Sonntag, 28. März 2010

Neueröffnung Rathaus Galerie Essen

Am 25. März 2010 war es soweit: Die Rathaus Galerie Essen wurde in Anwesenheit von Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß feierlich neu eröffnet. Der Begriff Neueröffnung ist eigentlich irreführend, bei der Rathaus Galerie handelt es sich nämlich um das frühere City Center, und dieses war zu keiner Zeit während des jetzt nahezu abgeschlossenen Umbaus geschlosssen.

Bergmannsorchester

Oberbürgermeister Reinhard Paß hielt die Eröffnungsrede

Feierliche Eröffnung der Rathaus Galerie

Am 22. März 1978 wurde der Grundstein zur Errichtung der Brückenkonstruktion über die Schützenbahn gelegt. Am 17. November 1979, genau 10 Tage nach der ersten Ratssitzung im neuen Rathaus, wurde die Einkaufstraße mit 52 Geschäften auf 26.000 m² eröffnet.

Einkaufszentrum über der Schützenbahn und Rathaus

Von 1993 bis 1994 fand die erste Modernisierung statt. Das große Glasdach wurde errichtet, und das City Center wurde auf 80 Geschäfte und rund 30.000 m² erweitert. Im Jahr 2008, beinahe 30 Jahre nach Fertigstellung des City Centers, investierte die Eigentümerin, die Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH ca. 35 Millionen Euro in den Umbau zur Rathaus Galerie. Die Modernisierung war durch die zunehmende Konkurrenz des neuen, modernen Einkaufszentrums Limbecker Platz, dessen erster Bauabschnitt am 13. März 2008 eröffnet wurde, notwendig geworden. Der Entwurf stammt von Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten GbR. Die Arbeiten wurden im laufenden Betrieb vorgenommen, und sind nun nahezu abgeschlossen. Dabei wurden die beiden ehemaligen Zugänge von der Kettwiger Straße durch ein einziges, repräsentatives Eingangsportal zum Einkaufszentrum ersetzt.

Eingang zur Rathaus Galerie an der Porschekanzel

Der Rathausvorplatz wurde mit einer neuen Glasüberdachung ebenfalls einbezogen. So entstand ein geschützter Innenhof, der sich unabhängig vom Wetter zu jeder Jahreszeit für Veranstaltungen nutzen lässt. Dadurch konnte auch ein neuer, repräsentativer Eingang zum Rathaus geschaffen werden. Durch die gesamten Umbaumaßnahmen ist ein geschlossener Gebäudekomplex entstanden. Daher sollte man nun auch ein generelles Rauchverbot wie im CentrO Oberhausen und im Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim durchsetzen.

Rathausplatz

Als besonderer Hingucker erweist sich das Eingangsportal an der Porschekanzel am Abend. Die mattierte Glasfassade wird dann mit wechselweise farbigem Licht beleuchtet.




Mit einer viertägigen Eröffnungsparty auf dem Rathausplatz mit Musik, Show und Unterhaltung wurde die Rathaus Galerie den Besuchern vorgestellt.

Bob der Baumeister

Modenschau

Marching Band „Volle Kanne“

GOP Varieté – Duo La Brise: Olga Miekhova und Oleg Kolesnichenko

Unterhaltungskünstler Emir Corbo

Mokhles Arafi

Orientalischer Tanz: Niloofar

Modenschau

Dominik Hees rockt als Buddy Holly den Rathausplatz

„The Crickets“: Caron Pomp (Joe B. Mauldin, Bass), Lewin Blümel (Jerry Allison, Schlagzeug), Dominik Schwarzer (Tommy Allsup, Rhythmusgitarre)

Ursula Anna Baumgartner, Sidonie Smith

Auftritt „BUDDY – Das Buddy Holly Musical“

Band „Schwiegermutters Lieblinge“

Fans warten auf DSDS-Gewinner Daniel Schuhmacher

Ein Fan traut sich zu Moderator Jörg Sauerwein auf die Bühne

Moderator Jörg Sauerwein mit DSDS-Gewinner Daniel Schuhmacher

Daniel Schuhmacher, Gewinner der sechsten Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“, stellte am Samstagabend seine neue Single „If It's Love“ vor und versetzte bei der anschließenden Autogrammstunde den Rathausplatz in einen mehr als zweistündigen Ausnahmezustand.

