wurde der letzte Hochofen auf der Westfalenhütte stillgelegt. Weite Teile der Westfalenhütte wurden nach China verkauft, wodurch in Dortmund die größte industrielle Brachfläche der Welt entstanden ist. Heute gibt es auf der Westfalenhütte nur noch ein Kaltwalzwerk mit Kontiglühe und Anlagen zur Oberflächenveredelung von Blechen.

Brigitte Bailer, Bundesverband Bildender Künstler Westfalen,
Gruppe Duktus – Künstler im RuhrRevier


Täglich kommen hunderte von Ar­beitern und Angestell­ten zum Schichtwechsel an der Werksmauer in der Springorumstraße vorbei und können die ausgestellten Werke zum Thema „SchichtWechsel“ dort sehen.

Heinrich Deleré, Bundesverband Bildender Künstler Westfalen,
Gruppe Duktus – Künstler im RuhrRevier


18 Künstler zeigen an der Werksmauer ihre Arbeiten: Barbara Abendrot, Brigitte Bailer, Karla Christoph, Heinrich Deleré, Johanna Faber, Anne Friederichsen, Petra Göbel, Karin Heuermann, Ilse Hilpert, Saskia Holsträter, Lore Klar, Christoph Mandera, Tanja Melina Moszyk, Klaus Nixdorf, Thomas Ohm, Karl-Ulrich Peisker, Monika Pfeiffer und Christian Psyk.

Lore Klar, Werkkreis Bildender Künstler Essen

Alle Künstler haben je zwei 1,60 × 1,20 m² große Stahltafeln gestaltet, die bereits ab 21. März an der Werksmauer ausgestellt sind.

Christoph Mandera, Bundesverband Bildender Künstler Westfalen


Karl-Ulrich Peisker, Bundesverband Bildender Künstler Westfalen,
Gruppe Duktus – Künstler im RuhrRevier



Christian Psyk, Bundesverband Bildender Künstler Ruhrgebiet

Freitag, 26. November 2010

Es weihnachtet, Teil IV

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …

Spätestens zum ersten Adventssonntag hat überall das große weihnachtliche Aufrüsten begonnen, ein Schwibbogen, ein beleuchteter Weihnachtsstern, -baum oder -mann (pro Fenster!) muss es schon mindestens sein, und in Zeiten energiesparender LED-Technik kann man schließlich noch mehr Fensterdekorationen betreiben, ohne gleich den Zusammenbruch des Stromnetzes befürchten zu müssen. Stenkelfeld ist überall …

Das ThyssenKrupp Quartier

Kann man ein größeres Areal bespielen, so braucht man schon einige hundert Lichterketten, um sich effektvoll in Szene zu setzen. Wie die ThyssenKrupp AG in ihrem neuen Quartier in Essen-Altendorf. An der Allee der Welten, eine Allee aus 68 Bäumen aus aller Welt, die symbolisch für die ThyssenKrupp Standorte auf allen fünf Kontinenten stehen, werden die Bäume mit Lichterketten illuminiert.

Das ThyssenKrupp Quartier, Allee der Welten

An den Längsseiten des 210 Meter langen und 30 Meter breiten Wasserbeckens, das augenblicklich noch mit Wasser befüllt ist und vor dessen Stegen vor Blitzeis gewarnt wird, wurden illuminierte Bälle abgelegt.

Das ThyssenKrupp Quartier, Q2 forum

Und der illuminierte Weihnachtsbaum vor dem Hauptgebäude Q1 darf natürlich auch nicht fehlen.

Weihnachtsbaum vor dem Hauptgebäude Q1


Das ThyssenKrupp Quartier, Allee der Welten


Das ThyssenKrupp Quartier

Mittwoch, 24. November 2010

Es weihnachtet, Teil III

112. Dortmunder Weihnachtsmarkt

Der „größte Weihnachtsbaum“ auf dem Hansaplatz

Vom Dortmunder U ist es durch die Fußgängerzone Westenhellweg nur ein „Katzensprung“ zum Weihnachtsmarkt auf dem Hansaplatz, dem Alten Markt und rund um die evangelische Kirche St. Reinoldi. Über 300 Aussteller laden zum Bummeln und Verweilen ein, wobei für das leibliche Wohl der Besucher reichlich gesorgt ist.