DSDS-Gewinner Daniel Schuhmacher

Interessanterweise wird jeder Veranstalter aufs Neue davon überrascht. Und dummerweise waren die anwesenden Gäste auch nicht die zukünftigen Kunden der Rathaus Galerie Essen, denn die Besucher waren deutschlandweit angereist, um ihr Idol bei seinem Liveauftritt zu erleben.

Dominik Büchele

Zum Abschluss des viertägigen Veranstaltungsprogramms gab Dominik Büchele am Abend des verkaufsoffenen Sonntags mit seiner Band ein Konzert auf dem Rathausplatz. Dominik Büchele hatte zusammen mit Daniel Schuhmacher an der sechsten Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ teilgenommen, war aber in der 7. Mottoshow ausgeschieden.

Dominik Büchele

Nach Angaben des Center Managements kamen an den vier Tagen über 200.000 Besucher zur Eröffnung der Rathaus Galerie. Trotzdem muss man sich schon fragen, ob in der Essener Innenstadt zwei Einkaufszentren dauerhaft existieren können. Keine 500 Meter von der Rathaus Galerie enfernt befindet sich das moderne Einkaufszentrum Limbecker Platz mit rund 200 Geschäften auf einer Fläche von 70.000 m². Ein großer Elektrofachmarkt ist vom City Center zum Limbecker Platz umgezogen, die ehemalige Verkaufsfläche steht momentan noch leer. Nach den Vorstellungen der Investoren soll die Rathaus Galerie zur Stärkung der Kettwiger Straße beitragen, die bereits seit 1958 der erste Fußgängerbereich Deutschlands ist. Denn auch hier sind ein zunehmender Leerstand und sogar Abbrucharbeiten zu beobachten. Die weitere Entwicklung wird sicher auch davon abhängen, ob die Rathaus Galerie dauerhaft durch einen attraktiven Branchenmix und geeignete Werbemaßnahmen Kunden an sich binden kann.

Freitag, 26. März 2010

Glinda weiht interaktives Hexenhaus ein

Seit dem 8. März 2010 liegt das Land Oz bekanntlich in der Neuen Mitte Oberhausen, denn an diesem Tag hatte das Musical „WICKED – Die Hexen von Oz“ im Metronom Theater NRW-Premiere. Das ehemaliges Industriegelände gilt mit dem Herzstück CentrO als eines der erfolgreichsten Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet.

Das Land Oz

Nun können die Besucher des Einkaufszentrums CentrO einen Vorgeschmack auf die Geheimnisse der Zauberwelt bekommen, und sich als große und kleine Hexen oder Zauberer beweisen. Glinda, die gute Hexe aus dem Musical „WICKED – Die Hexen von Oz“, hat ein interaktives Hexenhaus in der Rotunde vor der Galeria Kaufhof feierlich eingeweiht.

Glinda weiht das Hexenhaus feierlich ein

Anhand von Fotos, Videosequenzen und spielerischen Exponaten können die Besucher die Welt von Oz erkunden, und wer mag, kann sich in einem magischen Gästebuch verewigen.

Im Zentrum des grünen Hexenhauses erwartet die Besucher ein rätselhaftes Gewinnspiel: Die Lehrer von Oz fordern alle mutigen Zauberlehrlinge über eine Multimedia-Station auf, einen zungenbrecherischen Zauberspruch zu wiederholen. Wer sich traut und sich nicht verspricht, kann mit etwas Glück Tickets für eine Vorstellung von „WICKED – Die Hexen von Oz“ im Metronom Theater gewinnen.

Joana Fee Würz als Glinda

Sonntag, 21. März 2010

Die Csárdásfürstin

„Die Csárdásfürstin“ – Operette in 3 Akten von Emmerich Kálmán; Libretto: Leo von Stein und Béla Jenbach; Neue Dialogfassung: Michael Sturminger; Musikalische Leitung: Stefan Soltesz; Inszenierung: Michael Sturminger; Bühne und Kostüme: Renate Martin und Andreas Donhauser; Choreographie: Craig Revel Horwood. Darsteller: u.a. Bea Robein (Sylva Varescu, „Csárdásfürstin“), Reinhard Brussmann (Leopold Maria, Fürst von und zu Lippert-Weylersheim), Ute Zehlen (Anhilte, seine Frau), Peter Bording (Edwin Ronald, beider Sohn), Astrid Kropp-Menéndez (Komtesse Stasi, Nichte des Fürsten), Albrecht Kludszuweit (Benjamin Koppstein, genannt Boni), Mark Weigel (Obersturmbannführer Eugen von Rohnsdorff), Günter Kiefer (Feri von Kerekes, genannt Feri Bácsi), Thomas Sehrbrock (Notar Kiss), Karl-Ludwig Wissmann (Kellner), Frédéric Buhr (Postbote und Fluchthelfer), Jan Nicolas Bastel, Joeri Burger, Ivaldo de Castro, Pavlína Cerná, Michelle Escaño, Debora Formica, Maik Heinze, Justo Moret Ruiz, Gilda Rebello, Claudio Gustavo Romero, Heather Shockley, Karin van Sijda (Tänzer, Personal und Besucher im Varieté in Budapest, im Palais in Wien, Flüchtlinge im geschlossenen Varieté). Uraufführung: 17.11.1915, Johann-Strauß-Theater, Wien. Premiere: 20.03.2010, Aalto-Theater Essen.



Die Csárdásfürstin


Gesellschaftlich unmögliche Liebesgeschichte im Zweiten Weltkrieg


Der ungarische Komponist Emmerich Kálmán wurde am 24. Oktober 1882 als Imre Koppstein in Siófok am Plattensee geboren. 1892 änderte er seinen Nachnamen bei der Aufnahmeprüfung ins Budapester Evangelische Gymnasium in Kálmán. Der Name Kálmán ist ungarisch-türkischen Ursprungs und bedeutet „der Rest, der Überlebende“. Emmerich Kálmán wollte ursprünglich Pianist werden, wandte sich aber ab 1900 aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend juristischen Studien zu, vollendete jedoch auch seine musikalische Ausbildung in der Kompositionsklasse von Hans Koessler an der Landesmusikakademie Budapest. 1908 übersiedelte er von Budapest nach Wien. Zusammen mit Franz Lehár, Leo Fall und Ralph Benatzky ist er einer der Begründer der Silbernen Operettenära. Mit seinen Werken „Die Csárdásfürstin“ (1915), „Gräfin Mariza“ (1924) und „Die Zirkusprinzessin“ (1926) wurde er einer der berühmtesten Operettenkomponisten. 1933 wurde Emmerich Kálmán als Jude von den Nationalsozialisten in Deutschland auf die Liste der unerwünschten Komponisten gesetzt. 1938 lässt Adolf Hitler nach dem Anschluss Österreichs Emmerich Kálmán wissen, dass er zum „Ehrenarier“ ernannt werden könne. Kálmán wollte diese „Ehre“ jedoch nicht, er verließ mit seiner Frau Vera Makinskaya und seinen Kindern Charles, Elisabeth und Yvonne Wien und Österreich und emigrierte über Zürich zunächst nach Paris, von dort 1940 in die Vereinigten Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo er am 30. Oktober 1953 gestorben ist.

„Es lebe die Liebe“ war der ursprüngliche Titel der Operette, die dann als „Die Csárdásfürstin“ am 17. November 1915 zunächst in Wien und 1916 in Budapest vorgestellt wurde. Die Handlung ist ursprünglich in Budapest und Wien im Jahr 1915 nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges angesiedelt, Regisseur Michael Sturminger lässt das Stück jedoch 25 Jahre später im Zweiten Weltkrieg spielen. Dafür hat er auch die Dialoge neu verfasst, die Gesangstexte aber unverändert übernommen. Die in seiner Interpretation jüdische Varieté-Sängerin Sylva Varescu (Bea Robein) will aufgrund der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten mit dem Impressario Boni (Albrecht Kludszuweit) in die Vereinigten Staaten emigrieren. Fürstensohn Edwin (Peter Bording) liebt sie jedoch leidenschaftlich.