„Wendler´s Almhütte“

Das mit 45 Metern fälschlicherweise als „größter Weihnachtsbaum“ der Welt bezeichnete Gesteck auf dem Hansaplatz wurde vom Leiternhersteller C.O. Weise GmbH & Co. KG realisiert und ist aus 1.700 Rotfichten aus dem Sauerland „zusammengesetzt“. Es ist also kein Baum im eigentlichen Sinne, sondern ein kegelförmiges Gerüst, auf das die Rotfichten aufgesetzt sind. Die 20 roten Kerzen sind immerhin 2,5 Meter hoch, und auf der Spitze befindet sich ein 4 Meter hoher und 200 kg schwerer Engel. 250.000 Euro ist den Veranstaltern – der Markthandel- und Schausteller-Verband Westfalen sowie der Schaustellerverein Rote Erde – und der Stadt Dortmund die einzigartige „Riesentanne“ wert. Tatsächlich gibt es aber weitaus höhere Gerüste, die bei GUINNESS WORLD RECORDS™ als „größter Weihnachtsbaum“ geführt werden, beispielsweise das 2009 in Mexiko-Stadt aufgestellte Gerüst mit gut 110 Metern Höhe.

Der „größte Weihnachtsbaum“ auf dem Hansaplatz

Die evangelische Stadtkirche St. Reinoldi bildet den Mittelpunkt der Innenstadt. Der Turm kann zu bestimmten Zeiten bestiegen werden und ermöglicht die Aussicht von einer Plattform in etwa 50 Metern Höhe.

Blick vom Willy-Brandt-Platz auf die evangelische Stadtkirche St. Reinoldi

Die „Dortmunder Weihnachts-Pyramide“ auf dem Platz von Netanya ist über 16 Meter hoch und besitzt fünf Etagen. Damit ist sie aber nicht die größte Weihnachts-Pyramide, das dürfte die 18 Meter hohe Weihnachts-Pyramide auf dem Kröpcke in Hannover sein.

Ausschank „Dortmunder Weihnachts-Pyramide“

Dortmunder U

Zentrum für Kunst und Kreativität

Das Logo auf dem ehemaligen Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei

Befährt man mit dem Zug die West-Ost-Verbindungsstrecke Duisburg – Dortmund, so ist das Wahrzeichen der Stadt, das Dortmunder U, bereits bei der Anreise zu sehen. Das denkmalgeschützte ehemalige Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei wurde nach Plänen des Dortmunder Büros Gerber Architekten saniert und wird zum Zentrum für Kunst und Kreativität umgenutzt. Ein Besuch bot sich in Verbindung mit dem Dortmunder Weihnachtsmarkt geradezu an.

„U-Turm Bilderuhr“ von Adolf Winkelmann zur vollen Stunde

Auch wenn das Dortmunder U erst zum Finale der Kulturhauptstadt am 18. Dezember 2010 offiziell eröffnet und bis hinauf zur Dachterrasse für das Publikum geöffnet wird, so bieten sich bereits jetzt eine Reihe von Ausstellungen und kulturellen Angeboten zum Besuch an. Das Gebäude wurde 1926/27 vom Architekten Emil Moog als Kellereihochhaus der Dortmunder Union-Brauerei errichtet.

„U-Turm Bilderuhr“ von Adolf Winkelmann zur vollen Stunde

Spätestens seit 1968 das vierfache, 9 Meter hohe, beleuchtete, goldene „U“ – entworfen vom Architekten Ernst Neufert – als Firmenzeichen der Union Brauerei auf das Dach gesetzt wurde, galt es als Sinnbild für die Braukunst in Dortmund. Bereits im Jahre 1994 wurde die Brauerei nach Dortmund-Lütgendortmund verlagert, und 2008 wurde der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität beschlossen. Damit wurde das Dortmunder U das Dortmunder Leuchtturmprojekt im Rahmen der Kulturhaupstadt Europas RUHR.2010.