Peter Bording (Fürstensohn Edwin) und Bea Robein (Sylva Varescu);
Foto: Harald Reusmann

Um sie zum Bleiben zu bewegen, gibt Edwin Sylva in seiner Verzweiflung vor Freunden ein bindendes Eheversprechen. Sylva erfährt jedoch von den Plänen seiner Eltern, Edwin mit seiner Cousine Komtesse Stasi (Astrid Kropp-Menéndez) zu vermählen, und bleibt nach Edwins Abreise enttäuscht zurück. Im 2. Akt treffen 8 Wochen später anlässlich des arrangierten Verlobungsfestes von Edwin und Stasi im Wiener Palais des Fürsten Lippert-Weylersheim Edwin und Sylva unter dem Pseudonym „Contessa Visconti“ wieder aufeinander, und obwohl Obersturmbannführer Eugen von Rohnsdorff (Mark Weigel) über ihre Herkunft hinwegsehen will, gibt Sylva ihre wahre Identität preis, zerreißt das von Edwin gegebene Eheversprechen und gibt ihn frei.

Albrecht Kludszuweit (Boni) und Astrid Kropp-Menéndez
(Komtesse Stasi); Foto: Harald Reusmann

Im 3. Akt überstürzen sich schließlich die Ereignisse. Die Nationalsozialisten unter Obersturmbannführer Rohnsdorff spüren Sylva, Boni und eine Gruppe von Zigeunern und Juden, die auf ihre Ausreise nach Amerika warten, im mittlerweile geschlossenen Varieté-Theater in Budapest auf.

Albrecht Kludszuweit (Boni), Mark Weigel (Eugen von Rohnsdorff),
Bea Robein (Sylva Varescu) und Günter Kiefer (Feri Bácsi);
Foto: Harald Reusmann

Nach einer schweren Auseinandersetzung hält aber auch die Fassung von Michael Sturminger die bekannte Zusammenführung der Liebenden bereit: Der Leutnant der Wehrmacht Edwin darf die jüdische Künstlerin Sylva heiraten, und die arische Komtesse Stasi den jüdischen Impressario Boni.

Intendant und Generalmusikdirketor Stefan Soltesz, der selbst aus Ungarn stammt und in Wien aufgewachsen ist, und damit einen besonderen Bezug zur ausgesprochen vielseitigen Partitur Emmerich Kálmáns hat, ließ es sich am Premierenabend nicht nehmen, die Essener Philharmoniker selbst durch selbige zu leiten und sorgte für das gewohnt hohe musikalische Niveau. Es wäre eine Schande, wenn die Essener Philharmoniker den angekündigten Einsparplänen der Stadt Essen zum Opfer fielen. Die Walzerchoreografien im 2. Akt wirkten am Premierenabend bei einigen Tanzpaaren noch ein wenig holprig und gehetzt. Aber wahrscheinlich hat Choreograph Craig Revel Horwood durch seinen Hinweis in der Einführungsmatinee auf die hohen Anforderungen geradezu die Aufmerksamkeit auf dieses Detail gelenkt, und den „unvorbelasteten“ Zuschauern ist dies gar nicht aufgefallen. Die historischen Kostüme stammen nach Aussage der für Bühne und Kostüme Verantwortlichen zu großen Teilen aus dem Fundus des Aalto-Theaters und brauchten daher nicht extra für diese Produktion neu geschneidert zu werden. Der Geschäftsführer wird sich über die eingesparten Kosten freuen, und das Publikum hätte es nicht einmal bemerkt, stünde es nicht im Programmheft.

Albrecht Kludszuweit (Boni), Günter Kiefer (Feri Bácsi) und Ensemble;
Foto: Harald Reusmann


Dass einige Besucher mit einer mit derartigem Konfliktpotenzial versehenen Neuinterpretation ihre Schwierigkeiten haben würden, war fast zu erwarten. So gab es dann nach zustimmendem Applaus für Darsteller und Musiker auch Buhrufe und Pfiffe aus dem Publikum für die Inszenierung. Wer eine heitere unbekümmerte Abendunterhaltung erwartet hatte, wurde womöglich durch den ernsten geschichtlichen Hintergrund der Neuinterpretation enttäuscht.

Bea Robein (Sylva Varescu), Peter Bording (Fürstensohn Edwin) und Mark Weigel (Eugen von Rohnsdorff); Foto: Harald Reusmann

Stefan Soltesz hat bereits Erfahrung mit Inszenierungen, die beim Publikum auf geteilte Gegenliebe stoßen: Am 29. Dezember 1999 stand er bei der Premiere der „Csárdásfürstin“ in der Inszenierung von Peter Konwitschny am Pult der Dresdener Semperoper, aus der einige Szenen, die am Premierenabend den heftigsten Unmut bei einem kleinen Teil des Publikums hervorgerufen hatten, daraufhin gestrichen wurden. Es kam zum Eklat, und schließlich sorgte sogar das OLG Dresden dafür, dass das Stück wieder in der originalen Version von Peter Konwitschny gezeigt wurde. Und so prognostizierte GMD Soltesz einen weiteren Erfolg für die „Csárdásfürstin“, denn wer im Aalto-Theater beim Schlussapplaus keine Buhrufe und Pfiffe bekomme, der habe in Essen keinen Erfolg. Emmerich Kálmáns jüngste Tochter Yvonne, die am Premierenabend als unermüdliche Botschafterin im Dienste der Musik ihres Vaters zu den Gästen zählte, zeigte sich ebenfalls von der Qualität der Aufführung überzeugt.

Dienstag, 9. März 2010

Wicked – Die Hexen von Oz

„Wicked – Die Hexen von Oz“ – Musik / Texte: Stephen Schwartz; Buch: Winnie Holzmann, nach dem gleichnamigen Roman von Gregory Maguire; Deutsche Adaption der Songtexte: Dr. Michael Kunze; Deutsche Adaption der Dialoge: Ruth Deny; Regie: Joe Mantello; Musical Staging: Wayne Cilento; Bühne: Eugene Lee; Kostüme: Susan Hilferty; Licht: Kenneth Posner; Ton: Tony Meola; Orchestrierungen: William David Brohn; Musical Supervisor / Arrangements: Stephen Oremus; Musikalischer Leiter: Christoph Bönecker. Darsteller: u.a. Willemijn Verkaik / Roberta Valentini (Elphaba), Joana Fee Würz / Valerie Link (Glinda), Carlo Lauber (Der Zauberer von Oz), Barbara Raunegger (Madame Akaber), Mathias Edenborn (Fiyero), Janine Tippl (Nessarose), Ben Darmanin (Moq), Thomas Wissmann (Doktor Dillamonth). Broadway-Premiere: 30.10.2003, Gershwin Theatre, New York. Deutschsprachige Erstaufführung: 15.11.2007, Palladium Theater, Stuttgart. NRW-Premiere: 08.03.2010, Metronom Theater, Oberhausen.



NRW-Premiere „Wicked – Die Hexen von Oz“


Eindrücke vom roten Teppich


Das TheatrO CentrO in Oberhausen wurde 1999 als Spielstätte für das Musical „Tabaluga & Lilli“ von Peter Maffay gebaut. Das auffällige grüne Dach ist einem Drachenkopf nachempfunden. Das Musical sollte langfristig aufgeführt werden, aber nach weniger als zwei Jahren fiel am 30. Juni 2001 der letzte Vorhang für den kleinen Drachen. Den Nachfolgeproduktionen „Vom Geist der Weihnacht“ und „FMA Falco meets Amadeus“ war ebenfalls nur mäßiger Besucherzuspruch beschieden. Auf dem Tiefpunkt hat die Stage Entertainment im August 2005 das Theater übernommen, aufwändig umgebaut und in Metronom Theater umbenannt. Ab dem 18. Dezember 2005 war dort die Neuinszenierung von „Disneys Die Schöne und das Biest“ zu sehen. Vom 11. März 2007 bis zum 4. Oktober 2008 zeigte man die „Blue Man Group“, und vom 7. November 2008 bis 31. Januar 2010 sorgte Roman Polanskis Kultmusical „Tanz der Vampire“ für reges Zuschauerinteresse. Nun haben „Wicked – Die Hexen von Oz“ und „Tanz der Vampire“ ihre Spielstätten getauscht, und das grüne Dach des Theaters hat wieder die zum Musical passende Farbe.