Dormunder U

Neben dem „U“ ist die Bilderuhr von Professor Adolf Winkelmann (* 10. April 1946 in Hallenberg, Regie „Contergan“ mit Benjamin Sadler und Katharina Wackernagel) an der Dachkrone weithin sichtbar. Dabei handelt es sich um die erste Station seiner Filminstallation „Fliegende Bilder“, die er für das Dortmunder U konzipiert und produziert hat. Die geforderte Transparenz der Gefache der Dachkrone wurde mit 6.000 horizontal verbauten LED-Lamellen erreicht, auf denen insgesamt 1,7 Millionen LEDs angebracht sind. In 50 Metern Höhe wurde so eine umlaufende, 625 m² große Medienfassade in die Dachkrone integriert, auf der täglich wechselnde Filmsequenzen gezeigt werden.

Dormunder U

Zur vollen Stunde erscheinen in der Videoinstallation montags bis freitags Brieftauben, an den Wochenenden sind es weiße Tauben. Daneben ziehen der im 4. Obergeschoss als „Ausguck“ aus der Ostfassade drängende „MO Lautsprecher“ oder die im 5. Obergeschoss auskragende zweigeschossige Bibliothek die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.

„U-Turm Bilderuhr“ von Adolf Winkelmann

Im Inneren des Gebäudes öffnet sich das Foyer nach oben. Entlang der Ostseite des Gebäudes wurde die erste Reihe der Deckenfelder in allen Geschossen entfernt, wodurch zwischen der Außenwand und den Etagen eine gebäudehohe Halle entstanden ist, die „Kunstvertikale“. Bei der Fahrt mit den Rolltreppen nach oben ist eine weitere Station von Adolf Winkelmanns Filminstallation „Fliegende Bilder“ zu sehen, die „Neun Fenster in der Vertikalen“.

„Kunstvertikale“ im Dormunder U

Die Filminszenierung ist über drei Etagen gestaltet und lädt zum Besuch der Museumsetagen ein. Unterschiedliche Nutzer aus dem Bereich Kunst, Forschung, kulturelle Bildung und Kreativwirtschaft bieten Veranstaltungen, Ausstellungen und unterschiedlichste kulturelle Angebote für ein breites Publikum an.

„Kunstvertikale“ im Dormunder U

Sonntag, 21. November 2010

„Künstler vor Ort“ in Oberhausen

Rundgang zu Tobias Rehbergers Brückenskulptur „Slinky springs to fame“

„Head through belly“ von Keith Haring vor der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen

Im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010-Veranstaltungsreihe „Künstler vor Ort – Rundgang mit Künstlern und Kurator“ fand am 21. November 2010 eine Matinee an der im Bau befindlichen Fußgänger- und Fahrradbrücke „Slinky springs to fame“ statt. Da die Brücke erst im Frühjahr des kommenden Jahres fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben wird, durfte man auf den augenblicklichen Fortgang der Arbeiten gespannt sein.

MS Kavevinja auf dem Rhein-Herne-Kanal

Für eine Podiumsdiskussion hatte man die MS Rheinfels von der Ruhrorter Personenschifffahrt gechartert, auf der die Besucher der Veranstaltung die im Bau befindliche Brückenskulptur bei einer kurzen Fahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal vom Wasser aus in Augenschein nehmen konnten. Dr. Simone Timmerhaus (Projektbüro EMSCHERKUNST.2010) moderierte die Diskussionsrunde, an der sich Professor Tobias Rehberger (Künstler), Prof. Dr. Florian Matzner (Kurator EMSCHERKUNST.2010), Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft), Prof. Dr. Mike Schlaich (Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner), und Udo Peters (Emschergenossenschaft) beteiligten. Friedhelm Terfrüchte (Davids|Terfrüchte + Partner) stand ebenfalls für Fragen zu Ufergestaltungsmaßnahmen zur Verfügung.

Diskussionsrunde auf der MS Rheinfels: Dr. Simone Timmerhaus, Professor Tobias Rehberger, Udo Peters, Prof. Dr. Mike Schlaich