Metronom Theater Oberhausen

Zahlreiche Prominente waren am 8. März 2010 zur NRW-Premiere nach Oberhausen eingeladen. Auf dem Weg zum Theater war der obligatorische „rote Teppich“ ausgerollt, den man aber in der Farbgebung nicht dem Musical angepaßt hatte. Stattdessen sollten grün erleuchtete Plexiglasquader den Weg am roten Teppich säumen. Aber vielleicht hätte man Kenneth Posner fragen sollen, wie man einen roten Teppich ins rechte Licht setzt. Selbst bei Dunkelheit war die grüne Beleuchtung nur zu erahnen.

Geraldine Chaplin

Udo Lindenberg

Moderatorin Verona Pooth

Schlagerstar Michael Wendler

Comedian Ingo Appelt mit Tochter Greta

Bernd Stelter mit Tochter Judith

Sänger Guildo Horn

Michaela Schaffrath

Guido Cantz mit Gattin Kerstin

Ludmila „Lucy“ Diakovska

Schauspieler Ralf Möller

Michael Hirte

Schauspieler Carsten Spengemann

Sänger Bruce Lacy (Captain Jack)

Jasmin Lord

Stephan Käfer

Jasmin Lord, Stephan Käfer

Jo Weil

Thore Schölermann

Jean Pütz

Moderatorin Kim Fisher

Natürlich waren auch bekannte Musicalstars nach Oberhausen gekommen, um sich die NRW-Premiere von „Wicked – Die Hexen von Oz“ anzuschauen.

Pia Douwes

Ana Milva Gomes

Roberta Valentini

Veronica di Corsi, Anton Zetterholm, Pia Douwes

Anton Zetterholm

Elisabeth Hübert

Gregory Antemes, Elisabeth Hübert

Emma Hunter, Mark Seibert

Mathias Edenborn

Kristian Korsholm Vetter

Einen Premierenbericht kann ich leider nicht erstellen, ich war nämlich nicht zur Premiere eingeladen. Und bei Kartenpreisen von 59,39 € für Plätze in der preiswertesten Kategorie und 116,89 € für Plätze in der teuersten Kategorie für die Vorstellung am Samstagabend kann ich mir einen Besuch von „Wicked – Die Hexen von Oz“ in Oberhausen auch finanziell einfach nicht leisten. Lieber Herr Mock-O'Hara, Sie dürfen mich gerne zur nächsten Premiere einladen, dann werde ich auch möglichst objektiv über die Vorstellung berichten. So stellt sich mir aber die Frage, ob die Bevölkerung der Metropolregion Rhein-Ruhr, die zwar die bevölkerungsreichste von derzeit 11 Metropolregionen in Deutschland ist, die aber momentan aufgrund der schweren Wirtschaftskrise andere Prioritäten haben dürfte als auf die Schnelle 120 Euro pro Person für einen Theaterbesuch zu bezahlen, langfristig für den Fortbestand einer Produktion sorgen kann, die bereits 2 Jahre in Stuttgart gezeigt wurde. Auf der anderen Seite ist das Metronom Theater ein gutes Beispiel dafür, wie man durch eine geeignete Auswahl der Stücke einen vormals defizitären Musicalstandort in die Gewinnzone führen kann.

So bleibt nach dem Aus für das Essener Colosseum Theater zu wünschen, dass dem Metronom Theater Oberhausen noch viele Sternstunden beschert sein werden, wie es die weithin sichtbare Werbung für das Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010 „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ im Gasometer Oberhausen in unmittelbarer Nachbarschaft des Metronom Theaters augenblicklich propagiert.

Gasometer Oberhausen

Zu guter Letzt dürfen natürlich die Darsteller auch nicht fehlen.

Willemijn Verkaik

Roberta Valentini

Joana Fee Würz

Joana Fee Würz als Glinda

Valerie Link

Carlo Lauber

Barbara Raunegger

Mathias Edenborn

Anton Zetterholm

Janine Tippl