Aus unmittelbarer Nähe ist sehr gut die Spannbandkonstruktion zu erkennen, auf der 130 Betonplatten für den Gehweg montiert werden. Die Spannbänder sind aus hochfestem Stahl S 690 gefertigt, weshalb sie lediglich eine Dicke von etwa 30 mm aufweisen. Sind alle 130 Betonplatten montiert, werden die Spannbänder eine Kosinus Hyperbolicus-förmige Katenoide mit einem Durchhang von etwa 1 m bilden. Sowohl das Gewicht der Betonplatten als auch die zusätzliche Versteifung durch das Geländer und den als Absturz-Schutz vorgesehenen Maschendraht sollen Schwingungen des Mittelteils der Brücke so weit dämpfen, dass es nicht zur Resonanzkatastrophe kommen kann. Verbindliche Grenzwerte für zulässige Schwingungen scheint es in Deutschland nicht zu geben. Wind, so die Aussage von Prof. Dr. Mike Schlaich, sei in dem Zusammenhang überhaupt kein Problem. (Anmerkung: Am 7. November 1940 geriet die Tacoma-Narrows-Brücke im US-Bundesstaat Washington durch zunehmenden Wind in selbsterregte Torsionsschwingungen und riss schließlich.)

Im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke über dem Rhein-Herne-Kanal

Wer sich unter einer schwingenden Fußgängerbrücke gar nichts vorstellen kann und sich nicht bis zum Frühjahr 2011 gedulden möchte, dem sei einstweilen der Besuch der Jahrhunderthalle Bochum und des Westparks empfohlen. Dort gibt es im Nordwesten des Parks die so genannte „Erzbahnschwinge“, und auch wenn sich der Name auf die Form der Hängebrücke bezieht, so wird man beim Überqueren der Gahlenschen Straße schnell feststellen, dass diese Brücke schwingen kann.

Nachdem die MS Rheinfels wieder am Schiffsanleger Oberhausen-Kaisergarten festgemacht hatte, bestand die Möglichkeit, die Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals zu begehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Arbeiten voranschreiten, wenn ein konkreter Besichtungstermin ansteht. Innerhalb von einer Woche waren beinahe an der kompletten Rampe die Windungen der an die Metallschraubenfeder Slinky® angelehnten Spirale montiert worden.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Nach Beendigung der Bauarbeiten wird sich die aus Aluminum gefertigte Spirale insgesamt 460 Mal um die Brückenskulptur mit einer Gesamtlänge von 406 Metern winden. Jede einzelne Windung wird aus drei Aluminium-Profilen zusammengesetzt, so dass insgesamt 1380 individuelle Profile vor Ort montiert werden müssen. Die Montage der Spirale am Mittelteil der Brücke wird sicherlich ein interessantes Schauspiel abgeben, wenn die Bauarbeiter wie Artisten 10 Meter über dem Rhein-Herne-Kanal agieren müssen.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

So konnten sich die Besucher bereits einen sehr guten Eindruck vom Erscheinungsbild der Brückenskulptur verschaffen. Der momentan an den Geländern provisorisch angebrachte Absturz-Schutz wird noch durch einen Maschendraht aus rostfreiem Stahl ersetzt. Aus größerer Entfernung soll dieser nicht wahrnehmbar sein und dadurch das ästhetische Erscheinungsbild der Spirale nicht beeinträchtigen. Die farbigen Kunststofflaufbahnen in 16 verschiedenen Farbtönen, durch die die Lauffläche in alternierde Farbfelder unterteilt wird, können wohl erst im Frühjahr kommenden Jahres aufgebracht werden.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Um auszuprobieren, wie stark der Mittelteil der Brücke denn wirklich schwingt, wird man sich noch ein wenig gedulden müssen. Die Anschlüsse der Brückenrampen an die Spannbandkonstruktion können erst erfolgen, wenn alle 130 Betonplatten auf den Spannbändern montiert sind und sich dessen Form nicht mehr grundlegend ändert, sieht man von der Ausdehnung durch Temperaturunterschiede ab, die durch Dehnfugen ausgeglichen wird.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals

Freitag, 19. November 2010

URBANATIX – Die Show

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Street-Artisten in der Bochumer Jahrhunderthalle

Anfänglich wurde URBANATIX unter 2.000 eingereichten Projektvorschlägen von der RUHR.2010 GmbH als Kulturhauptstadt-Projekt sogar abgelehnt, doch die Stadt Bochum machte URBANATIX zu ihrem Ruhr.2010-Projekt, und der Erfolg von „URBANATIX – Die Show“ mit fünf ausverkauften Shows im Mai 2010 gab ihr Recht. Mehr als 5.000 Zuschauer ließen sich von den Shows unter dem Motto „Street Art meets World Artistic“ begeistern. Gleich 10.000 Besucher sahen das 50-minütige Show-Special bei der ExtraSchicht im Dortmunder Signal Iduna Park.

Street-Artisten in der Bochumer Jahrhunderthalle

Nun geht die Erfolgsgeschichte – früher als ursprünglich geplant – in die zweite Runde, vom 10. bis 19. Dezember 2010 werden erneut 43 junge Street-Artisten aus dem Ruhrgebiet zusammen mit 10 internationalen Top-Artisten in 13 Vorstellungen von „URBANATIX – Die Show“ in der Bochumer Jahrhunderthalle zu erleben sein. Neben Rémi Martin und Eike von Stukenbrok, die bereits in den letzten Shows zu Publikumslieblingen avancierten, wurden acht weitere internationale Top-Artisten engagiert, so dass auch Besucher, die „URBANATIX – Die Show“ bereits gesehen haben, erneut auf ihre Kosten kommen werden.

Street-Artisten in der Bochumer Jahrhunderthalle

Als neues Element der Show wird Tobias Wegner in einer artistischen Comedy-Darbietung an der Schnittstelle zwischen Physical Theatre und Akrobatik zu erleben sein, bei der der Künstler in einer Box durch das Nebeneinander von Bühnenraum und einer um 90 Grad gedrehten Videoprojektion scheinbar mit den Gesetzen der Schwerkraft zu kämpfen hat. Die Kanadierin Sarah Lett entwickelt eigens für die Show eine neue Choreografie am Vertikalseil. Frank Wolf wird mit seiner BMX-Radartistik in der neuen Show ebenso zu sehen sein wie Ardit Gika in einer Tanzperformance zur Live-Musik des SIMIRI Jazz-Trios. Außerdem konnten die kanadischen Catwall-Spezialisten Frédérique Hamel und Jonathan Julien verpflichtet werden, die zusammen mit den Street-Artisten in einer Trampolinnummer auftreten werden. Heloise Bourgeoise und William Underwood haben eigens für die Vorstellungen im Dezember eine Hand-auf-Hand-Nummer einstudiert.

Street-Artisten in der Bochumer Jahrhunderthalle

Für die Verbindung von Street-Art mit moderner Artistik als neuartigem Showformat wurde in diesem Jahr der Kreativ-Award des Bochumer Marketing-Clubs vergeben. URBANATIX soll nachhaltig in Bochum etabliert werden, Christian Eggert – Projektinitiator und Regisseur von URBANATIX – möchte eine Artistenschule nach dem Vorbild der renommierten Kanadischen National Circus School etablieren, am liebsten im Bochumer Westpark in unmittelbarer Nachbarschaft zur Jahrhunderthalle.

Training in der Marienkirche

Doch so weit ist es noch nicht. Seit Januar 2010 können die Jugendlichen die 2002 profanierte Marienkirche am Rande des Bochumer Bermudadreiecks für ihr Training und die Vorbereitung auf die Showproduktionen nutzen. Ab dem 7. Dezember wird dann die Jahrhunderthalle für letzte Proben zur Verfügung stehen, und am 10. Dezember wird bereits die erste Show vor Publikum gezeigt.

Donnerstag, 18. November 2010

Es weihnachtet, Teil II

Eröffnung des 38. Internationalen Weihnachtsmarktes Essen

Weihnachtsmarkt auf dem Essener Kennedyplatz

In vielen Städten im Ruhrgebiet (u.a. Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen) wurden am 18. November 2010 die diesjährigen Weihnachtsmärkte eröffnet, und mit unterschiedlichen Attraktionen laden die beleuchteten Häuschen nun in der dunklen Jahreszeit für die nächsten fünf Wochen zum Bummeln und Verweilen ein. Die Stadt Essen hatte sich stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet um den Titel Kulturhauptstadt Europas beworben, analog dazu gibt es bei mir einen Blogeintrag zur Eröffnung des 38. Internationalen Weihnachtsmarktes in Essen.

Offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes:
Familie Baldus und Oberbürgermeister Reinhard Paß


Traditionell wird der Weihnachtsmarkt in Essen vom Oberbürgermeister eröffnet, und zwar durch das symbolische Einschalten der Beleuchtung am Weihnachtsbaum auf dem Willy-Brandt-Platz. Familie Baldus aus Essen-Bedingrade hatte die Tanne gestiftet, daher durfte sie auch gemeinsam mit Reinhard Paß den Schalter betätigen.

Willy-Brandt-Platz

Der Internationale Weihnachtsmarkt in Essen erstreckt sich vom Willy-Brandt-Platz entlang der Rathenaustraße über den Kennedyplatz bis zum Flachsmarkt. Auf dem Willy-Brandt-Platz sind die Giebel der kleinen Fachwerkhäuser mit Essener Sehenswürdigkeiten verziert, über dem Kennedyplatz sorgt das Netz der Lichtkrone für eine ganz besondere Atmosphäre.

Kennedyplatz: Weihnachtsmarkt unter der Lichtkrone

Im Brunnen vor dem Europahaus sprudelt im Winter natürlich kein Wasser, stattdessen findet man dort während des Weihnachtsmarktes einen „Lichtbrunnen“.

„Lichtbrunnen“

Erstmals ist in diesem Jahr auf dem Kennedyplatz ein „babyblaues“ Häuschen mit einem kleinen Turm aufgebaut, in dem die Käthe Wohlfahrt GmbH & Co. OHG allerlei Weihnachtsschmuck aus Glas anbietet.

„Faszination Glas“

Der Steeler Weihnachtsmarkt reklamiert zwar für sich, der kinderfreundlicheste Weihnachtsmarkt im Ruhrgebiet zu sein, aber auch der Internationale Weihnachtsmarkt in der Essener Innenstadt hat für die Kleinen allerhand zu bieten. Da wäre zunächst das traditionelle Barock-Karussel, das sich mit seinen Pferdchen und Gondeln auf dem Kennedyplatz dreht.

Barock-Karussel

Auf der Porschekanzel können Kinder im Infostand der EMG – Essen Marketing GmbH ihre eigenen Lebkuchenhäuschen nach Lust und Laune verzieren, die Lebkuchen werden von der Peter Backwaren OHG zur Verfügung gestellt. Ist ein Lebkuchenhäuschen fertiggestellt, dann schneit es. Und zwar Puderzucker auf das Häuschen, das die Kinder im Anschluss hübsch verpackt geschenkt bekommen.

Es schneit … Puderzucker

Dienstag, 16. November 2010

Ankündigung: „Künstler vor Ort“

Rundgang zu Tobias Rehbergers Brückenskulptur

Übers Wasser führt ein Steg
Und darüber geht der Weg.
Max und Moritz, gar nicht träge,
Sägen heimlich mit der Säge,
Ritzeratze! voller Tücke,
In die Brücke eine Lücke.

Wilhelm Busch, Max und Moritz, 1865

Im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Rhein-Herne-Kanal, im Hintergrund der Gasometer Oberhausen

Die beiden Lausbuben Max und Moritz brauchen in Oberhausen-Buschhausen gar nicht zur Säge zu greifen, Lücken hat die im Bau befindliche Brückenskulptur „Slinky springs to fame“ nach Plänen von Professor Tobias Rehberger auch nach der Montage der Spannbänder über dem Rhein-Herne-Kanal am 25. Oktober 2010 noch genügend.

Blick von Norden auf die im Bau befindliche Fußgänger- und Fahrradbrücke

Da aber bis zur augenblicklich geplanten Fertigstellung der Fußgänger- und Fahrradbrücke im April/Mai 2011 noch ein halbes Jahr Zeit ist, wird Professor Tobias Rehberger am 21. November 2010 im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010-Veranstaltungsreihe „Künstler vor Ort – Rundgang mit Künstlern und Kurator“ zusammen mit Prof. Dr. Mike Schlaich (Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner) sein Projekt erläutern und Einblicke in den Fortgang der Arbeiten geben.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals: Montage der Betonplatten

Zwischenzeitlich wurden die ersten Betonplatten auf den Spannbändern montiert, und an der Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals sind bereits die ersten Windungen der an die Metallschraubenfeder Slinky® angelehnten Spirale angebracht. So bekommt man einen ersten „realen“ Eindruck vom späteren Aussehen der Brückenskulptur.

Brückenrampe an der Nordseite des Rhein-Herne-Kanals: Montage der Spirale

Hier geht es zum Blogeintrag über den Rundgang zu Tobias Rehbergers Brückenskulptur.